Eure Meinung zu den Studiengebühren!

In meinem ersten Post war ich ja den Gebühren einigermaßen aufgeschlossen, wenn auch mit der Kritik verbunden, dass sich dadurch nicht wirklich was verbessert habe. Nun, wo ich gehört habe, aus welchen furchtbaren Begründungen heraus andere für Gebühren sind und mit welchen Vorurteilen und Ahnungslosigkeiten sie aus mangelnder Bildung heraus auf Abiturienten und Studenten blicken, wird mir echt anders zumute.

Naja, was heißt Vorurteile.

Nachdenken und recherchieren

Im Beratungsgespräch wird ein Prozess angestoßen, der Ratsuchende muss aber bereit sein, zu Hause selbstständig weiterzuarbeiten. Denn bevor man sich für ein Fach entscheidet, sollte man sicher sein, dass die Vorstellungen richtig sind und die Studieninhalte einen nicht überfordern. Obwohl die Zahl der Studienabbrecher zurückgeht, geben nach aktuellen Berechnungen der Hochschulinformations-System GmbH (HIS) immer noch 21 von 100 Studierenden, die zwischen 1999 bis 2001 ihr Studium begonnen haben, ihr Erststudium ohne Examen auf.

1/5 brechen das Studium ab. Finde ich schon recht hoch.


Welcher vernünftige Mensch im 21. Jahrhundert will denn bitte noch bestreiten, dass Bildung der wichtigste "Rohstoff" der Zukunft ist, und man alles dafür tun muss, diese möglichst zu verbessern? Wir müssen als Wirtschaftsnation immer ganz vorne in der modernen Technologie mitspielen, wenn wir weiter Exportnation und Wirtschaftsmacht bleiben wollen, mit allen Vorteilen und Bequemlichkeiten, die das mit sich bringt. Deshalb darf in der Bildung nicht gespart werden. Das gilt für Studium, Berufsausbildung, Weiterbildung. Jeder sollte dafür nur so viel beisteuern müssen, wie er tragen kann. Verschuldung wegen Bildung sollte die Ausnahme sein. Keiner sollte gezwungen sein, große Kredite aufnehmen zu müssen, nur um eine Berufsqualifizierung zu erlangen. Ein Abiturient kann nunmal ohne Erstausbildung keinen Beruf ergreifen. Er ist auf staatliche Unterstützung angewiesen. Ob er später mal, wenn er gut verdient, etwas extra zahlen sollte, steht auf einem anderen Blatt. Die derzeitigen Studiengebühren belasten diejenigen, die aufgrund ihres Bildungsweges sowieso schon finanziell schlecht gestellt sind.

Niemand wird dies bestreiten. Von mir aus könnte auch jedem erfolgreichen Studenten, welcher nicht genügend verdient, die Kredite wieder erlassen werden. Aber Quantität war noch nie Qualität. Und meines erachtens ist Qualität wichtiger. Soll ja nun auch nicht heißen, dass alle Studenten schlecht sind, aber die eben genannte Zahl der abspringer find ich extrem hoch. In der Schweiz gab es dazu mal ein nettes Konzept von staatlich Zinsfreien Krediten, die nur zurück bezahlt werden müssen, wenn man ein gewisses Einkommen erreicht. Da wären auch weniger Ängste da denke ich.


Mockingbird schrieb:
Außerdem gehst du mir an das Studium viel zu idealistisch dran, kein "logisch denkender Mensch" würde bei der Wahl studieren/nicht studieren nur berücksichtigen ob man es sich zutraut, sondern auch alle anderen Faktoren berücksichtigen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich einige Menschen kenne die studieren. Keiner bekommt sein Studium durch seine Eltern finanziert und alle schaffen es dennoch die nun anfallenden Studiengebühren aufzutreiben. Bei Schulden sind Perspektiven immer wichtig. Daher ist schon wichtig mit welcher Einstellung man ins Studium geht.
 
