Trinkgeld-Diskussionen

Trinkgeld bei Lieferdiensten

Der Klarheit wegen möchte ich lieber wissen, was "guter" Service ist, den man mit Trinkgeld belohnen kann...
 
Vielleicht muss der Service in Deutschland einfach auch mal so richtig schlecht werden, damit mehr Kunden mal wieder über Trinkgeld nachdenken? :think:

Ein Verhaltenskodex löst aber doch nicht das Problem. Ich kann nicht einfach auf meiner Kegelbahn den selben drei Clubs 20 Jahre lang sechsneunzig für ihr Schnipo berechnen, die steigenden Kosten ignorieren und den Mitarbeitern weiterhin den Lohnstandard von vor 20 Jahern bezahlen. Da muss man doch kein Genie sein um zu sehen, dass das irgendwann implodiert. Da kommst du mit der 5-10%-Regel auch nicht lange hin.

Das ist vom einzelnen Unternehmer verantwortungslos und branchenweit höchstgradig destruktiv. Es hält in den Kalkulationen die Fixkosten unnatürlich niedrig und plötzlich habe ich zwei Straßen weiter noch ne Kegelbahn, die ihr Schnipo für sechsneunzig anbieten, weil sich das ja augenscheinlich (noch) rechnet.

Das Problem sind doch nicht die drei Clubs (die werden sich kaum auflösen), sondern die sechsneunzig fürs Schnipo. Ich kann die Augen zu machen und beten, dass die alle freiwillig auf 8 aufrunden und im Jahr danach auf 8,10, oder ich kann direkt 8 und 8,10 auf die Rechnung schreiben.

Andersrum hast du in einem Laden mit sehr hohem Kundendurchsatz mit der 5-10%-Regel unnatürlich hochbezahlte Aushilfskräfte.
 
Der Klarheit wegen: Was verstehst du denn unter schlechtem Service?

Gibt es eine Art von schlechtem Service der Dich ein zweites mal in ein Restaurant holen würde?


Der Klarheit wegen möchte ich lieber wissen, was "guter" Service ist, den man mit Trinkgeld belohnen kann...

Besonders guter Auftritt, helfen wenn man gebraucht wird und unsichtbar sein solange man nicht gebraucht wird, gute Umgangsformen und auf keinen Fall dauernd mit Fragen/Gequatsche erdrücken

Ein Verhaltenskodex löst aber doch nicht das Problem. Ich kann nicht einfach auf meiner Kegelbahn den selben drei Clubs 20 Jahre lang sechsneunzig für ihr Schnipo berechnen, die steigenden Kosten ignorieren und den Mitarbeitern weiterhin den Lohnstandard von vor 20 Jahern bezahlen. Da muss man doch kein Genie sein um zu sehen, dass das irgendwann implodiert. Da kommst du mit der 5-10%-Regel auch nicht lange hin.

Naja 1-2 Euro anheben wie Drangi meinte ich auch übertrieben, bei 7 Euro Schnitzelpreis sollten 20 Cent mehr pro Jahr Inflationsausgleich eigentlich genügen soviel teurer geworden sind weder die billigen Schnitzel noch die billigen Angestellten.
 
Naja 1-2 Euro anheben wie Drangi meinte ich auch übertrieben, bei 7 Euro Schnitzelpreis sollten 20 Cent mehr pro Jahr Inflationsausgleich eigentlich genügen soviel teurer geworden sind weder die billigen Schnitzel noch die billigen Angestellten.

Es sei denn man muss noch ursprünglich moderate Preiserhöhungen nachholen. Dann schockt man seine Stammkunden natürlich.
 
also bei mir entscheidet nicht der Service über meine Wiederkehr als Gast, sondern die Qualität der Produkte...

wenn der Service mies war, aber das Essen fantastisch geschmeckt hat, wieso sollte ich dieses Essen nie mehr essen dürfen?

und es wird immer wieder von Servicewüste gesprochen ... aber warum? weil die Service-Kräfte zu geringen Lohn bekommen! das liegt nicht daran, dass der Gast zu wenig Trinkgeld gibt, sondern einzig am Arbeitgeber! will man zufriedene Gäste, braucht man zufriedene Mitarbeiter und wie befriedigt man diese? indem man sie gerecht entlohnt!
das ganze Trinkgeld-System in der weltweiten Gastronomie ist absolut für den Popo...
Trinkgeld soll besondere Leistung belohnen, aber doch nicht den Standard!
aber das Trinkgeld direkt als Lohn einzuplanen und somit das Gehalt der Mitarbeiter niedrig zu halten bringt doch absolut nichts...

wir sollten als Deutsche mal als Vorbild rangehen und diesen Umstand ändern!
aber Einfluss hat entweder nur die Politik oder eben die Arbeitgeber ... an die Arbeitgeber kommen wir nicht ran, denn Gastronomie wird immer besucht werden, so sollte also die Politik eingreifen ... fehlen nur noch die richtigen Initiatoren ...
 
Der Klarheit wegen: Was verstehst du denn unter schlechtem Service?

Der Klarheit wegen möchte ich lieber wissen, was "guter" Service ist, den man mit Trinkgeld belohnen kann...


Alles was kein gutes Service ist,

gutes Service:
ordentliches & gepflegtes Erscheinen
Tischtücher & Stoffservietten
freundliche, zuvorkommende Bedienung
gleichzeitiges Servieren der Speisen
(unauffäliges) regelmäßiges schauen ob alles passt, (getränke leer, Fragen ob noch was bringen darf)
gute Servicekräfte haben ein Gespür, wann sie gebruacht werden und wann die Gäste in Ruhe gelassen werden wollen

gibt noch zahlreiche Dinge, die mir auf die schnelle nicht einfallen
 
Es sei denn man muss noch ursprünglich moderate Preiserhöhungen nachholen. Dann schockt man seine Stammkunden natürlich.

Naja wenn ich 15 Jahre gepennt habe muss ich von einem aufs andere Jahr dann auch nicht gleich alles nachholen :ugly:

wenn der Service mies war, aber das Essen fantastisch geschmeckt hat, wieso sollte ich dieses Essen nie mehr essen dürfen?
Hatte ich in der Kombination noch nie. Super Essen war nie mit richtigem schlechtem Service verbunden -beides schlecht findet man hingegen oft. Es gibt aber so viele tolle Restaurants die beides können (und die finde ich auch dank Bewertungsportalen), dass ich noch drauf verzichten könnte wenn nur das Essen super wäre.
 
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Der Klarheit wegen möchte ich lieber wissen, was "guter" Service ist, den man mit Trinkgeld belohnen kann...

Guter Service ist für mich
- wenn ich mir nicht 20 min den Nacken auf der Suche nach einer Bedienung verrenken muss, um etwas zu bestellen, sondern die Bedienung selbst ein Auge auf die eventuellen Wünsche der Gäste hat,

- wenn ich eine Bestellung kurzfristig (evtl. sogar mehrfach - u.a. weil Kinder oftmals sehr unschlüssig sind), sofern noch nicht zubereitet, ändern kann,

- wenn eine Bedienung eigenständig für (ggf. fremdverschuldete) Fehler oder längere Wartezeiten einsteht - nein, sie soll sich nicht von mir ankeifen lassen, weil mein Essen 10 min länger braucht als erwartet - um aufkommender Ungeduld seitens der Kunden vorzubeugen.

Möglicherweise erkennt man, dass ich großen Wert auf Voraussicht, Überblick und Geduld lege :biggrin:

Ein freundliches Auftreten wird von mir grundsätzlich vorausgesetzt und auch nicht zwangsläufig mit einem Trinkgeld belohnt.
Ich hinterlege auch keinem Busfahrer Trinkgeld, weil er sein Fahrzeug zu führen weiß.
Neulich in Heidelberg hatte ich jedoch einen, der so herrlich während der Fahrt entertainte und die Fahrt zu einem ungemein lustigen Erlebnis machte, dass wir nicht anders konnten, als ihm während einer Haltepause ein Eis zu spendieren :yes:

Gibt es eine Art von schlechtem Service der Dich ein zweites mal in ein Restaurant holen würde?

Folgendes trifft es ganz gut:

wenn der Service mies war, aber das Essen fantastisch geschmeckt hat, wieso sollte ich dieses Essen nie mehr essen dürfen?

In einer Studentenstadt wie Aachen ist der Durchlauf an Servicekräften recht hoch, weshalb es häufig vorkommt, dass in einem bekannten und von den Speisen her guten Restaurant eine neue "untrainierte" Bedienung angetroffen wird, welche einem das Gefühl gibt, eine Last zu sein. Am Essen ändert das jedoch nichts.
 
aber das Trinkgeld direkt als Lohn einzuplanen und somit das Gehalt der Mitarbeiter niedrig zu halten bringt doch absolut nichts...

so ist es aber in vielen restaurants der fall und ich spreche aus erfahrung. und wer für den betrag nicht arbeiten will kann gehen denn hinten stehen weitere 50 interessenten an.

das ja das problem in deutschland mit dem lohndumping.
 
Aber man ist auch drauf angewiesen. Speziell ungelernte Gastrokräfte und beispielsweise Frisöre, deren Lohn so niedrig ist, dass die Frage nach dem Sinn zur Ausübung der Tätigkeit mehr als häufig genug aufkommt.
Dann sollten sich die Arbeitnehmer mal einig sein und die sich zusammenschliessen und die Arbeit verweigern zu den Löhnen. Aber Gewerkschaften sind ja sowas von out und überflüssig und die kosten ja auch noch Beitrag, höre ich dann.

Andererseits können viele Gastrobetriebe aber auch gar nicht viel mehr Lohn zahlen.
Sicher könnten die das. Sie müssen das nur einpreisen. Meinst Du, ich gehe lieber in ein Restaurant, wo das Schnitzel mit Pommes 7,50 kostet und ich davon ausgehen kann, dass die Qualität entsprechend ist, oder gehe ich doch, wenn ich schon mal ausgehe, dahin, wo es gut ist?

Bei meinem letzten Restaurant-Besuch stand alleine das kleine Lachs-Stück mit Nudeln für meinen Sohn mit 9,50 Euro auf der Rechung, vor Weihnachten habe ich für Gans für 2 Personen auch knapp 60 Euro gezahlt, dafür hat es super geschmeckt. Und da arbeitete die (gelernte, aus- und fortgebildete) Bedienung sicher nicht für 8 Euro die Stunde.

Aber eines stimmt: Viele Deutsche sind beim Essen geizig. Sowohl im Restaurant als auch im Supermarkt. Qualität wird selten verlangt und noch seltener bezahlt. Wer öfter mal in Frankreich oder der Schweiz ist, der wird das verstehen.

Gastroleute verdienen nicht nur so wenig, weil sie Tip bekommen, sondern weil viele Chefs auch gar nicht mehr bezahlen können. Bei Frisören siehts sicherlich genauso aus.
Meine Frau war letztens 3 Stunden beim Frisör und hat hauptsächlich gewartet, das hat am Ende 100 Euro gekostet. Wieso sollte der Inhabe da nicht mehr als 4,50 die Stunde zahlen können?

Berufsgruppen wie beispielsweise die hier angesprochenen Heilerziehungspfleger, IT-ler, oder sonstige verdienen doch im Verhältnis viel mehr für viel weniger anstrengende Tätigkeit.
Du darfst gerne mal mit mir tauschen. Auch ITler (gerade in Grossunternehmen) dürfen gerne nachts, am Wochenende und an Feiertagen ran. Nämlich dann, wenn der Rest möglichst nicht arbeitet. Und was es psychisch bedeutet, wenn gerade 2.000 Menschen nicht arbeiten können, weil ein dämlicher Server nicht mehr startet und man dafür verantwortlich ist, kannst Du Dir sicher vorstellen.

Das Arbeitsamt bietet übrigens Umschulungen zum ITler an, weil die ja anscheinend überall gesucht werden. Wenn der Job doch so verlockend ist, immer ran...

In der Schweiz liegt das Grundgehalt für einen gelernten Restaurantfachmann gesetzlich schon bei mindestens 3400 Franken (überhaupt kein Vergleich zu Deutschland) und es gibt dort oft keinen Tip, weil nicht üblich. Aber ist man bei soviel MINDESTEINKOMMEN auch drauf angewiesen?
Du kannst ja mal schauen, wie weit Du mit 3400 Franken kommst, wenn Du in der Schweiz lebst.

Das Trinkgeld ist doch für die Arbeitgeber nur ein Argument, um Sozialabgaben und Steuern zu vermeiden. Da wird auf Kosten der Allgemeinheit Lohnanteile auf Trinkgeldgeber abgewälzt. Das böse Erwachen kommt dann, wenn man mal arbeitslos wird oder in Rente geht, da zählt das Trinkgeld bei der Berechnung dann nicht mehr mit.

