Sammelthread Krieg im Kaukasus

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klamm-Bot
25 April 2006
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Folgende News wurde am 09.08.2008 um 13:56:31 Uhr veröffentlicht:
Kriegsrecht in Georgien - 1600 Tote
DPA-News

Tiflis (dpa) - In Georgien ist nach schweren russischen Luftangriffen offiziell der Kriegszustand in Kraft getreten. Das Parlament in Tiflis bestätigte das Dekret von Präsident Michail Saakaschwili. Der Militärkonflikt im Südkaukasus weitet sich inzwischen möglicherweise aus: Kampfbomber haben georgische Stellungen in der Konfliktregion Abchasien beschossen. Insgesamt sollen bereits 1600 Menschen ihr Leben verloren haben.
 
[N] Russische Flugzeuge zerstören georgische Stadt

Folgende News wurde am 09.08.2008 um 14:16:24 Uhr veröffentlicht:
Georgien verkündet einseitige Waffenruhe
DPA-News

Tiflis/Moskau (dpa) - Drei Tage nach Beginn des Krieges im Südkaukasus hat Georgien am Sonntag eine einseitige Waffenruhe verkündet. Zuvor hatte Russland mit 10 000 Soldaten, hunderten Panzern und Bombern weite Teile der von Georgien abtrünnigen Region Südossetien unter seine Kontrolle gebracht.
Moskau ging bis zum Abend nicht auf das Angebot zum Waffenstillstand ein. Russische Kampfjets warfen nach georgischen Angaben stattdessen am Sonntagabend mehrere Bomben in unmittelbarer Nähe zum internationalen Flughafen der Hauptstadt Tiflis ab. Das meldete die georgische Internetagentur «Civil Georgia» unter Berufung auf das Innenministerium. Die insgesamt drei Bomben seien um 19 Uhr Ortszeit (17 Uhr deutscher Zeit) in 200 Meter Entfernung zum Airport auf ein Werk zur Modernisierung georgischer Militärflugzeuge geworfen worden. Bereits am Morgen war das Werk von russischen Kampfjets angegriffen worden.
Die georgischen Einheiten zogen sich am Sonntag aus der südossetischen Hauptstadt Zchinwali in die umliegenden Berge zurück. Im Schwarzen Meer hatten russische Kriegsschiffe zudem mit einer Seeblockade den Druck auf Georgien verstärkt. Russische Kampfflugzeuge bombardierten nach Angaben aus Tiflis mehrere Städte in Georgien.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew beklagte «tausende Tote» im Konfliktgebiet. Nach unbestätigten Angaben aus Südossetien starben allein in Zchinwali etwa 2000 Menschen. In den Trümmern der weitgehend zerstörten Stadt harrten tausende Zivilisten aus. In den Straßen lagen Leichen. Die südossetische Führung sprach von einer humanitären Katastrophe. Lebensmittel und Medikamente seien knapp. Der Krieg warf auch einen Schatten auf die Olympischen Spiele in Peking.
Russlands Regierungschef Wladimir Putin, der am Samstag überraschend von Peking nach Nordossetien an die Grenze zur Konfliktregion gereist war, warf den Georgiern nach deren Angriff auf Südossetien «Völkermord» vor. Der russische Präsident Dmitri Medwedew, der auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist, begründete die russischen Militärschläge in einem Telefonat mit US-Präsident George W. Bush mit «barbarischen Handlungen» Georgiens.
Nach georgischen Angaben wurden bis Sonntagabend alle «Militäreinheiten aus dem Konfliktgebiet» abgezogen. Russland bestätigte zwar den Erhalt einer entsprechenden Note aus Tiflis zum Waffenstillstand. Zugleich kritisierte Moskau aber die Fortsetzung von Kampfhandlungen durch georgische Soldaten in der Konfliktregion. Tiflis erklärte sich verhandlungsbereit. «Georgien hat einen Korridor für humanitäre Zwecke geschaffen und ermöglicht es der Bevölkerung sowie den Verletzten, das Konfliktgebiet zu verlassen», teilte das Außenministerium in Tiflis mit.
