Wer ist denn wir?
Wir Deutschen in der Zusammengehörigkeit als Staat. Und die Ausrichtung des Staates lassen wir Politiker durchführen, die wir dafür wählen. Das Einzelne sich da nicht wiederfinden, ist klar, dennoch scheint ja die derzeit gemachte Politik eine mehrheitliche Unterstützung zu finden.

Ist ja auch logisch: Ich würde den Wählern auch versprechen, dass es ihnen weiter gut geht. Dann wählen sie mich. Die Opfer dafür kann ich ja verschweigen, bzw. der Bild überlassen.

Ich hätte schon den Willen steigende Löhne entsprechend der deutschen Produktivität zu erhalten und dafür Arbeitsplätze im Euroraum umzuverteilen.
Ja, aber die Mehrheit nicht. Bzw. möchte sie natürlich mehr Geld verdienen, aber da das ja unter Umständen Einsatz erfordert, kuschelt man sich lieber wieder aufs Sofa, freut sich über den Bonus und schaut zu, wie Demonstranten im Ausland niedergeknüppelt werden.

Wir reden über Milliardengewinne von Unternehmen, regen uns über Politiker auf, beschweren uns über Gewerkschaften und tun so, als wären die anderen selber Schuld am Schuldensumpf.

Dass Du Dich da nicht angesprochen fühlst, weil du nicht so denkst, mag sein. Aber DU alleine bist nicht Deutschland.
 
Sowohl als auch.

Die Forderungen sind weg, wenn Griechenland aussteigt aber die sind ohnehin weg.

Die deutsche Wirtschaft hat 15 Jahre geschuftet und sich angestrengt für nichts und wieder nichts. Doch für faule Forderungen, die abgeschrieben werden müssen und für ein bisschen Papier oder virtuelles Geld.

Da die Pleiteländer nicht mehr wettbewerbsfähig sind, müssen wir uns nun dem Niveau derer annähern (und dadurch den Verlust unserer Wettbewerbsfähigkeit in Kauf nehmen) und Die Pleitestaaten müssen Anpassungsrezessionen insbesondere bei den Löhnen vornehmen, was ja teilweise auch schon vorgenommen wurde.

Damit die Zahlungsbilanz wieder ausgeglichen wird habe ich
2. Lösungsansätze:
1. reale Lohnanpassungen in Deutschland auf 20-40 % gestreckt auf 5 Jahre.
2. Arbeitszeitverkürzung die schrittweise gesenkt wird auf 30 Stunden bei gleichem Lohn. Jedes Jahr 1,5 Stunden weniger arbeiten bei vollem Lohnausgleich. (hat zusätzlich noch den Nebeneffekt, dass das Überangebot an Arbeit verknappt wird! Möglicherweise Verknappung der Erwerbslosenzahl. 4,7 Mio. Hartz 4 Bezieher ist ohnehin zu viel)

Wenn das geschieht, könnten wir den Knall noch abwenden.
 
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1. reale Lohnanpassungen in Deutschland auf 20-40 % gestreckt auf 5 Jahre.
ES wird keine Lohnerhöhungen geben so lange die Wirtschaft in den Pleiteländern nciht läuft und sie für ihre Importe auch bezahlen. Es nützt auch nichts wenn die EZB deren Schuldscheine zu Euros umwidmet.
Wir haben jetzt den Euro-Sozialismus, alle werfen nach Leistungsfähigkeit in den Topf und jeder nimmt nach Bedarf heraus.
 
Nein, falsch. Diese Länder leben auf unsere Kosten.

Ansichtssache. Deutschland verkauft denen Waren, die sie sich nicht leisten können, der Deutsche leiht ihnen gleichzeitg das Geld, damit sie sie zumindest schon mal bezahlen können. Und an den Zinsen für dieses Geld ersticken diese Länder jetzt.

Hätten wir ihnen das Geld nicht gegeben, hätten sie die Waren nicht kaufen können, bei uns wäre Arbeit verloren gegangen. Es wurde also Arbeitsplatzsicherung in Deutschland betrieben auf Kosten der Wirtschaft vor Ort.

Erinnert mich ein bisschen an den Hühnerexport nach Afrika. Lokale Hühnerfarmen gingen durch europäische Billig-Hühner kaputt, die müssen jetzt Schulden machen, um weiter Hühner zu kaufen, können aber weder Schulden noch Zinsen bedienen. Nur der Hühnerindustrie in Europa geht es weiter gut.

Marty
 
Ansichtssache. Deutschland verkauft denen Waren, die sie sich nicht leisten können, der Deutsche leiht ihnen gleichzeitg das Geld, damit sie sie zumindest schon mal bezahlen können. Und an den Zinsen für dieses Geld ersticken diese Länder jetzt.
Dafür gibts Zölle um ausländische Produkte teurer zu machen und inländische Produktion zu erhalten... Es ist eigentlich ein Problem der Globalisierung, aber durch den Euro können diese Länder nicht mehr abwerten und es so kompensieren.
Die afrikanischen Länder können immerhin noch abwerten bis ihnen die Währung um die Ohren fliegt.
 
Dafür gibts Zölle um ausländische Produkte teurer zu machen und inländische Produktion zu erhalten...
Gab/Gibt es noch Zölle im innergemeinschaftlichen Handel? Ich denke nicht.

Es ist eigentlich ein Problem der Globalisierung, aber durch den Euro können diese Länder nicht mehr abwerten und es so kompensieren.
Das Schuldenproblem konnte man dadurch nicht beheben, nur das "Handelsproblem" abmildern.

Marty
 
Gab/Gibt es noch Zölle im innergemeinschaftlichen Handel? Ich denke nicht.
Es gibt die theoretische Möglichkeit, aber durch die Globalisierung werden Zölle weitgehend abgeschafft. In der EU gibt es auch noch so etwas das wie Zoll wirkt, nur heißt das nicht so, bspw. ein Mindestlohn oder ein Produktionslimit. Die afrikanischen Länder haben diese Möglichkeit noch.

Das Schuldenproblem konnte man dadurch nicht beheben, nur das "Handelsproblem" abmildern.
Oh doch! So kann man die Schulden weg inflationieren. Für GR wäre es am Besten die Drachme wieder einzuführen und gleich mal ordentlich abzuwerten.
 
Oh doch! So kann man die Schulden weg inflationieren. Für GR wäre es am Besten die Drachme wieder einzuführen und gleich mal ordentlich abzuwerten.

Wie kann man 100 Mrd. Euro Schulden weginflationieren, wenn man eine Drachme abwertet? Nur die Schulden in der eigenen Währung kann man so im realen Wert reduzieren.

Marty
 
2. Lösungsansätze:
1. reale Lohnanpassungen in Deutschland auf 20-40 % gestreckt auf 5 Jahre.
2. Arbeitszeitverkürzung die schrittweise gesenkt wird auf 30 Stunden bei gleichem Lohn. Jedes Jahr 1,5 Stunden weniger arbeiten bei vollem Lohnausgleich. (hat zusätzlich noch den Nebeneffekt, dass das Überangebot an Arbeit verknappt wird! Möglicherweise Verknappung der Erwerbslosenzahl. 4,7 Mio. Hartz 4 Bezieher ist ohnehin zu viel)
Find ich cool, wird aber nicht funktionieren. Es werden weiterhin Menschen aus Krisenländern in Deutschland arbeiten und (meine Vermutung) nach einem enormen Wirtschaftswachstum was wir in Deutschland die nächsten 10 Jahre erleben dürfen (zweites Wirtschaftswunder [leider ähnlich wie beim ersten (mit vielen Gastarbeitern und nur leicht steigenden Löhnen]), werden andere Länder nachziehen, weil es begünstigte Standortfaktoren zulassen. Der kleiner Unterschied zum ersten Wirtschaftswunder liegt darin, dass sich die Gastarbeiter nun auch im akademischen Bereich befinden. Der Leistungsdruck wird steigen und die künstl. Verknappung (Verschuldung) macht viele zu günstigen Arbeitskräften. Es werden bei diesen "Wirtschaftswunder" viele Menschen auf der Strecke bleiben. In Deutschland sehe ich da weniger Probleme, die Probleme werden in die Krisenländer ausgelagert. Das Bild haben wir ja vor Augen.

Ich denke, auch wieder Kaffeesatzlesen, dass sich die Wirtschaft aus Deutschland herausentwickeln wird. In Zukunft wird die Wirtschaft auch in Krisenländern wachsen, da in Deutschland ausgebildete Fachkräfte in ihren Ländern zurückkehren, dort wirtschafltlich was aufbauen, der Druck der Verschuldung das Lohnniveau auf einen niedrigen Stand bringt und somit einen weiteren günstigen Standortfaktor mit sich bringt. Des weiteren wird gerade ein neuer Wirtschaftszweig erschlossen. Der Tourismus wird in Zukunft an Bedeutung deutlich zunehmen und, und, und...

P.s.: Zur Geldkrise, ich kenne den ganzen Kram, unter anderem Ausführungen von H.W.Sinn (Die Target Falle u.a.), es gibt keine Geldkrise, Geld muss knapp sein, um (ja, das gefällt mir gar nicht) Wirtschaftswachstum zu generieren. Mir wäre ein "natürliches" Wachstum lieber...


Wenn das geschieht, könnten wir den Knall noch abwenden.

Ach ja, Lösungsansatz:

Ich sehe ein einziges Problem und das ist ein wirkliches Problem was in der Vergangenheit einen Weltkrieg erzeugt hat. Das ist der Mensch, der kleine Mann. Die Arbeitslosigkeit wird momentan in die Krisenländer ausgelagert und das ist zum "Kotzen". Die Arbeit wird nicht weniger, sie wird mehr, aber sie wird komplexer und ist nicht mehr von jeden zu bewältigen. Man muss die Arbeitsprozesse zerlegen/splitten, damit sie wieder von Menschen bewältigt werden können oder man muss Menschen die "momentan" nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen können (weil sie den Anforderungen nicht gewachsen sind) die Existenz sichern. Ich bin nach wie vor für ein europaweites BGE, natürlich gebunden an kkp.

Zweiter Lösungsansatz (utopisch [aber ich Liebe so einen Kram]):

Ein Geldsystem das nicht Wirtschaftswachstum sondern an Liebe und Nachhaltigkeit gebunden ist. (Das wäre richtig geil! In was für einer wunderbaren Welt würden wir dann leben!)

So, ich muss weiter TWL lernen...
 
Deutschland hat seine Währung nach dem Krieg sicherlich kaputtinflationiert, auch wegen des Ruhrkampfs etc. Aber das verminderte nicht die Außenschulden (Reparationen). Die waren nämlich in Dollar zu entrichten. Die wurden über die Jahre auf politischem Weg immer geringer, nicht durch Inflation.

Ist ja auch logisch: wenn ich mir heute 1000 Euro von dir leihe, nimmst du von mir am Montag doch auch nicht 1000 Vietnamesische Dong zurück. Damit könnte ich dank Inflation zwar meine Schulden zwar deutlich senken, aber du würdest nicht mitmachen und gemäß des Wechselkurses ~30.000.000 Dong fordern.

Genauso für die Griechen mit der Drachme. Momentan wären 1000 Euro Schulden ungefähr 390000 Drachmen. Wenn die Griechische Regierung den Wert ihres Geldes jetzt per Inflation halbiert, würdest du dann weiterhin 390000 Drachmen als Rückzahlung akzeptieren, oder doch eher 780000 verlangen?
 
Wenn die Griechische Regierung den Wert ihres Geldes jetzt per Inflation halbiert, würdest du dann weiterhin 390000 Drachmen als Rückzahlung akzeptieren, oder doch eher 780000 verlangen?

Es kommt drauf an was auf dem Schuldschein steht. Nicht was du dir wünscht. Momentan stehen natürlich 1.000 € auf der Staatsanleihe, aber nach einer Währungsreform kann ein Staat, der keine € durch Steuern einnimmt, diese logischerweise auch nicht mehr bedienen. Die Staatsanleihe müsste also zum aktuellen Wechselkurs umgeschrieben werden, oder?
Wenn anschließend die große Inflation kommt, kriegst du trotzdem nur den Nennwert.
 
Es kommt drauf an was auf dem Schuldschein steht. Nicht was du dir wünscht. Momentan stehen natürlich 1.000 € auf der Staatsanleihe, aber nach einer Währungsreform kann ein Staat, der keine € durch Steuern einnimmt, diese logischerweise auch nicht mehr bedienen.
Er kann Euros auf dem freien Markt erwerben. Nur weil ein Land aus dem Euro ausscheidet, verschwindet die Währung ja nicht. Der Staat ist einen Vertrag eingegangen, der eine bestimmte Währung vorsieht, und den muss er bedienen. Entweder durch eigene Einnahmen oder durch Eintausch von Devisen.
Die Staatsanleihe müsste also zum aktuellen Wechselkurs umgeschrieben werden, oder?

Wenn anschließend die große Inflation kommt, kriegst du trotzdem nur den Nennwert.

Hmm. Interessante Frage - ich würde davon ausgehen, dass solch eine Anleihe am Tag der Fälligkeit bzw. am Tag der Rückzahlung umgerechnet werden muss. Als Gläubiger würde ich jedenfalls nichts anderes zulassen. Und man kann sich sein - unter diesen Voraussetzungen wird KEIN Gläubiger eine griechische Staatsanleihe freiwillig vor der Fälligkeit an den griechischen Staat zurückgeben.
 
Die waren nämlich in Dollar zu entrichten. Die wurden über die Jahre auf politischem Weg immer geringer, nicht durch Inflation.
Die Reichsbank hat mit frisch gedruckten Mark Dollars gekauft und mit diesen die Reparationen, also Auslandsschulden, gezahlt, erst als diese wieder in den Warenkreislauf zurück flossen gab es Preissteigerungen. Deshalb haben die Franzosen unter anderem auch das Rheinland besetzt - ohne des Ruhrkampf wäre dieses Spiel noch eine ganze Weile gegangen.
 
Irrtum! Deutschland hat versucht, in Naturalien zu zahlen, konnte die geforderten Mengen aber nicht liefern. Darauf folgte die Ruhrbesetzung und damit einhergehend Ruhrkampf und starke Inflation. Die wurde mit der Währungsreform 1924 (Rentenmark) und der Neuverhandlung der Reparationen beendet. Deutschland hat sich zwischen den Weltkriegen nicht "gesundinflationiert".
 
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Irrtum! Deutschland hat versucht, in Naturalien zu zahlen, konnte die geforderten Mengen aber nicht liefern.
Sachleistungen und Geldleistungen waren unabhängig voneinander - die Sachleistungen mussten zusätzlich noch erbracht werden, es gab zwar einen kleinen Rückstand bei den Naturalleistungen (Kohle und Holz), aber der war sicher nicht der Hauptgrund für die Ruhrbesetzung, eher nur ein vorgeschobener Grund.
1922 hat D schon 42 Mrd. Mark von den geforderten 132 Mrd. Mark gezahlt, wäre also bei dem Tempo bis 1930 schuldenfrei gewesen und das ging nur mit Hilfe dieser Swap Geschäfte auf Kosten der Währung.