Die Kirche. Die Religion. Der Austritt?

Benutzer-1170

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23 April 2006
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Hallo zusammen,

ich möchte hier heute eine kleine Diskussion beginnen, die sich wahrscheinlich gar nicht so kurz zu halten ist. In der Vorweihnachtszeit möchte ich das Thema Kirche/Kirchenaustritt (mal wieder) aufrollen. Grund ist, dass ich seit geraumer Zeit darüber nachdenke, ob ich eigentlich gläubig bin und (unabhängig davon) in der Kirche bleiben soll. Nun hatte ich es in der vergangenen Zeit nicht besonders eilig mit meiner Entscheidung, zumal ich mir dies gründlich überlegen möchte. Nicht besonders eilig, weil ich noch keine (nennenswerte) Kirchensteuer zahle und meine Kirchenzugehörigkeit somit erstmal keine weiteren Folgen hat. Dies wird sich aber in kürze ändern, und da denke ich mir schon, dass ich diese, durchaus wichtige Lebensfrage (und das ist keine Ironie), zeitnah beantworten sollte um unnötige Kirchensteuerausgaben einzusparen. Ich habe viele Pläne, für die ich das Geld besser gebrauchen kann, und die sind nicht nur egoistisch. Schließlich könnte es durchaus sinnvoller sein, die gesparte Kirchensteuer anderweitig zu spenden?

Ich möchte mir diese Entscheidung reichlich überlegen. Dazu habe ich mir vorgenommen, mich zunächst umfassend über die Weltreligionen zu informieren und natürlich im speziellen über die meinige, die römisch-katholisch Konfession. Mir ist klar, dass vieles an den Kirchen im allgemeinen und der meinigen im speziellen unbezweifelt gut, gutherzig ist. Aber wer sich rational mit der Institution auseinandersetzt, wird mit vielen Fragen konfrontiert, die selten logisch zu beantworten sind. Fragen, auf die ich Antworten suche. Meine Überlegungen rund um die Kirche haben nicht primär etwas mit der Kirchensteuer zu tun. Ich bin gerne bereit diese zu zahlen, sofern sie zu Zwecken eingesetzt wird, die mir zusagen. Dafür muss die Kirche aber auch zu einem hohen Satz meinen Vorstellungen entsprechen. Es muss also viele Überschneidungen in der "Weltanschauung" geben. So stell eich es mir zumindest momentan vor.

Generell bin ich der Meinung, dass der Glaube an Gott (oder wen auch immer), auch unter den Grundgedanken der beispielsweise katholischen Kirche, keine Besuche von Messen, keine Beichte oder andere Instrumente erfordert, schon gar keinen formale Zugehörigkeit oder Zahlung von Steuern. Mir geht es vielmehr wirklich darum herauszufinden, ob ich 1. an den Gott glaube, mit dem ich aufgewachsen, erzogen wurde oder ob ich 2. vielleicht an etwas ganz anderes bzw. gar nichts glaube. Weitergehend wäre zu klären, ob in mit der Form der Umsetzung des Glaubens meiner Kirche im Einklang bin.

Was bezwecke ich mit diesem Beitrag? Mich würde einfach interessieren, ob ihr glaub, woran ihr glaub, wie ihr wisst das ihr glaubt, ob ihr vor gleicher Frage standet/steht, wie ihr diese gelöst habt, warum ihr aus der Kirche ausgetreten seid, welche für euch die größten Widersprüche sind, was für die Kirche spricht und so weiter, und so weiter. Für mich ist es also eine begleitende Diskussion während der Klärungsphase, für einige vielleicht auch, für andere eine Argumentation, für weitere …. Vielleicht ist gerade jetzt, kurz vor dem höchsten Fest der katholischen Kirche, dass fast alle feiern, der richtige Zeitpunkt über die Frage nachzudenken. Ich selbst bin gespannt, ob ich sie klären kann, wie schnell, wann und was dabei herauskommt. Vielleicht bin ich noch in Jahren unschlüssig? Einen Gedanken kann ich trotz allem (Vor-)Zweifel zumindest nicht verdrängen… irgendwie wäre es schon schön einen Glauben zu haben. Ich glaube, nein ich weis, dass er vielen, vielen Menschen in allen möglichen Lebenssituationen, insbesondere natürlich in den schweren, hilft. Irgendwie ist diese Vorstellung beruhigend…, viele Haltungen der Kirche beunruhigend…
 
vieleicht kann sowas ja auch mit behilflich sein:)

