Fast 2,5 Jahre unter 1$, und in Europa ist keine Wirtschaft zusammengebrochen. Also - worin liegt die These begründet, dass ein Wechselkurs um 1:1 oder darunter Europa, bzw. die Eurozone, ruiniert?

Die Realwirtschaft soll auch nicht zusammenbrechen. Für mich kann der 99% des Geldes was im Umlauf ist, zusammenbrechen. Das ist für mich sehr zu begrüßen, weil hinter diesen 99 % des Buchgeldes nichts steht, außer Luft. Das kann niemals eingelöst werden in Sachwerten und das wissen Leute wie Bill Gates und co. auch, dass wenn alle Milliardäre oder schon ein gewisser kleiner Teil diese Buchwerte realisieren wollen, dass es dann aus ist. Die Realwirtschaft kann das nicht hergeben.

Der Wechselkurs Eurodollar ist ganz gut wenn er sich angleicht. Solange unsere Politiker es sein lassen, einen Eurodollar einzuführen und den Euro am Dollar zu fixieren, sehe ich da keine Probleme.
Solange die Währungen flexibel bleiben und auf- oder abwerten können ist alles gut.

Was nicht gut ist und das wird sich auch m.E. ändern in den nächsten Jahrzehnten. Das ist eine Abkehr vom Dollar als Weltabrechnungswährung. Wir brauchen die Sonderziehungsrechte, als internationales Geld, welches nicht auf oder abgewertet werden kann.

Außerdem brauchen wir ein menschliches Finanzsystem und das kann m.E. auch erst dann entstehen, wenn die Torheit siegt (Finanzkollaps). Derzeit ist die Zeit noch nicht reif dafür, ein besseres Finanzsystem einzuführen. Da muss man erst einmal den nächsten Finanzkollaps abwarten und hoffen, dass der sich nicht viel auf die Realwirtschaft auswirkt. Denn es hängen Lebenswirklichkeiten an diesem System und die Mehrheit der Bevölkerung sollte nicht daran leiden, dass eine kleine Elite alles hat. Das hat mit Neid nichts zu tun, sondern mir geht es um die Mehrheit der Bevölkerung. Die Mehrheit gehört zu den Sklaven - auch wir gehören dazu. Oder hat jemand beim Aufräumen zu Hause eine Millarde durch Zufall in Euro gefunden?

Wenn 10 % der Bevölkerung 90 % ihres geräuberten Geldes verlieren, brauchen wir über die Finanzkrise nicht mehr zu sprechen. Es müssen aber die richtigen zur Kasse gebeten werden und nicht die Mehrheit der Sklaven, die von diesen Vermögen nichts haben.

Leider kriegt man in einer Demokratie keine Mehrheiten für so eine Politik, deshalb ist es auch vernünftig, sich von der Politik als Bürger abzuwenden und nicht zu wählen, denn wir haben keine Wahl. Das haben viele Menschen auch bei der Wahl in Bremen begriffen und sind gleich zu Hause geblieben. 50 % der Bevölkerung bei Landtagswahlen stimmt gar nicht mehr ab. Es ist auch gut so. Behaltet eure Stimme. Nur dann kannst du sagen, nicht in meinem Namen.

Hier eine Grafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d7/USDept-de.png

Man sieht deutlich das exponentielle Wachstum des Finanzsektors. Die Realwirtschaft wächst niemals exponentiell auf die Dauer. In der Quelle sieht man auch eine eingestrichelte Linie. Das wäre möglich von der Realwirtschaft höchstens zu produzieren. Der Finanzsektor ist der kranke Sektor, weil das Zinseszins-System der Realwirtschaft das Genick bricht.

Mehr braucht jemand der sich mit der Finanzkrise beschäftigt nicht zu wissen. Merkt euch einfach: Bäume wachsen nicht in den Himmel. Schon gar nicht, wenn man mehr Geld druckt. Die Sachwerte sind dadurch noch lange nicht entstanden, die dem entgegen stehen sollen. Das gedruckte Geld schmeißt man in den Kreislauf rein, dann sind alle im Rausch, die Kauflaune steigt, Arbeitsplätze steigen. Wenn der Rausch ausgeschlafen ist und das ganze gedruckte Geld wieder bei den Superreichen landet, muss man wieder Geld reinschmeißen, bis wenige irgendwann so viel haben und die Mehrheit der Menschen gar nichts. Geld ist unser neuer Gott, dabei ist es kein gottgegebenes System der Angst und Entwürdigung! Der Staat ist Henker dieses blöden Finanzkapitalismuses. Wer einmal Hartz 4 bezogen hat, weiß wie nackt man sein muss um als Bittsteller ein paar Euro zu erbetteln, damit man leben darf.

Diese ganze Analyse bringt aber nichts, wenn man nicht gleichzeitig Lösungen anbietet. Was ich hier auch tue. Als am ausgereiftesten finde ich ist das Modell der Wissensmanufaktur: Plan-B.
Auch andere Lösungen schaue ich mir an. Wichtig ist, dass man sich mit Lösungen beschäftigt.

Da die Elite aber es nicht besser weiß oder das System nicht ändern kann oder will (wozu auch etwas ändern, wenn man zu den Gewinnern gehört?) bleibt wirklich nur den Finanzkollaps abzuwarten, denn Treppen werden immer von oben nach unten gefegt und nicht umgekehrt. Wir brauchen ein menschenwürdiges Finanzsystem, eines das Menschen zum Ziel aller Bemühungen macht und nicht zum Zweck. Wobei ich es für richtig halte als Einzelperson, nicht mehr meine Lebenszeit für etwas sinnloses zu verschwenden. Du als Einzelperson kannst kaum etwas an diesem unerträglichen Finanzsystem ändern, aber du kannst deinen Handlungsspielraum so nutzen, dass du das machst, was du für sinnvoll hältst. Engagiere dich in Vereinen und Stiftungen, tue Gutes, gebe dein Geld für die richtigen Dinge aus, die du für sinnvoll hältst etc. Ich gebe hier nur Anregungen und kann sagen, dass es vernünftig ist vor seiner eigenen Tür zuerst zu fegen. So habe ich es auch gemacht und bin vom Kaufmann zum Biobauer gewechselt, weil ich es für sinnvoll halte meine Lebenszeit für etwas zu investieren, was vielen Menschen nützt. Das gibt mir sehr viel und ich gebe jedem hier illustren Publikum den Tipp: bekämpft nicht das System, sondern lasst es einfach als leere Hülle zurück und beschäftigt euch mit dem, was ihr persönlich an dieser Gesellschaft beitragen könnt. In diesen Zeiten ist es sehr wichtig, seine menschliche Seite nicht zu verlieren! Man nennt meine Generation übrigens Generation Y.

