Trinkgeld-Diskussionen

Ich denke nicht, dass so ein Präzedensfall tatsächlich vorkommt. Kein einziger Pizzabote fährt ohne Wechselgeld zum Kunden.

Diese Rechtsentscheidung ist im Sinne des Fernabsatzgesetzes verständlich, im Umgang mit einer bestellten Pizza jedoch eher lächerlich.

Nun gut, dann muss der Kunde halt für passendes Wechselgeld sorgen. Ich lege aber noch einen drauf: Wenn der Bote die Pizza also wieder mitnimmt und mit diesem rechtlichen Passus argumentiert, die Pizza dann weggeworfen wird und dem Lieferservice ein Schaden entsteht und dieser so dann rechtliche Schritte einleitet, ist er dann aber auch in der Beweispflicht. Andernfalls könnte Aussage gegen Aussage stehen und demnach würde bzw. müsste dem Kunden "in dubio pro reo" Recht zugesprochen werden. Ohne einen Beweis, dass der Kunde keinen passenden Betrag vorzuweisen hatte, wird im Zweifel also dem Angeklagten in Deutschland Recht zugesprochen.

Aber die Debatte ist doch sowieso für den Popo. Vor Gericht wird kein Kunde gehen und schon mal gar nicht in verfahrenstechnische Vorleistungen - wegen einer Pizza. Und kein Lieferdienst - nicht mal in Timbuktu - würde ohne Wechselbörse zum Kunden fahren.

Außerdem ist jeder Kunde/Gast wichtig. Jeder Betrieb würde eher stillschweigend die 35 Cent draufzahlen als die Pizza wieder mitzunehmen (außer der Kunde wäre außerordentlich beleidigend, ausfallend etc.).
 
Ich denke nicht, dass so ein Präzedensfall tatsächlich vorkommt. Kein einziger Pizzabote fährt ohne Wechselgeld zum Kunden.

Bei mir wurde mal ein Fehler bei der Bestellung gemacht. Ich hatte für exakt 10 Euro bestellt, eben weil ich kein Kleingeld hatte. Kommt der Hannes an der Tür, will der 11 Euro - die hatten da ne Zutat draufgepappt, die ich gar nicht bestellt hatte. Die wollte ich also auch nicht zahlen. 3x angerufen beim Pizza-Dienst. Ende der Geschichte: man nahm die Pizza wieder mit und ich hatte kein Abendessen.
 
Ich denke nicht, dass so ein Präzedensfall tatsächlich vorkommt.
nur so als Nebeninfo: Präzedenzfälle gibt es im deutschen Recht sowieso nicht, nur in Amerika, und somit in Deutschland nur im Fernsehen.
Jeder Richter darf und soll nach eigenem Ermessen entscheiden, er kann sich dabei an anderen Urteilen orientieren - oder nicht, wie er will.
 
Entweder hat der Lieferdienst zuviele Kunden, oder momentan zuviel Stress, oder sie sind einfach dumm. Sie haben wegen einem Euro einen potenziellen Kunden vergrault und anstatt die 10 Euro zu akzeptieren, muss nun auch noch der Materialwert und die Benzinkosten aus eigener Tasche bezahlt werden. Und auch bei 10 Euro hätte der Lieferdienst noch Gewinn bzw. genügend Umsatz gemacht um zumindest einen Teil der Betriebs- und Personalkosten wieder rauszubekommen. Bei dem Lieferservice würde ich auch nie mehr bestellen.

Ich hatte früher einen Lieblingsdienst, wo ich recht häufig bestellt habe, meist zwischen 20-25 Euro 1-2 mal die Woche. Einmal war definitv etwas von den gefüllten Pizzabrötchen abgebissen worden und das offene Ende dann zusammengedrückt worden, so dass man das nicht auf den ersten Blick sah. Ich habe mich natürlich heftig bei dem Lieferdienst beschwert und der Chef hat nicht nur sofort Ersatz geliefert, sondern die Bestellung komplett kostenlos übergeben - auch der Fahrer war nicht derselbe. Habe dann aus Gefälligkeit noch ein, zwei mal dort bestellt, danach aber nie mehr, weil ich immer automatisch an das angebissene Brötchen denken musste.
 
