Filmkritik - Männer, Helden, schwule Nazis (2004)
 
 

Männer, Helden, schwule Nazis

Original: Männer, Helden, schwule Nazis
Regie: Rosa von Praunheim
Darsteller: Rosa von Praunheim, Bernd Ewald Althans
Laufzeit: 78min
FSK: ???
Genre: Dokumentation (Deutschland)
Filmstart: 01. Januar 2004
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Seit Beginn der Homosexuellenbewegung gibt es rechte Schwule, denen Männlichkeit und Nationalismus wichtig sind und die Tunten und Frauen als minderwertig ansehen und Antisemitismus propagieren. So schrieb der Neonazi Michael Kühnen Ende der 80er Jahre, kurz vor seinem Aids-Tod, dass schwule Männer die besseren Kämpfer seien, da sie ohne Familie unabhängiger und tapferer wären. In meiner Dokumentation stelle ich schwule Männer vor, die sich als rechts bezeichnen oder eine rechtsradikale Vergangenheit haben. Andre ist Skinhead und hat mit rechten Glatzen zu tun, von denen die meisten sein Schwulsein tolerieren. Alexander Schlesinger gehört einer rechtsradikalen Partei an und meint, dass sein Parteichef von seiner Homosexualität weiß. Bernd Ewald Althans, bekannt durch den Film BERUF NEONAZI, saß wegen Leugnung des Holocausts im Knast und organisiert heute Schwulen-Partys in Berlin. Jörg Fischer war neun Jahre in der NPD und DVU tätig, wobei er über vier Jahre lang ein Verhältnis mit einem Parteimitglied hatte; er stieg 1991 aus und arbeitet heute als Journalist. Der Journalist Rainer Fromm schätzt, dass 10–15 Prozent der Führungsmitglieder von Neonazi-Parteien Homosexuelle sind, deren Schwulsein intern geduldet wird. Für manche Zuschauer wird es schockierend sein, dass ich in meinem Film selbst nicht Stellung nehme, dass ich schwule Neonazis nicht als Monster darstelle, sondern als Menschen, die einen großen Widerspruch leben. Prof. Rüdiger Lautmann beantwortet in meinem Film diesen Widerspruch am schlüssigsten: „Schwule wurden immer verfolgt, in allen Parteien, allen Religionen und Gesellschaften. Deshalb ist es kein Grund für Schwule, sich nicht rechten Gruppierungen anzuschließen, denn die Angst, entdeckt und bestraft zu werden, war und ist fast überall gleich.“ Rosa von Praunheim

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