So das wars. Schöne Pfingsten ;)
 
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Wenn 10 % der Bevölkerung 90 % ihres geräuberten Geldes verlieren, brauchen wir über die Finanzkrise nicht mehr zu sprechen. Es müssen aber die richtigen zur Kasse gebeten werden und nicht die Mehrheit der Sklaven, die von diesen Vermögen nichts haben.

Naja was heißt "geräubert" das Geld fließt der Geldelite halt oft über Generationen durch ihre Vorteile im System zu, also hauptsächlich durch Mieten,Unternehmensgewinne, Zinsen, Dividenden, Pacht etc... Wenn man das Kapital der Elite möglichst nicht benutzt zahlt man diese auch nicht aus, wenn man es also drauf anlegt diese nicht auszuzahlen dann kann man das optimieren:
- nur bei möglichst kleinen Unternehmen einkaufen, viel selbst erzeugen/tauschen
- nicht zur Miete wohnen, Eigentum oder genossenschaftlich organisiertes Wohnen
- Fahrrad und maximal Öffis fahren
- mit regionalem Holz heizen
- und für den Rest den man nicht vermeiden kann, mindestens so viele Aktien an Konzernen halten wie man als Ausgleich für seinen persönlichen Konsum benötigt :)
 
Griechenland soll Drachmen in Kanada bestellt haben - Steht Grexit kurz bevor?

Folgende News wurde am 25.05.2015 um 11:50:00 Uhr veröffentlicht:
Griechenland soll Drachmen in Kanada bestellt haben - Steht Grexit kurz bevor?
Shortnews

Der Austritt Griechenland aus der Eurozone scheint unmittelbar bevor zu stehen. Eine kanadische Papierfabrik soll von der griechischen Regierung den Auftrag bekommen haben, neue Drachme-Scheine zu drucken.

Der Börsenkurs der angeblich beauftragten Druckerei soll sich binnen einer Woche von 1,70 Euro auf 3 Euro fast verdoppelt haben und weiter rasch steigen.


Es wäre jedoch nicht das erste mal, dass das Unternehmen solche Börsengewinne einfährt. 2011 war der Kurs bis auf 46 Euro gestiegen, bevor er wieder auf 2 Euro abstürzte.
 
Aha, und der damalige Anstieg ging worauf zurück?
Und wird die Druckerei dann in den neuen Drachmen bezahlt??
 
Das kann niemals eingelöst werden in Sachwerten und das wissen Leute wie Bill Gates und co. auch, dass wenn alle Milliardäre oder schon ein gewisser kleiner Teil diese Buchwerte realisieren wollen, dass es dann aus ist. Die Realwirtschaft kann das nicht hergeben.
Realisieren könnte man das schon. Würden die Milliardäre ab morgen anfangen ihr Vermögen durch Konsum abzubauen (z.B. weil man sie per Steuer dazu zwingt), statt von den Renditen zu leben, würden lediglich die Preise explodieren. Das hat mit der Produktion von Gütern erstmal recht wenig zu tun. Kostet der Porsche eben das zehnfache, aber man muss doch nicht 10 mal so viele Autos produzieren. Das bedeutet aber auch, dass das Unternehmen Porsche plötzlich deutlich mehr Gewinne einfährt und somit höhere Löhne zahlen könnte. Das Vermögen verdampft einfach durch Inflation. Unterm Strich steht dann plötzlich auch ein fettes Wirtschaftswachstum, ohne dass die Realwirtschaft ein einziges Auto mehr produziert hätte.

Das Problem ist die Zeitverzögerung zwischen steigenden Preisen und steigenden Löhnen. Der Arbeitnehmer erhält die Lohnsteigerung erst Monate oder Jahre später. Bis dahin kann er sich die gestiegenen Preise nicht leisten und fängt an zu randalieren.
Wasweissdennich schrieb:
Naja was heißt "geräubert" das Geld fließt der Geldelite halt oft über Generationen durch ihre Vorteile im System zu, also hauptsächlich durch Mieten,Unternehmensgewinne, Zinsen, Dividenden, Pacht etc...
Naja, resultieren die Unternehmensgewinne zum Teil aus Steuervermeidung und Minimierung der Personalkosten, was flach betrachtet auch nur eine Form der immer ein klein wenig ungerechten Entlohnung ist, ist es schon irgendwie geräubert. Dividenden und zum großen Teil Zinsen basieren ja nachgelagert auch nur auf Unternehmensgewinnen.

Abgesehen davon: Würde mir die EZB 1 Milliarde Euro überweisen, würde ich sofort losrennen und ein erfolgreiches Unternehmen kaufen, koste was es wolle. Je nachdem ob du das Geld überwiesen bekommst, das Unternehmen besitzt oder nur in dem Unternehmen arbeitest profitierst du früher (mehr) oder später (weniger) vom billigen Geld. Das System gewährt einer bestimmten Gruppe schon konsequent einen gewissen Vorsprung vor anderen. Man könnte ja auch jedem Angestellten monatlich frisches Geld überweisen um das Inflationsziel zu erreichen. ;)
 
Naja, resultieren die Unternehmensgewinne zum Teil aus Steuervermeidung und Minimierung der Personalkosten, was flach betrachtet auch nur eine Form der immer ein klein wenig ungerechten Entlohnung ist, ist es schon irgendwie geräubert.
Das ist der ganz normale Druck Kosten zu senken, das hat mit geräubert nun auch wenig zu tun. Wenn der Staat nicht konkurrenzfähig ist zahlen halt die Unternehmen in einem anderen Land Steuern, wenn er es nicht packt Einnahmen aus Deutschland auch hier zu besteuern dann ist das auch eigene Schuld.



