Wenn ich vielleicht auch noch was dazu relativieren darf...Nein dazu sei nur eins gesagt, den VS-/BKA-Gesamtbericht über die politisch motivierten Straftaten ist noch nicht draussen. Die jetzigen Erhebungen ergeben sich aus den monatlich/Quartalsberichten der einzelnen Landes-BKAs. Bisschen mitdenken muss schon sein.
Du kannst Dir aber gerne auch mal die Erhebungen der Presse anschauen:
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-11/rechtsextremismus-fluechtlingsunterkuenfte-gewalt-gegen-fluechtlinge-justiz-taeter-urteile oder hier: https://www.taz.de/!5235937/
Im Artikel, ich zitiere:
Also sagen wir mal etwa 40. Schlimm genug, wie ich finde, wobei auf Sachsen davon mit Abstand die meisten entfallen.Die Zeit schrieb:[...] Von den 93 Brandanschlägen in diesem Jahr richtete sich fast die Hälfte gegen bewohnte Unterkünfte. [...]
Nun hat aber Sachsen auch mit den höchsten Personalnotstand, sodass sie schon auf Hilfssheriffs zurück greifen müssen: (Freie Presse). Das ist zwar gut, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, aber Polizisten können sie nicht ersetzen.
Nun dazu, warum der böse Nazistaat von insgesamt 222 Straftaten nur 4 Urteile gesprochen hat:
Seitdem die Bevölkerungszahl seit der Flüchtlingskatastrophe sprunghaft angestiegen ist, mangelt es allenorten an Personal. Bleibt die Frage, ob nun eine Ermittlung wegen Brandstiftung in einem leer stehenden Gebäude Priorität bekommen sollte, nur weil es einem bestimmten Zweck dienen sollte. Sicherlich nicht. Und wenn das Heim bewohnt ist, aber niemand zu Schaden kam, dann ist es eben auch keine erhöhte Priorität. Wenn es keine Toten gibt oder wenigstens medienwirksame Verletzte (abgetrennte Gliedmaßen, Massen an Blut etc), dann ist die Justiz ohnehin immer leider sehr träge.Die Zeit schrieb:Warum also verlaufen die Ermittlungen so schleppend? Es gibt Gründe, die in der Natur der Taten liegen. Die meisten Angriffe geschehen nachts, oft sind die Täter schnell verschwunden. Molotowcocktails werden aus vorüberfahrenden Autos geworfen, Stahlkugeln auf Fenster gefeuert, Wasserhähne in leerstehenden Gebäuden aufgedreht. Brände werden so gründlich gelegt, dass das Feuer alle Spuren zerstört.
Manche Unterkünfte liegen zudem abseits, sodass kein Zeuge die Tat beobachten kann. Oft stoßen die Ermittler auch auf eine Mauer des Schweigens, wenn sie nach den Tätern fragen. Wenn die Gebäude noch unbewohnt sind, scheinen viele Nachbarn die Taten zu billigen. Wenn sich dann niemand zur Tat bekennt, der Täter nirgends mit der Tat prahlt, laufen die Ermittlungen ins Leere. [...] Staatsanwälte klagen zudem, dass es zu wenige Brandsachverständige gibt, die die Täter überführen könnten.
Und wie viele Beamte lassen sich zukünftig dafür abstellen, über Wochen oder Monate nachts in einem Busch zu hocken, um irgendwann die Brandstifter dingfest zu machen?
Allgemein ist die deutsche Justiz sehr tolerant bei Sachbeschädigungen aller Art. Sieht man immer beim Ersten Mai. Da stehen Hundertschaften mit voller Kampfausrüstung bereit, um Ausschreitungen zu verhindern und zu bekämpfen. Für nichts anderes. Trotzdem brennen Autos und Mülltonnen, gehen Fensterscheiben zu Bruch, gibt es Schlägereien. Kaum einer der Randalierer sitzt länger als ein paar Stunden auf dem Polizeirevier, falls überhaupt jemand fest genommen wird. Und da braucht man nicht mal zu ermitteln, denen muss man nur hinterher laufen, beobachten und dann einsammeln. Offensichtlich ist die deutsche Justiz eben samtweich und scheint an das Gute im Menschen zu glauben *lol*
Was aber - und da gebe ich der linksextremistischen Front hier recht - auffällt ist, dass es zu einer Häufung der Straftaten in Sachsen kommt. Wenig verwunderlich, denn hier haben sich auch die Menschen zuerst getraut, als Pegida auf die Straße zu gehen. Und je mehr daran teil nehmen, desto mehr werden auch darunter sein, die die Demos als Gewaltaufruf oder gar Freibrief missverstehen. Gewaltverbrecher sind meist eben nicht die hellsten Kerzen auf der Torte.
Warum sich die Übergriffe nicht gleichmä0ig auf das Bundesgebiet verteilen (oder auch nur gleichmäßig auf die neuen Bundesländer verteilt, wenn man sich mal wieder nicht entblödet, der SED-Führung der DDR für alles die Schuld zu geben), weiß ich allerdings auch nicht. Es gibt da aber tausende Denkansätze im Netz dazu:
- Die Welt
- Web.de Spurensuche
- Bento: DDR
- Stuttgarter Zeitung: Männerüberschuss
- Südkurier (erscheint mir realistisch)
- ...und unzählige mehr...
Warum mir Südkurier einleuchtet? Weil ich das nachvollziehen kann. Wenn man alle Kritiker einer Politik und Leute, die einfach keine Zuwanderungsfans sind, in die rechte Ecke drängt und mit den rassistischen Tütenköppen in einem Atemzug nennt, dann ist es natürlich irgendwann so, dass man sich bei den Tütenköppen auch irgendwann heimisch fühlt. Und bei vielen setzt genau an diesem Punkt dann die Radikalisierung ein, denn wie es immer so ist: Wenn man sich nur noch mit Tütenköppen abgibt, wird man irgendwann selbst zu einem.
Vielleicht hätte mal die Politik lieber den Dialog suchen sollen statt die Ausgrenzung. Und nicht immer alles auf die DDR-Geschichte schieben sollen. Wie Kelle schon sagte: Wer Wind sät, wird Sturm ernten...
