Ich gebe den Griechen nicht die Schuld für das Gebaren ihrer nun gewählten Volksvertreter. Ich habe mich letztlich auch schon für Schröder, Merkel, Westerwelle, Roth und diverse andere Volksvertreter geschämt. Aber so ganz unschuldig sind sie an der derzeitigen Regierung und die nun folgenden permanenten Entgleisungen nicht. Aber ich meine trotzdem natürlich die griechische Regierung.

Das Problem ist eher, dass es gar nicht so viele Entgleisungen gibt, wie die Presse stets behauptet. Sieht man sich sogenannte Eklatäußerungen mal an, dann sind 90% davon meist harmlos. Nicht nur im Bezug auf Griechenland. Manchmal habe ich das Gefühl all unsere Politiker sind Mimis, dass sie sich so schnell angegriffen fühlen sollen.

Das die Griechen Reparationszahlungen wollen ist auch nicht abwegig. Natürlich denken Sie an ihre Interessen und es gab die aufgezwungenen Anleihen, etc. Sie denken an ihre Interessen wie wir an unsere. Ich sehe auch eigentlich das Problem nicht. Karikatur und Provokation auf der Straße sind auch aus Deutscher Sicht nicht ungewöhnlich. Also auch hier wird dramatisiert.

Ihre jetzige Regierung ist demokratisch gewählt und wir Deutschen sollten lernen auch mal mit demokratischen Wünschen umzugehen ohne zu verlangen, dass andere sich genau so verhalten, wie es in Deutschland ist.
 
Ok, dann sage ich mal zu
nur so viel:
Griechenland ist mit knapp 180% ihres BIP verschuldet (zum Vergleich: Deutschland knapp 80%, [...]).

[...]

Da kann die EZB noch so viel die Geldschleusen öffnen und noch so viele halb tote Anleihen aufkaufen. Das sind alles Maßnahmen, die fruchten würden, wenn Griechenland schon auf Kurs wäre - also die Korruption beseitigt, das Beamtenproblem gelöst, ... wären. Aber das ist nicht der Fall. Insofern ist Griechenland noch immer ein Fass ohne Boden. Und sie können eben nicht ihre Verbindlichkeiten erfüllen, ohne irgendwo das Geld zu sparen - egal wie großkotzig Varoufakis das auch betonen mag. Und er greift ja auch in die Sozialkassen. Und braucht noch mehr Geld, was wohl auch der einzige Grund ist, dass Griechenland in der EU bleibt. Ansonsten wären sie wohl schon längst raus...

Eigentlich ist das jetzt ein Gerangel um den Schuldenerlass. Das Geld ist weg, war weg und wird auch weg bleiben, egal wie lange man das nun aufschiebt bis das Geld abgeschrieben werden muss.

Die Zeit arbeitet für uns und wir müssen nichts weiter tun um gelassen abzuwarten. Die Bankenoligarchie wird es schon zu ihren Gunsten richten. Wer in Deutschland regiert wissen wir ja seit ESM. Daher schaut lieber auf das was die Bankvorstände & Ökonomen machen und nicht darauf was Politiker opportunistisch schwaddronieren.

TTIP, TISA, CETA werden unsere Regierung noch beschäftigen. Es freut mich besonders, wenn die ganzen Schwachköpfe in unserer Regierung oder in Brüssel dann von Monsanto verklagt werden können, weil es in Europa Gesetze gibt, die deren Geschäft hemmen könnten. Das wird noch ein Spaß sag ich euch. Aber egal, das Leben geht weiter. Ob schwarze, grüne, blaue, orange oder gelbe regieren oder lilane mit weißen Herzchenmuster, es ist völlig egal.

Es wird sich zeigen, wer sich durchsetzen wird: Politik oder ökonomische Gesetze. Ich gehe von Letzterem aus und daher lache ich mich kaputt über den Witzverein Politik. Ich muss keine Politiker anerkennen, die sich mit dem Mammon verschworen haben, um dieses Ausbeutersystem am Leben zu erhalten. Da kann ich selber viel mehr erreichen, indem ich mit meinem Geldstimmzettel Dinge unterstütze, die Sinn machen.