Der französische Außenminister und amtierende EU-Ratsvorsitzende Bernard Kouchner wurde noch am Sonntag in Tiflis erwartet. Am Montag wolle er nach Moskau weiterreisen. Zuvor hatten Papst Benedikt XVI. und Bundeskanzlerin Angela Merkel eine sofortige Waffenruhe gefordert.
Das ebenfalls von Georgien abtrünnige Gebiet Abchasien kündigte Unterstützung für Südossetien an und rief das Kriegsrecht aus. Georgiens Präsident Michail Saakaschwili, ein enger Verbündeter der USA, beschuldigte Russland, Georgien zerstören zu wollen. Er erwarte eine Invasion ganz Georgiens, sagte Saakaschwili der «Rhein-Zeitung» (Montag). Saakaschwili hatte bereits am Samstag das Kriegsrecht über sein Land verhängt.
Die russische Kriegsmarine belegte das Land mit einer Seeblockade, um eine Belieferung georgischer Häfen mit Waffen oder anderen Gütern zu verhindern. Russland verlegte weitere Panzer und anderes schweres Kriegsgerät durch den Roki-Tunnel nach Südossetien. In dem Separatistengebiet seien mittlerweile 10 000 russische Soldaten sowie 300 Panzer stationiert, meldete der georgische Sender Rustawi2. Tiflis bezifferte die Zahl der getöteten Georgier bei den Kämpfen auf etwa 200.
Die moskautreuen Machthaber in der international nicht anerkannten Republik Abchasien am Schwarzen Meer riefen die Mobilmachung ihrer Truppen aus. Abchasische Streitkräfte rückten im Landkreis Gali gegen georgische Stellungen vor, wie das eigene Militär mitteilte. Etwa 100 Kilometer nördlich von Gali griffen Kampfbomber den von Georgien kontrollierten oberen Teil des Kodori-Tals an.
In der Konfliktregion zeichnet sich nach den Bürgerkriegen Anfang der 1990er Jahre infolge des Zerfalls der Sowjetunion ein neues Flüchtlingsdrama ab. In den vergangenen Tagen waren mehr als 30 000 Menschen vor den Kämpfen ins benachbarte Nordossetien geflohen. UN-Flüchtlingskommissar António Guterres erklärte in Genf, tausende Menschen säßen zwischen den Fronten fest. Der Krieg war ausgebrochen, nachdem georgische Bodentruppen am Freitag nach einer Eskalation der Gewalt mit den Separatisten in Südossetien einmarschiert waren. Daraufhin griff Russland militärisch ein.
Wegen des Widerstands der Vetomacht Russland konnte sich der Weltsicherheitsrat in der Nacht zum Sonntag auch in einer dritten Dringlichkeitssitzung nicht auf eine gemeinsame Erklärung zu dem Konflikt einigen. Der Rat kam am Sonntag erneut zusammen. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bemühte sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes in mehreren Telefonaten um eine Entschärfung des Konflikts.
 
Vielleicht hast du es nicht mitbekommen, aber Georgien ist gestern in Ossetien eingefallen. Da Russland für Ossetiens Sicherheit garantiert hat sind diese nun zum Gegenangriff übergegangen.

Das ganze ist natürlich deutlich komplexer als ich das jetzt hier darstelle aber im Kern trifft es das.

Cya Nightfire
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habs anders gelesen, nämlich, daß die georgische Armee in Südossetien (einer georgischen Provinz) gegen Separatisten vorgegangen ist, und dann die Russen georgische Stellungen bebombt haben.
 