@ marty:
Das ist doch deine Rechnung, oder? Die ist nunmal Käse.
Ich dachte, sie wäre realistisch.

Du bist doch nach dieser Aussagen dafür offen, in irgendeiner Weise die Studenten mit 50 k Schulden zu belasten.
Davon sind 44.000 Euro Lebenshaltungskosten. In dieser Rechnung setze ich vorraus, dass der Student keinen Handschlag arbeitet. Es handelt sich nur um 6.000 Euro, die direkt durch das Studium verursacht werden.

Hast Du das übersehen, oder forderst Du jetzt noch allen Ernstes, dass der Staat auch für die Lebenshaltungskosten der Studenten aufkommen soll?

Die Stelle kannst du dir selber rausssuchen.
Mache ich, wenn ich mal Wirtschaftsinformatik studiert habe und einen guten Abschluss mache.

Es geht hier nicht nur um 500 Euro Studiengebühren.
DAS interpretierst Du aus dem zitierten Satz. Du machst Dich lächerlich. All meine Aussagen hier in diesem Thread beziehen sich auf 500 Euro Studiengebühr im Semester. Und Du drehst meine Aussagen auf Basis dieser Aussage? rofl

Du schreibst zwar irgendwo, dass du nur forderst, der Student solle sich in geringem Maße beteiligen.
Ich schrieb das so ziemlich in jedem Beitrag. Fang einfach noch mal vorne an zu lesen. Mein erster Beitrag sollte Dir die Augen öffnen.

Aber du redest die ganze Zeit von den kompletten Kosten.
Belege bist Du (mal wieder) schuldig geblieben. Liefer ein Zitat von mir als Quelle.

Manche tun das nicht, machen Party, wollen die schnelle Mark mit der Ausbildung, statt sich auf der Schule einen abzuquälen, etc..
Das ist lächerlich, Du degradierst damit jeden Hauptschüler zu einem Partyhengst.

Ich bin so schlau und mach das Abitur. Jaja, is nix wert, macht fast jeder, blablabla, aber jeder machts ja nicht, ich machs aber.
Ich auch, und es hätte auch für ein Studium der Informatik gereicht.

Dann fang ich ein recht kompliziertes Studium mit an, das mindestens die Hälfte der Erstsemester nicht erfolgreich beenden wird.
Und dafür soll der Staat Dich also belohnen? Und den Partyhengst soll er nicht belohnen, wenn der später feststellt, dass Lernen doch sinnvoll ist?

Dann arbeite ich noch nebenher immer mal wieder, in den Ferien etc.
Wenn Du arbeitest, hast Du am Ende auch keine Schulden.

Da platzt einem halt mal der Kragen und man nimmt das persönlich.

Jetzt erkenne ich es: Du bist neidisch! Darauf hätte ich gleich mal kommen sollen. Du bist neidisch auf die Partymacher, die später im Luxus Hartz IV auf Deine Kosten leben und nur Party machen werden. Da willst Du wenigstens, dass die, solange sie noch arbeiten, Dein Studium komplett finanzieren.

Sorry, EOT für mich, eine sachliche Diskussion ist wegen Befangenheit mit Dir nicht möglich.

Marty
 
Vielleicht liegt es daran, dass ich einige Menschen kenne die studieren. Keiner bekommt sein Studium durch seine Eltern finanziert und alle schaffen es dennoch die nun anfallenden Studiengebühren aufzutreiben. Bei Schulden sind Perspektiven immer wichtig. Daher ist schon wichtig mit welcher Einstellung man ins Studium geht.