Zitat aus einem Bericht
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Quelle:funcity.de
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"Internationales Interesse an Online-Klostergründung

Berichte auf den polnischen Websites wiadomosci.onet.pl und
zetnews.pl

zur Gründung des virtuellen Klosters in funcity lösten am gestrigen Abend einen Besuchersturm auf funcity aus.
Effreulicherweise konnten die sprachlich bedingten Kommunikationsschwierigkeiten durch zuhilgenahme von Englisch und durch Unterstützung einer Dolmetscherin einiger Maßen überwunden werden.

Berichte bei
bild.de und Radio Vatikan spiegeln das Interesse an der Idee wieder.

2, Dezember 2008 Verfasst von funcityonlinekirche | Kloster | Online-Kloster, Bild, Radio Vatikan | Keine Kommentare


Liebe Leserinnen und Leser
des Gemeindebriefs aus der Internet-Kirche St. Bonifatius,

die Zeit des Advent macht sich an vielen äußerlichen Dingen bemerkbar. Da wird geschmückt und beleuchtet. Den Schnee hatten wir ja schon.
Die Vorbereitungszeit auf Weihnachten macht sich durch Plätzchengeruch, der von der Küche ausgeht, in der Nase bemerkbar. Geschenkpapier mit Weihnachtssternen ist gekauft, nun fehlt nur noch die Besinnlichkeit.

Das Evangelium des heutigen Sonntags meint aber anderes: Bleibt wach!
Das ist das ganze Gegenteil von kuscheligem Kerzenlicht, warmem Tee, flackerndem Kamin oder Hocken an der Heizung mit einem lesenswerten Buch.

Bleibt wach! Strengt euch an! Richtet euch nicht gemütlich ein! Passt auf, dass euch die Augen trotz Anstrengung und Müdigkeit nicht zufallen!
Haltet aus, nehmt wahr, beobachtet, was kommt!

Christen und Christinnen haben eine fundamentale Motivation, wach und wachsam zu sein: Sie warten auf die Geburt des Erlösers, die wir an Weihnachten begehen. Das darf mir schon mal etwas abfordern. Es hat ja niemand gesagt, dass es ein lieblicher Sommerspaziergang ist, das Christsein.

Und ich frage mich, was dazu mehr hilft, was weniger, und was ich mir folglich vornehmen will für die kommenden Tage und Wochen.
Vielleicht haben Sie für sich ebenfalls eine Idee, mal etwas anders, wachsamer zu machen?

Liebe Grüße
Norbert Lübke

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Wieder geplant: Der Adventskalender aus der Internet-Kirche St.Bonifatius in funcity.de
Jeden morgen frisch auf den Tisch ein Impuls zur alttestamentlichen Lesung des Tages: Zum Lesen eine Idee für den Tag.
Kostenlos bestellen per E-Mail an: [email protected] mit dem Betreff: “subscribe” - ohne Anführungszeichen
Wir beginnen am 1. Advent, 30.11.2008 - also ein wirklich echter Adventskalender.
Es ist dennoch möglich, sich auch später anzumelden.
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Evangelium zum Sonntag: Markus 13, 33-37

Seht euch also vor und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!"

Zitatende
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ich finde es echt super das communities solche sachen machen und sich mit sowas auch auseinnander setzen!
klasse idee meine meinung nach!
 
Um die Antwort erstmal kurz zu halten: Ich glaube an nichts, was den Erzählungen der Kirche irgendwie nahe kommt. Also bin ich konsequenterweise sofort ausgetreten, als ich überhaupt Geld verdient habe und es aus eigenem Antrieb durfte. Schweinerei, dass selbst das noch einmal Gebühren kostet, aber immerhin kommen die dem Staat zu Gute und nicht der Kirche.