Mit meiner Arbeitskraft arbeite ich produktiv indem ich einen Beruf wähle, der Grundbedürfnisse der Menschen befriedigt und nachhaltig ist, engagiere mich in Vereinen und Stiftungen und tue Gutes, über das ich dann sprechen kann.

Alles Andere wird sich schon auf normale Verhältnisse zurückschrumpfen. Es ist eben besser für mich, sich für etwas einzusetzen, als gegen das Alte zu kämpfen, was sich sowieso von selbst bekämpft und am Ende auch von alleine gelöst werden wird durch Forderungsverzicht.

Jeder hat ein Handlungsspielraum in seinem Leben, auch wenn er klein ist. Durch Änderung seiner Haltung kann man durch Auswahl der Dinge die Sinn machen sagen, dass das was geschieht nicht in meinem Namen passiert. Jeder kann ein Konto bei der GLS Bank haben, jeder kann im Supermarkt auf konventionelles Fleisch verzichten und lieber zum Bioland oder Demeter-Hähnchen greifen, jeder kann sich bürgerschaftlich engagieren und in Stiftungen oder Vereinen mitmachen.

Ich mache es auch, habe meinen alten Beruf aufgegeben und bin selbst nun Landwirt in einem Bio-Betrieb. So gehöre ich nicht zu den "Überflüssigen" sondern zu den "Produktiven" der Gesellschaft, denn Bäume wachsen nicht in den Himmel und das was wir an Geldern im Umlauf haben steht zu keinem Verhältnis zu dem, das an Sachwerten gegenübersteht. Daher macht es Sinn seine Arbeitskraft nur noch da einzusetzen, wo es Sinn macht. Unterstützen wir mit unserer Zeit lieber "das Neue" und lassen "das Alte" einfach da wo es ist. So kann jeder zu sich selbst sagen, dass man die Welt ein stückchen besser verlassen kann, als man sie vorgefunden hat. Es ist nicht hilfreich die Probleme zu benennen und selbst nichts an deren Lösung mit beizutragen. Daher sage ich, verschwendet eure Zeit nicht: Arbeitszeit ist Lebenszeit ;)
 
Ihre jetzige Regierung ist demokratisch gewählt und wir Deutschen sollten lernen auch mal mit demokratischen Wünschen umzugehen ohne zu verlangen, dass andere sich genau so verhalten, wie es in Deutschland ist.
Naja, so ist es ja auch nicht. Niemand verlangt, dass die Griechen auf einmal deutsche Tugenden bei sich entdecken, die wir selbst schon gar nicht mehr haben.

Aber was man verlangen kann ist, dass man Geld, das man verborgt hat, auch wieder bekommt. Wenn in Griechenland nicht so katastrophale Zustände herrschen würden, hätte sich dort wohl auch niemand mit einem Spardiktat eingemischt.

Aus meiner Sicht war aber das genauso falsch, wie den Griechen überhaupt erst Geld zu geben. Kein Land mag es, wenn sie vom Ausland bevormundet werden. Wir Deutschen waren ja auch 40 Jahre lang besetzt und bevormundet und sind noch immer nicht ganz frei. Mal abgesehen von ein paar ganz üblen Spinnern hat es sonst noch wem gefallen? Genauso geht es den Griechen jetzt. Klar, dass die da überhaupt keine Lust drauf haben, sich von Deutschland und der EU sagen zu lassen, wie sie ihr Land zu führen haben.

Aber wer so weich im Wirsing war, diesem Land Geld zu geben, gehört nach meiner Ansicht in die geschlossene Abteilung. Die Probleme Griechenlands waren vor dem EU-Beitritt hinlänglich bekannt. Nach dem Beitritt hat man dann auch gesehen, dass sie ganz Europa beschissen haben und ihre Lage noch viel schlimmer war, als gedacht. Und diesem Land gibt man dann Kredite? Um da mal eine Analogie zu bringen: Das ist so, als würde ein hoch verschuldeter, drogenabhängiger und spielsüchtiger Gewohnheitsbetrüger zur Bank gehen und einen Kredit über 10 Millionen Euro haben wollen, der mündlich hoch und heilig verspricht, ihn gewissenhaft zurückzuzahlen. Wie lange hätte wohl der Bankangestellte wohl noch seinen Job, wenn er diesen Kredit genehmigt?