Abgesehen davon: Würde mir die EZB 1 Milliarde Euro überweisen, würde ich sofort losrennen und ein erfolgreiches Unternehmen kaufen, koste was es wolle. Je nachdem ob du das Geld überwiesen bekommst, das Unternehmen besitzt oder nur in dem Unternehmen arbeitest profitierst du früher (mehr) oder später (weniger) vom billigen Geld.
Ich würde mir nicht 1 Unternehmen zu jeden Preis kaufen sondern Anteile von 100 Unternehmen, weltweit und über Branchen verteilt mit konstant guten Dividenenausschüttungen zum Marktpreis. Bringt dann mindestens 40 Mio Dividende im Jahr (Tendenz steigend), nach Steuern sind davon mindestens 29,3 Mio übrieg, davon reichen mir 0.1 Mio für meinen persönlichen Unterhalt und Bespaßung und 29,2 Mio kann ich für wohltätige Zwecke verwenden (und das ggf. von den Steuern absetzen) und um anderen Menschen ein Bürgergeld auszuzahlen
 
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Das ist der ganz normale Druck Kosten zu senken, das hat mit geräubert nun auch wenig zu tun.
Wer erzeugt denn den Druck und aus welchem Motiv? Kosten senken zu müssen ist kein gottgegebenes Naturgesetz, sondern von Interessen gesteuert.

Ich würde mir nicht 1 Unternehmen zu jeden Preis kaufen sondern Anteile von 100 Unternehmen, weltweit und über Branchen verteilt mit konstant guten Dividenenausschüttungen zum Marktpreis.
Der Punkt ist vielmehr, dass dank des billigen Geldes plötzlich alles aus deiner Sicht billig ist, während es für den Rest immernoch teuer ist. Du kannst mit dem neuen Geld einkaufen, bevor die Preise aufgrund deines Einkaufs steigen.
 
Wer erzeugt denn den Druck und aus welchem Motiv? Kosten senken zu müssen ist kein gottgegebenes Naturgesetz, sondern von Interessen gesteuert.
Der freie Markt, ein Unternehmen das die Kosten nicht wie seine Mitbewerber senkt ist nicht konkurrenzfähig und geht mit der Zeit. Das ist es aber auch was unsere Wirtschaft effizient und leistungsfähig macht und eigentlich erst die Möglichkeit schafft für mehr soziale und Umweltpolitische Wohltaten zu sorgen


Der Punkt ist vielmehr, dass dank des billigen Geldes plötzlich alles aus deiner Sicht billig ist, während es für den Rest immernoch teuer ist. Du kannst mit dem neuen Geld einkaufen, bevor die Preise aufgrund deines Einkaufs steigen.
Naja soviel mehr Geld hat man auch als Profiteur der Geschichte nicht, an meinem Beispiel:
Ich habe meinen Anteil vom billigen Geld bekommen (Dax + 20 % innerhalb eines halben Jahres)..Ok habe die 20 % nicht mal ansatzweise mitgenommen aber die Zahlen sind doch erheblich größer geworden - und was habe ich damit gemacht? Steuern bezahlt und andere Unternehmen gekauft die noch nicht so überbewertet waren, diese sind natürlich aber auch teurer geworden und wenn man die Kohle nicht grad verkonsumieren will hat man von dem Anstieg im Prinzip gar nix
 
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Der freie Markt, ein Unternehmen das die Kosten nicht wie seine Mitbewerber senkt ist nicht konkurrenzfähig und geht mit der Zeit.
Der Wettbewerb ist doch nicht Ursache, sondern vielmehr die Auswirkung der Kostenminimierung.
Habe ich als Unternehmer die Möglichkeit bei gleichbleibenden Kosten die Produktion zu steigern oder umgekehrt bei gleichbleibender Produktion die Kosten zu senken, mache ich das natürlich, weil ich davon profitiere. Dass ich damit meine Mitbewerber unter Druck setze ist doch nicht meine Hauptmotivation, sondern zweitrangiger Effekt. Selbst als Strategie um Wettbewerber zu verdrängen ist es doch nur operatives Mittel zum Zweck. Hauptmotivation bleibt am Ende maximaler Profit. Und der Gedanke richtet sich doch im Unternehmen sowohl nach außen, praktisch gegen den Konsumenten (maximaler Preis) und Wettbewerb (maximaler Absatz) als auch nach innen gegen die eigenen Prozesse (minimale Kosten) und Mitarbeiter (minimale Löhne).

Das ist es aber auch was unsere Wirtschaft effizient und leistungsfähig macht und eigentlich erst die Möglichkeit schafft für mehr soziale und Umweltpolitische Wohltaten zu sorgen
Leistungsfähig, ja. Ich bezweifle allerdings, dass man, global betrachtet, von sozialen und umweltpolitischen Wohltaten sprechen kann.
 
Hauptmotivation bleibt am Ende maximaler Profit.
Natürlich, aber zwischen maximalen Profit und den langfristigen Tod durch Verlust liegen in den meisten Branchen nur wenige Prozente Gewinnmarge

Und der Gedanke richtet sich doch im Unternehmen sowohl nach außen, praktisch gegen den Konsumenten (maximaler Preis) und Wettbewerb (maximaler Absatz) als auch nach innen gegen die eigenen Prozesse (minimale Kosten) und Mitarbeiter (minimale Löhne).
Kunden wollen genauso ihre Arbeitskraft so teuer wie möglich verkaufen und so billig wie möglich einkaufen, je nachdem wie austauschbar das Unternehmen oder der Mensch ist gewinnt eine Seite das Spiel

Die meisten Menschen gehen nun mal zum Aldi und Lidl einkaufen und bewerben sich beim Unternehmen das ihnen am meisten Gehalt zahl (gleichwertiges Arbeitsumfeld vorausgesetzt)

Leistungsfähig, ja. Ich bezweifle allerdings, dass man, global betrachtet, von sozialen und umweltpolitischen Wohltaten sprechen kann.
spreche ich ja auch nicht, aber das Geld dafür muss ja auch erwirtschaftet werden
 
Es war ja ziemlich ruhig geworden um die Eurokrise. Nun ist sie wieder in den Vordergrund gerückt durch die Griechenland-Pleite.

Unsere Politikparasiten haben sich 5 Jahre Zeit erkauft und nun muss man einsehen, dass die Verluste 2010 46 Milliarden gewesen wären. Griechenland verlässt ja nun die Eurozone und dann kostet uns der Spaß 278 Milliarden Euro. Soviel zum Thema "Rettung".

Also aus 46 Milliarden Verluste, muss man jetzt 278 Milliarden Verluste hinnehmen. Soviel zum Thema unserer ach so schlauen Politikparasiten.