Der beste Grund für eine solche Entscheidung war eine Geschichte in Polen in den Neunzigern. Dort wurde eine 150 Millionen Mark Kirche errichtet... und damit der Vorplatz etc. auch schön bleibt, mussten 2 Einrichtungen für Odachlose/Bedürftige auf Druck der Kirche geschlossen werden....

Und es gibt ja auch noch eine Menge andere Dinge, die in diesen Sekten/Großsekten schief laufen. Sicher, der eine oder andere Kindergarten ist ganz nett... aber wenn die Kinder dann im Kommunionsunterricht missbraucht werden.... Naja, lassen wir das, führt zu weit.

Kurzum, ich zahle dem Sauhaufen nichts mehr und habe mehr als einen guten Grund dafür.
 
Ob jemand aus der Kirche austritt oder nicht ist seine eigene Entscheidung die ihm keiner abnehmen kann.
 
Ich bin aus der katholischen Kirche ausgetreten, weil diese Kirche Menschen in meinem persönlichen Umfeld diskriminiert hat und nach wie vor behandelt wie Menschen zweiter Klasse.

Meine Mutter musste eine kath. Grundschule als Lehrerin verlassen, als sie sich hat scheiden lassen. "Schuldig" (das gab es damals noch) war mein Vater laut Gericht. Das interessierte die Kirche reichlich wenig. Aussage der Kirche: "Wenn ein Mann fremdgeht, dann hat die Frau etwas falsch gemacht, ergo ist nicht der Mann schuld, sondern die Frau!"

Und deshalb durfte sehr wohl ein geschiedener Mann an dieser Schule unterrichten, eine geschiedene Frau aber nicht. Und deren Kindern wurde empfohlen, doch den kath. Kindergarten zu verlassen, weil die Mutter ja geschieden ist.

Marty
 
Ob man bereit ist seinen Glauben an die Zahlung von Kirchensteuern zu knüpfen, muss man immer für sich selbst entscheiden.

Als Lutheraner zahle ich meine Kirchensteuern obwohl ich wirklich selten den Gottesdienst besuche.
Das alles ändert aber nichts an meinem Glauben oder meiner Orientierung.
Ebenfalls steht für mich nicht zur Debatte aufgrund der Kirchensteuer "offiziell" aus der Kirche auszutreten.
 
Davon mal abgesehen bleiben Katholiken doch kirchenrechtlich eh immer Mitglied...

Nichtsdestotrotz ist ein Austritt immer zu befürworten...;)
 
auch in diesem Thread werden Katholiken als egoistische, perverse, kranke und nicht ernstzunehmende Menschen dargestellt.
Vielen Dank dass ihr so schön polemisiert und verallgemeinert.


Warum ich nicht aus der Kirche austreten werde?

- Ich möchte kirchlich heiraten. -> kein rationaler Grund. Reines Gefühlsding =) Kirche is viel romantischer.

- Meine Kinder sollen getauft werden. Ich finde es unsinnig Kindern in frühem Alter schon den Kontak zu getauften Kids zu vermiesen.

- Ich persönlich habe durch Kommunion - Messdiener sein - und danach Gründung einer eigenen Jugendgruppe meine bisher besten Freunde kennen und schätzen gelernt. Mit denen ich heute nach wie vor noch super befreundet bin und mit denen wir zusammen einen Jugendraum führen.

- Unser Sozialsystem ist auf die kirchlichen Träger angewiesen. Ob ich das Geld jetzt dem Staat zuschieb, der damit nur noch mehr Unsinn macht (Konsumgutscheine :LOL: , Hartz 4 etc.) oder einer Kirche, in der ich zum Großteil Menschen bezahle, die mir nahestehen und auch was für mich tun oder wo die Kohle ins Ausland geht, um anderen zu helfen...

Bsp. Kindergarten, Grundschule (Bastelstunden, Kindergruppen), Mobiler Pflegedienst, Krankenhäuser, Sozialarbeiter, Psychologen und letztlich Pfarrer, die auch als Seelsorger tätig sind.