Eigentlich ist das jetzt ein Gerangel um den Schuldenerlass. Das Geld ist weg, war weg und wird auch weg bleiben, egal wie lange man das nun aufschiebt bis das Geld abgeschrieben werden muss.
Naja, wenn es so wäre, wäre der Schmerz entsetzlich groß und die Folgen schwer abschätzbar. Aber es wäre noch immer die bessere Alternative zu dem, was jetzt gerade passiert: Man will Griechenland noch mehr Geld geben.

Es wird sich zeigen, wer sich durchsetzen wird: Politik oder ökonomische Gesetze. Ich gehe von Letzterem aus und daher lache ich mich kaputt über den Witzverein Politik.
Politik = Wirtschaft. Wann wurde denn jemals Politik im Sinne des Volkes gemacht und mit welcher Partei? Bewiesenermaßen sind die Union, SPD, FDP und seit ihrer Regierungsbeteiligung auch die Grünen nichts anderes als Lakeien der Wirtschaft. Und das war schon im alten Rom so. Auch ohne die Biografien der großen Politiker zu lesen weiß man das. Der eine nennt es "Bestechung", der andere eben "Zuwendung", der nächste "Wahlkampfhilfe" oder schlicht "Geschenk". Aber jede Partei, die gegen die Wirtschaft agieren würde, würde sich nicht lange halten können, sofern sie überhaupt jemals an die Macht käme.

[...] So gehöre ich nicht zu den "Überflüssigen" sondern zu den "Produktiven" der Gesellschaft, [...] Arbeitszeit ist Lebenszeit ;)
Bei dem Rest weiß ich jetzt nicht genau, was es mit Staats-Bankrotten und Griechenland zu tun hat, aber selbst wenn ich es jetzt so interpretiere, dass die Griechen die schulden ignorieren sollten und nur noch machen, was ihnen gefällt, dann wäre ihnen wie genau damit geholfen?
 
Bei dem Rest weiß ich jetzt nicht genau, was es mit Staats-Bankrotten und Griechenland zu tun hat, aber selbst wenn ich es jetzt so interpretiere, dass die Griechen die schulden ignorieren sollten und nur noch machen, was ihnen gefällt, dann wäre ihnen wie genau damit geholfen?

Nun, ich sage damit, dass du dir keine Sorgen machen musst über die finanziellen Probleme in Griechenland, denn das löst sich von ganz alleine mit der Zeit ;).

Die Bevölkerung soll immer möglichst in Angst und Schrecken gehalten werden. Wenn der Euro untergeht, gibts halt Euro Nummero 2 (Währungsreform). Also egal was passieren wird, es gibt immer ein "danach". Die Welt geht nicht unter, wenn Grexit kommt. Nur realisiert die Politik dann die Verluste, die sie selbst durch ihre eigene Unvernunft 2010/2011 überwiesen hat. Das Geld ist ohnehin weg, auch das Rettungsgeld ist weg. Gerettet wurde gar nichts, lediglich aufgeschoben. Wenn man ein paar hundert Milliarden frisch druckt und reinschmeißt, hält das erst einmal wieder eine Weile vor. Bis eben das Nachspiel kommt, welches sich jetzt wieder zeigt.

Jetzt habe Griechenland bis zum 8. April zeit bis zur Staatspleite. Trotzdem wird die EU Griechenland auch dieses Mal helfen. Unsere Politik schreit wollt ihr die totale Währungsunion? Also diese Rettungsorgie ist ein Fass ohne Boden und es wird sich nicht wesentlich bessern was die Transfers angeht. Die Politik macht es mit ihrer Haltung einfach nur noch "teurer", statt auch mal über andere Lösungen zu reden z. B. Grexit. Es wird höchste Zeit, dass der Schrecken ohne Ende sein Ende findet, so wie es 2011 ja schon marktwirtschaftlich vorhergesehen war. Man hat 80 Mrd. bezahlt um sich 4 Jahre Zeit zu kaufen. Die Zeit wurde nicht genutzt und nun sind wir weit über die Zahlen von 2011 hinaus gekommen. Die Verschulgungsquote Griechenlands ist höher als bei den letzten Hilfsgeldern trotz Schuldenschnitt und Absenkung der Löhne, Kündigung vieler Staatsbeamte etc.

Der Bevölkerung Griechenlands ist nicht zuzumuten, noch so eine Radikaldiät zu überwinden. Daher gibts nur die Schuldentilgung durch Gläubigerverzicht, so wie es in der Marktwirtschaft auch vorgesehen ist (Realisierung der Verluste). An dem vielem Geld hängen Lebenswirklichkeiten. Dennoch ist es notwendig die Realität einzusehen. Man "rettet" aber nun weiter, auch wenn die Medien trällern, Griechenland habe nur bis zum 8. April Zeit. Griechenland hat unendlich Zeit. Wenn die Gläubiger dieser Forderungstitel nicht bis zum 8. April noch weitere Rettungsgelder überweisen, dann kriegen die Gläubiger gar nichts. Fertig aus.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wegen drohender Staatspleite: Griechenlands Regierung bittet Russland um Geld

Folgende News wurde am 29.03.2015 um 17:20:00 Uhr veröffentlicht:
Wegen drohender Staatspleite: Griechenlands Regierung bittet Russland um Geld
Shortnews

Weil Griechenlands Verhandlungen mit ihren Geldgebern ins Stocken geraten, wendet sich Staatspräsident Alexis Tsipras nun an Russland.

Laut "SPIEGEL ONLINE" will die Regierung von Alexis Tsipras in Moskau Russland bitten, die Erdgaspreise für griechische Haushalte zu senken."Wir wollen unsere Beziehungen zu Russland im Energiesektor vertiefen und erhoffen uns davon im Gegenzug erhebliche Vorteile.", sagte Parlamentssprecher Petrakos.


Des weiteren will Griechenland erreichen, dass griechische Produkte vom geltenden Importverbot für EU-Waren ausgenommen werden. In Berlin und Brüssel sieht man diese Annäherungsversuche jedoch kritisch.
 
Der Grosse Führer des Gross-Russischen Reiches, Tzar Wladimir, könnte vllt Hellas kaufen. Und Schulden von Hellas bezahlen?
 
US-Ökonom Taleb bezeichnet den Euro als Zeitverschwendung

Folgende News wurde am 31.03.2015 um 20:53:27 Uhr veröffentlicht:
US-Ökonom Taleb bezeichnet den Euro als Zeitverschwendung
Top-Themen

New York (dts) - Der US-Ökonom und Bestsellerautor Nassim Nicholas Taleb kritisiert den Euro als Fehlentscheidung: "Die gemeinsame europäische Währung ist die größte Zeitverschwendung", sagte der 55-jährige Finanzmathematiker dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe)."Als ich noch Wertpapierhändler an der Wall Street war, gab es die Deutsche Mark, den österreichischen Schilling et cetera. Niemand hat sich damals um den Schilling geschert", sagte Taleb."Unser Maßstab war die Deutsche Mark. Sie war die Schattenwährung für Österreich und viele andere Länder. Eine gemeinsame Währung ist daher nur oberflächlich. Der Euro hat nichts grundlegend verändert." Taleb ist davon überzeugt, dass Systeme "antifragile" Eigenschaften haben müssen, um zu überleben. Um Risiken zu vermeiden, müsse die Vielfalt maximiert werden, nur so könnten organisch Risiken gemanagt werden."Deutschland ist dafür ein gutes Beispiel. Der Mittelstand in der Bundesrepublik ist ein Stabilitätsfaktor", sagte der Ökonom."Deutschland ist aus meiner Sicht das wahrscheinlich beste Land in Europa." Für Europa ist Taleb hingegen pessimistisch. Durch den EU-Einigungsprozess komme Europa ökonomisch zu immer größeren Einheiten, die zwangsläufig zu mehr Fragilität führten."In Europa gibt es einen Mangel an Unternehmertum. Das wird die zukünftigen Generationen entscheidend beeinflussen." Es gebe zu wenige Entscheider, die unternehmerische Risiken im positiven Sinn eingehen würden."Je mehr der Ausbildungsstand in Europa stieg, umso geringer wurde die Zahl der Risikobereiten", warnte der in New York lebende Wissenschaftler.
 
