Wen würdet ihr wählen?

  • Sonstige

    Stimmen: 25 19,1%
  • Freie Wähler

    Stimmen: 2 1,5%
  • PDV

    Stimmen: 3 2,3%
  • Die Linke

    Stimmen: 27 20,6%
  • FDP

    Stimmen: 5 3,8%
  • Die Grünen

    Stimmen: 11 8,4%
  • SPD

    Stimmen: 11 8,4%
  • CDU/CSU

    Stimmen: 15 11,5%
  • Piraten

    Stimmen: 32 24,4%

  • Umfrageteilnehmer
    131
[...]

gruss kelle!

Mensch Kelle, dass Du im Urlaub warst, merkt man 8) Das ist glaube ich mit der erste Beitrag, in dem ich Dir zu knapp 100 % zustimme :mrgreen:


Bekannten/Verwandtenkreis:
- keine Hartz IV Empfänger mehr
- keine neuen Arbeitslosen
- selbst Risikogruppen Ü50 fanden nach Insolvenz des alten Arbeitgebers adäquate neue Jobs
- Studenten bekamen nach Abschluss adäquate Jobs

Hängt natürlich auch stark davon ab, in welchen Kreisen / Gesellschaften man verkehrt. Im Großen und Ganzen kann ich das aber so wie Du sagtest unterschreiben. In meinem Bekanntenkreis gibt es kaum Arbeitslose, alle verdienen Geld. Wie zufrieden man mit seiner Arbeit ist, nunja dass ist wiederum nicht Sache einer Regierung, da hat man selber einiges beizutragen.

Uns geht es in Deutschland ziemlich gut - dem Großteil zumindest. Im Vergleich zu Spanien geht es uns nicht nur gut, da stehen wir als Superreich dar.

Dennoch gibt es viele Punkte, die meiner Meinung nach dringend geändert / verbessert werden müssen, fängt bei den Sozialsystemen an (in Hinsicht auf Wirtschaftsflüchtlinge - nicht Kriegsflüchtlinge), bei der Justiz (härtere Strafen bzw. Vollstreckung vorhandener Gesetze würde schon ausreichen - egal welcher Nationalität o.ä.!) und endet bei Infrastruktur und Zahlungen an andere EU-Länder.

Gruß Querulant
 
Es geht mMn nur darum, mehr Macht in den Koalitionsverhandlungen mit der SPD zu bekommen. Kann mir schwarz-grün nun wirklich nicht vorstellen.
 
Ich fände es so toll: Man wählt zuerst, und alle Parteien unter 5% fallen raus. Dann wählt man nochmal, solange, bis keine Partei mehr unter 5% ist. Dadurch könnte man zumindest im ersten Wahlgang bedenkenlos auch eine kleine Partei wählen, da die Stimme nicht "verschenkt" ist, sondern es eh zu nochmal einem Wahlgang kommt falls die Partei unter 5% hätte und nicht gewählt würde.

Ja, der Aufwand wäre größer. Aber dafür wäre auch diese riesige Sache mit "die haben eh keine Chance" (z.B. Piraten) wahrscheinlich deutlich besser.
 
Ich hätte am liebsten CDU und FDP gesehen, bin jetzt aber doch irgendwie zufrieden, dass die FDP es nicht hingekriegt hat. Das hilft ihr vielleicht, sich selbst nochmal zu überdenken und bei der nächsten Wahl nicht mehr in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Hätten die z.B. 5,5% geschafft, wäre wahrscheinlich alles weiter gegangen wie bisher.
 
Ich frage mich, wieso wir drastische Veränderungen brauchen, wenn es ca. 80 % der Bevölkerung gut geht. Sicher, es gibt noch eine Menge, an dem unsere Politiker arbeiten müssen:

- Banken müssen in der Lage sein, sich selbst zu "retten", wenn sie mißgewirtschaftet haben. Es geht nicht an, dass sie horrende Gewinne in guten Zeiten einstreichen und in schlechten Zeiten dem Steuerzahler auf der Tasche liegen. In guten Zeiten müssen so hohe Rücklagen geschaffen werden, dass in schlechten zeiten damit gewirtschaftet werden kann. Hoch-Risiko-Geschäfte, wie z.B. Hedgefonds, Leerverkäufe gehören verboten. Allerdings sind auch Nahrungsmittel und Energie keine Spekulationsobjekte.