Wusstet ihr, dass die Lieferfahrer (jedenfalls bei uns in der Nähe) nur 3,90€ die Stunde bekommen, wenn sie mit Auto liefern. Mit dem Fahrrad geliefert gibt es ganze 4,50€. Ich glaube die armen ausgebeuteten Mitarbeiter/Fahrer sind auf jeden Cent angewiesen. Entweder geben wir denen Trinkgeld zum überleben, oder wir ändern etwas an der politischen Lage, die das unterstützt.
Armes Deutschland
 
Wusstet ihr, dass die Lieferfahrer (jedenfalls bei uns in der Nähe) nur 3,90€ die Stunde bekommen, wenn sie mit Auto liefern. Mit dem Fahrrad geliefert gibt es ganze 4,50€. Ich glaube die armen ausgebeuteten Mitarbeiter/Fahrer sind auf jeden Cent angewiesen. Entweder geben wir denen Trinkgeld zum überleben, oder wir ändern etwas an der politischen Lage, die das unterstützt.
Armes Deutschland

die Politik ist da gefordert, wie z.B. Mindestlöhne.
 
Entweder geben wir denen Trinkgeld zum überleben, oder wir ändern etwas an der politischen Lage, die das unterstützt.
Armes Deutschland
Trinkgeld gerne, aber ich als Kunde nicht dafür da, das Fehlverhalten eines Chefs auszugleichen. Das Trinkgeld sehe ich als Bonus für erbrachte Leistung, nicht als Lohnausgleich.
 
Wusstet ihr, dass die Lieferfahrer (jedenfalls bei uns in der Nähe) nur 3,90€ die Stunde bekommen, wenn sie mit Auto liefern. Mit dem Fahrrad geliefert gibt es ganze 4,50€. Ich glaube die armen ausgebeuteten Mitarbeiter/Fahrer sind auf jeden Cent angewiesen. Entweder geben wir denen Trinkgeld zum überleben, oder wir ändern etwas an der politischen Lage, die das unterstützt.
Oder die Verkäufer erhalten endlich Preise für ihre Waren, mit denen sie ihre Angestellten vernünftig bezahlen können...

Ich zahle beim Friseur für Waschen, schneiden 8 Euro, die gelieferte Salami Pizza kostet 5,20 Euro, der Cheeseburger 1 Euro, meine Putzfrau bekommt 6,50 Euro auf 450 Euro Basis für einen Halbtagsjob... aber die Politiker müssen sich endlich um das Problem kümmern, dass die nicht von ihrem Geld leben können :roll:

Marty
 
Oder die Verkäufer erhalten endlich Preise für ihre Waren, mit denen sie ihre Angestellten vernünftig bezahlen können...

Ich zahle beim Friseur für Waschen, schneiden 8 Euro, die gelieferte Salami Pizza kostet 5,20 Euro, der Cheeseburger 1 Euro, meine Putzfrau bekommt 6,50 Euro auf 450 Euro Basis für einen Halbtagsjob... aber die Politiker müssen sich endlich um das Problem kümmern, dass die nicht von ihrem Geld leben können :roll:

Marty

Durch einen Mindestlohn werden diese Waren und Dienstleistungen von allein teurer und die Menschen haben ein Mindestmaß an Einkommen -anders rum scheitert es scheinbar an den menschlichen Schwächen. Nur um die relevanten Dinge die trotz den menschlichen Schwächen von allein ausreichend funktionieren muss sich die Politik nicht kümmern, das ist bei dem Thema jedoch offensichtlich anders.

Wusstet ihr, dass die Lieferfahrer (jedenfalls bei uns in der Nähe) nur 3,90€ die Stunde bekommen, wenn sie mit Auto liefern. Mit dem Fahrrad geliefert gibt es ganze 4,50€. Ich glaube die armen ausgebeuteten Mitarbeiter/Fahrer sind auf jeden Cent angewiesen. Entweder geben wir denen Trinkgeld zum überleben, oder wir ändern etwas an der politischen Lage, die das unterstützt.
Armes Deutschland
Oder wir geben einfach jedem Pizzaboten Jobangebote mit 6-7 Euro pro Stunde, wenn sie dann trotzdem da bleiben ist das durchschnittliche Trinkgeld wahrscheinlich doch in Ordnung und die Arbeit so schlecht nicht...
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber wegen der eigenen Schwäche auf die Politik zu schimpfen halte ich für falsch. Das man das regeln sollte unterstütze ich, aber ich schimpfe nicht auf Politiker, die das nicht schnell genug machen. Ich gehe einfach in den Laden, wo ich weiß, die Mitarbeiter werden vernünftig bezahlt und behandelt. Das frage ich notfalls vorher nach. Und mein Haarschnitt ist mit 12,50 Euro jetzt auch nicht exorbitant teurer, obwohl die Frisörin fast das doppelte verdient wie im Billigladen.

Marty
 
Ich gehe einfach in den Laden, wo ich weiß, die Mitarbeiter werden vernünftig bezahlt und behandelt. Das frage ich notfalls vorher nach.

also so viel Langeweile habe ich nicht, dass ich die Läden abklappere und mich informiere à la:
"Werden hier die Mitarbeiter fair und vernünftig bezahlt"?

:ugly:
 
also so viel Langeweile habe ich nicht, dass ich die Läden abklappere und mich informiere à la:
"Werden hier die Mitarbeiter fair und vernünftig bezahlt"?
Kann ich mir vorstellen. Es gibt auch anscheinend wenige Leute, die beim Metzger vorher tatsächlich fragen, wo das Fleisch denn herkommt... Die meisten reagieren da ziemlich verwirrt.

Oder Gemüsehändler auf dem Markt, von denen ich wissen will, woher denn ihre Produkte kommen.

Zugegeben, ich bin da manchmal etwas komisch... manchmal auch einfach nervig (das merkt man ja bei meinen Beiträgen nicht so :mrgreen: )

Marty
 
Wusstet ihr, dass die Lieferfahrer (jedenfalls bei uns in der Nähe) nur 3,90€ die Stunde bekommen, wenn sie mit Auto liefern. Mit dem Fahrrad geliefert gibt es ganze 4,50€. Ich glaube die armen ausgebeuteten Mitarbeiter/Fahrer sind auf jeden Cent angewiesen. Entweder geben wir denen Trinkgeld zum überleben, oder wir ändern etwas an der politischen Lage, die das unterstützt.
Armes Deutschland

die Politik ist da gefordert, wie z.B. Mindestlöhne.

Wie in wahrscheinlich jeder bekannten Branche gibts auch in der Gastro einige schwarze Schafe als Arbeitgeber. Dennoch existieren gesetzliche Mindestlöhne und entsprechende Tarifgruppen auch in der Gastronomie. Die Mantel- und Entgelttarifverträge können von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein. Der Lieferbote befindet sich in der Tarifgruppe 1. In NRW liegt dort der Mindestlohn dieser Tarifgruppe bei 1411 Euro Brutto (169 Std/Monat), was einem Stundenlohn von etwa 8,35 Euro entspricht, egal ob für eine Aushilfs- oder Vollzeitanstellung. Ab dem 01.09.2013 erhöht sich dieser Mindestlohn auf 1437 Euro.

In den Genuss höherer Vergütung kommen zusätzlich gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter (NGG), wenn sie in Betrieben tätig sind, die sich ebenfalls als Mitglied der DEHOGA (Arbeitgeberverband) zeichnen lassen. Dann ist hierfür ein Mindestlohn in der untersten Tarifgruppe von 8,50 Euro vorgesehen.

Leider sind die schwarzen Schafe so zahlreich in der Gastronomie, dass selbst viele große Betriebe die gesetzlichen Mindestlöhne kaum einhalten und oftmals Stundenlöhne zwischen 6,50-8,00 Euro zahlen. Löhne unter 6,50 Euro sind auch in der Gastronomie seltener anzutreffen, existieren aber ebenfalls durchaus.

Quellen:

Entgelttarifvertrag NRW

Manteltarifvertrag für NRW
 
Ich war letztens so wegeklatscht das ich dem Pizzaboten zirka 17€ trinkgeld gegeben haben rechnung 28€ zirka 47€ gegeben und garnicht realisiert der hat nicht danke gesagt der ArsXX

Und was die Tarife angeht bin gelernter Koch, habe mal für 1000€ auf die Hand 210Stunden Monat gehabt wobei da schon Trinkgeld dabei war....

Dafür Gratis Wohnen Essen....
 
Ich war letztens so wegeklatscht das ich dem Pizzaboten zirka 17€ trinkgeld gegeben haben rechnung 28€ zirka 47€ gegeben und garnicht realisiert der hat nicht danke gesagt der ArsXX

Das wird sicher schwer für Dich, aber 47- 28 sind ungefähr 19 Euro :p

Hast Du wenigstens mit einem selbst gedruckten 47 Euroschein bezahlt? Dann ist es nicht ganz so wild...
 
Nicht besoffen nur bekifft und auf Benzol :ugly:.
War ne zirka angabe weis nehmer was es gekostet hat genau :).
 
Na dann geht es ja, Alkohol ist Gift ;)
Benzol aber auch, sehe ich grade: (...Benzol ist krebserregend ...)
https://de.wikipedia.org/wiki/Benzol.

(...Als Erdölbegleitstoff darf es in Deutschland und der EU nach EN 228 mit bis zu ein Prozent im Autokraftstoff Benzin enthalten sein...)

Ähm Haller, bist du dir bewusst darüber, was du dir da reinziehst? Ich habe dir ein paar der erschreckensten Infos dick markiert.

Toxikologie

Benzoldämpfe sind beim Einatmen giftig; die Symptome akuter Vergiftungen treten erst bei relativ hohen Konzentrationen ein. Leichte Vergiftungen äußern sich in Schwindelgefühl, Brechreiz, Benommenheit und Apathie. Bei einer schweren Vergiftung kommt es zu Fieber und Sehstörungen bis hin zu vorübergehender Erblindung und Bewusstlosigkeit. Bei der so genannten Benzolsucht, die beim Einatmen von Benzol eintreten kann, kommt es zu Trunkenheits- und Euphoriegefühlen. Benzol kann bei längerer Einwirkung auf den Organismus zum Tod führen.
Die Giftwirkung ebenso wie die karzinogene Wirkung ist auf die Bildung eines karzinogenen Metaboliten zurückzuführen. Im Körper wird Benzol am Ring oxidiert. Das entstehende hochreaktive Epoxid reagiert mit zahlreichen biologischen Verbindungen und kann auch das Erbgut schädigen. Eine langzeitige Aufnahme kleinerer Benzolmengen führt vor allem zu Schädigungen der inneren Organe und des Knochenmarks. Letzteres resultiert in einer Abnahme der Zahl der roten Blutkörperchen (Anämie), was sich in Herzklopfen, Augenflimmern, Müdigkeit, Schwindel, Blässe und Kopfschmerzen äußert. Benzol wird im Gehirn, Knochenmark und Fettgewebe gespeichert. Es wird nur langsam über die Niere ausgeschieden. Der Abbau erfolgt über verschiedene Umbauprodukte wie das Brenzcatechin, Phenol, Hydrochinon und Benzochinon. Das Hauptausscheidungsprodukt ist schließlich die Phenylmercaptursäure (N-Acetyl-S-phenyl-cystein).
Bei zwei Prozent Luftvolumenanteil Benzol in der Atemluft kommt es nach fünf bis zehn Minuten zum Tod. Die akute letale Dosis (oral) beträgt beim Menschen 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Zwischen einem Luftvolumenanteil von 1,4 bis 8 Prozent bildet Benzol explosive Gemische.
Benzol ist aufgrund dieser Gefahren mit besonderer Vorsicht zu handhaben.
Benzol muss bei 15 °C bis 25 °C gelagert werden. Der TRK-Wert lag bei 1 Milliliter pro Kubikmeter Luft (bzw. 3,25 mg/m³ Luft). Jede Exposition gegenüber Benzol sollte möglichst vermieden oder verringert werden; vor dem Gebrauch von Benzol sind besondere Anweisungen einzuholen. Bei Unfall oder Unwohlsein sollte sofort ein Arzt hinzugezogen werden. Orte, an denen Benzol austritt oder austreten könnte, sollten sofort verlassen und nur in Vollschutzanzügen wieder betreten werden. Benzol ist stark wassergefährdend.
 
Zuletzt bearbeitet:
Benzol aber auch, sehe ich grade: (...Benzol ist krebserregend ...)
https://de.wikipedia.org/wiki/Benzol.

Ich weiß was Benzol ist und kann, einst hatte ich Chemie-Leistungskurs und da bin ich nicht dran vorbeigekommen darüber ein paar Sachen zu erfahren und weil der Benzolring so eine einfache Strukturformel hat vergisst man den/die auch nicht.

Aber muss jeder selbst wissen was man sich so reintut, solange wir Tabak und Alkohol nicht mal klar als (Volks)droge identifizieren ist die ganze Diskussion eher lächerlich - damit vergiften sich bei uns nunmal die Massen