Soviel übrigens zum Thema "ausgeglichener Haushalt". Diese Verluste tragen die öffentlichen Banken, somit der Steuerzahler.

Wir sind im Endspiel Leute. Eine Währung die ständig gerettet werden muss, ist ein Schrecken ohne Ende und keine Währung, die den Frieden in Europa herbeigeführt hat. Unglaublich was unsere Politiker angerichtet haben.

Übrigens soviel zum Thema "Exportweltmeister": liebe Bürger in Deutschland, leider habt ihr 15 Jahre durch Lohnzurückhaltung und die "Wettbewerbsfähigkeit" nun Griechenland ausgestochen. Das ist die tolle "Wettbewerbsfähigkeit" die die Politik so wollte und die Mehrheit der Wähler unterstützt hat. Nun zeigt sich, dass Exportüberschüsse immer Verluste sind für die Bevölkerung, nämlich dann, wenn sie realisiert werden müssen.

Die Waren und Dienstleistungen die an Griechenland gegangen sind, hätte man genauso verschrotten können. Für das was die Griechen erhalten haben, haben die Deutschen 14 Jahre lang geschuftet für nichts und wieder nichts. Das ist das tolle Wettbewerbswunder Deutschlands. 14 Jahre Arbeit für nichts.

Es gibt nur einen Ausweg: Deutschland muss die Löhne erhöhen und zwar um 50 % (kann man auch strecken auf 10 Jahre). Nur dann kommen wir aus der Krise heraus um den Preis, dass wir uns mit der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Niveau von Griechenland kommen.

Wieso nutzt Herr Schäuble nicht das billige Geld, um endlich mal in Deutschland die Infrastruktur zu verbessern? Ich würde als Finanzminister nun den Raibach machen und investieren als gebe es kein Morgen - aber nur in Deutschland. Das System ist eh nicht zu retten, also dann doch noch wenigstens denjenigen etwas Gutes tun, die in Deutschland den Wohlstand des Auslands erwirtschaftet haben.
 
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Dass Griechenland irgendwann die Eurozone verlassen muss, war doch jedem klar. Ich hoffe, auch unseren Europaromantikern. Man kann die EU gut oder schlecht finden (ich persönlich finde sie ja nach wie vor beschissen), aber ab einem gewissen Punkt zählt ja nicht mehr das persönliche Gusto, sondern nur noch die harten Fakten der Realität.

Mal abgesehen davon, was nun mit Griechenland und den Schulden passiert, darf man sich wohl zu recht Sorgen machen, ob nicht die anderen schwachen Länder Europas nun neue Horizonte sehen. Etwa Portugal und auch Spanien. Irgendwann muss es ja wohl auch dem linksradikalsten deutschen Politiker zuwider sein, halb Europa von deutschem Geld durchzufüttern. Ich weiß nicht, kann mich in so eine Denkweise nicht hinein versetzen.

Zum Glück für unsere Volksvertreter leben wir ja im Jahr 2015. Sie müssen also erstmal pauschal nicht befürchten, dass ihre Paläste gestürmt und sie am nächsten Baum aufgeknüpft werden. Haben sie nochmal Glück gehabt. Und auch sonst müssen sie nicht um ihre Wiederwahl bangen, wenn sie den Lebensstandard in Deutschland halten können. Und darauf bin ich mal gespannt. Erstmal müssen große Verluste realisiert werden, die dann vermutlich neuen (und wichtigen) Investitionen im Weg stehen, weil längst kein Geld mehr da ist. Auf jeden Fall wird der "ausgeglichene Haushalt" wohl jetzt im Arsch sein.

Ehrlich gesagt würde ich am liebsten mal einen Brief an so ziemlich jeden einzelnen Minister, die Kanzlerin und den Bundespräsidenten schreiben und sie ordentlich zur Sau machen. Nur leider wird das rein gar nichts bringen, außer dass ich fortan vom BND (also auch der NSA) überwacht werde. Wenigstens heißen sie nicht mehr "Stasi". Wobei mir einfällt, dass die DDR in ihrer gesamten Existenz nie so hoch verschuldet war wie die Deutchland heute. Nur hat man bei der DDR beschlossen, ihr keine neuen Kredite zu geben. Schade eigentlich, wir hätten einfach nur ein Großmaul wie Varoufakis gebraucht, dann wäre heute noch alles super.

Ich konstatiere: Es wird zwar nichts besser, aber alles anders :LOL:
 
Für das was die Griechen erhalten haben, haben die Deutschen 14 Jahre lang geschuftet für nichts und wieder nichts. Das ist das tolle Wettbewerbswunder Deutschlands. 14 Jahre Arbeit für nichts.
Naja, bei über 3 Bio. Euro BSP und davon 4,x Mrd. Euro Export nach Griechenland von "wir haben für die geschuftet für nichts!" zu sprechen halte ich für etwas übertrieben.


Irgendwann muss es ja wohl auch dem linksradikalsten deutschen Politiker zuwider sein, halb Europa von deutschem Geld durchzufüttern. Ich weiß nicht, kann mich in so eine Denkweise nicht hinein versetzen.
Füttern wir bisher nicht nur Banken und deren Aktionäre und andere Eigentümer (den Staat selber z.B.) durch. Womit sollen denn die Banken sonst ihr Geld für die Aktionäre verdienen, wenn nicht mit Zinsen für Kredite an Griechenland?

Wenn man sich Griechenland so anschaut bei Besuchen, dann hat man nicht den Eindruck, dass "die Griechen" von uns durchgefüttert werden. Eher hat es denn Anschein, dass da ein paar wenige sind, die sich kräftig bereichert haben und durch Geld eine für sie günstige Politik erkaufen können. Und die haben auch dafür gesorgt, dass Europas Politik das genau so weiterlaufen lässt.

Das "wir" jetzt haften, liegt doch nicht an den Griechen. Es liegt doch daran, dass die Banken, die Kredite an Griechenland geben und dafür höhere Zinsen als Risikozuschlag verlangt haben, dieses Risiko jetzt abgewälzt haben auf uns. Und dabei haben die Lobbyisten der Grossbanken ganze Arbeit geleistet. Und Schuld sein soll jetzt der griechische Bürger.
 
Wenn man sich Griechenland so anschaut bei Besuchen, dann hat man nicht den Eindruck, dass "die Griechen" von uns durchgefüttert werden.
Wohin die Gelder, die wir schicken und für die wir bürgen, letztlich wandern, ist ja eine andere Geschichte. Ist mir aus meiner Position (also die des deutschen Steuerzahlers) auch völlig egal. Für mich entscheidend ist, dass etliche Milliarden nach Griechenland geflossen sind.