- Ich persönlich könnte mir mein soziales Leben nicht vorstellen ohne Kirche. Gerade letzten Sonntag war bei uns wieder Kolping-Gedenktag. Ich bin in der Kolpingsfamilie (das is quasi ne Sekte in der Sekte :roll: ) und bin danach zum Mittagessen ins Gemeindehaus. Mir wurde ohne dass ich gefragt hab von nem "bekannten Jugendlichen" n Platz freigehalten. Das würde woanders kaum einer machen. Ich hab den Nachmittag mit meinen Freunden verbracht. Besinnlich und gemütlich saßen wir im Gemeindehaus, haben unser Bierchen getrunken, unser Schnitzel mit Spätzle und Pommes gegessen und Weihnachtslieder vor uns hergebrummelt. 8)

Fazit: Kirche ist für mich nicht die Institution, die mein Leben beschränkt und behindert. Im Gegenteil. Mein Leben wird bereichert durch die Kirche und die vielfältigen Aktivitäten, die man in ihr geboten bekommt.
Ich hab den Großteil meiner Freunde in benachbarten Dörfern auch nur durch die Kirche und das Ministrieren kennengelernt. Fußballturniere befreundeter Ministrantengruppen. Grillabende, Parties etc.

Und alles in gewisser Weise bezuschusst von dieser ach so bösen großen Sekte, in der natürlich alle Pfarrer Kinder missbrauchen, nen dicken fetten Benz fahren und sonst ja keinen Finger für die Gesellschaft rühren 8)


PS: Ich hab ne Freundin (wir haben vorehelichen S*x), habe lange Haare, höre satanistische Musik :evil:, sehe aus wie ein Sittenstrolch, nichtsdestotrotz hat mir die Kirche noch nicht den Exorzisten nach Hause geschickt.
;)



edit: und heut abend geh ich zum Fußball. Die Halle wird bezahlt. Ich brauch keinen Cent mehr dazutun und kann mit meinen Kumpels 2 Stunden lang fast für umme kicken.
 
Fazit: Kirche ist für mich nicht die Institution, die mein Leben beschränkt und behindert. Im Gegenteil. Mein Leben wird bereichert durch die Kirche und die vielfältigen Aktivitäten, die man in ihr geboten bekommt.

Mimo - so wie ich das sehe, haben deswegen so viele Probleme mit der Kirche, weil sie die Hilfe und das "Für-einen-da-Sein" was die Kirche so angeblich für andere Menschen tut, einfach nicht erlebt. Schon gar nicht bzw. erst recht nicht, wenn man nicht glaubt.
Ich habe jahrelang für die Kirche gearbeitet. Bin aber selber nicht gläubig. Ich hatte ein hartes Jahr, große Schwierigkeiten. Die Kirche wußte Bescheid, aber es kam nichts, nicht ein nettes Wort, nicht ein Angebot für Hilfe - im Gegenteil, im Moment ist die Kirche dabei mir das Leben noch schwerer zu machen, als ich es ohnehin schon habe.

Deswegen denke ich, werden viele "pauschalieren". Die Kirche ist gut zu Mitgliedern, das erlebe ich jeden Tag, aber nicht für andere. Dieses Jahr hab ich es am eigenen Leib erlebt.
 
aber auch da ist doch nicht die ganze Kirche schuld. Es sind die einzelnen Menschen, mit denen du zu tun hattest.
Ich kann unsern neuen Pfarrer auch nicht leiden. Aber ich brauch mit dem auch nix reden. Ich hab auch nicht immer nur mit netten und freundlichen Leuten zu tun im Jugendausschuss beispielsweise oder mit dem Leiter der Sozialstation (der zuständig ist für unsern Jugendraum - das ist das größte Arschgesicht, das ich überhaupt kenne), aber sind die das, weil die in der Kirche sind, oder sind die so dämlich, weil die einfach dämlich und damit nur allzu menschlich sind?

