Warum kennt kein Mensch in Deutschland die Bibel oder die Gebrueder Grimm?

Ich kann nur meine Sichtweise schildern:
Ich bin nichtgläubig erzogen worden, genau wie meine Mutter schon - hingegen war meine Großeltern mütterlicherseits noch beide evangelisch, und sind bis zur Einführung der Kirchensteuer auch kirchlich gewesen; dann sind sie jedoch ausgetreten, weil sie es sich nicht leisten konnten.
Bei Oma weiß ich auch sicher, daß sie sogar noch getauft wurde, und die Kommunion (heißt das so??) erhielt.

Aber an die Bibel in dem Sinne glaubt m. W. n. keiner in unserer Familie.
Woher auch?! Ist doch mehr als bewiesen, daß die Natur keine "Schöpfungssache" ist... sondern eben irgendwann nach dem Urknall zustande kam.

Thema Märchen: Die Märchen meiner Kindheit waren durchaus auch "made by Gebrüder Grimm"... und wunderschön!
Ich bin jetzt 29, aber habe immer noch eine kleine Märchenbuch-Sammlung im Regal.
Am schönsten an den Märchen fand ich, daß da doch irgendwo ein Körnchen Wahrheit drinsteckte - auch, wenn man es stellenweise erst als Erwachsene erkannt hat... ;-)
Genauso Sagen und Legenden - ich liebe das alles förmlich!

Märchen, Sagen und Legenden scheinen zwar in erster Linie alles Humbug zu sein - sind es aber bei Weitem nicht!!
Gerade Kindern können sie stellenweise die Welt er begreiflich machen.

Meine Meinung... ;-)

LG Annika
 
Das was du schreibst ist durchaus vernünftig. Leider sind wir im Eierforum.
Ist doch mehr als bewiesen, daß die Natur keine "Schöpfungssache" ist... sondern eben irgendwann nach dem Urknall zustande kam.
Ist lediglich eine Theorie und wiederspricht nichtmal der Bibel. Und wie ist das Leben entstanden?
 
Ich habe in meiner Kindheit sehr oft Märchen vorgelesen bekommen und später auch selber gerne Märchen gelesen. Und umso älter man wird, desto mehr wird die Grausamkeit der Märchen wahrgenommen. Bei "Hänsel und Gretel" werden diese zuerst von den Eltern (vornehmlich der Stiefmutter) verstossen und dann wird auch noch eine Hexe im Ofen verbrannt.
Deutsche bzw. europäische Märchen sind häufig sehr brutal. Wenn auch bei jedem guten Märchen eine Moral dahintersteht.
Ich kann den "Lesefaulen" unter uns www.vorleser.net sehr empfehlen. Dort gibt es ein paar Märchen zum kostenlosen (und legalen) Download als mp3. Auch die Bibel ist dort vertreten.
 
Hättest Du mal ein Märchen gelesen, würdest Du sehen, jede Ehe ist brutaler als irgendein Märchen.
 
Welches Märchen ist das?
Mensch hat soziale und emotionale Probleme. Wird gemobbt. Wendet sich an einen Elternteil. Alle Probleme werden gelöst.
 
Hallo! Also ich mag die Märchen der Gebrüder Grimm. Als ich jünger war hatte ich sogar ein band mit ganz vielen Märchen von denen. Aber keine Ahnung wo es jetzt ist! 8O
 
Deutsch LK Lehrer erzählt was über David und das alte Testament.

Schülerin "Wie heißt das Buch?"
Lehrer "DIE Bibel"

:ugly: :mrgreen: Das kam so herrlich... Schülerin Note 1 in Reli :biggrin:
 
Ach, ich schreib' hier doch mal was :) Habe das Thema damals nur still mitgelesen und fand es auch etwas unglücklich von Dir hbss, dass Du ein Thema eröffnest und Dich dann nur sporadisch und mit erst tage-, dann monatelanger Verzögerung zu Wort meldetest und dann nur sehr vage auf die Beiträge eingegangen bist, wenn überhaupt. Trotzdem mal ein paar Zeilen von mir:

Mich quält von Anfang an eigentlich die Frage: Warum der Vergleich zwischen Bibel und Gebrüder Grimm? Warum nicht Bibel und Edda? Das würde wenigstens beim Thema bleiben. Oder warum nicht Bibel und Volkslieder, wenn es Dir darum geht, dass altes Wissen oder alte Weisen langsam in Vergessenheit geraten? Oder ich frage erstmal anders: Warum sollte ein Un-/Andersgläubiger die Bibel kennen und warum sollte jemand die Gebrüder Grimm lesen, da es schon bessere Horrorgeschichten aus Hollywood gibt?

Gruß,
Photon
 
Nun, Photon deinem Beitrag kann ich im wesentlichen zustimmen. Aber bessere Horror-Geschichten als Grimms Märchen aus Hollywood? Welcher Film soll das sein?
 
Nun, Photon deinem Beitrag kann ich im wesentlichen zustimmen. Aber bessere Horror-Geschichten als Grimms Märchen aus Hollywood? Welcher Film soll das sein?
Naja, vielleicht war "besser" das falsche Wort. Aber ich habe mich schon bei diversen Filmen mehr gegruselt, als bei Hänsel und Gretel oder dem Froschkönig. Ok, "besser" war definitiv falsch, weil Märchen ja auch immer eine Nachricht transportieren, was man von Hollywood-Filmen nicht behaupten kann. Da geht es nur um den Gruseleffekt :)

Nun haben ja nicht nur die Grimms Märchen gesammelt. Der Bechstein fällt mir da noch ein, wird aber wohl noch mehr gegeben haben. Und natürlich die Geschichten aus 1001 Nacht. Bleibt mir verschlossen, was das mit der Bibel zu tun hat. Wenn es nur darum geht, alte Weisheiten schön zu verpacken und zu transportieren, gibt es heute ganz andere Medien, die auch bei der breiten Masse des Volkes besser ankommen. Sei es nun Film, sei es Fernsehen, Hörbücher oder Radio.

Aber vielleicht noch eine Sache:
Oberst18 schrieb:
[...] Ist lediglich eine Theorie und wiederspricht nichtmal der Bibel. Und wie ist das Leben entstanden?
Es ist ja in der Wissenschaft so, dass sie viel mehr Zweifeln stand halten muss, als jede Religion. Der Glaube lebt davon, nicht bewiesen werden zu können, denn sonst wäre es ja kein Glaube, sondern Wissen. Soll heißen, dass eine Theorie eines Wissenschaftlers erst dann wahr ist, wenn sie nicht zu Tode falsifiziert werden kann. Bei der Religion ist es umgekehrt: Jemand behauptet etwas und entweder man glaubt es oder lässt es. Wird das Gegenteil bewiesen, wird es entweder ignoriert oder es bildet sich aus den noch ungeklärten Fragen der Wissenschaft eine neue Religion.

Zu der Frage, wie das Leben entstanden ist. Fakt ist, dass im Labor reproduzierbar nachgewiesen werden konnte, dass sich mit den Urelementen, die es auf der Urerde gab, organische Moleküle bilden. Dazu bedarf es Amonniak, Methan, Wasser und andere Spurenelemente. Wirken darauf massiv Blitze, Wärme und ein gewisser Druck ein, bildet sich nach einer gewissen Zeit eine grüne "Ursuppe". Das ist die chemische Evolution. Die biologische Evolution setzt mit dem ersten Einzeller ein, aus dem wir dann ja auch entstanden sind. Und dieser Schritt - praktisch der Übergang von der chemischen zur biologischen Evolution ist das eigentlich noch nicht vollständig geklärte "Geheimnis". Wenn das die Wissenschaft klären würde und im Labor reproduzierbar nachvollziehen könnte, wäre damit auch schon fast der Beweis erbracht, dass das Universum buchstäblich voll von Leben wäre. Praktisch wäre auf jedem Planeten, der in einer erdähnlichen Umlaufbahn um eine der unseren ähnlichen Sonne kreist, Leben dann nicht nur möglich, sondern sogar sehr wahrscheinlich.

Wenn man mich fragen würde, warum heute niemand mehr die Bibel kennt, dann wird es wohl daran liegen, dass die Religion von der Wissenschaft überrannt wurde. Früher wurde halt angenommen, dass die ersten Menschen aus was-auch-immer geschaffen wurden, heute weiß man es besser. Die Religionen haben sich dann angepasst und sagen: Ok, aber der Schritt zwischen chemischer und biologischer Evolution, den hat Gott (oder die Götter) vollzogen. Würde das ein Wissenschaftler behaupten, so wäre die nächste Frage an ihn: Gut, und woher kam Gott? Die Religion macht es sich da viel einfacher: Gott war schon immer da, er hat ja auch das Universum erschaffen (in Anlehnung an die wissenschaftliche Unfähigkeit, jemals vor die Zeit des Urknalls "schauen" zu können).

Nicht falsch verstehen: Ich finde es wichtig, dass ein Mensch an etwas glaubt. Sei es an einen die Geschicke lenkender Gott, an die unsterbliche Macht der Liebe, die eigene grenzenlose Kraft, von mir aus auch an übersinnliche Kräfte, Magie und Zauberei. Aber ich denke, man sollte die Bibel als ein Buch antiker Menschheitsgeschichte betrachten und als historisches Zeugnis früher Kulturen auch in Ehren halten. Und vielleicht als Quintessenz daraus mitnehmen, dass die Menschheit vor 2000, 3000 und 5000 Jahren schon genauso beschissen war, wie heute ;)

Gruß,
Photon