- Energie muß bezahlbar bleiben. Wer z.B. selbst eine Solaranlage auf dem Dach hat, sollte die damit erzeugte Energie auch selbst und steuerfrei nutzen dürfen und nur der nicht gebrachte Überschuß sollte ins öffentliche Netz eingespeist werden. Dadurch würde weniger Strom aus öffentlicher Produktion benötigt, was den Druck auf den Strompreis erhöht, den Druck auf die Netze vermindert. Ausserdem sollte überprüft werden, welcher Bedarf an neuen Netzen besthet und die Netzbetreiber verpflichtet werden, so lange den Großteil ihrer Gewinne, sofern erwirtschaftet, in neue Netze zu investieren, bis der Bedarf gedeckt ist. Danach muß die Instandhaltung gewährleistet sein. Sollte ein Netzbetreiber dazu nicht in der Lage sein, muß er die Netze an jemanden verkaufen, der es kann.

- Boni müssen an den positiven Betriebserfolg gekoppelt werden. Verbucht ein Unternehmen keinen Gewinn, müssen die Boni entfallen. Es kann nicht sein, dass sich Pleite-Banker und -Manager (z.B. Middelhoff) gigantische Boni zuschustern, obwohl das Unternehmen entweder schon pleite ist oder kurz davor steht.

- Die Garantien an den EU-Rettungsfond müssen so gehalten sein, dass wir sie im Eintrittsfall auch zahlen können, ohne daran zugrunde zu gehen. Derzeit haben wir ca. 2 Billionen Euro Schulden und zusätzlich Garantien von mindestens 1 Billion Euro. Das kann uns das Genick brechen - und damit wäre niemanden gedient.

- Diese ständige "Deutschland wird schon zahlen"-Mentalität der EU gehört gestoppt - und zwar mit klaren Worten. Es geht nicht weiter an, dass unsere Regierung erst jede Zahlungsverpflichtung abstreitet und letztendlich doch einknickt und bereitswillig unsere Steuerkassen plündert.

- Wer Vollzeit arbeitet, sollte von seinem Lohn auch leben können. Es kann nicht sein, dass Unternehmen hohe Gewinne erwirtschaften, die Arbeitnehmer aber mit Hartz IV aufstocken müssen. So subventioniert der Steuerzahler die Leute, die von den Gewinnen der Unternehmen profitieren (z.B. Aktionäre, Vorstände, Aufsichtsräte).

- Der Niedriglohnsektor gehört auf den Prüfstand. Jobs, die früher in Vollzeit Arbeiter und Angestellte ernährte, werden heute in drastischen Fällen auf mehrere 400-Euro-Jobber verteilt, damit das Unternehmen Sozialabgaben spart.

- Das Rentensystem muß umgebaut werden. Der Generationenvertrag greift nicht mehr. Zum einen, weil es in Zukunft immer weniger Arbeitnehmer geben wird, die immer mehr Rentner "bezahlen" müssen. Zum anderen, weil der Arbeitsmarkt selbst durch die maschinelle Vereinfachung immer mehr schrumpft. Sicher, das betrifft nur etwa die nächsten ca. 100 Jahre. Dann hat sich das Problem altersbedingt erledigt, aber bis dahin wird die Rentenkasse zusammengebrochen sein.

Es gibt sicher noch eine Menge mehr, aber das sind die Dinge, die mir spontan einfallen.
 
Die 5% Klausel wurde eingeführt, um unregierbare Verhältnisse wie in der Weimarer Republik zu verhindern. Damals zankten sich im Parlament zig Kleinstparteien. Die Folgen dieser Unregierbarkeit kennen wohl die meisten. Aber Herr Ströbele scheint mit geschichtlichen Erfahrungen wohl nichts am Hut zu haben.

Meine Stimme ist nach der Bundestagswahl auch in der Versenkung versunken. Mir war schon vorher klar, dass das wahrscheinlich passieren würde. Trotzdem habe ich so gewählt, wie ich es für richtig hielt. Was mich im Vorfeld gestört hat, waren Aussagen, dass eine Partei nicht gewählt wurde, weil ihr keine Chancen eingeräumt wurde.
 
Die 5% Klausel wurde eingeführt, um unregierbare Verhältnisse wie in der Weimarer Republik zu verhindern. Damals zankten sich im Parlament zig Kleinstparteien. Die Folgen dieser Unregierbarkeit kennen wohl die meisten. Aber Herr Ströbele scheint mit geschichtlichen Erfahrungen wohl nichts am Hut zu haben.
die aussage wurde wohl etwas durch den artikel verfälscht. auf spon habe ich heute zumindest ein interview mit einem politikwissenschaftler gelesen, der eine erweiterung des wahlzettels durche eine dritte spalte und somit alternativliste vorgeschlagen hat, wenn die gewählte partei die hürde nicht schafft. somit wäre die stimme in der tat nicht verschenkt und man hätte zudem die wahlfreiheit, auch keine alternativstimme zu vergeben. in der tat ist bei der aktuellen wahl schon erschreckend, dass eine partei fast die absolute mehrheit bekommt, obwohl sie nur von ca. 30% der wahlberechtigten gewählt wird! das ist in der tat eine verzerrung der stimmenlage.
 
Ich weiß nicht, warum es abhängig von einer Bundestagswahl jemanden an den persönlichen Kragen gehen soll.
Ungeachtet der positiven Seiten, die Dein Leben betreffen und das Deiner Freunde/Bekannten, gibt es aber auch Dinge in unserem wundervollen Land, die wirklich beängstigend sind. Nicht jetzt, nicht akut. Aber die Richtung, in die es sich entwickelt, ist mehr als alarmierend. Ich will Dir auch ein paar Beispiele geben:

Rente
Wir laufen auf eine Zeit zu, da Renten nicht mehr bezahlbar sind. Wenn Renten nicht mehr bezahlbar sind, wird es auch mit den übrigen Sozialleistungen schwer. Altersarmut ist vielleicht nicht garantiert, aber inzwischen weit mehr als eine hohle Phrase.

Gesundheitswesen
Seit Jahren steigen die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen bei gleichzeitiger Kürzung des Leistungskatalogs. Kaum spürbar und es betrifft sicher auch nicht jeden. Denn nicht jeder hat die gleiche Krankheit oder ist sogar gesund. Was alles weggefallen ist merkt man wohl erst, wenn man für etwas zahlen muss, was Papa/Opa noch ganz selbstverständlich umsonst hatte.

Realer Verdienst
Ich habe kaum noch auf dem Schirm, wieviel man durchschnittlich zu DM-Zeiten verdient hat, wieviel Abzüge man hatte und was nach den Fixkosten zum verpulvern übrig blieb. Aber es steht fest, dass vor allem die Kosten für Lebensmittel stetig steigen (auch inflationsbereinigt). Energiekosten nebst Benzin und dergleichen. Im gleichen Zug werden BluRays billiger. Toller Tausch. Real hat wohl jeder heute weniger Geld von seinem Verdienst übrig, als noch vor 20 Jahren. Und ich kenne niemanden mehr, der noch öfter als 1x pro Jahr in Urlaub fährt.

Arbeit
Ja, auch ich kenne derzeit keinen Arbeitslosen mehr, der nicht auch schon vor 15 Jahren arbeitslos war und gar nicht arbeiten will. ABER ich kenne dafür auch Leute, die für so wenig Geld arbeiten gehen, dass ich ihnen am liebsten noch einen Euro schenken würde. Keine 400-Euro-Jobs (von denen gibt es aber auch reichlich), sondern regulär versicherungspflichtig. Die ärmsten Schweine über Leihbuden. Sie sind zwar zufrieden, dass sie nicht arbeitslos sind (warum auch immer), müssen auch nicht aufstocken, aber kommen auch mit keinem Euro zum sparen, obwohl sie sich nichts leisten.

Da wird es noch mehr Punkte geben, aber ich will den Post hier nicht so sehr aufblähen. Dass es immer auch viel schlechter sein könnte, ist gar keine Frage. Aber ich gehe davon aus, dass es in Deutschland schlimmer wird, wenn wir jetzt nicht schonmal anfangen, den Kurs zu korrigieren...
 
auf spon habe ich heute zumindest ein interview mit einem politikwissenschaftler gelesen, der eine erweiterung des wahlzettels durche eine dritte spalte und somit alternativliste vorgeschlagen hat, wenn die gewählte partei die hürde nicht schafft.

Kuhl - da kann ja die FDP ne Drittstimmenkampagne fahren. :-D

Aber ich halte das in Summe nicht für praktikabel.
Stell Dir mal vor, bei dem aktuellen Wahlergebnis, Du machst die Kreuze bei AFD und FDP, ich bei FDP und AFD.
In dem Fall sind beide Stimmen von uns beiden hinfällig.
Mach ich die Kreuze bei FDP und CDU, bleibt meine Stimme erhalten, Deine ist weg.
Unter der Betrachtungsweise stärkt man somit die Parteien, die die 5% Hürde eh schaffen.

in der tat ist bei der aktuellen wahl schon erschreckend, dass eine partei fast die absolute mehrheit bekommt, obwohl sie nur von ca. 30% der wahlberechtigten gewählt wird! das ist in der tat eine verzerrung der stimmenlage.

Daran sind aber nicht die 30% schuld, sondern die anderen 70%.

gruss kelle!
 
Meine Stimme ist nach der Bundestagswahl auch in der Versenkung versunken.
Das siehst Du falsch, jede Stimme zählt. Auch wenn es zu keiner Beteiligung am Bundestag kommt, so ist es doch der Ausdruck des Wählerwillens. So halten z.B. auch über 500000 Wähler keine Partei für fähig sie zu vertreten - musst auch mal sehen und es werden jedes mal mehr.
 
Rente

Gesundheitswesen

Haken: Wir leben weder in Japan noch in islamischen Ländern, denn nur dort gibt es Selbstmordkommandos. :ugly:

Rente:
a) steuerfinanzierte Sockelrente plus private/betriebliche Vorsorge
b) dynamisches Renteneintrittsalter abhängig von der Lebenserwartung

Bei beiden Varianten werden diverse Gruppierungen freiwillig die Hose runterziehen, um den politisch Verantwortlichen mit nacktem Arsch ins Gesicht zu springen.

Gesundheitswesen:
Wir sind längst an dem Punkt vorbei, wo wir mehr zahlen konnten als medizinisch möglich war.
Damit kommt man mittelfristig zu ethischen Problemen bzw. Fragen:
- Abschaffung lebenserhaltender/verlängernder Maßnahmen
- Bis zu bzw. ab welcher Heilungswahrscheinlichkeit wird auf Heilung behandelt?
- Machen wir Therapien altersabhängig?

Zwei (extreme) Beispiele:
Meinem Großvater wurde mit ca. 90 nen Herzschrittmacher verpasst, mit 93 ist er verstörben. Sinnvoll, notwendig, hilfreich?
Bei der Mutter ner Freundin wurde vor ein paar Jahren im Sommer (Juli) Krebs im Endstadium diagnostiziert. Es folgte eine Strahlentherapie. Im November erfolgte der Umzug ins Hospiz, im Dezember ist die Frau verstorben. War die Strahlentherapie sinnvoll, notwendig, hilfreich?

Im Endeffekt kann man die Frage stellen, ob man den hippokratischen Eid abschafft.


Infaltion gab es immer schon, mal wurde dies teurer, mal jenes günstiger.
Staatliche Abgaben:
Sozialversicherungen
1993: 37,4% (ohne Pflegeversicherung)
1995: 39,3% (mit Pflegeversicherung)
2013: 39,5% (mit Pflegeversicherung)

Einkommensteuer:
1993: 19% - 53%
2013: 14% - 45%

Pi mal Daumen: Die gehaltsabhängigen Abgaben sind in Summe leicht gesunken.

Mwst:
1993: 7%/15%
2013: 7%/19%

Spezifische Steuern such ich jetzt nicht raus.

Was die staatlichen Abgaben anbelangt, haben die dortigen Veränderungen recht wenig Einfluss auf den Realverdienst.


Arbeitslosenquote
1993: 9,8%
2012: 6,8%

Eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit geht nunmal nicht automatisch und sofort im Hochlohnsektor.

Aber ich gehe davon aus, dass es in Deutschland schlimmer wird, wenn wir jetzt nicht schonmal anfangen, den Kurs zu korrigieren...

Da bin ich prinzipiell bei Dir, nur muss der Bürger dazu gewillt sein.
Um auf das Thema Rente zurückzukommen:
Gemäß Gesetzeslage muss der Beitragssatz 2014 sinken, da ausreichend Rücklagen vorhanden sind.
Da kommen die Gewerkschaften auf einmal angerannt, fordern höhere Beitragssätze und die Herabsetzung des Rentenalters.
Da würde ich eher Gesetzeslage wählen statt Gewerkschaften.

gruss kelle!
 
Ah, nun kommen wir der Sache doch schon näher:
[...] Rente:
a) steuerfinanzierte Sockelrente plus private/betriebliche Vorsorge
b) dynamisches Renteneintrittsalter abhängig von der Lebenserwartung
1000 Euro Rente für jeden. Von mir aus auch 1050, wie die Linke es fordert. Das ist nach meiner Ansicht der Satz, den heute ein Rentner mindestens braucht, um über die Runden zu kommen. Wer mehr braucht oder will, muss sich privat vorsorgen. Dieser Satz wird Jahr für Jahr um den Inflationssatz angehoben und ich bin vollends zufrieden.

Wir sind längst an dem Punkt vorbei, wo wir mehr zahlen konnten als medizinisch möglich war.
Damit kommt man mittelfristig zu ethischen Problemen bzw. Fragen:
- Abschaffung lebenserhaltender/verlängernder Maßnahmen
- Bis zu bzw. ab welcher Heilungswahrscheinlichkeit wird auf Heilung behandelt?
- Machen wir Therapien altersabhängig?

Zwei (extreme) Beispiele:
[...] mit ca. 90 nen Herzschrittmacher [...] Krebs im Endstadium [...]

Im Endeffekt kann man die Frage stellen, ob man den hippokratischen Eid abschafft.
Also ich finde, dass das jeder Mensch für sich entscheiden sollte, wie lange und wie intensiv er/sie behandelt werden möchte. Aber ich würde aktive Sterbehilfe gesetzlich unterstützen. Ich will nämlich nicht wissen, wie viele Leute gern in Würde sterben würden statt wie eine Schweinehälfte über Jahre gepflegt werden zu müssen.

Aber wer eine Behandlung wünscht, der soll auch bitte behandelt werden. Wo kommen wir denn hin, wenn ein Akademiker (oder wahlweise die Brieftasche) darüber entscheidet, wer leben und wer sterben soll?

Infaltion gab es immer schon, mal wurde dies teurer, mal jenes günstiger.[...]
Ich gehe seit der Wende fast nur bei ALDI oder LIDL einkaufen. Mein Warenkorb hat sich seither nicht nennenswert geändert. Habe hier gerade einen Kassenzettel vor mir liegen: 86,32 Euro. Kann mich nicht erinnern, jemals für über 170 DM eingekauft zu haben. Habe immer was zwischen 50 und 80 DM bezahlt.

Ich rauche noch immer, Asche auf mein Haupt. Ich zahlte einst 3,20 DM für Zigaretten, heute 4,90 Euro pro Schachtel. Glaube nicht, dass ich jemals angefangen hätte, bei knapp 10 DM pro Schachtel. Ich habe mein Motorrad mit Benzin betankt und 1,45 DM bezahlt. Ich zahle heute 1,53 Euro pro Liter. Das "...und kost' Benzin auch 3 Mark 10, scheißegal, es wird schon geh'n..." von Markus ist heute Realität. Achja - Strom. Im Jahr 2000 noch irgendwas um die 27 Pfennig pro Kilowattstunde, heute knapp 29 Cent. Dann Kleidung. Ich kann natürlich nicht alle Klamottenpreise kennen und vergleichen. Aber als Beispiel: Meine früher so geliebten Diesel-Jeans. Haben rund 130 DM das Stück gekostet. Das Modell gibt es schon lange nicht mehr, aber heute kostet eine 130 Euro. Ich denke, Heizkosten sind ebenfalls gestiegen wegen dem Ölpreis.

Und die lieben Mieten hätte ich fast vergessen. 1996 habe ich eine 1-Zimmer-Wohnung bezogen. Naja, beziehen müssen, aber egal. Ich habe 320 DM warm bezahlt. Heute kostet die gleiche Wohnung 370 Euro warm (beides Einstiegsmieten).

Was ist im Vergleich billiger geworden? Vor allem Heim- und Unterhaltungselektronik. Vielleicht sogar Möbel, wenn man nicht zu sehr auf die Qualität schaut, ansonsten kosten sie genauso viel wie damals. Autos sind auch etwa genauso teuer (etwas teurer als damals, aber dafür mit besserer Ausstattung heute). Pauschalreisen sind auch im Preis gefallen. Und was noch? Alles Sachen, die man sich alle Jubeljahre mal gönnt.

Das Durchschnittsgehalt in Deutschland lag 2000 bei 54.256 DM, heute liegt es bei 31.513 Euro (Ost-West im Mittel). Schon allein diese Zahlen zeigen doch, dass alles teurer geworden ist.

Da bin ich prinzipiell bei Dir, nur muss der Bürger dazu gewillt sein.
Eben deshalb staune ich ja, dass Die Linke an Stimmen verloren hat. Ich glaube nicht, dass wir etwas soziales von der SPD oder der Union erwarten können. Von FDP und Grünen brauche ich ja nicht reden.
 
:wall: es ist schon komisch wie ihr Inflation Definiert. Ihr setzt es gleich mit Preissteigerung. Das ist aber nicht ganz richtig.
Eine Inflationsrate im engeren Sinn soll eigentlich eine Aussage darüber machen, in welchem Umfang eine Ausweitung der Geldmenge für einen Anstieg der Preise verantwortlich ist.
Und dies anhand eines imaginären Warenkorb festzustellen ist eigentlich absurd, da dafür noch einige andere Aspekte beachtet werden muss.
Reale Geldmengenausweitung machen sich erst einige Monate bemerkbar, da das Geld nicht sofort vollständig in den Wirtschaftskreislauf gelangt. Weitere Faktoren: Arbeitsproduktivität, dynamische Wirtschaft,...
Diese Erhebung der Zahlen dienen meiner Meinung nach nur um die wirkliche Entwertung des Geldes zu verschleiern.
 
:wall: es ist schon komisch wie ihr Inflation Definiert. Ihr setzt es gleich mit Preissteigerung. Das ist aber nicht ganz richtig.
Nein. Ich setze Inflation mit Inflation gleich und Preissteigerung mit Preissteigerung.

Wenn ich heute 100 Euro verdiene und meine Miete 50 Euro kostet, ich morgen 200 Euro verdiene und meine Miete 100 Euro kostet, haben wir eine Inflation.

Wenn ich heute 100 Euro verdiene und meine Miete 50 Euro kostet, ich morgen noch immer 100 verdiene und meine Miete 100 Euro kostet, haben wir eine Preissteigerung.

Ausgehend davon, dass das Durchschnittsgehalt in Deutschland inflationsbereinigt gleich geblieben ist, sind also die Preise gestiegen. Das ist dann auch genau das, was ich sagen wollte.
 
Was ist im Vergleich billiger geworden? Vor allem Heim- und Unterhaltungselektronik. Vielleicht sogar Möbel, wenn man nicht zu sehr auf die Qualität schaut, ansonsten kosten sie genauso viel wie damals. Autos sind auch etwa genauso teuer (etwas teurer als damals, aber dafür mit besserer Ausstattung heute). Pauschalreisen sind auch im Preis gefallen. Und was noch? Alles Sachen, die man sich alle Jubeljahre mal gönnt.
Wegen der gestiegenen Preise für die lebensnotwendigen Waren bleibt auch weniger Geld für diese Luxusgüter. Dann behält man eben den alten Fernseher oder verreist weniger, was die Preise dafür sowieso nachfrageseitig drückt.
Wenn es das Leasing nicht gäbe würden auch viel weniger Autos verkauft.
 
1000 Euro Rente für jeden.

Lassen wir den Betrag mal so stehen.
Wie wird sichergestellt, dass sämtliche bis dato erworbenen Ansprüche die über den Betrag hinausgehen erhalten bleiben?
Wie wird sichergestellt, dass die staatlichen Mehrbelastungen gleichmäßig auf Arbeitgeber und -nehmer aufgeteilt werden?
Werden Arbeitgeber verpflichtet, einen Teil der Ersparnisse in eine betriebliche Vorsorge zu investieren?

Aber wer eine Behandlung wünscht, der soll auch bitte behandelt werden. Wo kommen wir denn hin, wenn ein Akademiker (oder wahlweise die Brieftasche) darüber entscheidet, wer leben und wer sterben soll?

Ethisches Problem - ja.
Andersrum, wenn jeder behandelt wird, "wie er wünscht", wird es nicht finanzierbar.
Wie kommt man da raus?

Das Durchschnittsgehalt in Deutschland lag 2000 bei 54.256 DM, heute liegt es bei 31.513 Euro (Ost-West im Mittel). Schon allein diese Zahlen zeigen doch, dass alles teurer geworden ist.

Will ich ja wie gesagt nicht anzweifeln.
Die Frage ist, wo hat eine politische Entscheidung Auswirkungen auf Endverbraucherpreise?
Steuern auf Tabakwaren, Öl und erneuerbare Energien sind klar.
Nur Diesel-Jeans und Wohnungsmieten?

Eben deshalb staune ich ja, dass Die Linke an Stimmen verloren hat. Ich glaube nicht, dass wir etwas soziales von der SPD oder der Union erwarten können. Von FDP und Grünen brauche ich ja nicht reden.

Ich kenne die genauen Wahlanalysen nicht.
Zwei Punkte:
1.) Wie hoch ist noch das Protestpotential im Westen?
2.) Schützt denn das "soziale" Programm nachhaltiger als das jetzige System?
Was garantiert z.B. bei einer Sockelrente die langfristige Finanzierbarkeit im Gegensatz zu einer einkommensorientierten Umlageversicherung?

Und ganz nebenbei:
Wer definiert, wie viel sozial die Gesellschaft benötigt.
Was ist überhaupt sozial?

gruss kelle!
 
Aber wer eine Behandlung wünscht, der soll auch bitte behandelt werden. Wo kommen wir denn hin, wenn ein Akademiker (oder wahlweise die Brieftasche) darüber entscheidet, wer leben und wer sterben soll?

Welcher Akademiker bitte entscheidet über die Behandlung eines Kassenpatienten? Der Arzt? Der Mann, der 30 Euro Pauschal für die Behandlung eines Kassenpatienten pro Quartal bekommt? Der Arzt, der hunderte von Kassenpatienten pro Quartal behandeln muß, um überleben zu können (Bafögrückzahlung und Praxisausstattung mal davon abgesehen). Und dann dürfen die Kassenärzte noch 3 und mehr Monate warten, bis die Kassen ihre Honorare überweisen - mal abgesehen vom letzte Quartal, wo die Kassenpauschalen längst aufgebraucht sind und die Ärzte ihre Patienten mehr oder weniger kostenlos versorgen?
 
Wegen der gestiegenen Preise für die lebensnotwendigen Waren bleibt auch weniger Geld für diese Luxusgüter. Dann behält man eben den alten Fernseher oder verreist weniger, was die Preise dafür sowieso nachfrageseitig drückt.
Wenn es das Leasing nicht gäbe würden auch viel weniger Autos verkauft.
So ist es. Man kann auch sagen, dass heute der Durchschnittsbürger weniger Geld hat, als noch vor 20 (oder eben 13) Jahren.

Wie wird sichergestellt, dass sämtliche bis dato erworbenen Ansprüche die über den Betrag hinausgehen erhalten bleiben?
Stichtag festlegen und auslaufen lassen. Bis zum Stichtag erworbene Ansprüche werden bedient, danach zahlt jeder ein was er muss und bekommt im Alter 1000 Euro. Ich bin mir sicher, wir könnten dadurch sogar den Rentenbeitragssatz (massiv) senken. Mit der Rente ab 67 hat man es ja genauso gemacht (Rentensenkung). Es geht also.

Wie wird sichergestellt, dass die staatlichen Mehrbelastungen gleichmäßig auf Arbeitgeber und -nehmer aufgeteilt werden?
Es wird keine Mehrbelastungen geben. Auf das Rechenspiel lasse ich mich gerne ein.

Werden Arbeitgeber verpflichtet, einen Teil der Ersparnisse in eine betriebliche Vorsorge zu investieren?
Verpflichtet? Nein. Aber Anreize schaffen wäre vielleicht ein Weg.

Ethisches Problem - ja.
Andersrum, wenn jeder behandelt wird, "wie er wünscht", wird es nicht finanzierbar.
Wie kommt man da raus?
Den Zustand haben wir ja jetzt. Jeder wird behandelt bis fast zum bitteren Ende. Es wird dem Patienten zwar unter bestimmten Umständen empfohlen, eine Behandlung abzulehnen (momentan der einzige Weg, um wenigstens passive Sterbehilfe zu leisten), aber sonst ist das genau das, was wir haben. Und es ist ja finanzierbar. Die GKVs erzielen ja massiv Überschüsse, die, bis auf eine Ausnahme, nicht an die Mitglieder zurückgegeben werden.

Wobei ich mich vielleicht korrigieren muss: "wie er wünscht" meint natürlich nicht, dass für jeden witterungsbedingten Kopfschmerz das CT angeschmissen werden muss. Der Arzt muss natürlich nach wie vor noch entscheiden, welche Behandlung sinnvoll ist.

Die Frage ist, wo hat eine politische Entscheidung Auswirkungen auf Endverbraucherpreise? Steuern auf Tabakwaren, Öl und erneuerbare Energien sind klar. Nur Diesel-Jeans und Wohnungsmieten?
Auf Diesel-Jeans sicher nicht. Hoffe icn zumindest :D Aber Mieten? Natürlich haben sie darauf Einfluss. Erhöhungen können gesetzlich gedeckelt werden. Sind sie ja schon, nur offensichtlich noch nicht stark genug. Bei Strom, Wasser und Waren des täglichen Bedarfs wäre es notwenig. Die Bezahlbarkeit von Wasser hat doch Mutti einst zur Chefsache erklärt. Abgesehen davon, dass sie auch in dem Punkt untätig blieb, ist das aber der richtige Gedanke. Lieber zahle ich für einen VW Golf 7 in der Grundausstattung 30.000 Euro als jedes Jahr 1000 Euro für Wasser und Strom nach.

1.) Wie hoch ist noch das Protestpotential im Westen?
Vermutlich und wahrscheinlich geringer als im Osten. Würde ich zumindest meinen.

2.) Schützt denn das "soziale" Programm nachhaltiger als das jetzige System?
Kommt wohl darauf an, was und wen man schützen will. Wirtschaft und Soziales sind eigentlich natürliche Gegenspieler. Die Wirtschaft in Deutschland würde sicher in ungeahntem Ausmaß erblühen, hätten wir wieder Sklaverei und oder Kolonien. Die Frage ist aber, was wir uns leisten können und wo wir die Prioritäten setzen. Ist ja nicht so, dass Deutschland kein Geld hätte. Es wird eben nur in die falschen Taschen gesteckt. Da ist eben wichtig zu definieren, welche Tasche "falsch" und welche "richtig" ist. Und das liegt nun wieder durchaus an der Politik.

Was garantiert z.B. bei einer Sockelrente die langfristige Finanzierbarkeit im Gegensatz zu einer einkommensorientierten Umlageversicherung?
Die Mathematik. Wir berechnen die Rente in Deutschland ja nach dem "Eckrenter". Allerdings liegen die realen Renten ja meist weit darüber. Mehr geht immer, aber schon ein paar Euro weniger machen das Leben doch deutlich schwieriger. Bekäme jeder die Standardrente, hätten wir gewaltige Überschüsse. Ich wüßte auch nicht, warum nicht jeder Beamte (also auch Politiker) nicht nur diese Standardrente bekommen sollte. Sie verdienen schließlich genug, um zusätzlich privat vorzusorgen.

Wer definiert, wie viel sozial die Gesellschaft benötigt. Was ist überhaupt sozial?
Das ist ja wieder eine ganz andere Diskussion. Ich halte mich erstmal nur an dem, was wir jetzt schon an Rechengrundlage haben. Und derzufolge liegt die Eckrente bei 1040 Euro. Ok, nehmen wir den Betrag als Grundlage. Wenn das in der Zukunft nicht reicht, muss eben die Formel angepasst werden.

[...] Der Arzt, der hunderte von Kassenpatienten pro Quartal behandeln muß, um überleben zu können (Bafögrückzahlung und Praxisausstattung mal davon abgesehen). [...] wo die Kassenpauschalen längst aufgebraucht sind und die Ärzte ihre Patienten mehr oder weniger kostenlos versorgen?
Neben der Kürzung des Leistungskatalogs kommt das ja noch dazu. Jeder (Haus-) Arzt hat ja dieses Maximalkontingent. Ich kenne nicht die genauen Zahlen, aber um es mal zu verdeutlichen:

Ein Arzt kann pro Quartal 100 Patienten behandeln und bekommt den von der Krankenkasse dafür vorgesehen Betrag bezahlt (der ja stetig sinkt). Kommt der 101. Patient, bekommt der Arzt keinen Cent mehr und behandelt diesen Patienten quasi auf seine eigene Rechnung. Deswegen sind Privatpatienten auch so heiß begehrt, weil es dort kein Limit gibt. Ohne Ärzte, die einer Berufung folgen, statt nur ihren Job zu machen, würde es vielerorts nur noch Notversorgung geben.

Bestes Beispiel: Meine Frau. Ist ja nun zu mir nach Berlin gezogen. 8 Hausärzte haben wir abgeklappert, keiner nahm neue Patienten auf. Der neunte hat sich dann erbarmt, nachdem ich ihm von unserer Odyssee berichtet hatte und ihm die Frage beantwortet hatte, warum wir "so weit vom Wohnort entfernt einen Arzt suchen". Ist zwar noch fußläufig erreichbar, aber es ist schon eine kleine Wanderschaft von 40 Minuten...

Ich sehe nicht, dass diese Zustände in der Zukunft besser werden. Ich sehe hier akuten Handlungsbedarf seitens der Politik.
 
Nein. Ich setze Inflation mit Inflation gleich und Preissteigerung mit Preissteigerung.

Wenn ich heute 100 Euro verdiene und meine Miete 50 Euro kostet, ich morgen 200 Euro verdiene und meine Miete 100 Euro kostet, haben wir eine Inflation.

Wenn ich heute 100 Euro verdiene und meine Miete 50 Euro kostet, ich morgen noch immer 100 verdiene und meine Miete 100 Euro kostet, haben wir eine Preissteigerung.

Ausgehend davon, dass das Durchschnittsgehalt in Deutschland inflationsbereinigt gleich geblieben ist, sind also die Preise gestiegen. Das ist dann auch genau das, was ich sagen wollte.
Eine Preissteigerung ist ja auch die Folge die du siehst/spürst. Aber die Ursache ist hauptsächlich die Geldmengenausweitung und damit Geldentwertung!

Und die Gehaltserhöhung Aufgrund der Inflation kommt normalerweise immer erst nach der Inflation. Somit sitzt du am "kürzeren Hebel".