Filmkritik - Rang de Basanti - Die Farbe Safran (2006)
 
 

Rang de Basanti - Die Farbe Safran

DVD / Blu-ray :: IMDB (8,5)
Original: Rang de Basanti | Junge Rebellen - Rang de Basanti
Regie: Rakesh Omprakash Mehra
Darsteller: Atul Kulkarni, Aamir Khan
Laufzeit: 167min
FSK: ab 16 Jahren
Genre: Drama, Komödie, Musical (Indien)
Verleih: Rapid Eye Movies
Filmstart: 29. Juni 2006
Bewertung: 9,0 (1 Kommentar, 1 Vote)
Die junge britische Filmemacherin Sue (Alice Patten) stößt auf die Tagebücher ihres Großvaters, der in den 20er und 30er Jahren als britischer Polizist in Indien stationiert war und die dortige Unabhängigkeitsbewegung hautnah miterlebt hat. Von seinen Erinnerungen überwältigt beschließt sie, einen Film über die einstigen indischen Revolutionäre, die Gruppe um den heutigen indischen Nationalhelden Bhaghat Singh, zu drehen. Kurz vor ihrer Abreise droht ihr ambitioniertes, aber wenig kommerziellen Erfolg versprechendes Projekt an der Budget-Streichung ihrer Chefin zu scheitern. Ohne Geld, festen Drehplan und Team macht sich Sue dennoch auf den Weg. In Delhi wird sie bereits von der indischen Studentin Sonia (Soha Ali Khan) erwartet, die Ihr vor allem bei der Suche nach geeigneten Laien-Darstellern behilflich sein soll. Doch die ersten Castings erweisen sich als niederschmetternd. Keiner der interessierten Studenten scheint das gewisse Etwas zu haben, um die starken Charaktere der Rebellen überzeugend darzustellen. Sonia verschafft Sue ein wenig Ablenkung und sorgt für sozialen Anschluss außerhalb des Campusgeländes. Auf einer Party lernt sie eine Gruppe Studenten kennen, alle vier enge Freunde und ein eingeschworenes Partyteam: DJ (Aamir Khan), der Älteste der Gruppe, ist desillusionierter Langzeitstudent, Karan (Siddarth), der reiche Industriellensohn, kämpft um seine Identität, Sukhi (Sharman Joshi), hält als fröhlicher Taugenichts die Gruppe zusammen, und Aslam (Kunal Kapoor), der einzige Moslem der Gruppe, versucht sich von seinen Wurzeln zu befreien. Mit ihnen möchte Sue es versuchen, auch wenn die vier dem Projekt eher verständnislos und zweifelnd gegenüber stehen. Die altmodischen Werte, die sie bei den Proben der Dialoge nur schwer herauslesen können, stehen im kompletten Gegensatz zu ihrem eigenen Lebensstil. Sie leben scheinbar unbekümmert und zufrieden und sehen für sich keine Notwendigkeit politisch aktiv zu werden. Zudem kommt es bald zu Spannungen im Team, da Sue für die letzte zu besetzende Rolle den rechtspolitischen Aktivisten und überzeugten Hindu Laxman (Atul Kulkarni) dazuholt, der immer wieder mit Aslam aneinander gerät. Nur unter großer emotionaler Anstrengung gelingt es Sue die Gruppe zusammenzuhalten und die Proben voranzutreiben. Parallel zu den Drehabreiten läuft ihr vergnügtes Campusleben weiter. Bei den zahlreichen Ausflügen und Feiern kommen sich DJ und Sue trotz augenscheinlicher kultureller Differenzen näher. Sue lernt so auch die melancholische Kehrseite des immer gut gelaunten Leitwolfs und viel über ein anderes Indien kennen, das nicht im Tagebuch ihres Großvaters zu finden war. Die ausgelassene Stimmung erreicht ihren Höhepunkt, als Sonia und der Militärpilot Ajay (Madhavan) ihre Verlobung bekannt geben. Doch nur kurz darauf erreicht sie die Nachricht vom Tod ihres Freundes Ajay. Er ist bei einem Routine-Flugmanöver abgestürzt. In den Nachrichten wird dieser tragische Unfall offiziell als leichtsinniger Akt eines waghalsigen Draufgängers dargestellt. Nur seine Familie und Freunde wissen mehr: Schon lange standen die Militärflugzeuge im Verdacht aus minderwertigen Maschinenteilen gefertigt zu sein. Und dass Ajay, anstatt sich selbst durch den Schleudersitz zu retten, heldenhaft das Flugzeug noch von einem belebten Dorf weglenkte, scheint niemanden zu interessieren. Von dieser ungerechten Verleumdung wachgerüttelt, mobilisieren die bisher antriebslosen Freunde einen öffentlichen Widerstand. Ihre friedliche Mahnwache wird jedoch durch die Polizei brutal niedergeschlagen. Dabei wird Ajays Mutter so schwer verletzt, dass sie ins Koma fällt. Angesichts ihrer Ohnmacht der korrupten Staatsgewalt gegenüber, reifen in den bisher unbescholtenen Studenten radikale Pläne heran. Ihre Geschichte scheint sich nicht nur in ihrem Kopf mit der der einstigen Revolutionäre zu mischen. Zum Äußersten entschlossen beschaffen sie sich Waffen und richten auf offener Straße den für die Verschleierung der Flugzeug-Affäre verantwortlichen Minister hin. Als auch dieses Ereignis in den Medien verdreht wird, und falsch genannte Tatmotive der Staatsmacht noch in die Tasche spielen, bleibt für sie nur noch eins: Sie müssen sich in aller Öffentlichkeit zu ihrer Tat bekennen und eine Richtigstellung bewirken. DJ, Karan, Sukhi, Aslam und Laxman besetzen einen Radiosender, und gehen ihrem Ziel unaufhaltsam entgegen, mit dem Wissen, Ihr Leben für ihre neu entdeckten Ideale zu geben.

Kommentare

(1) Starsite2000.de vergibt 9 Klammern · 08. Juni 2006
Hallo liebe Leute. Ich habe den Film schon gesehen und ich muss sagen er ist in Bollywood einzigartig. Zwar gibt es immernoch draditionell die Tanzeinlagen im Film die viele westliche Zuschauer nicht mögen, jedoch wird hier nicht mit Tanz übertrieben, sondern die Geschichte nimmt Ihren Lauf ohne den Film sinnlos zu unterbrechen. Ich denke der Film ist sehr sehenswert und wirft einen guten Blick auf Bollywood. Was ist Bollywood? -> www.bolly-wood.de /.net
 

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