Als mein Vater gestorben ist, haben wildfremde Menschen aus unserer Gemeinde an unserem Schicksal Anteil genommen und gefragt, ob man helfen könnte. Auch wenn wir diese Hilfe nicht in Anspruch genommen haben, ich fands schon krass, dass überhaupt jemand auf einen zukommt, obwohl wir nichtmal aus dieser Gegend kommen. Wir sind auch "nur" Ausländer und man hat uns mit offenen Armen empfangen...

Meine Freunde aus der Schule haben sich auf der Beerdigung nicht blicken lassen... keiner von denen.
Meine anderen Freunde, die ich über die Kirche kenne, waren ausnahmslos alle (ohne extra Einladung) da und sind mir zur Seite gestanden...
 
aber auch da ist doch nicht die ganze Kirche schuld. Es sind die einzelnen Menschen, mit denen du zu tun hattest.

Richtig, ich verteufel ja auch nicht die ganze Kirche. Ich wollte nur versuchen, dir zu erklären, warum die Menschen aber so denken. Weil eben viele diese Hilfe, dieses Dasein - welches du hier schilderst - einfach nicht erleben.

Du darfst eines nicht vergessen, du hast wohl die schöne Seite erlebt, das ist toll, das freut mich für dich. ABER: Mach die Augen auf gegenüber Menschen, die wirklich Hilfe brauchten und gegenüber der Kirche abgeblitzt sind und meistens aus dem Grund, weil sie nie getauft wurden. Das ist Diskriminierung vom Feinsten und du kannst das nicht so unter einen Teppich kehren.

Ich persönlich schere die Kirche nicht über einen Kamm. Aber bisher habe ich niemanden gefunden, der für mich da war außer Menschen, die ebenfalls keinen Glauben haben. ist das nicht komisch? Wir beide sind von beiden Seiten "enttäuscht" ;)
 
- Unser Sozialsystem ist auf die kirchlichen Träger angewiesen. Ob ich das Geld jetzt dem Staat zuschieb, der damit nur noch mehr Unsinn macht (Konsumgutscheine :LOL: , Hartz 4 etc.) oder einer Kirche, in der ich zum Großteil Menschen bezahle, die mir nahestehen und auch was für mich tun oder wo die Kohle ins Ausland geht, um anderen zu helfen.
Beispiele, wo Kirche aus eigenen Mitteln soziale Einrichtungen betreibt, hast Du auch?

Bsp. Kindergarten, Grundschule (Bastelstunden, Kindergruppen), Mobiler Pflegedienst, Krankenhäuser, Sozialarbeiter, Psychologen und letztlich Pfarrer, die auch als Seelsorger tätig sind.
Wir fast alles vom Staat bezahlt oder mit den Versicherungen abgerechnet. Zusätzlich bezahlt der Staat z.B. in Bayern höchste Ordenträger und deren Mitarbeiter direkt.

Fazit: Kirche ist für mich nicht die Institution, die mein Leben beschränkt und behindert. Im Gegenteil.
Das ist schön. Ich fand das auch klasse, im Dorf von allen (kath. Kaff) gemieden zu werden als "der Sohn von der geschiedenen Lehrerin". Das war alles so verständlich für mich als fünfjährigem. Auch die Zurschaustellung vom Pastor im Kommunionsunterricht fand ich ganz toll... So macht halt jeder seine Erfahrungen.

Marty
 
1. Bei uns in der Stadt ist der Großteil der sozialen Einrichtungen unter kirchlicher Trägerschaft: https://www.spitalstiftung-horb.de/

2. ich wohn halt net in Bayern, wo die Uhren anders ticken =)

3. Das tut mir leid für dich. Aber liegt das jetzt nur an der bösen Kirche, oder an der bescheuerten "Dorf"-Mentalität?

Und was heisst "gemieden" ? Wurdest du ausgeschlossen aus den Vereinen? Haben dich deine Freunde verstoßen wegen deiner Eltern?
Kann mir das ehrlich gesagt fast nicht vorstellen und wenn das so drastisch gewesen sein sollte, nochmals mein Beileid. Es gibt halt doch überall 2 Seiten einer Medaille :-?
Ich kann wirklich nur gute Erfahrungen "mit Kirche" weitergeben :-?
 