Dass das Geld geschickt wurde wider besseren Wissens es bestenfalls nur anteilig wieder zurück zu bekommen (dabei rede ich erstmal nur von der Kreditsumme ohne Zinsen), ist auch noch ein anderes Thema. Für weniger schlimme Verfehlungen und Verschwendungen wurden in der Geschichte schon Leute an Bäumen aufgeknüpft oder mussten sich gleich ganz ihres Hauptes entledigen. Aber ok, die guten Zeiten sind leider vorbei...

Was mich jetzt noch interessiert ist, wieviel wir von dem verschleuderten Vermögen wieder bekommen können. Ich meine, wir haben im Land reichlich Baustellen, die allesamt bedient werden wollen. Nicht etwa den unsäglichen BER, aber allgemein verschlechtern sich die Straßen in Deutschland zusehens. Das Bildungswesen bedarf dringend einiger Mittel, um wieder halbwegs einem Volk der Dichter und Denker statt Dödel und Deppen gerecht zu werden. Das Gesundheitswesen plagt schon chronisch die leeren Kassen. Es steht zu befürchten, dass ich trotz meines wahrlich fürstlichen Monatsbeitrages bald gar nichts mehr an Leistungen aus dem Katalog erhalte außer einer Notversorgung. Renten erfahren eine Nullrunde nach der nächsten und selbst das ist meinem Staat noch zu teuer. Und noch 1000e Sachen mehr. Will sagen: Wir brauchen das Geld auch. Deshalb ist es für mich schon interessant, wieviel wir davon jemals wiedersehen werden oder ob ich bis 90 arbeiten muss, weil sich meine strötenblöde Regierung maßlos überhoben hat.

Das "wir" jetzt haften, liegt doch nicht an den Griechen.
Nee, liegt an meinen gewählten Volksvertretern, die ich nicht gewählt habe und mich von denen ebenso wenig vertreten fühle.

Es liegt doch daran, dass die Banken, die Kredite an Griechenland geben und dafür höhere Zinsen als Risikozuschlag verlangt haben, dieses Risiko jetzt abgewälzt haben auf uns.
Ich bin sicherlich der letzte Fan, den Banken je hatten. Raffgieriges, asoziales Pack. Aber dass sie überhaupt die Möglichkeit hatten, die faulen Eier dem deutschen Steuerzahler unter die Decke zu schmeißen, das haben sie ja wieder meinen gewählten Volksvertretern zu verdanken, die ich nicht... und so weiter.

Und dabei haben die Lobbyisten der Grossbanken ganze Arbeit geleistet. Und Schuld sein soll jetzt der griechische Bürger.
Der griechische Bürger hat nur insofern Schuld, dass er sich diese Proleten in die Regierung gewählt hat. Ansonsten ist der Einzelne genauso schuldig oder unschuldig wie ich an dem, was Merkel und die anderen Volksverräter veranstalten. Ich spreche ja auch keinen Griechen mit Namen an (außer den Varoufakis :D). Und nein, ich bin auch gar nicht sauer auf den einzelnen Griechen. Nicht mal auf Varoufakis, denn der ist wenigstens clever und lutscht die EU nach Strich und Faden aus. Blöd für uns, weil wir so einen Haufen vollständig verblödeter Europa-Romantiker in der Regierung sitzen haben, denen absolut kein Preis zu hoch ist, dieses zum Scheitern verurteilte Konstrukt wenn möglich auf ewig am Leben zu erhalten. Besonders ärgerlich für mich, dass ich mir den Arsch im falschen Land wund arbeite, damit das Geld in Europa und der Welt regelrecht kopflos verballert wird und ich womöglich Altersarmut fürchten muss, obwohl ich immer überreichlich in die Rentenkasse eingezahlt habe. Dass ich horrende Summen für Steuern und Sozialabgaben Monat für Monat entrichte, dafür aber von Jahr zu Jahr immer weniger Leistung erhalte.

Ich möchte mich mal wieder in meiner mir eigenen unverblümten Art ausdrücken: Es ist mir scheißegal, was mit dem Geld passiert, das wir da hin schicken/für das wir bürgen. Mir ist es auch scheißegal, wie es dem griechischen Bürger geht. Ebenso geht mir Spanien und Portugal völlig am Arsch vorbei. Mir ist nur meine Existenz und die meiner Lieben wichtig. Und um die muss ich wegen völlig verfehlter Politik bangen. Nicht nur, weil wir die größten Nettozahler in der EU sind und dafür Investitionen in meinem Land zurück gefahren werden. Sondern auch, weil an diesem EU-Konstrukt auf Gedeih und Verderb festgehalten wird, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Nicht, weil es EU ist, sondern weil es völlig übereilt und hahebüchend dilletantisch umgesetzt wurde. Und jetzt versucht man mit horrenden Geldmengen dieses Konstrukt irgendwie zu stützen und am Leben zu erhalten - auf Kosten aller Steuerzahler in der EU. Nur sind mir die anderer Länder vorrangig egal, so lange ich meine Zukunft nicht in trockenen Tüchern sehe...
 
Ist mir aus meiner Position (also die des deutschen Steuerzahlers) auch völlig egal. Für mich entscheidend ist, dass etliche Milliarden nach Griechenland geflossen sind.
Es sollte Dir nicht egal sein, wer dafür verantwortlich ist. Und wer das ist, hast Du ja bereits erkannt. Lenke Deine Aufregung auf die. Und wenn Du doch weißt, dass die von Dir nicht gewählten Volksvertreter Schuld sind, dann verstehe ich nicht, wie Du zu "halb Europa durchfüttern kommst".

Es sei denn, Du meinst mit "halb Europa" nur die europäischen Grossbanken.

Dass das Geld geschickt wurde wider besseren Wissens es bestenfalls nur anteilig wieder zurück zu bekommen (dabei rede ich erstmal nur von der Kreditsumme ohne Zinsen), ist auch noch ein anderes Thema.
Man müsste mal nachschauen, wie hoch die Gesamtkreditaufnahme Griechenlands z.B. seit 1945 war, wieviel Gelder von Griechenland zurückgezahlt wurden. Ich vermute, die haben schon mehr bezahlt als sie jemals als Kredit bekommen haben. Was sie in die Insolvenz treibt, sind nur die Zinsen.