Was die Menschen in Südossetien davon haben, dass Russland sie zu Russen erklärt hat, sieht man ja jetzt.
 
https://www.klamm.de/partner/unter_news.php?l_id=11&news_id=18552670 schrieb:
[...] Außerdem wurden georgische Stellungen in dem ebenfalls nach Unabhängigkeit strebenden Abchasien am Schwarzen Meer angegriffen.
[...]
Medwedew begründete die russischen Militärschläge in einem Telefonat mit US-Präsident George W. Bush mit «barbarischen Handlungen» von Georgien. Bush forderte alle Seiten zur sofortigen Waffenruhe auf.
[...]
Beobachter fürchten, dass sich der Krieg in Südossetien zu einem Flächenbrand im Südkaukasus ausbreiten könnte. Georgien hatte am Freitag den Abzug von mindestens 1000 eigenen Elitesoldaten aus dem Irak angekündigt. Abchasien warnte Tiflis vor einer weiteren Militarisierung an seinen Grenzen.
[...]
Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski forderte einen EU-Krisengipfel zu dem Konflikt. US-Vize-Außenminister John Negroponte bestellte den russischen Geschäftsträger Alexander Darchijew ins Washingtoner Außenamt ein. Wie ein Ministeriumssprecher mitteilte, rief er zu einer Einstellung der Militäraktionen auf. Die Angriffe stellten eine gefährliche und unangemessene Eskalation der Spannungen dar.
Vor ein paar Tagen hatte ich erst ein Gespräch mit einer Freundschaft. Ich beharrte auf meiner Ansicht, dass der Dritte Weltkrieg vom Nahen Osten ausbrechen wird. Sie sagte, dass der Dritte Weltkrieg von "den Roten" ausgehen würde. Einerseits hatten das schon vor einigen Tausend Jahren irgendwelche Indianer aus Südamerika prophezeit und andererseits sei dort ein wesentlich größeres Potenzial vorhanden seit dem Zerfall der Sowjetunion.

Also ich habe nicht geglaubt, dass ich nochmal den Tag erlebe, da ein amerikanischer Präsident zur Besonnenheit mahnt. Dass es dann auch noch der militante radikale Bush ist, kommt ja schon fast einem göttlichen Wunder gleich - hat andererseits auch Methode ;)

Aber so langsam köchelt es mal wieder häufiger auf der Welt. Hier ein Aufstand, da eine Rebellion. Hier ein Terrorakt, da ein Blitzkrieg. Wahrscheinlich muss es wirklich noch einmal richtig knallen, bevor die Menschheit endlich ihre Scheiße aus dem Hirn bekommt. Man merkt einfach zu überdeutlich, dass der Mensch ursprünglich vom Raubtier abstammte, sich dann aber in die falsche Richtung entwickelt hat. Denn inzwischen kann man mit ruhigem Gewissen sagen, dass kein Raubtier der Welt so einen Zerstörungsdrang hat, wie ein Mensch...

Gruß,
Photon
 
Es ist schon eigenartig: Seit Monaten vergeht kein Tag, an dem in den russischen Nachrichten nicht von irgendwelchen Übergriffen seitens Georgiens auf zivile Einrichtungen Südossietiens berichtet wird. In den dazugehörigen Berichten werden durch georgische Granaten zerstörte Dörfer gezeigt, russische Staatsbürger werden in Richtung Russland evakuiert. Die Regierung der russischen Föderation warnt Georgien seit geraumer Zeit, dass sie weitere Übergriffe gegen russische Staatsbürger nicht länger hinnehmen wird, und auch ein militärisches Eingreifen nicht ausschließen würde. All das wurde bislang von den gleichgeschalteten westlichen Medien auf die "Ignoreliste" gesetzt.

Jetzt, wo das Kind in den Brunnen fällt, und man Russland als Buhmann darstellen kann, da wird selbstverständlich sofort reagiert.... :mrgreen:

Neenee Leute, - Saakaschwilli und sein Kumpel "Schorschdabbeljuh" haben sicher damals auf dem großen Wahlbetrügertreffen in Timbuktu schon ihre Absprachen getroffen, und sind nun dabei, den großen Korridor zu den Futtertrögen der Ölmafia zu sichern. ;)

Wahrscheinlich wird keine Seite, egal ob russisch oder westlich, objektiv über die Vorgänge in Südossetien berichten. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte - und das Zentrum ist sicher nicht die Bevölkerung der Gebiete, sondern vielmehr knallharte wirtschaftliche Interessen.
 
Jetzt, wo das Kind in den Brunnen fällt, und man Russland als Buhmann darstellen kann, da wird selbstverständlich sofort reagiert....
...
Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte - und das Zentrum ist sicher nicht die Bevölkerung der Gebiete, sondern vielmehr knallharte wirtschaftliche Interessen.

Das hat man ja schon daran gesehen das Russland auch eine Ölpipeline bomardiert hat die in den Westen führt. Das Georgien sich nicht richtig verhält. bzw. auch mehrfach gewarnt wurde ist unbestritten, aber das Russland auch die eigene Position auf den Öl- und Gasmärkten damit festigen will wohl auch.
 
Es ist schon eigenartig: Seit Monaten vergeht kein Tag, an dem in den russischen Nachrichten
vs.
gleichgeschalteten westlichen Medien auf die "Ignoreliste" gesetzt.
Ja, ist schon eigenartig, der Vergleich. :roll:

Als Steinmeier im Juli in Georgien war, wurde über den schwelenden Konflikt berichtet. In den "gleichgeschalteten westlichen Medien" ist lesen, daß dieser Krieg ein "geostrategisches Geschacher um den Zugang zu Gas, Öl und Pipelines" (SpOn) ist. Wie werten denn die russischen Medien den Konflikt?

Jetzt, wo das Kind in den Brunnen fällt, und man Russland als Buhmann darstellen kann, da wird selbstverständlich sofort reagiert.... :mrgreen:
Dazu bedarf es nicht dieses Krieges - Tschetschenien, Ukraine, Innenpolitik usw.
 
das mit dem 3. weltkrieg ist vielleicht gar nicht so abwegig. was würde passieren wenn russland einen präventivkrieg (nur mal als gedankenspiel) gegen georgien führen würde und dort einmarschiert. in anbetracht der tatsache, dass georgien in die nato will, also westlich orientiert ist und russland dieses vorhaben ohnehin ein dorn im auge ist. wie würde der westen reagieren, vor allem die USA?
 
das mit dem 3. weltkrieg ist vielleicht gar nicht so abwegig. was würde passieren wenn russland einen präventivkrieg (nur mal als gedankenspiel) gegen georgien führen würde und dort einmarschiert. in anbetracht der tatsache, dass georgien in die nato will, also westlich orientiert ist und russland dieses vorhaben ohnehin ein dorn im auge ist. wie würde der westen reagieren, vor allem die USA?
Weiß nicht. Ich glaube auch nicht, dass aus diesem Geplänkel dort unten der Dritte Weltkrieg entbrennt. Ich bin lediglich davon überzeugt, dass es einen geben wird.

Die ganzen Bemühungen, ein postatomares Szenario zu vermeiden, sind immer nette diplomatische Spielereien. In Wahrheit rüstet doch aber niemand ab. Im Gegenteil. Massenvernichtungswaffen sind seit Ende des Zweiten Weltkriegs in Mode gekommen und wurden seither immer mehr "verfeinert". Inzwischen könnte man (alle Atomwaffen der Welt gleichzeitig abgefeuert) unseren Planeten 3x pulverisieren. Dufte Sache, wie ich finde - unser Mond braucht selbst noch ein paar Monde...

Aber das Potenzial liegt natürlich in dieser Region. Niemand weiß, wer oder was welchen Schlüssel/Code zu welchen Waffen hat. Korruption ist in Russland so selbstverständlich, wie bei uns das Schlafengehen. Nebenbei gilt in Russland (wie in ganz Asien) ein Menschenleben nicht sonderlich viel. Um es sich mit dem Westen nicht zu versauen, wird zwar dieser ganze Menschenrechtskram gern rezitiert, aber insgesamt ist ein Mensch kaum mehr wert, wie Vieh - das aber wenigstens noch Milch und Wolle gibt.

Insgesamt will ich nicht sagen, dass mir Angst und Bange ist um die Zukunft. Aber ich bin davon überzeugt, dass ich in meinem Leben noch einen größeren Krieg erleben muss. Wer gegen wen und aus welchem Grund, spielt dann eh keine Rolle mehr...

Gruß,
Photon
 
[N] Wut und Angst: Südosseten auf der Flucht

Folgende News wurde am 10.08.2008 um 17:40:34 Uhr veröffentlicht:
Wut und Angst: Südosseten auf der Flucht
DPA-News

Misur (dpa) - Der Schreck sitzt den mehr als 30 südossetischen Frauen und Kindern im altersschwachen Omnibus noch in den Gliedern. «Wir sind hungrig», sagt Marina Tojewa (32), während sie ihren 8 Jahre alten Sohn und eine Nichte fest umklammert. «Wir haben drei Tage ohne Licht und Wasser in einem Bunker verbracht», so die Frau weiter. In der russischen Ortschaft Misur, 30 Kilometer von der Grenze zu Georgien entfernt, fühlt sie sich das erste Mal sicher. Mit vielen anderen Flüchtlingen war Tojewa durch den rettenden Roki-Tunnel dem Artilleriebeschuss in ihrer Heimat Südossetien entkommen. Außer den Kleidern am Leib ist den Menschen nicht viel geblieben. Bei der Rast in Misur reichen russische Helfer Butterbrote und Wasserflaschen in die sich ihnen entgegenstreckenden Hände. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR rechnet mit tausenden weiteren Südosseten, die aus Angst vor georgischen Truppen ihr Heil beim nahen Verbündeten Russland suchen. Durch den Kaukasus schlängeln sich zwei Konvois mit unterschiedlichen Zielrichtungen aneinander vorbei. Während die Flüchtlinge so schnell wie möglich nach Norden wollen, kommen ihnen russische Panzer, Lastwagen und mobile Raketengeschütze in einer langen Kolonne auf der staubigen Straße entgegen. Am Straßenrand warten die ersten Flüchtlinge aus Südossetien auf die Ankunft der Kleinbusse, in denen Verwandte vermutet werden. «Ich dachte, meine Leute wären dabei. Falls sie überhaupt noch leben», sagt Lida Gabarajewa (47). Unter Tränen stellt die Südossetin fest, dass ihre neunjährige Nichte nicht unter den Ankömmlingen ist. Die Schülerin, eine Fünfklässlerin, verbrachte die Sommerferien bei Freunden in Zchinwali und konnte die Stadt nicht rechtzeitig vor den Bombenangriffen verlassen. In einem gerade eingetroffenen Fahrzeug bangt die geflohene Samira (36) um das Leben der Männer aus ihrer Familie. «Unsere Ehemänner hat man nicht rausgelassen. Sogar die Alten mussten bleiben. Sie werden alle im Kampf umkommen», bricht es aus der Frau heraus, während sie auf dem engen Sitz die Hand ihrer Mutter hält. Fünf Männer haben es mit ihrem Auto von Südossetien durch den Tunnel geschafft. Sie sind allerdings nur gekommen, um auf der sicheren Seite Lebensmittel zu kaufen. «Unsere Geschäfte sind leer oder zerstört», sagt ein junger Mann, der sich als Sergej vorstellt. Mit seinen Kameraden wolle er so schnell wie möglich zurück in die umkämpfte Heimat. «Wir wissen aber nicht, ob wir wieder durchkommen. »Viele Menschen auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion fühlen sich an die Tragödien im Kaukasus Anfang der 1990er Jahre erinnert. Nach der Unabhängigkeitserklärung der einstigen Sowjetrepublik Georgien spalteten sich Südosseten und Abchasen in Bürgerkriegen von der Zentralmacht in Tiflis ab. In der Konfliktregion leben bis heute hundert tausende Flüchtlinge, die auch nach fast zwei Jahrzehnten nicht zurück in ihre alte Heimat dürfen. Nun sind wieder Tausende auf der Flucht. Der 41-jährige Busfahrer Alik Tomajew pendelt zwischen Südossetien und dem zu Russland gehörenden Nordossetien, um Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen. Die südossetische Hauptstadt sei völlig dicht. «Da kommt zur Zeit niemand raus, nicht einmal zu Fuß», berichtet Alik auf dem Rastplatz in Misur. Am Sonntag verhandelten russische und georgische Militärs über die Bildung eines Korridors, um Verletzte aus der Kleinstadt abtransportieren zu können. Alik will um jeden Preis weiter seine Landsleute aus Zchinwali holen. «Ich werde es über die Berge versuchen. Irgendwie muss es klappen», sagt er. Aliks Schwester kann das Blutvergießen der vergangenen Tage noch immer nicht begreifen. «Das werde ich nie vergessen. Es gibt dafür keine Worte», stammelt die Frau. Unter den Flüchtlingen ist die Wut über die georgischen Angreifer groß. «Selbst im Irak gab es nicht einen solchen Krieg. Die Georgier verschonten mit ihren Angriffen nicht einmal die überfüllten Krankenhäuser», schimpft eine Ossetin.
 