Hmm, also ich würd jetzt sagen das ich auch optimistisch an mein Studium dran gegangen bin, ansonsten hätte ich nicht angefangen zu studieren. Aber meine Einstellung hilft mir nicht dabei, dass Geld zusammen zu bekommen. Ich arbeite viel um das Geld zu verdienen, eben damit ich nach dem Studium keine Schulden habe. Aber dadurch fehlt mir auch Zeit, die ich zum lernen bräuchte, was das Studium nicht einfacher macht.
Das soll jetzt nicht so rüberkommen, als möchte ich nicht nebenbei arbeiten, dass macht mir schon Spaß und würd ich so oder so machen, aber es wäre schön wenn ich nicht so viel arbeiten und auf Sachen verzichten müsste, nur um 500€ für etwas zu bezahlen, das mir zu Gute kommen sollte und ich im Endeffekt doch nichts davon habe. Dann soll der Staat hat später, wenn ich gut verdiene gern was von mir zurück verlangen, aber jetzt schon von mir als Studentin Geld zu verlangen, was ich eigentlich nicht habe ist der falsche Weg.
 
Vielleicht liegt es daran, dass ich einige Menschen kenne die studieren. Keiner bekommt sein Studium durch seine Eltern finanziert und alle schaffen es dennoch die nun anfallenden Studiengebühren aufzutreiben. Bei Schulden sind Perspektiven immer wichtig. Daher ist schon wichtig mit welcher Einstellung man ins Studium geht.

Da du mir scheinbar die erbetenen Nachweise schuldig geblieben bist: was machen wir denn, wenn jemand anders Leute kennt, dessen Eltern ihm das Studium nicht finanzieren, und der es auch nicht schafft, die Studiengebühren aufzutreiben, weil er mit Müh und Not seinen Lebensunterhalt bestreiten kann? Der aber eine gute Einstellung hätte?
Tja....da haben dann beide wohl Erfahrungen gemacht...und wir hier hätten Aussage gegen Aussage...sehr förderlich in dieser ja so sachlichen Argumentation...^^
 
Hmm, also ich würd jetzt sagen das ich auch optimistisch an mein Studium dran gegangen bin, ansonsten hätte ich nicht angefangen zu studieren. Aber meine Einstellung hilft mir nicht dabei, dass Geld zusammen zu bekommen. Ich arbeite viel um das Geld zu verdienen, eben damit ich nach dem Studium keine Schulden habe. Aber dadurch fehlt mir auch Zeit, die ich zum lernen bräuchte, was das Studium nicht einfacher macht.

Dir fehlt Zeit, aber du gewinnst auch eine Erfahrung. Meiner Erfahrung nach kommt das im Lebenslauf meistens sehr gut an wenn man neben dem Studium auch etwas Arbeitsmäßig geleistet hat.

Das soll jetzt nicht so rüberkommen, als möchte ich nicht nebenbei arbeiten, dass macht mir schon Spaß und würd ich so oder so machen, aber es wäre schön wenn ich nicht so viel arbeiten und auf Sachen verzichten müsste, nur um 500€ für etwas zu bezahlen, das mir zu Gute kommen sollte und ich im Endeffekt doch nichts davon habe. Dann soll der Staat hat später, wenn ich gut verdiene gern was von mir zurück verlangen, aber jetzt schon von mir als Studentin Geld zu verlangen, was ich eigentlich nicht habe ist der falsche Weg.

Sofern du Bafög (ist bei Studenten ja nichts anderes als ein Kredit) und Studienkredite beanspruchst, ist dies ja nichts anderes als das der Staat es später wieder haben möchte :) Oder würdest du lieber auf ewig eine höhere Steuer bezahlen? Da ist es doch fairer genau abzurechnen, was man hinzusteuert.

Versteh mich nicht falsch, wenn der Staat genug Geld hätte jedem Studenten Studium samt Unterhalt zu bezahlen, würd ich mich freuen. Fehlt das Geld, dann geht es nunmal nicht. Soziale Einrichtungen, welche für die Grundbedüfrnisse gedacht sind müssen nunmal immer vor gehen.
 
Es hat ja auch immer noch niemand ein Problem damit, die Notwendigkeit von Studiengebühren einzusehen...
 