Die Griechen hatten ja 2013 schon einen Überschuss im Haushalt... wenn dann die blöden Zinsen nicht wären an die Grossbanken dieses Kontinents. Da siehst Du einmal mehr, wo das Problem liegt.

Was mich jetzt noch interessiert ist, wieviel wir von dem verschleuderten Vermögen wieder bekommen können.
Man könnte ja mal darauf verzichten, ständig von Griechenland neue Zinszahlungen zu verlangen und ihnen stattdessen die Möglichkeit geben, ihr Land mal zu sanieren. Aber das passt ja nicht zu den Gewinnversprechungen, die Aktionären gemacht wurden.

Ich meine, wir haben im Land reichlich Baustellen, die allesamt bedient werden wollen. Nicht etwa den unsäglichen BER, aber allgemein verschlechtern sich die Straßen in Deutschland zusehens.
Und Du meinst, dass können wir uns nicht leisten, weil wir Bürgschaften für griechische Kredite gegeben haben? Nicht wirklich, oder?

Der griechische Bürger hat nur insofern Schuld, dass er sich diese Proleten in die Regierung gewählt hat.
Die haben doch nur in Griechenland gewählt, oder? Merkel, Hollande und all die anderen, die den Banken das Risiko abgenommen haben und die EZB dazu ermächtigen wollen, Bankrisiken auf Staaten abzuwälzen, sind doch nicht von den Griechen gewählt worden.

Blöd für uns, weil wir so einen Haufen vollständig verblödeter Europa-Romantiker in der Regierung sitzen haben, denen absolut kein Preis zu hoch ist, dieses zum Scheitern verurteilte Konstrukt wenn möglich auf ewig am Leben zu erhalten.
Die haben einfach nicht erkannt, dass ein gemeinsamen Europa keiner gemeinsamen Währung bedarf.

Besonders ärgerlich für mich, dass ich mir den Arsch im falschen Land wund arbeite, damit das Geld in Europa und der Welt regelrecht kopflos verballert wird und ich womöglich Altersarmut fürchten muss, obwohl ich immer überreichlich in die Rentenkasse eingezahlt habe.
Das ist eigentlich an Polemik nicht zu überbieten.

Ich möchte mich mal wieder in meiner mir eigenen unverblümten Art ausdrücken: Es ist mir scheißegal, was mit dem Geld passiert, das wir da hin schicken/für das wir bürgen. Mir ist es auch scheißegal, wie es dem griechischen Bürger geht. Ebenso geht mir Spanien und Portugal völlig am Arsch vorbei. Mir ist nur meine Existenz und die meiner Lieben wichtig.

Da fehlt es mir jetzt gänzlich an irgendeinem Verständnis. Wenn Du nicht wüsstest, wie Du morgen überleben kannst, ohne zu verhungern, dann könnte ich das noch ansatzweise nachvollziehen. Aber ich glaube, in der Situation bist Du noch nicht.

Hier findest Du übrigens die, für die Du Dir den Arsch wund arbeitest: https://www.merkur.de/wirtschaft/ve...-schneller-als-weltwirtschaft-zr-5118971.html
Und nicht hier: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-03/griechenland-armut-studie-boeckler-stiftung

Mich wundert, dass Du Dich nicht über deine Steuern und Sozialabgaben aufregst: Da ist Dein Anteil um Welten grösser als Dein Anteil an der Griechenland-Rettung... Und damit fütterst Du nur halb Deutschland durch ohne was dafür zurückzubekommen.
 
Besonders ärgerlich für mich, dass ich mir den Arsch im falschen Land wund arbeite, damit das Geld in Europa und der Welt regelrecht kopflos verballert wird und ich womöglich Altersarmut fürchten muss, obwohl ich immer überreichlich in die Rentenkasse eingezahlt habe. Dass ich horrende Summen für Steuern und Sozialabgaben Monat für Monat entrichte, dafür aber von Jahr zu Jahr immer weniger Leistung erhalte.

Der ganze Text klingt irgendwie so als solltest Du mal ein bisschen mehr auf Dich achten, vielleicht weniger arbeiten, daher auch weniger abgeben, mehr Lebenszeit genießen. Du bist im Moment "der Dumme" der den ganzen Quatsch zahlt und selbst wenig Zeit für sich hat und das regt Dich zu Recht auf, sich dann aber in Verbitterung gegenüber anderen zu ergeben bringt Dich nicht weiter, nur eigene Veränderung kann das.

Arbeiten als Zuverdienst kannst und musst Du auch als Rentner noch, schalte lieber jetzt einen Gang runter und gewöhne Dich an den Gedanken das Du auch als Rentner noch einen kleinen Job brauchen wirst.
 
Es sollte Dir nicht egal sein, wer dafür verantwortlich ist. Und wer das ist, hast Du ja bereits erkannt. Lenke Deine Aufregung auf die. Und wenn Du doch weißt, dass die von Dir nicht gewählten Volksvertreter Schuld sind, dann verstehe ich nicht, wie Du zu "halb Europa durchfüttern kommst". Es sei denn, Du meinst mit "halb Europa" nur die europäischen Grossbanken.
Oh, meine Aufmerksamkeit und Wut gilt bereits den Banken, einschließlich der EZB, die dafür sorgt, dass beispielsweise meine vor Jahren abgeschlossene Lebensversicherung nur noch die Garantiesumme wert ist. Die Überschüsse schmelzen von Jahr zu Jahr. Bis zur Auszahlung ist nichts mehr übrig. Nur ein Beispiel.

Und Du missverstehst mich in einem Punkt: Ich bin nicht sauer auf den einzelnen Griechen, Portugiesen, Spanier, Iren, .. . Die allermeisten sind in exakt der gleichen Lage wie ich: Arbeiten sich den Arsch wund und kommen am Ende auf keinen grünen Zweig. Müssen Jahr für Jahr mehr Einbußen hin nehmen. Entweder direkt über Rentenkürzungen, Kürzungen der Sozialleistungen usw oder indirekt, weil das Geld für neue Investitionen im Lande (etwa Straßenbau, Bildung etc.) fehlt. Explizit ausgenommen sind wie immer die Geldsäcke, die sich sogar an einer Hyperinflation bereichern können - nicht nur die dicken Jungs der Banken.