Genau, der Euro ist fragil und wird uns irgendwann um die Ohren fliegen. In letzter Zeit häufen sich diese Meldungen, so auch hier:
„Alle Währungsunionen in der Geschichte sind ausnahmslos gescheitert”
Die Frage ist nicht ob der Crash kommt, sondern nur wann. Wir werden alle abgeben müssen. Über Niedrigzinsen, Euroschwäche, Steuern und Mietsteigerung geben wir aber jetzt schon ab. Den Lebensstil, den wir die letzten sieben bis acht Jahre teuer erkauft haben, werden wir nicht halten können.

oder der hier:
Europa – am Ende?

Die Euroschwäche merkt man vor allem an Importware, z.B. bei PC-Komponenten.

Dieser Mangel an Unternehmertum ist aber schlimmer als alles andere.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Grosse Führer des Gross-Russischen Reiches, Tzar Wladimir, könnte vllt Hellas kaufen. Und Schulden von Hellas bezahlen?

Ich glaube, in Russland kämpft man gerade mit eigenen finanziellen Problemen. Sollten die Staaten im mittleren Osten weiterhin den Ölhahn aufdrehen und der Preis bei 50 USD stagnieren, dann wird Russland kurzfristig ein enormes Liquiditätsproblem bekommen. Die Reserven schmelzen dahin wie ein Eis in der Sonne, der Rubel verfällt, das Militär wird nicht billiger.

An Griechenland haben die da wenig Interesse.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wenn man sieht, dass die deutsche Wirtschaft weit überwiegend exportorientiert ist und gleichzeitig viele Geschäfte in Dollar getätigt werden, dann ist eine Euro-Schwäche doch sehr gut. Zusammen mit einem Rohstoffpreisverfall, wie gerade beim Öl, ist das geradezu Benzin ins Konjunkturfeuer...
 
Wenn man sieht, dass die deutsche Wirtschaft weit überwiegend exportorientiert ist und gleichzeitig viele Geschäfte in Dollar getätigt werden, dann ist eine Euro-Schwäche doch sehr gut.
Die Löhne in Euro werden steigen müssen, um die höheren Importpreise abzufedern.

Historischer Tiefststand des Euro zum Dollar: 1€ - 0,8225$ am 26.10.2000
Ja das gabs mal für ein paar Monate, normal ist ein Kurs zw. 1,20 und 1,40. Das war bei der Reform, weil man nicht wusste ob das mit dem Euro überhaupt klappt.
 
Ja das gabs mal für ein paar Monate, normal ist ein Kurs zw. 1,20 und 1,40. Das war bei der Reform, weil man nicht wusste ob das mit dem Euro überhaupt klappt.

Fast 2,5 Jahre unter 1$, und in Europa ist keine Wirtschaft zusammengebrochen. Also - worin liegt die These begründet, dass ein Wechselkurs um 1:1 oder darunter Europa, bzw. die Eurozone, ruiniert?
 
Fast 2,5 Jahre unter 1$, und in Europa ist keine Wirtschaft zusammengebrochen. Also - worin liegt die These begründet, dass ein Wechselkurs um 1:1 oder darunter Europa, bzw. die Eurozone, ruiniert?
Wer hat die These aufgestellt?
Es wird mehr exportiert, bzw. der Export bleibt gleich bei scheinbar mehr Wert -> 1000$ Exportwert sind bei 1:1 auch 1000€ und bei 1,20 nur 833€. Wenn man die Exportzahlen dahin bereinigt gab es einen dramatischen Einbruch, denn der Wert der Exporte ist in Euro nicht gestiegen - ca. 20%.
Der Import wird in Euro teurer, was man vorher für 833€ bekam kostet dann 1000€.
So kann es eine Inflation geben -> Lohn-Preis Spirale. Zunächst kann man sich bei gleich bleibendem Einkommen aber nur weniger leisten.
https://www.krone.at/Oesterreich/Schwacher_Euro_heizt_die_Preise_an-Kaffee._Reisen_usw.-Story-446341
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Löhne in Euro werden steigen müssen, um die höheren Importpreise abzufedern.
Das machen sie ja derzeit, und zwar deutlich über Inflation. Auf der anderen Seite ist die Abwertung der Währung gleichzeitig eine Stärkung der Konkurrenzfähigkeit.

Bei Griechenland fordern das ja viele: Einführung einer eigenen Währung, deutliche Abwertung dieser neuen Währung, um Griechenland wieder flott zu machen. Und diese Abwertung führt ja zu geringen Lohnkostenanteilen.