Ich komme aus einer verhältnismäßig großen Stadt und bin evangelisch... also nicht unbedingt mit Marty zu vergleichen, wahrscheinlich stehe ich darum auch anders zur Kirche (die in meinem Fall ja auch evangelisch ist). Würd mich eher im Lager von mi-mo und kommerzhasi ansiedeln.

Ich bin mit der Gemeinde groß geworden. seit ich denken kann ging ich (meistens) gern zum Kindergottesdienst, seit der Grundschule zum "Kinderkreis", einer Spielgruppe vom Pfarrer und seiner Frau geleitet und war nach meiner Konfirmation im "Jugendkeller" aktiv. Ein Großteil meiner Kindheit und Jugend wurde durch diese Einflüsse geprägt und ich kann mich über mein heutiges Leben und die gemachten Erfahrungen absolut nicht beklagen. Mittlerweile gehe ich so gut ie garnicht mehr zur Kirche (zumal ich mittlerweile ohnehin in den Niederlanden wohne :ugly:), würde aber nicht aus der Kirche austreten, um mir die Kirchensteuer zu sparen (sollte ich später in Deutschland arbeiten). Bewusst in kontakt gekommen mit der Problematik bin ich eigentlich in der Jugendarbeit, als mit bewusst wurde, dass viel zu wenig Geld für die Kirche und somit auch die Jugendarbeit) vorhanden ist und man auch (immer knapper wedende Spenden) angewiesen ist.

Ich fänds darüber hinaus auch ziemlich erbärmlich, für eine potenzielle kirchliche Hochzeit oder die Taufe der Kinder wieder einzutreten. In meinem Fall (evangelisch) weiß ich zumindest teilweise, was mit dem geld passiert. Ich würd eher versuchen an anderen Stellen, als der Kirchensteuer zu sparen. :roll:
 
Ich bin nicht in der Kirche und werde es auch nie sein!
Wer mal der Meinung war, Völker zu ermorden, Hexen zu verbrennen und Menschen an das Kreuz zu nageln u.v.m., kriegt von mir keinen Cent.
Auch wenn sich die Zeiten mittlerweile geändert haben und ich nicht direkt betroffen bin, kann und werde ich so etwas nicht tolerieren.

Gläubig bin ich auch nicht, aber wer weiß was noch kommt. Vielleicht habe ich ja irgendwann ein Erlebnis, dass mich gläubig macht.
Aber dann werde ich ganz bestimmt meinen Glauben für mich leben und dafür nicht eine Sekte bezahlen.

Wer bin ich, dass ich mir von anderen Leuten sagen lasse, was ich zu glauben habe?
 
Ich bin nicht in der Kirche und werde es auch nie sein!
Wer mal der Meinung war, Völker zu ermorden, Hexen zu verbrennen und Menschen an das Kreuz zu nageln u.v.m., kriegt von mir keinen Cent.
Auch wenn sich die Zeiten mittlerweile geändert haben und ich nicht direkt betroffen bin, kann und werde ich so etwas nicht tolerieren.

Würdest du da jetzt in einem Glauben-Vernunftsdilemma stecken, hätte Luther dir da einen Ausweg geschaffen... wenn du also mal so ein Erlebnis haben solltest, weißt du jetzt bescheid. ^^


(Nicht, dass ich jetzt für den großen Bekehrer gehalten werde :mrgreen: ich hab selbst ne sehr abstrakte Form von Glauben für mich gefunden (bzw. bin dabei), die wahrscheinlich von vielen Christen als kätzerisch angesehen würde :ugly:)
 
(Nicht, dass ich jetzt für den großen Bekehrer gehalten werde :mrgreen: ich hab selbst ne sehr abstrakte Form von Glauben für mich gefunden (bzw. bin dabei), die wahrscheinlich von vielen Christen als kätzerisch angesehen würde :ugly:)

Kätzerisch? Drehst du dich auch immer auf den Bauch und landest auf allen Vieren, wenn du wo hinunterfällst?

Mach mal bitte ein Foto :ugly: