Atomausstieg ja oder nein?

  • Ja

    Stimmen: 50 64,1%
  • Nein

    Stimmen: 28 35,9%

  • Umfrageteilnehmer
    78
  • Umfrage geschlossen .
Ist es ja nicht. Oder wieviel Todesopfer gabs in D seit den ersten AKWs?
Sowas ist natürlich immer sehr schwer zu sagen, da viele Folgenschäden erst nach Jahrzehnten auftreten, du also nur statistisch rechnen kannst.
Je nachdem, ob du den Uranabbau auf deutschem Gebiet hinzuzählst ein paar Dutzend bis einige Hundert - nach heutigem Wissensstand.
Plus Tschernobyl-Regen-Schäden (noch heute gibts Pilze die sind so verstrahlt, dass man sie nicht essen sollte).
Dazu kommen noch eventuelle Tote durch die umstrittenen Sachen wie erhöhte Kinderkrebsrate um AKWs u.ä.

Kosten für den Rückbau nach dem Betriebsende mit berücksichtigen.
Und allein für diese halbe Milliarde kriegst du eine Menge Windräder/Solarmodule! (Halbe Mia ist dabei die geplante Summe für die meisten AKW, geht auch deutlich höher, und nach den Erfahrungen in England kannst für den Realpreis ein mehrfaches rechnen.)
 
musst du da auch die Kosten für die Endlagerung sowie die Kosten für den Rückbau nach dem Betriebsende mit berücksichtigen.
Schon klar. Aber bei Solarparks z.B. musst Du auch die versiegelte Fläche etc. berücksichtigen. Außerdem: Wie willst Du diese Mega-Flächen vor Terror schützen? Ok, wenn da ein Flugzeug drauf fällt, passiert erstma nix, außer "Strom weg".

Edit: /me findet Wasserkraft am hübschesten.
 
Mehrheit jetzt für schnellen Atom-Ausstieg

Folgende News wurde am 15.03.2011 um 09:42:59 Uhr veröffentlicht:
Mehrheit jetzt für schnellen Atom-Ausstieg
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Berlin (dpa) - Der schwere Atomunfall von Fukushima hat für einen radikalen Stimmungsumschwung in Deutschland gesorgt: Eine Mehrheit von 53 Prozent ist nach einer Infratest-dimap-Umfrage für den ARD-«Deutschlandtrend» jetzt der Ansicht, alle deutschen Atomkraftwerke sollten so rasch wie möglich stillgelegt werden (43 Prozent dagegen). Nach ZDF-«Politbarometer» sind sogar 60 Prozent für einen Atom-Ausstieg so schnell wie möglich. Laut Infratest hält die große Mehrheit der Deutschen (70 Prozent) einen AKW-Unfall wie in Japan auch in Deutschland für denkbar. Bundeskanzlerin Angela Merkel will heute (Dienstag) in Berlin mit den fünf Ministerpräsidenten, in deren Ländern Atomkraftwerke stehen, über die Zukunft der Anlagen sprechen. Die CDU-Vorsitzende hatte gestern (Montag) eine dreimonatige Aussetzung der von Union und FDP beschlossenen Laufzeitverlängerung angekündigt. Als Sofortmaßnahme sollen die als unsicher kritisierten Atomkraftwerke Isar I (Bayern) und Neckarwestheim I (Baden-Württemberg) rasch vom Netz gehen. Möglicherweise muss auch das älteste AKW Biblis A abgeschaltet werden, zunächst ist dort aber nur eine Revision geplant. Die Atomkraftwerke sollen als Reaktion auf die Katastrophe im japanischen Fukushima sofort einem Sicherheitscheck unterzogen werden. Es ist durchaus möglich, dass weitere Anlagen vom Netz genommen werden. Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) plädierte dafür, «jetzt ergebnisoffen nach Lösungen zu suchen». Die Entscheidung von Schwarz-Gelb in Berlin biete die Möglichkeit, nun «erst einmal innezuhalten» und Alternativen zur Nutzung der Atomenergie zu prüfen, sagte Mappus am Montagabend im ZDF-«Heute Journal». Es gelte, «die Ängste ernst zu nehmen, die Wünsche der Bevölkerung ernst zu nehmen», sagte Mappus. Der baden-württembergische Regierungschef war einer der Hauptbefürworter der von Schwarz-Gelb durchgesetzten Atom-Laufzeitverlängerung, die mit dem Moratorium nun in Frage steht. In Baden-Württemberg wird am 27. März gewählt - Mappus droht der Verlust seiner Macht. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) warb für einen breiten gesellschaftlichen Konsens in der Energiepolitik. Die schwarz-gelbe Regierung müsse jetzt alle gesellschaftlich relevanten Gruppen wie Kirchen, Gewerkschaften und Unternehmen einladen, «dieses Thema aus der Kampfzone herauszubringen», sagte der auch für Reaktorsicherheit zuständige Minister am Abend in der ARD. Der Beschluss der Bundesregierung, die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken auszusetzen, habe nichts mit Wahlkampftaktik zu tun, sagte Röttgen. «Diese Frage ist viel zu fundamental.» Der Minister sagte, er gehe davon aus, dass diejenigen Atomkraftwerke, die während des Moratoriums vom Netz genommen würden, auch dauerhaft stillgelegt werden. «Das kann ja nicht anders sein.» Deutschland müsse jetzt möglichst schnell aus der Kernenergie herauskommen. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) will «den Ausstieg aus der Kernenergie zugunsten der erneuerbaren Energien» mit Unterstützung durch die Wissenschaft vorantreiben. Sie sagte der «Rheinischen Post» (Dienstag): «Wir wollen alle wissenschaftliche Kompetenz einsetzen, um diesen Prozess zu beschleunigen. Die drei Monate Moratorium können genutzt werden, um aus dem Kreis der Wissenschaft dazu Vorschläge für die weitere Forschung und Entwicklung zu bekommen.» Sie habe die Nationale Akademie Leopoldina beauftragt, einen Stab an Wissenschaftlern zusammenzustellen, und wolle sich «mit den Wissenschaftlern noch in diesem Monat treffen». Die Atombranche hält nach dem Aussetzen der Laufzeitverlängerung (Moratorium) auch das endgültige Aus für Meiler in Deutschland für möglich. «Wir werden jetzt Anlage für Anlage im Sinne der Risikobeherrschung prüfen müssen, welche Konsequenzen zu ziehen sind», sagte der Präsident des Deutschen Atomforums, Ralf Güldner, der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag). «Das Stilllegen einzelner Anlagen kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.» Eine generelle Rücknahme der Laufzeitverlängerung und einen beschleunigten Atomausstieg in Deutschland lehnt die Branche jedoch ab. Güldner kündigte Nachbesserungen bei der Sicherheit in deutschen AKW an. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, sah im Interview der «Passauer Neuen Presse» (Dienstag) keinen Grund für Panik. «Die Sicherheitsstandards der Atomanlagen in Deutschland haben konkrete Risikobewertungen als Grundlage» - jetzt werde es eine Neubewertung geben. König: «In Japan sind alle davon ausgegangen, dass es nie ein Erdbeben mit einer Stärke von 9,0 geben würde. Doch die Natur hat sich nicht daran gehalten.» Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) unterstützte die Entscheidung der Regierung für ein dreimonatiges Moratorium in der Atompolitik. In der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Dienstag) mahnte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann aber zugleich Besonnenheit und Transparenz an. «Wegen der grundlegenden Bedeutung der Energieversorgung von Privathaushalten, öffentlichen Einrichtungen und der Unternehmen dürfen wir uns Schnellschüsse nicht leisten.» Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Peter Altmaier, rechnet nicht mit höheren Strompreisen durch die Abschaltung von Atomkraftwerken. Er sagte am Montagabend in der SWR-Talkshow «2+Leif»: «Ich glaube, dass diese Ausfälle bewältigt werden können. Ich hoffe, dass die Energieversorgungsunternehmen nicht der Versuchung erliegen, an dieser Stelle jetzt an irgendwelchen Schrauben zu drehen.»
 
Schon klar. Aber bei Solarparks z.B. musst Du auch die versiegelte Fläche etc. berücksichtigen.
Dein Dach würdest Du sonst ja anders nutzen, oder?

Außerdem: Wie willst Du diese Mega-Flächen vor Terror schützen? Ok, wenn da ein Flugzeug drauf fällt, passiert erstma nix, außer "Strom weg".
Stimmt, so ein Supergau durch zerstörte Solaranlagen ist natürlich existenzgefährdend für Millionen.

Edit: /me findet Wasserkraft am hübschesten.
Ich finde einen Mix aus allem regenerativen am besten. Wenn jedes Dach schon mal Solarenergie erzeugen würde... Und dann stellen wir doch mal norddeutsches Flachland mit ein paar Windrädern zu. Oder die Zugspitze.