Und Du meinst, dass können wir uns nicht leisten, weil wir Bürgschaften für griechische Kredite gegeben haben? Nicht wirklich, oder?
Na woher soll denn das Geld kommen, welches wir mit voller Wucht in den ESM blasen (imerhin 190 Milliarden Euro), hm? Ich stelle gar nicht in Abrede, dass man sicherlich trotzdem hier und da investieren könnte. Was ich aber sehe ist, dass Investitionen im Lande herunter gefahren werden und im nächsten Zug Bürgschaften und Kredite erhöht werden. Das muss mich zu dem Schluss führen, dass das Geld tatsächlich vorhanden wäre (oder man rechnet, dass es zukünftig vorhanden sein würde), nur eben bevorzugt für andere "Projekte" ausgegeben werden soll. Heißt, man verschleudert das Geld des Steuerzahlers lieber in das europäische Ausland, statt im Land klar Schiff zu machen. Natürlich immer über die Banken, wobei mir nicht ganz klar ist, warum die immer mit im Boot sein müssen, speziell wenn es um den ESM geht. Aber so funktioniert unser tolles System nunmal.

Das ist eigentlich an Polemik nicht zu überbieten.
Was ich jedes Jahr höre ist, dass die Renten nicht oder in dem Maße steigen, in dem aber mein Leben teurer wird. Hochgerechnet auf meinen Renteneintritt werde ich mir dann kaum noch die Miete leisten können, folglich also auf eine Sozialleistung wie Hartz IV angewiesen sein. Wollen wir hoffen, dass es dann sowas noch gibt. Wobei mein Renteneintrittsalter sich ja auch noch verschieben kann, wer weiß. Ähnliches gilt übrigens auch für das Kindergeld, Hartz IV und so weiter, also so ziemlich jede Sozialleistung, einschließlich der Krankenkasse und Pflegeversicherung. Da fällt mir ein, dass es noch immer den Solidarzuschlag gibt.

Was mir also auffällt ist, dass ich immer mehr von meinem erarbeiteten Geld abgeben muss, um immer weniger Leistungen zu erhalten, einschließlich Altersrente. Gleichsam erhöht sich aber auch der deutsche Anteil von Zahlungen und Bürgschaften in dieser unsäglichen EU.

Da fehlt es mir jetzt gänzlich an irgendeinem Verständnis. Wenn Du nicht wüsstest, wie Du morgen überleben kannst, ohne zu verhungern, dann könnte ich das noch ansatzweise nachvollziehen. Aber ich glaube, in der Situation bist Du noch nicht.
Es ist kaum möglich, in Deutschland zu verhungern. Da mache ich mir keine Sorgen.

Was aber passieren wird ist, dass ich beim Renteneintritt meinen Lebensstandard nicht mal im Ansatz halten könnte. Nun rät mir meine Regierung (egal welche Farbe) ja schon seit Jahren, dass ich parallel zur staatlichen Rente auch privat vorsorgen muss. Das ist insofern witzig, weil mir aber von Jahr zu Jahr weniger Geld zur Vorsorge und zum Sparen zur Verfügung steht. Im Augenblick habe ich keinen Grund zu jammern, aber da ich in der Lage bin, einen Taschenrechner zu bedienen, weiß ich auch, was auf mich zu kommt.

Leider bin ich kein Pilot, Zugführer oder sonstjemand, für den sich jede kleine Kleckergewerkschaft interessieren könnte. Ich muss also für jeden Euro, den ich mehr verdienen will, bei meinem jeweiligen Chef betteln gehen, der sich aber zunehmend unbeeindruckt zeigt. Will man eine Lohnerhöhung haben, muss man mehr arbeiten, um sie begründen zu können (also den Arsch wund arbeiten). Von den so erkämpften 100 Euro brutto mehr bleiben mir dann etwa 50 Euro netto übrig. Die könnte ich nun wieder in meine Vorsorge investieren. Die anderen 50 Euro verbrennen in den Steuern (also der EU) und Sozialversicherungen, von denen ich aber immer weniger zu erwarten habe, obwohl ich denen immer mehr Geld schicke. Stecke ich die mehr erkämpften 50 Euro in die Vorsorge, gleiche ich etwa den Verlust aus, der mir die Nullrunden bei den Renten beschert werden.

Hinzu kommt, und das wollen wir mal nicht vergessen, diese unsägliche Hartz IV-Regelung, sämtliches Vermögen aufbrauchen zu müssen, bevor ich Hartz IV bekomme. Das beträfe meine Lebensversichung, meine Aktien und Fonds. Also meine vom wunden Arsch abgearbeitete Vorsorge, die meinem Altersruhestand dienen sollte. Riester, Rürup und anderen staatlichen Betrugsversuchen habe ich abgesagt. Sollte ich also nicht bis zur Rente arbeiten gehen und es noch zu weit vom Vorruhestand ist, bin ich komplett am wunden Arsch. Wobei selbst der Vorruhestand keine Option ist, weil ich dauerhaft so horrend hohe Abschläge hin nehmen müsste, dass es auf das Gleiche käme.

Realistisch betrachtet sehe ich mich in 25 Jahren an einem Punkt, an dem es mir und meiner Familie wesentlich schlechter gehen wird als heute. In gleichem Zuge wird aber versucht, Europa zu retten und die Großkapitalisten atemberaubend zu bereichern. Und Dir fehlt jetzt das Verständnis wofür genau?

Mich wundert, dass Du Dich nicht über deine Steuern und Sozialabgaben aufregst: Da ist Dein Anteil um Welten grösser als Dein Anteil an der Griechenland-Rettung... Und damit fütterst Du nur halb Deutschland durch ohne was dafür zurückzubekommen.
Genau darüber rege ich mich doch auf! Exakt über diesen Punkt! Griechenland wird ja von meinem Steuergeld gerettet. Und das Geld fehlt dann an anderer Stelle, dem Inland.

Dass ich den Bänkern nebenbei noch die fünfte Segeljacht mitfinanziere, während der einzelne Grieche davon so ziemlich gar nichts hat, ist ein ganz anderes Thema. Interessiert mich auch ehrlich gesagt nur am Rande. Würde mich brennend interessieren, wenn ich mein Geld freiwillig an eine Hilfsorganisation spenden würde und davon käme nichts bei den Betroffenen an. Im Falle EU wird das Geld aber von meinen Volksvertretern in meinem Namen verbraten. Deren finsteren Machenschaften stehe ich aber weitestgehend hilflos gegenüber. Denn ich kann ja nicht so lange meine Steuern einbehalten, bis diese Brut wieder zur Besinnung gekommen ist.

