Was würdet ihr bei der nächsten Bundestagwahl wählen?

  • CDU/CSU

    Stimmen: 18 8,5%
  • SPD

    Stimmen: 13 6,1%
  • FDP

    Stimmen: 30 14,1%
  • Bündnis90/die Grünen

    Stimmen: 26 12,2%
  • Linkspartei

    Stimmen: 28 13,1%
  • NDP

    Stimmen: 10 4,7%
  • DVU

    Stimmen: 0 0,0%
  • Republikaner

    Stimmen: 0 0,0%
  • Piratenpartei

    Stimmen: 80 37,6%
  • DKP

    Stimmen: 2 0,9%
  • Tierschutzpartei

    Stimmen: 0 0,0%
  • CM

    Stimmen: 0 0,0%
  • Sonstige

    Stimmen: 6 2,8%

  • Umfrageteilnehmer
    213
  • Umfrage geschlossen .
Auf die Kurzsaisonbeispiele habe ich jetzt noch gewartet.
Unabhängig vom Lohn betrachtet: Auch kurzzeitige Jobs bringen Geld in die Haushaltskasse. Was spricht also generell dagegen?

Warum sind denn die deutschen Konsumenten nicht bereit, höhere Preise für Spargel und Äpfel zu bezahlen, damit auch Löhne oberhalb der Sittenwidrigkeitsgrenze gezahlt werden?
4 EUR die Stunde [...]
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-51536469.html
Aus deiner Quelle:
SPON schrieb:
Er garantiert 750 Euro für einen Monat Spargelstechen, ein Stundenlohn von knapp vier Euro. Wer schnell ist, kann sich Prämien erstechen. Die meisten verdienen 1000 bis 1500 Euro pro Monat [...]
Dann sieht die Sache schon wieder anders aus. Und dass man damit reich werden kann hat niemand behauptet.

Und wenn es jetzt ohnehin einen Mangel an Arbeitern gibt, werden die Landwirte auch in Deutschland früher oder später höhere Löhne zahlen müssen.
 
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Unabhängig vom Lohn betrachtet: Auch kurzzeitige Jobs bringen Geld in die Haushaltskasse. Was spricht also generell dagegen?

Sofern sie anständig bezahlt werden, nichts. Hier geht es allerdings um Jobs, wo Hungerlöhne bezahlt werden.

Aus deiner Quelle: Dann sieht die Sache schon wieder anders aus. Und dass man damit reich werden kann hat niemand behauptet.

Also die Quelle behauptet, das EINER reich geworden ist!

Und wenn es jetzt ohnehin einen Mangel an Arbeitern gibt, werden die Landwirte auch in Deutschland früher oder später höhere Löhne zahlen müssen.

Nein. Solange der den gesamten Warenzyklus beherrschende Großhandel Konsumenten und Produzenten gegeneinander ausspielt, werden die Waren immer günstiger auf Kosten der diese Waren produzierenden Menschen. Deren Lohn wird ewig niedrig bleiben, solange nicht der Mindestlohn kommt.
 
Nein. Solange der den gesamten Warenzyklus beherrschende Großhandel Konsumenten und Produzenten gegeneinander ausspielt, werden die Waren immer günstiger auf Kosten der diese Waren produzierenden Menschen. Deren Lohn wird ewig niedrig bleiben, solange nicht der Mindestlohn kommt.

Dann umgeht man den Handel und kauft direkt beim Erzeuger. Ich gebe im Frühjahr bei Spargel und Erdbeeren und momentan bei Äpfeln oder Zwiebeln gut das doppelte pro Kilo aus, das ich im Supermarkt bezahlen müsste. Dafür hab ich erstklassige, lokale Ware, und Erntehelfer, die im Schnitt 1,50 mehr verdienen als im Bundesdurchschnitt.

Fakt ist: Solange "Geiz ist geil" in den Köpfen steckt, rennen die Leute zum billigsten Angeboten - ob sie damit Qualität erwerben oder nicht. Daran ändert auch ein Mindestlohn nichts. Was zu teuer ist, wird nicht gekauft. Qualität und Arbeitsleistung hinter dem Produkt wird weder gesehen noch anerkannt!
 
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Fakt ist: Solange "Geiz ist geil" in den Köpfen steckt, rennen die Leute zum billigsten Angeboten - ob sie damit Qualität erwerben oder nicht. Daran ändert auch ein Mindestlohn nichts. Was zu teuer ist, wird nicht gekauft. Qualität und Arbeitsleistung hinter dem Produkt wird weder gesehen noch anerkannt!

Wobei es sich viele auch schlicht nicht erlauben können, woanders als beim Discounter einzukaufen. Hätten diese einen Job mit Mindeslon, sähe das vielleicht auch wieder anders aus ;)
 
Würde ich Milchmädchenrechnung nennen: Leute, die von einem Mindestlohn profitieren, leiden im Gegenzug darunter, das andere einen Mindestlohn bekommen. ;) Im Endeffekt haben wir ein bisschen Inflation und ein ruhiges Gewissen.

Wichtiger ist, dass Dienstleistung und Qualität wieder Wertschätzung erfahren. Aber das kann man nicht wählen, dass muss jedem selber klar werden: Solange wir übers Jahr z.B. spanischen Spargel und südamerikanische Erdbeeren zu Kampfpreisen im Discounter erwerben wollen, werden sie auch angeboten.
 
Soll auch Leute geben, die gar nicht den Anspruch haben, immer qualitativ hochwertiges Essen zu sich zu nehmen. Wieso dann also teuer einkaufen, wenn preiswert auch schmeckt?
 
Weil man sich mal Gedanken über das Zustandekommen von preisen machen sollte. - Vor allem, da auch an den Preisen die Soziale Gerechtigkeit hängt ;)

Anderes Beispiel: Du kannst nur deshalb zu einem 10-Euro-Friseur gehen, weil der Eigentümer des Ladens Friseusen findet, die er für 5 € irgendwas beschäftigen kann. Gehst du in einen Salon, der das Zwei- oder Dreifache verlangt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sozial angemessene Löhne bezahlt werden, ungleich höher. Und der Dumper hat einen Kunden und damit einen Grund weniger, Billiglöhne zu bezahlen. Und wenn das nicht nur einer mach, hat jede Friseuse, die Leistungsbereit ist, mehr Chancen, einen gut bezahlten Job zu finden.

Im übrigen finde ich keinen evidenten Grund, im August Spargel und im Dezember Erdbeeren zu konsumieren...
 
Ich hab grad n kleinen Schreck gekriegt als ich die Umfrageergebnisse hier im Thread gesehen habe. Soviele für die Piratenpartei und immer noch relativ viel für die LINKEN :roll:

Was geht denn hier ab, zum Glück ist das nicht repräsentativ ;)

Sehe ich das falsch oder wirbst Du selber für die Piratenpartei?
 
Weil man sich mal Gedanken über das Zustandekommen von preisen machen sollte. - Vor allem, da auch an den Preisen die Soziale Gerechtigkeit hängt ;)
Ich will aber keine 50 Euro für den Friseur ausgeben, weil der Preis definitiv nicht gerechtfertig ist, wenn ich nur in Form geschnitten haben und gefönt werden will. Das ist ne halbe Stunde Arbeit, dafür zahl ich doch keine 50 Euro.

Im übrigen finde ich keinen evidenten Grund, im August Spargel und im Dezember Erdbeeren zu konsumieren...
Warum willst du jemandem vorschreiben, was er wann zu essen hat? Wenn ich im Winter Erdbeeren essen möchte, dann ist mir das doch überlassen.
 
Solange der den gesamten Warenzyklus beherrschende Großhandel Konsumenten und Produzenten gegeneinander ausspielt, werden die Waren immer günstiger auf Kosten der diese Waren produzierenden Menschen. Deren Lohn wird ewig niedrig bleiben, solange nicht der Mindestlohn kommt.
Sieh es halt von der anderen Seite:

Wenn der Lohn so gering ist, dass keine Arbeiter mehr zu finden sind, muss er erhöht werden. Tritt dieser Effekt flächendeckend auf, findet auch der Großhandel keine so günstige Ware wie vorher.

So oder so steht für mich aber natürlich auch nicht außer Frage, dass jemand, der den ganzen Tag arbeitet, so viel Geld verdienen muss, dass er seinen Lebensunterhalt vernünftig beschreiten kann. Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht.
 
Sieh es halt von der anderen Seite:

Wenn der Lohn so gering ist, dass keine Arbeiter mehr zu finden sind, muss er erhöht werden. Tritt dieser Effekt flächendeckend auf, findet auch der Großhandel keine so günstige Ware wie vorher.
Und genau dass wird doch mit der Zumutbarkeitsregelung eben aufgeweicht. Du MUSST diesen Job annehmen, zumindest wenn Du weiterhin volles "Gehalt" vom Arbeitsamt haben möchtest.
Genauso auch bei Zeitarbeitern...
Die Konsolidierung des Marktes was früher noch möglich war wie du es beschrieben hast, wurde nun über die Regierung noch einmals verschärft.
 
[...]
So oder so steht für mich aber natürlich auch nicht außer Frage, dass jemand, der den ganzen Tag arbeitet, so viel Geld verdienen muss, dass er seinen Lebensunterhalt vernünftig beschreiten kann. Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht.
Man kann auch von dem Lohn leben, der deutlich unter den ALG2-Sätzen liegt... Daher ist der Schluss, dass man von Arbeit, die weniger vergütet wird als dieses "Existenzminimum", falsch...

Arbeit ist eben nur soviel wert, wie irgendjemand dafür bereit ist zu bezahlen... Wenn ich mein Fahrrad bei ebay nur für 20 Euro verscherbeln kann, dann ist es eben nicht mehr wert... Jeder trifft doch selbst die Entscheidung als was er arbeiten will (innerhalb seiner Möglichkeiten)... Daher finde ich es schwachsinnig, wenn gejammert wird, dass beispielsweise Friseure so wenig verdienen... Das ist doch nicht erst seit ein paar Monaten so...

Außerdem gibt es jedes Jahr hundert-tausende, die die Schule ohne Abschluss verlassen... Meiner Meinung nach verwirken solche Menschen jeglichen Anspruch auf soziale Leistungen, da sie das Geld, das der Staat für ihre Bildung investiert hat, sinnlos vernichtet haben und keine realistische Möglichkeit besteht jemals nicht mehr vom Staat abhängig zu sein!
Ich denke mal, dass auch Sozialleistungen an Leistungsbereitschaft gekoppelt werden sollten (deutlicher als bisher)... Das heißt zum Beispiel, dass man Menschen ohne Schulabschluss und Arbeit ein Ultimatum von zwei Jahren geben sollte einen Abschluss nachzuholen, ansonsten werden die Mittel ohne wenn und aber auf ein wirkliches Existenzminimum zusammengstrichen (ohne Geld, sondern Nahrungsgutscheine)... Das wäre ein sinnvolles Druckmittel.
 
Ich will aber keine 50 Euro für den Friseur ausgeben, weil der Preis definitiv nicht gerechtfertig ist, wenn ich nur in Form geschnitten haben und gefönt werden will. Das ist ne halbe Stunde Arbeit, dafür zahl ich doch keine 50 Euro.
Aber mehr als 10 Europ ist es schon wert, oder? :think:

Warum willst du jemandem vorschreiben, was er wann zu essen hat? Wenn ich im Winter Erdbeeren essen möchte, dann ist mir das doch überlassen.

Wieso ich? :hö: das macht im Normalfall schon die Natur... :shifty:

@phip von solchen Löhnen kann man existieren - ob das noch "leben" ist, würde ich bezweifeln....
 
Aber mehr als 10 Europ ist es schon wert, oder? :think:

[...]
Ich gehe auch so nur 2-3 mal im Jahr zum Friseur... Würde es deutlich mehr kosten als 10 Euro, würde ich das auch einstellen und mir die Haare wieder zu Hause schneiden lassen (oder wahlweise in Tschechien, wenn ich zum Tanken rüberfahre)... ;)
 
Aber mehr als 10 Europ ist es schon wert, oder? :think:
Nein eigentlich nicht, da ich selber fönen muß. 10 Euro für ne halbe Stunde Schnibbeln finde ich schon mehr als fair.

Wieso ich? :hö: das macht im Normalfall schon die Natur... :shifty:
Wenn aber die Natur es erlaubt, daß man auch im Winter irgendwo Erdbeeren anbauen kann, nämlich weil nicht überall Winter ist, was ist dann das Problem?
 
Ich gehe auch so nur 2-3 mal im Jahr zum Friseur... Würde es deutlich mehr kosten als 10 Euro, würde ich das auch einstellen und mir die Haare wieder zu Hause schneiden lassen... ;)

Tja, andere haben da andere Präferenzen - also nicht von sich auf andere schließen.

Nein eigentlich nicht, da ich selber fönen muß. 10 Euro für ne halbe Stunde Schnibbeln finde ich schon mehr als fair.
Fair für dich... :LOL:

Wenn aber die Natur es erlaubt, daß man auch im Winter irgendwo Erdbeeren anbauen kann, nämlich weil nicht überall Winter ist, was ist dann das Problem?
Weil du zumindest teilweise subventionierte Ware zulegst - und damit die Lohnkosten hierzulande drückst.

Es ist genau das, was ich die Ganze zeit sage: Es hat mit sozialer Verantwortung zu tun, angemessene Preise zu zahlen - wobei das aber bedeutet, mehr zu bezahlen. Subjektiv günstig einzukaufen läuft dem Wunsch entgegen, das jede Fachkraft von seiner Hände Arbeit leben kann.
 
Man kann auch von dem Lohn leben, der deutlich unter den ALG2-Sätzen liegt... Daher ist der Schluss, dass man von Arbeit, die weniger vergütet wird als dieses "Existenzminimum", falsch...

Wann genau hast Du das zuletzt ausprobiert? Bzw. welche Quelle legt aus Deiner Sicht diesen Schluss nahe?

... Jeder trifft doch selbst die Entscheidung als was er arbeiten will (innerhalb seiner Möglichkeiten)...

Außerdem gibt es jedes Jahr hundert-tausende, die die Schule ohne Abschluss verlassen...

Ist denn jeder Mensch in der Lage die heutigen Anforderungen in den Schulen zu meistern? Deine Argumentation machst Du Dir wirklich sehr einfach.

Ich denke mal, dass auch Sozialleistungen an Leistungsbereitschaft gekoppelt werden sollten (deutlicher als bisher)... Das heißt zum Beispiel, dass man Menschen ohne Schulabschluss und Arbeit ein Ultimatum von zwei Jahren geben sollte einen Abschluss nachzuholen, ansonsten werden die Mittel ohne wenn und aber auf ein wirkliches Existenzminimum zusammengstrichen (ohne Geld, sondern Nahrungsgutscheine)... Das wäre ein sinnvolles Druckmittel.

Na ja. Von den bestehenden Gesetzen hast Du nicht besonders viel Ahnung, oder? All das ist mit den "Hartz IV"-Regelungen doch längst möglich.
 
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