[N] Eilmeldung: Russische Marine versenkt georgische Schiffe

Folgende News wurde am 10.08.2008 um 20:35:52 Uhr veröffentlicht:
Eilmeldung: Russische Marine versenkt georgische Schiffe
DPA-News

Moskau (dpa) - Die russische Kriegsmarine hat am Sonntag nach eigenen Angaben mehrere georgische Kriegsschiffe im Schwarzen Meer versenkt. Die georgischen Raketenträger hätten zuvor auf die Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte gefeuert, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau laut der Agentur Interfax mit. Russland hatte Georgien vorgeworfen, sich an das eigene Angebot einer Waffenruhe nicht zu halten.
 
[N] Wurde die georgische Offensive von Söldnern unterstützt?

Folgende News wurde am 10.08.2008 um 21:31:00 Uhr veröffentlicht:
Wurde die georgische Offensive von Söldnern unterstützt?
Shortnews

Der Präsident von Südossetien behauptet, ausländische Söldner hätten an der georgischen Offensive gegen die Provinz teilgenommen. Eduart Kokoity sagte, Ukrainer und Leute aus den baltischen Staaten sowie Staatsbürger aus anderen Ländern seien involviert. Kokoity sagte: "Nach den Kampfhandlungen in der Stadt, haben wir mehrere Leichen von Menschen aus dem Baltikum und aus der Ukraine gefunden. Später wurde ich informiert, dass die Leichen von mehreren schwarzen Männern in der Nähe einer umkämpften Schule gefunden wurden", sagte Kokoity. Er sagte weiter, es wurden auch Leichen von Soldaten mit asiatischem Aussehen entdeckt. Der russische Gesandte für Südossetien, Dmitry Medoyev, bestätigte ebenfalls die Aussage des südossetischen Präsidenten, dass ausländische Söldner an der Invasion teilgenommen hätten.
 
...im Rahmen des letzten Treffens des UN-Sicherheitsrates, das übrigens im russischen Fernsehen live übertragen wurde, erhob der russische UN-Botschafter Tschurkin schwere Vorwürfe gegen die USA, die nach russischer Auffassung die Eskalation des Konfliktes durch Militärhilfe sowie militärischer Beratung erst möglich gemacht habe. Er betonte, dass die Russische Föderation Ihren Staatsbürgern, egal wo auch immer auf dieser Welt, zur Seite stehen werde. Die georgischen Angriffe auf Südossetien werden seitens Russlands als "ethnische Säuberung" und "Völkermord" gewertet. Man werde nicht tatenlos zusehen, wie
Greueltaten an russischen Bürgern verübt werden. In seinen Ausführungen beschuldigte er die US-Regierung, das Vorgehen der georgischen Streitkräfte massiv zu unterstützen und zu billigen.
 