Sofern du Bafög (ist bei Studenten ja nichts anderes als ein Kredit) und Studienkredite beanspruchst, ist dies ja nichts anderes als das der Staat es später wieder haben möchte :) Oder würdest du lieber auf ewig eine höhere Steuer bezahlen? Da ist es doch fairer genau abzurechnen, was man hinzusteuert.

Bafög und Studienkredite sind was verschiedenes. Bafög ist eine staatliche Förderung. Du bezahlst nur die Hälfte zurück, und das zinslos.

Studienkredite sind ein normales Finanzprodukt der Banken. Du bekommst keine Zuschüsse und musst Zinsen bezahlen. Es ist eben auf Studenten angepasst, sodass du ne gewisse zeit nach dem Studium zur Jobsuche hast und die Raten nicht gleich anfangen, etc. aber das wird die ganze zeit voll verzinst. So haben die Banken gleich auch noch was vom Kuchen.

Das Problem an den Studiengebühren ist doch vor allem dieses: Die Studenten werden hier und jetzt mit zusätzlichen finanziellen Belastungen belastet. Hier und jetzt hat man als Student aber nunmal kein Geld übrig. Jeder Student muss gleich viele Gebühren zahlen, unabhängig davon, wie teuer sein Studienplatz wirklich ist, und was er spätermal verdient. Das läuft total in die falsche Richtung. Entgegen aller Förderungen wie Bafög, günstiger Krankenversicherung, günstiger Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel durch Semesterticket, etc. halst man den finanziellen sowieso schlecht dastehenden Studenten ne Campus-Maut auf. Das Geld fehlt denen hier und heute im Geldbeutel, und da ist es relativ wurst, ob die später mal eventuell genug verdienen. Wenn schon Studiengebühren, dann ab nem gewissen Einkommen und natürlich erst NACH dem Studium, und zinsfrei, damit nicht auch noch die Banken mitkassieren... kann man sich vielleicht auf sowas einigen als Konsenz?
 
Also in Österreich gibt es auch Studiengebühren. Dort ist es nur so das es vom Staat einen eigenen Found gibt der an die ausgezahlt wird die fürs Studium nachweislich zu wenig Geld aufbringen können.
 
Wenn schon Studiengebühren, dann ab nem gewissen Einkommen und natürlich erst NACH dem Studium, und zinsfrei, damit nicht auch noch die Banken mitkassieren... kann man sich vielleicht auf sowas einigen als Konsenz?

Ich liebe es, wenn man zielführend denkt. Ich zitiere mal mich selber, auch wenn ich das nicht gerne mache, aus meinem ALLERERSTEN Beitrag in diesem Thread (#39, damit Du das auch findest):
Oder eine andere Möglichkeit: Ihr bekommt das Studium vom Steuerzahler finanziert, müsst dafür aber später von jedem Einkommen, dass über 80.000 Euro im Jahr liegt, 10% zusätzlich als "Studiensteuer" direkt an die Hochschule zahlen, an der Ihr studiert habt. Wäre das was?

Und nun?

Marty
 

Hatte auch schon ähnliches

Wannabe schrieb:
In der Schweiz gab es dazu mal ein nettes Konzept von staatlich Zinsfreien Krediten, die nur zurück bezahlt werden müssen, wenn man ein gewisses Einkommen erreicht. Da wären auch weniger Ängste da denke ich.

Passt aber nicht in das Konzept, dass wir den Studenten etwas böses wollen :)
 
Die "Studiensteuer" wär ne zu große Belastung, und letztendlich hat jeder die selbe Leistung erhalten, ob er nun 100k oder ne Million im Jahr verdient. Ich wär eher dafür, dass die Studiengebühren, wenn man sie denn nun sooo dringend braucht..., zwar fällig werden, der Staat sie dir als Student aber sozusagen "leiht" und erst wirklich abkassiert, wenn du genug verdienst (sagen wir mal ab 30.000 brutto oder so jeden Monat 100 Euro).

Dann könnt man beruhigt ein Studium anfangen, denn wenn es schief geht, brauch man sich nicht vor nem Schuldenberg fürchten (nicht jeder schafft den angestrebten Abschluss und man kann nunmal nicht vorhersagen, wer es schaffen wird und wer nicht, und somit im Vornerein "sortieren" - auch wenn Wannabe meint, genau zu wissen, wer es schafft, wer zu zögerlich ist, und wer es sowieso nicht gebracht hätte...). Es ist leider nicht so, dass jeder Erstsemester den Abschluss erreicht und 100k verdient, auch wenn das mancher vielleicht glaubt.

Für Leute, die ins Ausland gehen, muss man sich dann aber was überlegen. Aber auch im Ausland gibts ja Einkommensnachweise und Steuererklärungen, da könnt man schon prüfen, wie viel jemand verdient. Wer nicht zahlt, hat die Schulden in D dann trotzdem und wird bei Einreise ins Land festgesetzt ;-) Wär dann so ähnlich, wie wenn man nen Strafzettel in nem fremden Land net bezahlt ;)

Es sind in diesem Thread eventuell ein paar heftige Wortfetzen geflogen, teilweise weil manches missverständlich war, und teilweise einfach so ;) Teilweise war die provokante Art der Kontrahenten dran schuld, und teilweise ich selbst auch irgendwie ;)

Wenn ich mal 100k++ verdiene, zahl ich gerne ne Zeit lang nen Hunderter im Monat für mein Studium. Und ich geb natürlich dann allen aus diesem Thread einen aus ;)

Wichtig ist, dass durch die Gebühren die Entscheidung, ein Studium zu beginnen, nicht beeinträchtigt werden darf. Sowas kann sich Deutschland nicht leisten. So, wie es im Moment ist, werden die falschen, nämlich die Studenten, belastet. Und ich bleibe dabei, dass von "Verbesserungen" KAUM etwas zu sehen ist. Die Unis sind sehr eingeschränkt darin, für was das Geld eingesetzt werden darf, und ich hab schon von Tutoren gehört, denen wurden einfach mehr Stunden aufgeschrieben und das Geld zugeschoben, nur damit es irgendwie verbraucht wird...
 
Darf ich mal fragen was du denn dagegen tust? Das soll nun kein Angriff sein, ist ernst gemeint die Frage. Engagierst du dich politisch oder in der Uni um deine Ideen mit einzubringen?

Wie gesagt, ich bin deinem Vorschlag gegenüber ja nicht abgeneigt, aber es kann sich nur was ändern, wenn die Menschen sich auch darum bemühen. Und dazu zählt meines erachtens mehr als nur zur Wahl zu gehen. Irgendwie muss das Feedback ja auch an die Herren Politiker gelangen ^^
 
:ugly: Ihr sagt: Studiengebühren sollten den Finanzhaushalt des Staats entlasten, der nicht genug Geld hat. Dann sagt ihr, der Staat soll zinslose Kredite für Studenten bewilligen, die nur im "Erfolgsfall" zurückgezahlt werden müssen. :ugly: Hallo?
 
Ja und nun? Das widerspricht sich doch nicht. Außerdem sagt keiner, dass Studiengebühren vor allem den Haushalt entlasten sollen. Die derzeitigen Studiengebühren sollen zumindest nach Planung die Lehre zusätzlich verbessern, stellen also zusätzliche Mittel zur Verfügung. Ob das nun auch wirklich der Fall ist, sei dahingestellt. Trotzdem versteh ich dein ganzes Posting nicht. Bzw. es macht keinen Sinn?!?
 
Wenn du diesen Thread liest, stößt du immer mal wieder auf den Einwand, Studiengebühren sollten die Staatskasse entlasten, was sich daran bemerkbar gemacht habe, dass der Etat der Unis gekürzt wurde. Das ist sogar einleuchtend, denn der Staat muss sparen.

Wenn nun aber plötzlich zinsfreie Kredite vergeben werden, und diese Kredite nur in bestimmten Fällen zurückgezahlt werden müssen, dann gibt der Staat wieder Geld aus, welches er nicht wiederbekommt. Der Spareffekt wird auf ein Minimum reduziert, und dann kann man auch auf Studiengebühren verzichten und den Etat wieder erhöhen.
 
Wenn du diesen Thread liest, stößt du immer mal wieder auf den Einwand, Studiengebühren sollten die Staatskasse entlasten, was sich daran bemerkbar gemacht habe, dass der Etat der Unis gekürzt wurde. Das ist sogar einleuchtend, denn der Staat muss sparen.
Mein Vorschlag mir einer Sondersteuer über 80K Euro Einkommen für Ex-Studenten im Jahr bringt mit Sicherheit deutlich mehr ein als die 500 Euro, die jeder Student zahlen muss.

Selbst wenn man diesen Sondersteuersatz nur auf 1% festlegen würde für Gehälter über 80k Euro, dann kämen alleine von einem Porsche-Vorstandschef dieses Jahr 800.000 Euro, das würde für 1.600 Studenten-Studiengebühren reichen.

Marty
 
Diesen deinen Vorschlag habe ich ja auch in keiner Weise angegriffen. ^^

Naja...nehmen wir jetzt einfach mal an, diese Sondersteuer wäre auf 1% festgesetzt. Du sagst, allein von Herrn Wiedeking käme genug Geld, um die Studiengebühren von 1.600 Studenten zu finanzieren. Im WS 06/07 waren laut Wikipedia rund 2 Mio. Menschen an Hochschulen eingeschrieben, 60% davon an Universitäten. Du siehst: es gibt nicht genug Menschen mit entsprechendem Einkommen, um diese Beträge aufzubringen, denn wie viele Vorstandsvorsitzende willst du auftreiben? Und den Steuersatz höher, auf 5% oder gar 10% zu setzen - wie willst du das den Menschen begreiflich machen? Und selbst dann ist die Frage, ob genug Mittel zusammenkommen.
 
Im WS 06/07 waren laut Wikipedia rund 2 Mio. Menschen an Hochschulen eingeschrieben, 60% davon an Universitäten.
Nehmen wir mal an, davon sind 75% Erststudenten, um die es bei unserer Diskussion mal geht. Oder geht es auch um studierende Rentner, Nebenbeistudenten mit Hauptjob etc.?

Also 1,5 mal 500 Euro pro Semester, macht exakt 1,5 Mrd. Euro. Wenn man 1% als Steuer nimmt, müssten also von den Ex-Studenten 150 Mrd. Euro Einkommen pro Jahr erzielt werden. Das sollte doch fast zu schaffen sein. Es mag sich zwar viel anhören, wären aber im Schnitt nur 1,875 Mio. Menschen, die exakt 80.000 verdienen müssten. Da wir aber vermutlich eine Menge Top-Verdiener dabei hätten, wäre die Anzahl deutlich geringer.

Es gibt in Deutschland z.B. fast 25.000 Einkommensmillionäre, deren Einkommen über einer Mio. Euro liegt (im Schnitt sogar bei 1,3 Mio.). Da wären die ersten 30 Mrd. schon geschafft.

Wenn ich mir alleine alle Vorstände in den deutschen Top-100 Unternehmen ansehe: Im Schnitt bekam jeder laut Spiegel 1,3 Mio Euro. Wohlgemerkt, ein Vorstandsmitglied, nicht nur der Vorsitzende. Und manche Vorstände sind gross...

Und den Steuersatz höher, auf 5% oder gar 10% zu setzen - wie willst du das den Menschen begreiflich machen?
Wie macht man denn den Menschen Steuern überhaupt begreiflich? Indem man ihnen die Gegenleistung klarmacht.