Ich habe aber zuletzt auch mal 100 Euro Trinkgeld gegeben (für 2 Personen). Das waren die Möbelpacker, die quasi im Alleingang alle Möbel aus einem Altbau in das neue Haus gebracht haben in 8 Stunden. Und das ohne einen Kratzer, ohne Ärger. Und das für einen vereinbarten Preis, der nach Abzug von Steuern und Kosten (die beiden waren ein GbR) vielleicht 10 Euro Stundenlohn übrig liessen. Das fand ich absolut unangemessen und habe das "aufgerundet".

Marty
 
Du darfst gerne mal mit mir tauschen. Auch ITler (gerade in Grossunternehmen) dürfen gerne nachts, am Wochenende und an Feiertagen ran. Nämlich dann, wenn der Rest möglichst nicht arbeitet. Und was es psychisch bedeutet, wenn gerade 2.000 Menschen nicht arbeiten können, weil ein dämlicher Server nicht mehr startet und man dafür verantwortlich ist, kannst Du Dir sicher vorstellen.

Das ist doch aber auch kaum was gegen die Verantwortung 3 Teller zu den Gästen zu bringen. Wenn die runter fallen können 3 Menschen schnell mal eine halbe Stunde nicht essen und der Abend ist ruiniert, die psychischen Folgen für das weitere Leben aller Beteiligten dürfen schwerwiegend aber unabsehbar sein.

so ist es aber in vielen restaurants der fall und ich spreche aus erfahrung. und wer für den betrag nicht arbeiten will kann gehen denn hinten stehen weitere 50 interessenten an.

das ja das problem in deutschland mit dem lohndumping.
Du hast doch beinah den gleichen Job wie Drangi Du wusstest wahrscheinlich auch nicht was Du eigentlich für einen unglaublich schweren Job hast bis er es erklärt hat.
Jedenfalls schreibst Du nicht so ausdauernd wie er Deine Jammereien auf nur um nebenbei drauf hinzuweisen wie viel besser es doch andere Berufsgruppen haben ;)
 
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Preiserhöhungen wurden nicht vergessen, sie wurden aus Angst vor Beschwerden vom Vorbesitzer einfach nicht getätigt. Restaurant ist zum 01.01. an einen (Unternehmens- und Steuerberater, sowie Anwalt) verkauft worden, der etwas besser kalkulieren kann. Vorbesitzer wohnen im gleichen Haus, standen 7 Tage die Woche Mittags und den ganzen Abend im Restaurant, hatten niemals Freizeit, haben im Jahr zusammen 3 Wochen Urlaub in der Heimat Türkei gemacht und ansonsten niemals Frei in 10 Jahren Restauranttätigkeit.
Die Preise wurden und werden lediglich angepasst (orientiert wurde sich an den Preisen der anderen Gastronomien).

Ich selber bin übrigens in einer Gewerkschaft organsiert. Und diese haben einen Anspruch an einen gewissen Mindestlohn, allerdings muss dafür auch der Betrieb über die DEHOGA oder andere Organisationen organisiert sein. Einfach die Arbeit niederlegen geht nicht.
Übrigens gibt es gar nicht mal so viele geeignete Kräfte, es gibt viele Arbeitslose, aber davon sind nicht sehr viele geeignet. Jedenfalls nicht von denen, die sich dann und wann mal vorstellen. Das sind aber auch sehr starke regionale Unterschiede. Hier in meiner Stadt sind die ARbeitskräfte sicherlich nicht so stark vorhanden wie zb. in einer Stadt wie Berlin.

Übrigens verdient ein ITler aber ganz sicher eine ganze Ecke mehr, dann sind auch die Arbeitszeiten schon erträglicher. Aber richtig, es gibt natürlich eine Menge anderer schlechtbezahlte Berufe, die auch schlechte Arbeitszeiten haben, habe ja nie was anderes gesagt.

Jammern oder nicht, hier gibts nen Thread bzgl. Trinkgeld wo ich schreibe. Wem meine Sätze nicht gefallen, kann sie ignorieren, muss mir aber nicht ständig präsentieren, wie toll er mich findet.

Die Arbeit der Möbelpacker ist auch nciht schwerer als 8 Stunden in einem vollbesetzten Restaurant zu den stressigsten Zeiten herumzurennen. 10 Euro verdienen da aber nur die wenigsten. Gelernte Kräfte gibts kaum noch, ich kann mich glücklich schätzen einer zu sein und kann daher auch mehr verlangen. Andererseits werden die gelernten Kräfte aber auch immer weniger gebraucht, weil es oft tatsächlich nur noch darum geht, 3 Teller an den Tisch tragen zu können. Und dafür braucht man keine 3 Jahre Ausbildung.

Es gibt übrigens viele in der Schweiz tätigen, nicht nur aus meiner Branche. Die sind oft so gewieft und wohnen an der Grenze in der BRD und fahren nur zum Arbeiten rüber. Die haben einen großen Reibach. Und ja, auch die in der Schweiz lebenden haben unterm Strich dennoch einiges mehr in der Tasche. Alles schon zig mal nachgerechnet und nachgefragt bei jenen.
 
Ich selber bin übrigens in einer Gewerkschaft organsiert. Und diese haben einen Anspruch an einen gewissen Mindestlohn, allerdings muss dafür auch der Betrieb über die DEHOGA oder andere Organisationen organisiert sein. Einfach die Arbeit niederlegen geht nicht.
Als Gewerkschaft kann man das sicher, wieso sollte das nur in Betrieben gehen, die einem Arbeitgeberverband angehören? Wenn sich alle Gastro-Kräfte einig wären und mal insgesamt in Deutschland die Arbeit niederlegen und nur in den Betrieben wieder anfangen mit der Arbeit, die einen Mindestlohn und Arbeitszeiten zusichen, dann würde das schnell gehen. Fragt mal die Zugbegleiter oder Piloten.

Die Arbeit der Möbelpacker ist auch nciht schwerer als 8 Stunden in einem vollbesetzten Restaurant zu den stressigsten Zeiten herumzurennen.
Ich habe beides noch nicht gemacht, kann das also nicht beurteilen.

Marty
 
Nunja, besonders in kleineren Betrieben machst du das dann aber auch nur ein mal. Der Wirt wird schon einen Ersatz für dich finden, auch wenn er dich erstmal 2 Monate noch länger beschäftigt, bis er Ersatz gefunden hat. Oder aber er wird dir täglich seinen Unmut zeigen und man muss dann damit leben.

Gewerkschaften können sich ja einiges erlauben, aber wenn nicht mal ein Betriebsrat vorhanden ist, dann geht die Niederlegung der Arbeit ja schon fast mit einer Meuterei gleich. Nein, so gehts leider auch nicht. Man befindet sich in einer Zwickmühle und muss sich irgendwie damit arrangieren.

Was noch dazu kommt, heutzutage gibts in den meisten Branchen einfach zu viel Konkurrenz. Das Angebot übersteigt die Nachfrage. Früher war das nicht so, ein Grund, warum diese Probleme erst in den letzten 15-20 Jahren verstärkt auftreten.
 
Nunja, besonders in kleineren Betrieben machst du das dann aber auch nur ein mal. Der Wirt wird schon einen Ersatz für dich finden, auch wenn er dich erstmal 2 Monate noch länger beschäftigt, bis er Ersatz gefunden hat. Oder aber er wird dir täglich seinen Unmut zeigen und man muss dann damit leben.
Das ist der Teufelskreis wenn man in einem Markt arbeitet, wo es anscheinend deutlich mehr verfügbare Arbeitskräfte gibt als Arbeitsplätze und diese Arbeitskräfte sich nicht einig sind und lieber durch eigene Schuld die Löhne immer weiter dumpen.

Marty
 
Übrigens verdient ein ITler aber ganz sicher eine ganze Ecke mehr, dann sind auch die Arbeitszeiten schon erträglicher. Aber richtig, es gibt natürlich eine Menge anderer schlechtbezahlte Berufe, die auch schlechte Arbeitszeiten haben, habe ja nie was anderes gesagt.
Ich bekomme für 20 Stunden IT mehr als damals für 30 Stunden Heilerziehungspflege. Letzteren Job würde ich schlecht bezahlt nennen, stressig war es auch und miesere Arbeitszeiten findet man nirgends ;)

Wem meine Sätze nicht gefallen, kann sie ignorieren, muss mir aber nicht ständig präsentieren, wie toll er mich findet.
Na dit könnte Dir so passen. Es geht ja auch nicht mal um Dich persönlich nur um diese Art die Du an den Tag legst wenn Du Deinen Job anspruchsmäßig in den Himmel hebst und die anderen klein redest. ;)

Das ist der Teufelskreis wenn man in einem Markt arbeitet, wo es anscheinend deutlich mehr verfügbare Arbeitskräfte gibt als Arbeitsplätze
so schlimm können die Anforderungen also offensichtlich nicht sein
 
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Das ist der Teufelskreis wenn man in einem Markt arbeitet, wo es anscheinend deutlich mehr verfügbare Arbeitskräfte gibt als Arbeitsplätze und diese Arbeitskräfte sich nicht einig sind und lieber durch eigene Schuld die Löhne immer weiter dumpen.