Marty
 
Ist das nicht egal? Wir haben Millionen Dächer und die direkt da, wo auch Energie benötigt wird. Ist doch klasse. Und selbst, wenn wir 1 Mio. Dächer für ein AKW bräuchten. Die Dächer sind da und können genutzt werden, sie werden für nichts anderes gebraucht.

Ganz egal ist das nicht, wegen der Rohstoffe, die auch für den Solarzellenbau nicht unendlich sein dürften, aber im Prinzip schon richtig.

Im Moment ist die Machbarkeit ohnehin recht undurchsichtig, da von den Energieriesen recht massiv gegen die Wirtschaftlichkeit der Erneuerbaren Kampagnen gestartet worden sind. Gerade das spricht allerdings wieder eher dafür, dass der Ausstieg schnell machbar sein dürfte.

Das wichtigste bleibt zunächst wohl der Ausbau der Stromnetze und von Speicherkraftwerken ...

OT: Ich fand den Passivrauchen-Vergleich gerade sehr amüsant. Da war die Lobbyarbeit von Fred Singer ja nicht so erfolgreich wie beim Thema "Klimawandellüge".
 
Was mich seit gestern Abend sehr bewegt ist die Aussage von Merkel "man hätte seit Samstag neue Erkenntnisse". 8O
Welche neuen Erkenntnisse zum Henker sollen das bitte sein, die beim Beschluss der Laufzeitverlängerung noch nicht existent waren?

Gleichzeitig sollen die Reaktoren auf einmal per Blitzentscheid vom Netz, die lt. Atomkonsens schon längst bzw. in den kommenden 1-2 Jahren sowieso vom Netz abgeschaltet worden wären.
Begründung: "staatliche Anordnung aus Sicherheitsgründen".

Waren diese Meiler vor 6 Monaten, als schwarz-gelb die Laufzeitverlängerung genau dieser AKW um 7 - 9 Jahre beschloss, etwa sicherer als bis Samstag, 12.03.2011?

Es ist wirklich unfassbar, wie sich die schwarz-gelbe Lobbyclique plötzlich als Retter der Bevölkerung aufspielt. Vor 6 Monaten hat das bekannte Risiko Merkel, Röttgen, Mappus und Konsorten einen Dreck geschert.
 
Keine Ahnung, was Solarmodule wieder kosten pro installierter Leistung. Fakt ist aber,
a) Windstrom kann schon jetzt den deutschen Durchschnittsbedarf decken, wenn alle Windkraftwerke unter Volllast laufen (Da liegt ein Problem, die KKWs liefern derweil weiter Strom, sodass man fürs Stromabnehmen an Börsen sogar schon kurzzeitig BEZAHLT wurde (!))

b) Ich hatte mal das KKW Greifswald besucht, dass nach dem Fall der Mauer abgerissen werden sollte. Die arbeiten da immer noch dran, und der Abriss alleine kostet afaik 3.7 Mrd € nach jetzigem Stand. Der Bau natürlich hat noch mal soviel gekostet. Endlagerung in Zukunft ist da noch nicht mal dabei. KKWs lohnen sich imo nur, wenn die zukünftigen Kosten immer schön sozialisiert werden.

c) Eine großflächige Förderung von alternativen Energien, die über Deutschland hinausginge, würde ein sehr effektives und sauberes Stromnetz zur Folge haben! (Skandinavien->Windkraft, Nordsee->Wellenkraft, Österreich->Wasserkraft, Südeuropa+Nordafrika->Sonnenenergie usw)

Kernfusion ist eine Technik, der ich anfangs sehr aufgeschlossen gegenüber stand. Das Problem ist allerdings zum einen, dass sie noch recht weit vom Funktionieren weg ist, obwohl schon seit Ewigkeiten daran geforscht wird. Darüber hinaus ist die Technik absolut zentralistisch und daher politisch gesehen höchst fragwürdig. (Ressourcen spielen bei KF eine untergeordnete Rolle; man braucht Litium, Deuterium u./o. Tritium, das kriegt man alles ganz gut her)

Man möge mich bei Irrtum berichtigen, danke und
Gruß, TA

PS: Solarzellen sind nicht das gelbe vom Ei, aber man kann aus der Sonne sehr gut Energie gewinnen (Windkraft, Wellenkraft, und allgemein Sonnenkraftwerke, die bspw. eine Flüssigkeit/Gas erhitzen etc.). Die ach so tollen Dünnschichtsolarzellen, die Fortschritte brachten, benötigen mehr oder weniger giftige und fragwürdige Materialien, die dann so umweltfreundlich doch wieder nicht sind (bin nicht mehr so sicher... war das Cadmiumtellurid?)
 