Du bekommst eine Top-Ausbildung. Du verdienst wegen dieser Top-Ausbildung viel Geld. Du solltest etwas zurückgeben.

Und in den USA z.B. machen die das FREIWILLIG. Da geben Ex-Studenten ihren Unis freiwillig das Geld oder legen Stiftungen auf. Die fragen nicht nach dem Sinn, die kennen den, ohne das der Staat was machen muss.

Sehr interessant: https://www.ftd.de/politik/deutschland/150814.html?eid=151230&imgpopup=2&nv=Image1

Laut diesem Diagramm kostet ein Student in NRW z.B. 8.510 Euro pro Jahr (Zahlen von 2004). Das ist das, was das Land einplant. Die Studiengebühr von 1.000 Euro ist davon also knapp 12%.

Marty
 
Wenn du diesen Thread liest, stößt du immer mal wieder auf den Einwand, Studiengebühren sollten die Staatskasse entlasten, was sich daran bemerkbar gemacht habe, dass der Etat der Unis gekürzt wurde. Das ist sogar einleuchtend, denn der Staat muss sparen.

Wenn nun aber plötzlich zinsfreie Kredite vergeben werden, und diese Kredite nur in bestimmten Fällen zurückgezahlt werden müssen, dann gibt der Staat wieder Geld aus, welches er nicht wiederbekommt. Der Spareffekt wird auf ein Minimum reduziert, und dann kann man auch auf Studiengebühren verzichten und den Etat wieder erhöhen.

Genau da liegt doch der Punkt. Der Staat gibt doch kein Geld aus, indem er die Studiengebühren später kassiert, er nimmt es nur später ein. Der Staat gibt nach meinem Vorschlag auch keine zinsfreien Kredite, sondern die gebühr wird erst später erhoben. Er verliert gegenüber dem Zustand, dass es keine Studiengebühren gibt, kein Geld, sondern die Einnahmen für die Hochschulen steigen. Vielleicht nicht so stark, als wenn alle Studiengebühren zahlen müssten vom Tag der Einschreibung an, aber was heißt schon "viel", oder "weniger". Ich habe ausführlich dargelegt, weshalb das aus meiner Sicht besser wäre.

Ich sehe dein Problem an der Lösung immer noch nicht. Außer, dass weniger reinkommt, als wenn man den Studenten einfach alles bis auf die Unterhose auszieht und sie zwingt, 100.000 Euro (fiktive, möglichst hohe Zahl) Kredit aufzunehmen. Dann hätte der Staat natürlich mehr Geld, keine Frage. Aber das würd sich langfristig rächen. Brauch ich ja nicht mehr weiter zu erklären.

Mehr als einen Anteil an den Kosten kann man den (ehemaligen) Studenten sowieso nicht aufbrummen. Wenn alle so toll verdienen, zahlen sie meiner Meinung nach eh schon viel Steuern. Neue Steuern bedingen nur, dass mehr Fachkräfte bzw. Akademiker abwandern. Du kannst nicht immer nur kassieren.
 
Ich sehe dein Problem an der Lösung immer noch nicht. Außer, dass weniger reinkommt, als wenn man den Studenten einfach alles bis auf die Unterhose auszieht und sie zwingt, 100.000 Euro (fiktive, möglichst hohe Zahl) Kredit aufzunehmen. Dann hätte der Staat natürlich mehr Geld, keine Frage. Aber das würd sich langfristig rächen. Brauch ich ja nicht mehr weiter zu erklären.

Du sagst es doch selbst: es kommt weniger rein. Und zwar in erheblichem Maße! Die wenigsten sind doch irgendwann so weit, genug Geld zu verdienen, um zurückzuzahlen. Allen anderen wurde das Geld quasi geschenkt. Der Staat hat wieder enorme Verluste. Und dann kann er das Geld auch wieder selbst den Unis zuschießen anstatt Studiengebühren einzuführen. Weil's egal ist, beide Konzepte kosten ihn viel Geld.