Ob Deutschland das nun gerade im Moment braucht, wage ich zu bezweifeln, aber schlecht ist das nicht. Zumal der deutsche Endverbraucher gar nicht so viel dollarabhängig importiert.
 
Ob Deutschland das nun gerade im Moment braucht, wage ich zu bezweifeln, aber schlecht ist das nicht. Zumal der deutsche Endverbraucher gar nicht so viel dollarabhängig importiert.
Na wir reden hier aber vom Euro, nicht von der D-Mark.

Wenn die Eurozone gegenüber dem Dollar schwächer notiert, dann blüht der Export. Sicherlich für Deutschland eine schöne Sache, weil wir ja gefühlt so ziemlich alles zu Uncle Sam ausführen. Aber ob es für die Eurozone insgesamt so toll ist, glaube ich eher nicht. Binnenwirtschaftlich hat das keinerlei Relevanz und Importwaren (beispielsweise aus China, auf die aber besonders die armen Deutschen angewiesen sind), werden teurer. Am Export hingegen bereichern sich aber nur die ohnehin schon übervollen Geldsäcke.

Darüber hinaus importieren wir auch Öl und Gas. Im Augenblick wird der Preis künstlich niedrig gehalten, aber wehe wehe, wenn die Neckerei Russlands irgendwem doch zu teuer wird.

Also insgesamt würde ich erst mal sagen, dass mir ein starker Euro lieber wäre...
 
Wenn die Eurozone gegenüber dem Dollar schwächer notiert, dann blüht der Export.
Und aus deutscher Sicht betrachtet, ist damit doch schon alles gesagt: Blüht der Export, bekommen wir auch blühende Landschaften. Weil 710 Mrd von unseren 1.100 Mrd. Export in Nicht-Euro-Länder gehen.

Aber ob es für die Eurozone insgesamt so toll ist, glaube ich eher nicht.
Das glaube ich auch nicht, gerade die Länder, die es gerade eh schon schwer haben, haben dadurch noch mehr Probleme.

Darüber hinaus importieren wir auch Öl und Gas.
Die Kosten sind in der Handelsbilanz doch schon enthalten, oder? Ich meine schon.

Also insgesamt würde ich erst mal sagen, dass mir ein starker Euro lieber wäre...
Mir auch, gesamtwirtschaftlich betrachtet. Genauer gesagt, wäre mir am liebsten, Deutschland hätte noch eine D-Mark, Griechenland einen Drachmen, und unsere Währung würde jetzt extrem aufwerten, um die Unterschiede auszugleichen. So wie bei den Schweizern. Auch wenn die derzeitige Aufwertung des Franken für die Schweizer selber nicht gut ist, gesamtwirtschaftlich betrachtet ist sie notwenig. Und Deutschland kann das nicht.

Als einzige Lösung bleiben dann eben Transferzahlungen an die schwächeren Länder.
 
Wenn die Eurozone gegenüber dem Dollar schwächer notiert, dann blüht der Export.
Ich würde eher auf die andere Möglichkeit tippen: Der Export bricht ein, die Währung wird weniger gefragt und deshalb bricht der Kurs ein. Natürlich kann der Kurseinbruch dann wieder zu einem höherem Export führen, muss aber nicht, wenn es nicht am Preis lag, kann es ja noch einen anderen Grund geben.

Hier ist der Einbruch: https://www.bloomberg.com/quote/BDIY:IND/chart
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde eher auf die andere Möglichkeit tippen: Der Export bricht ein, die Währung wird weniger gefragt und deshalb bricht der Kurs ein. Natürlich kann der Kurseinbruch dann wieder zu einem höherem Export führen, muss aber nicht, wenn es nicht am Preis lag, kann es ja noch einen anderen Grund geben.
Der Euro ist ja nun nicht irgendeine Lira. Will sagen: Dass der Euro "nicht mehr gefragt ist" wird wohl eher nicht passieren, weil hinter ihm eben auch eine ganze Menge Länder, Werte und Menschen stehen. Das einzige Szenario, in dem der Euro an Bedeutung verlieren würde, wäre eine Austrittsschwemme von Staaten. Aber das gäbe wohl einen Kartenhauseffekt (viel mehr ist die EU ja ohnehin nicht), der die EU insgesamt zusammenbrechen lassen würde.