Marty
Eine Teilschuld geht ganz klar von den Arbeitnehmern aus, in dem sie sich unter anderem auch nicht gewerkschaftlich organisieren (wenn sie es denn können und es ihnen aus verschiedenen Gründen nicht verwehrt wird), beispielsweise ist mit der NGG NRW und denen anderer Bundesländer, vor ein paar Monaten ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro für die unterste Lohnstufe vereinbart worden. Ein Recht darauf besteht aber nur bei Mitgliedschaft, gleichzeitig muss der eigene Betrieb arbeitnehmerrechtlich organisiert sein.


Ich bekomme für 20 Stunden IT mehr als damals für 30 Stunden Heilerziehungspflege. Letzteren Job würde ich schlecht bezahlt nennen, stressig war es auch und miesere Arbeitszeiten findet man nirgends ;)
Scheinbar hast du alles richtig gemacht. :yes:
Na dit könnte Dir so passen. Es geht ja auch nicht mal um Dich persönlich nur um diese Art die Du an den Tag legst wenn Du Deinen Job anspruchsmäßig in den Himmel hebst und die anderen klein redest. ;)
Ich schreibe zu den mir klaren Punkten selbstverständlich mehr als zu den mir nicht näher bekannten, das bedeutet aber nicht gleich das von dir behauptete. Und ansonsten habe ich noch manche Taxifahrer angeprangert und bin auch davon überzeugt, dass das K.O.-Level eines Gastroarbeiters oft gleich mit dem der Möbelpacker ist. :)
 
Scheinbar hast du alles richtig gemacht. :yes:

Nein, ich bewerbe mich grad wieder als Heilerziehungspfleger (mit Absicht auch bei den bösen Personalserviceagenturen :mrgreen:), der Job ist für mich einfach sinnvoller, spaßiger und spannender.
Außerdem habe ich heute zu oft die Art von Streß die einen nicht schlafen lässt. Als HEP war es meist die positive Art, die bei der man nachher umso besser schläft ;)

das bedeutet aber nicht gleich das von dir behauptete
Ich habe mich nicht mal angesprochen gefühlt, ich mach sowieso nur Jobs die mir liegen. Es gibt aber Menschen denen Du damit erheblich unrecht tust.

und bin auch davon überzeugt, dass das K.O.-Level eines Gastroarbeiters oft gleich mit dem der Möbelpacker ist. :)
Würde ich erst behaupten nachdem ich mindestens ein Jahr Möbelpacker gewesen wäre. Für eine 12 Stunden-Schicht war ich ganz privat auch einmal Gastroarbeiter und mehrmals Möbelpacker. Ich würde den Job als Gastroarbeiter bevorzugen und Du offensichtlich auch ;)
 
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Alles was kein gutes Service ist,

gutes Service:
ordentliches & gepflegtes Erscheinen
Tischtücher & Stoffservietten
freundliche, zuvorkommende Bedienung
gleichzeitiges Servieren der Speisen
(unauffäliges) regelmäßiges schauen ob alles passt, (getränke leer, Fragen ob noch was bringen darf)
gute Servicekräfte haben ein Gespür, wann sie gebruacht werden und wann die Gäste in Ruhe gelassen werden wollen
Hmmm, das erwarte ich eigentlich als Standard wenn ich irgendwo essen gehe.
Ordentliche & gepflegte Erscheinung zusammen mit freundlichem Verhalten wird eh in fast allen Berufen erwartet, ist also definitiv nix besonderes.

Interessant wird das Ganze Thema übrigens, wenn schon vorne in der Speisekarte drin steht, dass in allen Preisen ein Bediengeld eingerechnet ist. Ich fühle mich da aber trotzdem manchmal doof, wenn ich kein Trinkgeld gebe.

anddie
 
Bediengeld heißt ja auch nix anderes als Lohn. Klar, dass die Bedienungen da nicht nur ehrenamtlich arbeiten. :- )

Im Grunde überflüssige Formulierung und stammt vielleicht noch aus alten Zeiten, wo viele Kellner ähnlich Subunternehmer gearbeitet haben und daher auf Umsatzbeteiligung gearbeitet haben.