Aber das Potenzial liegt natürlich in dieser Region.
es gibt bereits meldungen, dass die russen in georgisches staatsgebiet vorgerückt sind. auch von einer seeblocke im schwarzen meer (kriegerischer akt, kriegserklärung) ist die rede, auch wenn man von russischer seite nicht von einer seeblockade spricht. :roll: sehr beunruhigend find ich. ich frage mich auch, warum georgien sich überhaupt zu einem angriff hat hinreißen lassen hat. man muss doch damit rechnen, dass russland dem nicht tatenlos zusieht. oder hatte man rückendeckung von westlicher seite? was mich stutzig macht, sind die meldungen über söldner, die angeblich an den angriffen auf südossetien beteiligt gewesen sein sollen, darunter ukrainer, asiaten und schwarze. :think: aber auch, das der westen sich ziemlich zurückhält. hätte ein angriff georgiens nicht eine sofortige verurteilung und abmahnung seitens der uno und der nato nach sich ziehen müssen? die einzige kritik, die einem gleich ins gesicht springt ist die von schorsch dabbelju: Bush: Russland muss Angriffe einstellen.

was wollte georgien damit bezwecken? :think:

Niemand weiß, wer oder was welchen Schlüssel/Code zu welchen Waffen hat. Korruption ist in Russland so selbstverständlich, wie bei uns das Schlafengehen.

Gruß,
Photon

naja, ob die so wahllos auf irgendwelchen nachttischen rumliegen, denke ich eher nicht. selbst die russen sind sich dieser verantwortung durchaus bewusst, dass diese schlüssel in den richtigen händen liegen.
 
Man werde nicht tatenlos zusehen, wie
Greueltaten an russischen Bürgern verübt werden.

Es sind trotzdem russische Bürger im Ausland, und da kann man als Staat nicht so wirklich viel machen, will man sich an Gesetze und Regeln halten. Andererseits ist es nur fair, die Russen auch mal die Genozidkarte ziehen zu lassen. Das haben ja andere schon bis zum Erbrechen durchexerziert.
 
Hier geht es um weit mehr als nur dieses "nutzlose Stück Land".
Darum geht es keinem wirklich.

Die Russen sind sauer, da Georgien im Tschetschenien-Krieg Frauen und Kindern aus dieser Region unterschlupf gewehrten.
Die Russen wollten dann Truppen in Georgien Stationieren, um Tschetschenien zu Umkreisen und zu schlagen, aber Georgen hat dies untersagt, da die Georgier wussten, wenn da der Brandherd aus ist, sind die die nächsten.
Was hat man nun, beim einem wirds ruhig und wo ist der Russe nun?

Zudem kommt das Georgien kaum einfluss auf ihr eigenes Land haben.
Zuviele Gebiete die von Russen oder anderen am köcheln gehalten werden.

Die Russen haben oder hatten sogar 2 Stützpunkte an der Grenze zur Türkei in Georgien, um den Westen (NATO) etwas aufzuhalten.
Wärend jedoch die Amerikaner einen Stützpunkt an der Georgischen Hauptstadt errichteten, um Georgien Westlich zu halten und Russland abzuhalten, zu den Westlich nicht freundlich gesinnten Ländern eine Verbindung zu haben.
Ausserdem wollen die Amis Öl und Gas haben, was über die Pipelines in die Türkei nun geführt wird, in richtung westen und NATO.

Dort wird es Krachen, wenn die Russen einen fehler machen und zu weit gehen.

Immerhin ist auch die Bundeswehr schon lange in Georgien vertretten, um die Lage ruhig zu halten und die Westliche richtung des Landes zu halten und denke mal andere ausser Deutschland und USA werden dort auch zu finden sein.


Meiner Meinung:
Im Grunde ist dort, an dieser Stelle, der Kalte Krieg nie zu Ende gegangen.


Guter Bericht, wo das genauer erklärt wird auch hier zu finden:
Lage in Georgien


Trotzdem sollte man hoffen, dass die bemühung der Franzosen, dort wieder Verhandlungen zu beginnen schnell klappt, damit dort endlich wieder "Frieden" einkehrt.