Ich für meinen Teil staune sowieso, dass die EU schon so lange überlebt hat. ich meine, man kann nicht einfach so einen "Staat" schaffen nach dem Vorbild der "Vereinigten Staaten von Amerika". Das geht schon bei der Sprache los und endet bei einer gemeinsamen Verfassung. Da rede ich noch gar nicht von Unterschieden in der Mentalität, und diversen Dingen, wie eigenes Militär, Steuersysteme, ...

Hier in Europa macht doch im Grunde jeder was er will. Da wird gegeneinander gehetzt, beschissen dass die Schwarte kracht, der eine lutscht den anderen finanziell aus (außer Deutschland, wir sind dann wohl die Brust der EU, an der jeder mal nuckeln darf) und die Probleme innerhalb Europas haben sich seit der EU und dem Euro wohl eher verschärft. Wenn ich mir das Gebaren Griechenlands bei allem Verständnis für ihre Lage mal anschaue, dann kann ich in der EU auch beim besten Willen keinen Garant für Frieden mehr sehen, eher das komplette Gegenteil.

Aber egal, ich rege mich bloß wieder sinnlos über diese EU auf. Bringt ja auch nix. Aber so lange es sie gibt und so lange es den Euro gibt, wird er nie bedeutungslos werden. Und selbst wenn die EU zusammenbricht und die Länder wieder ihre eigenen Währungen einführen, wird es den Euro als Zweitwährung weiterhin geben und gehandelt werden, auch wenn es ihn nicht mehr auf Papier und Münze gäbe.

Ok, jetzt musste ich erstmal nachschlagen. Und ein Einbruch im Preisindex für das Verschiffen von Hauptfrachtgütern (also im Wesentlichen Rohstoffe) sagt über die Entwicklung des Euro gegenüber des Dollars was aus? Ich meine:

Wikipedia schrieb:
Offensichtlich besteht ein Zusammenhang von Frachtraten mit Rohstoffpreisen und der Nachfrage nach Metallen, Treibstoffen und Nahrungsmitteln. Da der Baltic Dry Index (BDI) die Verschiffungskosten von Rohstoffen, der Vorstufe der Produktion, ermittelt, misst er präzise das Volumen des Welthandels auf der Anfangsstufe. Der BDI ist also ein Frühindikator für die Weltwirtschaft. Andere Indizes bilden dagegen spätere Stufen der wirtschaftlichen Entwicklung ab, wenn aus den Rohstoffen Halbfertig- oder Fertigprodukte entstanden sind.
Ein Indikator für den Welthandel also. Kann auch heißen, dass aufgrund des schwachen Euro ein Import aus Asien unrentabel wird und nachlässt. Viele Rohstoffe, die man nach China verscherbeln könnte, gibt es ja nicht mehr :) Kann auch heißen, dass es drohende Embargos gibt, wie etwa gegen Russland. Oder dass es irgendwo massive Unsicherheiten gibt.

Oder wie liest man so einen Index? Ist eine ernst gemeinte Frage, ich habe mich bislang mit solchen Orakeln nie beschäftigt.
 
Ich für meinen Teil staune sowieso, dass die EU schon so lange überlebt hat. ich meine, man kann nicht einfach so einen "Staat" schaffen nach dem Vorbild der "Vereinigten Staaten von Amerika". Das geht schon bei der Sprache los und endet bei einer gemeinsamen Verfassung. Da rede ich noch gar nicht von Unterschieden in der Mentalität, und diversen Dingen, wie eigenes Militär, Steuersysteme, ...
So einen "Staat" gab es ja schon mal: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Frankenreich_768-811.jpg
Und wer hat die Römischen Verträge geschlossen? Dreimal darfst raten...

Oder wie liest man so einen Index? Ist eine ernst gemeinte Frage, ich habe mich bislang mit solchen Orakeln nie beschäftigt.
Wenn weniger Rohstoffe benötigt werden, dann liegt das meistens an einer geringeren Produktion.
https://www.iknews.de/2012/12/21/der-chart-des-grauens-vergleich-von-harpex-und-bdiy/
Immerhin der Harpex steigt gerade wieder leicht, bleibt aber auf niedrigem Niveau: https://www.harperpetersen.com/harp...ataType=Harpex&floatLeft=None&floatRight=None
 
Zuletzt bearbeitet: