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Gelöschtes Mitglied 2069
Fast 2,5 Jahre unter 1$, und in Europa ist keine Wirtschaft zusammengebrochen. Also - worin liegt die These begründet, dass ein Wechselkurs um 1:1 oder darunter Europa, bzw. die Eurozone, ruiniert?
Die Realwirtschaft soll auch nicht zusammenbrechen. Für mich kann der 99% des Geldes was im Umlauf ist, zusammenbrechen. Das ist für mich sehr zu begrüßen, weil hinter diesen 99 % des Buchgeldes nichts steht, außer Luft. Das kann niemals eingelöst werden in Sachwerten und das wissen Leute wie Bill Gates und co. auch, dass wenn alle Milliardäre oder schon ein gewisser kleiner Teil diese Buchwerte realisieren wollen, dass es dann aus ist. Die Realwirtschaft kann das nicht hergeben.
Der Wechselkurs Eurodollar ist ganz gut wenn er sich angleicht. Solange unsere Politiker es sein lassen, einen Eurodollar einzuführen und den Euro am Dollar zu fixieren, sehe ich da keine Probleme.
Solange die Währungen flexibel bleiben und auf- oder abwerten können ist alles gut.
Was nicht gut ist und das wird sich auch m.E. ändern in den nächsten Jahrzehnten. Das ist eine Abkehr vom Dollar als Weltabrechnungswährung. Wir brauchen die Sonderziehungsrechte, als internationales Geld, welches nicht auf oder abgewertet werden kann.
Außerdem brauchen wir ein menschliches Finanzsystem und das kann m.E. auch erst dann entstehen, wenn die Torheit siegt (Finanzkollaps). Derzeit ist die Zeit noch nicht reif dafür, ein besseres Finanzsystem einzuführen. Da muss man erst einmal den nächsten Finanzkollaps abwarten und hoffen, dass der sich nicht viel auf die Realwirtschaft auswirkt. Denn es hängen Lebenswirklichkeiten an diesem System und die Mehrheit der Bevölkerung sollte nicht daran leiden, dass eine kleine Elite alles hat. Das hat mit Neid nichts zu tun, sondern mir geht es um die Mehrheit der Bevölkerung. Die Mehrheit gehört zu den Sklaven - auch wir gehören dazu. Oder hat jemand beim Aufräumen zu Hause eine Millarde durch Zufall in Euro gefunden?
Wenn 10 % der Bevölkerung 90 % ihres geräuberten Geldes verlieren, brauchen wir über die Finanzkrise nicht mehr zu sprechen. Es müssen aber die richtigen zur Kasse gebeten werden und nicht die Mehrheit der Sklaven, die von diesen Vermögen nichts haben.
Leider kriegt man in einer Demokratie keine Mehrheiten für so eine Politik, deshalb ist es auch vernünftig, sich von der Politik als Bürger abzuwenden und nicht zu wählen, denn wir haben keine Wahl. Das haben viele Menschen auch bei der Wahl in Bremen begriffen und sind gleich zu Hause geblieben. 50 % der Bevölkerung bei Landtagswahlen stimmt gar nicht mehr ab. Es ist auch gut so. Behaltet eure Stimme. Nur dann kannst du sagen, nicht in meinem Namen.
Hier eine Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d7/USDept-de.png
Man sieht deutlich das exponentielle Wachstum des Finanzsektors. Die Realwirtschaft wächst niemals exponentiell auf die Dauer. In der Quelle sieht man auch eine eingestrichelte Linie. Das wäre möglich von der Realwirtschaft höchstens zu produzieren. Der Finanzsektor ist der kranke Sektor, weil das Zinseszins-System der Realwirtschaft das Genick bricht.
Mehr braucht jemand der sich mit der Finanzkrise beschäftigt nicht zu wissen. Merkt euch einfach: Bäume wachsen nicht in den Himmel. Schon gar nicht, wenn man mehr Geld druckt. Die Sachwerte sind dadurch noch lange nicht entstanden, die dem entgegen stehen sollen. Das gedruckte Geld schmeißt man in den Kreislauf rein, dann sind alle im Rausch, die Kauflaune steigt, Arbeitsplätze steigen. Wenn der Rausch ausgeschlafen ist und das ganze gedruckte Geld wieder bei den Superreichen landet, muss man wieder Geld reinschmeißen, bis wenige irgendwann so viel haben und die Mehrheit der Menschen gar nichts. Geld ist unser neuer Gott, dabei ist es kein gottgegebenes System der Angst und Entwürdigung! Der Staat ist Henker dieses blöden Finanzkapitalismuses. Wer einmal Hartz 4 bezogen hat, weiß wie nackt man sein muss um als Bittsteller ein paar Euro zu erbetteln, damit man leben darf.
Diese ganze Analyse bringt aber nichts, wenn man nicht gleichzeitig Lösungen anbietet. Was ich hier auch tue. Als am ausgereiftesten finde ich ist das Modell der Wissensmanufaktur: Plan-B.
Auch andere Lösungen schaue ich mir an. Wichtig ist, dass man sich mit Lösungen beschäftigt.
Da die Elite aber es nicht besser weiß oder das System nicht ändern kann oder will (wozu auch etwas ändern, wenn man zu den Gewinnern gehört?) bleibt wirklich nur den Finanzkollaps abzuwarten, denn Treppen werden immer von oben nach unten gefegt und nicht umgekehrt. Wir brauchen ein menschenwürdiges Finanzsystem, eines das Menschen zum Ziel aller Bemühungen macht und nicht zum Zweck. Wobei ich es für richtig halte als Einzelperson, nicht mehr meine Lebenszeit für etwas sinnloses zu verschwenden. Du als Einzelperson kannst kaum etwas an diesem unerträglichen Finanzsystem ändern, aber du kannst deinen Handlungsspielraum so nutzen, dass du das machst, was du für sinnvoll hältst. Engagiere dich in Vereinen und Stiftungen, tue Gutes, gebe dein Geld für die richtigen Dinge aus, die du für sinnvoll hältst etc. Ich gebe hier nur Anregungen und kann sagen, dass es vernünftig ist vor seiner eigenen Tür zuerst zu fegen. So habe ich es auch gemacht und bin vom Kaufmann zum Biobauer gewechselt, weil ich es für sinnvoll halte meine Lebenszeit für etwas zu investieren, was vielen Menschen nützt. Das gibt mir sehr viel und ich gebe jedem hier illustren Publikum den Tipp: bekämpft nicht das System, sondern lasst es einfach als leere Hülle zurück und beschäftigt euch mit dem, was ihr persönlich an dieser Gesellschaft beitragen könnt. In diesen Zeiten ist es sehr wichtig, seine menschliche Seite nicht zu verlieren! Man nennt meine Generation übrigens Generation Y.
So das wars. Schöne Pfingsten
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