Euch kann man aber auch nichts recht machen. Erst heulen wegen der Laufzeitverlängerung und jetzt wo die Teile abgeklemmt werden sollen, da meckert ihr immer noch, daß es jetzt plötzlich gemacht wird. Werdet euch doch mal einig, was ihr wollt. Da reagiert eine Regierung prompt und schon ist das Geheule wieder da. Aber ohne Dauerjammern gehts wohl nicht.

@neue Erkenntnis: Die Reaktoren sind bei Tsunamis und Beben der Stärke 9 nicht mehr sicher. Ich wette, das haben die vorher nicht gewußt, weils überhaupt nie zur Debatte stand, was ja vielleicht daran liegen könnte, daß wir weder an ner Platte wohnen, noch die AKWs an der Küste stehen... :roll:
 
naja, also ich kann mir einige Situationen vorstellen, bei denen es (zu) lange dauern würde, den Strom wieder anzustellen, sodass uns etwas ähnliches passieren kann. Grundsätzlich ist doch das Problem, dass man offenbar nur dafür sorgen muss, dass das KKW einige Stunden ohne Strom sein muss und vom Netz getrennt ist. Das kann doch zum einen nicht nur durch Erdbeben passieren, und ausserdem ist mir das ganze immer noch viel zu riskant. WENNS denn schiefläuft, ist die Kacke viel zu derbe am Dampfen, die Menschheit muss sich echt nicht noch mehr solche Probleme zulegen.
 
PS: Solarzellen sind nicht das gelbe vom Ei, aber man kann aus der Sonne sehr gut Energie gewinnen
Wozu sich Solarzellen wunderbar eignen wäre z.B. zum produzieren von Wasserstoff. Kann man Autos mit fahren lassen oder in - in "Erdgas" umgeandelt - speichern und verteilen.

Das ist zwar relativ uneffektiv, aber eine so enorme Leistung braucht man da nicht, und die Solarzellen funktionieren noch in Jahrzehnten. Selbst wenn die Leistung da abgenommen hat, kann man sie als Speichermedienproduzenten immer noch super nutzen.
 
Euch kann man aber auch nichts recht machen. Erst heulen wegen der Laufzeitverlängerung und jetzt wo die Teile abgeklemmt werden sollen, da meckert ihr immer noch, daß es jetzt plötzlich gemacht wird.

... und Du fühlst Dich dabei nicht verarscht wenn Frau Merkel vor 6 Monaten genau gegenteilig argumentiert und für die Meiler pauschal behauptet, sie wären sicher? Was soll ich solchen Menschen überhaupt noch glauben?

Die Abschaltung ist (bis auf Neckarwestheim 1) keine dauerhafte Abschaltung.
Mal ganz davon abgesehen, dass sich schwarz-gelb mit dem "Moratorium" in einer rechtlichen Zwickmühle befindet. Drei mal darfst Du raten, wer schlussendlich die Rechnung dafür bezahlt ...
 
... und Du fühlst Dich dabei nicht verarscht wenn Frau Merkel vor 6 Monaten genau gegenteilig argumentiert und für die Meiler pauschal behauptet, sie wären sicher?
Ich bin sicher, daß sich Frau Merkel weder auf Tsunamis noch Erdbeben der Stärke 9 bezog. :roll:
Und ich bin auch nach wie vor der Überzeugung, daß Frau Merkel auch immer noch der Meinung wäre, die Dinger sind sicher. Sie beugt sich lediglich dem Willen der Bevölkerung. Sei es aus wahltaktischen Gründen oder weshalb auch immer, aber das dürfte für euch doch keine Rolle spielen, solange ihr euren Willen bekommt. :yawn:
 
Hallo!
*A: Mein Haupt-Punkt:
Ich bin geschockt und traurig und fühle mit den Japanern!