Und ich will, dass mein Steuergeld nachhaltig investiert wird, vorrangig in meinem Land. Einfach, weil mir diese Investitionen auch meinen Lebensabend sichern. Ich will, dass in Bildung investiert wird. In Infrastruktur, Naturschutz, Rente, ... also all das, was ich auch im Alter brauchen werde, um halbwegs vernünftig leben zu können. Die EU gehört sicherlich nicht dazu.

Der ganze Text klingt irgendwie so als solltest Du mal ein bisschen mehr auf Dich achten, vielleicht weniger arbeiten, daher auch weniger abgeben, mehr Lebenszeit genießen. Du bist im Moment "der Dumme" der den ganzen Quatsch zahlt und selbst wenig Zeit für sich hat und das regt Dich zu Recht auf, sich dann aber in Verbitterung gegenüber anderen zu ergeben bringt Dich nicht weiter, nur eigene Veränderung kann das.

Arbeiten als Zuverdienst kannst und musst Du auch als Rentner noch, schalte lieber jetzt einen Gang runter und gewöhne Dich an den Gedanken das Du auch als Rentner noch einen kleinen Job brauchen wirst.
Das ist zwar schön gesagt und dem ersten Teil würde ich auch zustimmen. Meine Work-Life-Balance stimmt derzeit tatsächlich nicht. "Einen Gang runter schalten" ist aber nicht so einfach möglich. Ich kann leider nicht einfach auf Geld verzichten, weil ich das einzige Einkommen in der Familie habe. Jeder Euro, der weniger rein kommt, spürt man schon. Und wenn ich regelmäßig meine Mittagspause überziehe, damit ich noch in aller Ruhe ein Eis in der Sonne schlecken kann, wird auch weder bei meinem Team, noch meinem Chef dauerhaft gut ankommen. Im Augenblick sehe ich nur zu, einem Burn-Out aus dem Weg zu gehen. Ich darf bitte nochmal sticheln: Einen Burn-Out für Europa :D

Aber was ich ganz sicher nicht möchte, ist als Rentner tagtäglich irgendwo zur Arbeit schlappen zu müssen bis ich irgendwann im Bus oder auf Arbeit tot umfalle. Mit dem Kopf auf die Tastatur aufzuschlagen mag zwar augenscheinlich ein schöneres Ableben sein als sich über Monate in einem Krankenhaus täglich reanimieren zu lassen, während die wichtigsten Körperfunktionen längst von Maschinen übernommen wurden. Aber ich stelle mir dann doch eher einen Herzinfarkt unter einer Palme oder was derartiges vor ;)

Ganz ehrlich: Wenn ich das Arbeiten bis zum Umfallen als meine einzige Perspektive sehen würde, dann würde ich mir tatsächlich einen ruhigeren Job für weniger Geld suchen. Sich schonmal darauf konditionieren, mit weniger Geld klar zu kommen und gleichzeitig weit weniger Streß und mehr Zeit für sich zu haben. Aber noch habe ich den Gedanken an die Palme noch nicht aufgegeben...
 
Na woher soll denn das Geld kommen, welches wir mit voller Wucht in den ESM blasen (imerhin 190 Milliarden Euro), hm?
Davon sind ~168 Mrd "abrufbares Kapital", also erstmal ein warmes Versprechen.

Davon könnte man das griechische Haushaltsdefizit von 2014 nach Zinsen¹ übrigens 26 Jahre lang ausgleichen².
In 26 Jahren haben wir hier aber auch ein Steueraufkommen (stand 2014 summiert) von ~13,4 Billionen €.

Das würde uns auch nicht wirklich arm machen.

¹Fun Fact - der Quatsch kommt auch noch zurück
²Erinnerung: Allein mit dem deutschen Anteil.
 
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Davon sind ~168 Mrd "abrufbares Kapital", also erstmal ein warmes Versprechen.
Na das ist aber eine Spur zu viel herunter gespielt. Zwar stellen die 190.024.800.000 Euro (Stand 2015) die derzeitige Obergrenze dar, aber mit der müssen wir ja rechnen. Es sieht ja nicht nach Entspannung aus. Auch wenn es am Ende vielleicht ein paar Milliarden weniger sind, spielt doch bei diesen Summen keine Rolle mehr.

Davon könnte man das griechische Haushaltsdefizit von 2014 nach Zinsen übrigens 26 Jahre lang ausgleichen*.
Klar. Damit könnte man auch rund 190 Milliarden Tüten Gummibärchen kaufen. Oder einen BER fertig bauen. Wahlweise auch den Deutschen Staatsbürgern auszahlen; dann bekäme jeder einzelne 2500 Euro - einfach so.

Was aber viel wichtiger ist: Man könnte davon auch rund 19.000 Kilometer Autobahn bauen, ausbauen oder knapp doppelt so viele Straßenkilometer. Man könnte davon auch 10.000 Schulen und Kitas bauen. Oder man könnte das Kindergeld für knapp 6 Jahre verdoppeln. Für unsere grün gefärbten Freunde könnte man von dem Geld auch gute 17.000 Windkraftwerke errichten. Oder was völlig verrücktes: Das Rentenloch stopfen. Eigentlich würden mir noch unzählige Dinge mehr einfallen, die mir wichtiger wären als Europa, dessen Pleiteländer und die Finanzierung der Banken.

In 26 Jahren haben wir hier aber auch ein Steueraufkommen (stand 2014 summiert) von ~13,4 Billionen €.
Wir hatten 2013 Steuereinnahmen in Höhe von 570 Milliarden Euro (Bundesfinanzministerium). Also wenn wir eine jährliche Steigerung von 3% annehmen (was aufgrund der Entwicklung ein Europa schon sehr sportlich optimistisch ist), dann sind wir heute in 26 Jahren bei 1,26613 Billionen Euro.

Spielt aber auch keine Rolle. In 26 Jahren ist der Euro auch nicht mehr so viel wert wie heute. Und darüber hinaus weiß ja keiner, was wirklich passiert, wenn Deutschland in voller Höhe in die Haftung genommen werden sollte. Mir kann keiner erzählen, dass das gar nicht auffällt und aus der Kaffeekasse bezahlt wird...