Dazu aber bin ich nun auch wütend - auf jeden, der einen hiesigen Atomausstieg in einem Atemzug mit der 3-fachen Katastrophe in Japan fordert!
1. WIE KANN MAN NUR in der Stunde - und im Zusammenhang mit - der größten Not in Japan auch nur an sich selbst DENKEN?!
Aber, viel schlimmer: Es ist so unglaublich pietätlos, kaltherzig und egoistisch, jene Notsituation auch noch zu nutzen, um seine eigenen Forderungen zu bekräftigen!!!
Kann man nicht ersteinmal all seine Gedanken auf das Leid richten und mit den Japanern trauern, bangen und hoffen?!
Schon wenn EIN Mensch einen Angehörigen verliert, ist es für ihn eine riesige Katastrophe, und der normale (emphathische!) Mensch trauert mit ihm.
Und hier haben 100-Tausende Angehörige und/oder ihr gesamtes Eigentum, inkl. Haus und den ganzen Erinnerungsstücken verloren!!!!! Und viele Millionen werden von Ähnlichem bedroht!

*B: Und WENN man - weil's plötzlich dennoch alle tun - unbedingt doch =zeitig über Atomkraft bei UNS sprechen muss:
-Vorweg:
-- Ich find es furchtbar, dass (ganz allgemein in Diskussionen) viele immer so tun, als wüssten sie Alles!
Und dass es meist nur ein Gezanke zwischen Schwarz und Weiß gibt.
Ich jedenfalls steh (fast immer und so auch in der Atomkraft-Frage allgemein) irgendwo dazwischen. Allein schon, weil ich (wie fast alle!!) eben KEIN Experte bin! Und möchte einfach Informationen+Meinungen einholen und geben.
-- Und: Auch ich bin (so weit mein geringer Wissensstand das zulässt, natürlich) dafür, so schnell wie möglich die erneuerbaren (und vor allem umweltfreundlichen!) Energien (Wind,Sonne,Wellen/Flüsse,Erdwärme..) zu fördern - Ausbau + Verbesserung (=> größere Kapazitäten + weniger teuer) - und Kohle, Gas und Atom damit zu ersetzen.
-- Und: Es steht jedem frei seine Meinung zu äußern (was allerdings nur bei eigenem WISSEN zum Thema sinnvoll, sonst dagegen bloßes, blindes und auch gefährliches hinter Anderen Hinterherlaufen ist!)
Und Konsequenzen aus dieser Meinung fordern dürfen die, die sich wirklich auskennen (m.E. allerdings NUR die!), natürlich auch.

-Aber:
2. WARUM überhaupt der Vergleich, die Konsequenzen aus dem einen (Japan-Katastrophe) fürs völlig andere (dte. A/KKW)?
Ich versteh nicht, was jetzt eigentlich so neu sein soll!? Wieso selbst die vor wenigen Monaten noch anders denkende Regierung + (lt. o.g. Umfrage) Millionen von Deutschen plötzlich anders denken!?
An den für Deutschland relevanten Fakten hat sich doch absolut nichts geändert.
Außer, dass man prüfen muss, ob die Kühlung auch bei Stromausfall - mit mehrfacher Absicherung - gewährleistet ist. Denn nur deren Ausfall ist doch in Japan das Problem!
a) Man weiß (= theoretisch) doch schon´seit zig Jahren, wie extrem schlimme Dinge passieren KÖNNEN! (Deshalb heißt es ja "GAU" (..anzunehmender..").)
Und hat Ähnliches sogar schon erlebt (= praktisch; Harrisburg,Tschernobyl).
(Und vor allem deshalb gibt es doch seit zig Jahren so viele AK-Gegner.)
b) Die Situation ist doch nicht im GeRINGsten auf D übertragbar!
- Erdbeben, die bei deutschen A/KKW auftreten könnten, wären maximal 1/100stel (7,0), eher < 1/1000stel (6,0) so groß wie das in Japan! (0,1 auf Richter-Skala bedeutet ja Ver10fachung!)
- Und ein Tsunami - und DER war ja die Hauptursache für die A/KKW-Unfälle! - ist vollkommen ausgeschlossen!
- Gefahr besteht m.W. weiterhin "nur" durch Flugzeugabstürze oder Terror.
D.h.: Für DEUTSCHLAND hat sich GAR nichts geändert!
=> Jede Überlegung + jede Maßnahme hätte auch ohne die japanische Katastrophe ganz genau so sein müssen!
(Deshalb finde ich ja die Verbindung solcher Forderungen mit der aktuellen Katastrofe so nicht nur schlimm, sondern auch unpassend/nötig.)

3. Alternativen nötig!
Es wär schön, wenn die Menschen - natürlich inkl. der Atomgegner - einfach auf den von den A/KKW produzierten Strom verzichten würden. Indem sie deutlich bescheidener leben würden.
Aber das ist ja leider Utopie. (Was nicht heißt, dass ich nicht trotzdem zum Stromsparen aufrufe!)
=> In den nächsten 10-20-30 Jahren müsste man den Atomstrom mit anderem ersetzen!
Und zwar, da die erneuerbaren einfach noch nicht so weit sind (Kapazitäten(+Preis)), mit mehr Kohle oder Gas! =>
a) Strom würde nochmal teurer (worüber doch jetzt schon so viele klagen) - bei Kohle deutlich, bei Öl+Gas sogar sehr deutlich (+ Abhängigkeit v. Russland..)!
b) Bei der wahrscheinlicheren Lösung Kohle würde der CO2-Ausstoß extrem erhöht, es wär also das genaue GEGENteil von Umweltschutz!

Sowohl 1. als auch 2. als auch 3. sind für mich so sonnenklar.
Ich kann es nicht fassen, dass so viele vor allem 2.+3. anders sehen bzw. 3. außer Acht lassen. (Selbst in den Expertendiskussionen kommt es kaum zur Sprache!)
Kann mir das jemand erklären (zu allen Punkten: 1. + 2.a) + 2.b) + 3.a) + 3.b))? Mach ich Denkfehler, oder wie kann es sein, dass so viele diese Dinge anders (oder gar nicht) sehen?

Danke (fürs komplette+genaue Lesen + mögliche Antworten)!
 
Sie beugt sich lediglich dem Willen der Bevölkerung.

Bitte?!?!?!? 8O:ugly:

Wo warst Du im Herbst 2010, als hunderttausende gegen den Beschluss von schwarz-gelb, die Laufzeiten zu verlängern demonstrierten?
Wieso beugt man sich erst dem Willen wenn Wahlen anstehen und genau das [achso kalkulierbare] "Restrisiko" eingetreten ist?

aber das dürfte für euch doch keine Rolle spielen, solange ihr euren Willen bekommt.

... der da lautet, die komplette Rücknahme der Laufzeitverlängerungen für alle AKW, wie im Atomkonsens beschlossen und von den Energieriesen mitgetragen [Stichwort "Konsens"].

Das aber hat Frau Merkel erst gestern Abend wieder kategorisch ausgeschlossen.
 
Wo warst Du im Herbst 2010, als hunderttausende gegen den Beschluss von schwarz-gelb, die Laufzeiten zu verlängern demonstrierten?
Wieso beugt man sich erst dem Willen wenn Wahlen anstehen und genau das [achso kalkulierbare] "Restrisiko" eingetreten ist?
Warum wenn Wahlen anstehen, kannst du dir sicher auch selbst beantworten.

In Deutschland ist nach wie vor kein Restrisiko eingetreten.
 
Du argumentierst ganz schön ziellos und etwas undurchdacht.
zum einen ist es ja so, dass die Japaner davon allein, dass wir mit ihnen fühlen, herzlich wenig haben, und wir sowieso. Rumzusitzen und zu trauern ist also sicher keine gute Idee.
Zum anderen ist der Meinungsumschwung denke ich wohl eher da, dass auf einmal irgendwelche Leute denken: "Ach so, stimmt, wenn was mit so nem KKW schiefgeht, dann ist die Kacke echt am Dampfen." Das war zwar vorher schon bekannt, aber kaum einem bewusst.
Darüber hinaus kann ich noch für mich selbst sprechen, wenn ich sage, dass es sehr überraschend war, dass das KKW "nur" einige Stunden ohne Stromversorgung sein muss, um das Containment ernsthaft zu gefährden und einen Riesenärger zu machen. Ich dachte, die KKWs wären mittlerweile fast alle inhärent sicher.

Zudem ists noch so, dass man sich dazu nun mal eine Meinung bilden sollte, obwohl man kein "Experte" ist. Einen Überblick über die Argumente für/wider zu gewinnen ist mittlerweile nicht zu viel verlangt.
Das Problem ist, dass Atomkraft die wirtschaftlichen Intressen einiger start begünstigt, weil es nun mal eine sehr zentralistische Form der Stromerzeugung ist (da hochtechnisiert, ressourcenabhängig, kapitalintensiv). Daher kann man imo nicht die Politik allein entscheiden lassen, weil die Lobbyarbeit da zuviel Gefährdung darstellt.

Ich hoffe, das war alles klar genug,
Gruß, TA