Atomausstieg ja oder nein?

  • Ja

    Stimmen: 50 64,1%
  • Nein

    Stimmen: 28 35,9%

  • Umfrageteilnehmer
    78
  • Umfrage geschlossen .
Ich bin mal gespannt, was bei dieser Sache hier herauskommt.
Es ist schon merkwürdig, dass man erst Akteneinsicht beantragen muss um den Wahrheitsgehalt von Behauptungen der Konzerne überprüfen zu können.
 
Von meinen französischen Kollegen (und da ich in einem französischen Konzern arbeite, habe ich mehr als genug davon) höre ich in letzter Zeit immer öfter sinngemäß: "Ihr Deutsche macht das richtig. Raus aus der Kernenergie und beizeiten auf andere Technologien setzen. Wenn doch mal unsere Regierung so helle wäre..." Das Volk dort - so ist mein Eindruck und der meiner Kollegen - will keine Kernenergie, sie wurde den Franzosen aufgezwungen... Und ja, ich habe die auch schon von Stromausfällen wegen Kühlwassermangels berichten gehört.

Ich finde der Weg, der jetzt eingeschlagen wurde, geht absolut in die richtige Richtung. Dereinst werden wir noch froh sein, daß jetzt so entschieden wurde.
 
Das Volk dort - so ist mein Eindruck und der meiner Kollegen - will keine Kernenergie, sie wurde den Franzosen aufgezwungen... Und ja, ich habe die auch schon von Stromausfällen wegen Kühlwassermangels berichten gehört.
Und wie erklären es "deine" Franzosen, dass ihre Landsleute, die im Vergelich zu den Deutschen recht schnell und zahlreich auf die Straße gehen, wenn ihnen was nicht paßt, bei diesem Thema äußerst passiv sind!? Deren Anti-Atombewegung ist doch im Vergleich zur deutschen gerade zu erbärmlich.
 
Woher nimmst du die Info, dass Franzosen schneller auf die Straße gehen als Deutsche? Nur weil über Vorstadtkrawalle berichtet wird?



Aber ansonsten denke ich auch, dass die Franzosen durchschnittlich(!) nicht so sehr gegen Atomkraft sind wie die Deutschen. Sonst könnten sie den Scheiß nicht ohne weiteres so betreiben.
 
Woher nimmst du die Info, dass Franzosen schneller auf die Straße gehen als Deutsche? Nur weil über Vorstadtkrawalle berichtet wird?
Yep. Genau deswegen. :roll:

Manchmal aber auch wegen Berichten über Massendemos und Generalstreiks. Aber hauptsächlich wegen den Krawallen in den Vorstädten.
 
Naja der Hauptgrund dafür, dass Frankreich da deutlich über Deutschland steht, wird wohl der Generalstreik 2006 sein. Generalstreiks sind in Deutschland nicht vom Streikrecht betroffen, bei uns werden also andere Möglichkeiten vorgezogen.

Das bedeutet noch lange nicht, dass Franzosen schneller auf die Straße gehen (=Demosntrieren) als Deutsche.

Selbst wenn wir gleiche Voraussetzungen und mehr Streiks in Frankreich hätten, gibt es trotzdem unterschiedliche Arten der Demonstration, da kann man nicht mit Zahlen einer einzigen Art argumentieren.

Andere Länder, andere Sitten, wie siehts denn in Frankreich mit organisierten Demos aus?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß nicht, warum die Franzosen nicht auf die Straße gehen. Vielleicht tun sie das noch nicht, weil sie erst abwarten mögen, wie der Ausstieg bei uns gelingt. Meine Kollegen berichten von Demos gegen AKW, aber die sind wohl meist nur lokal um die Dinger herum. Die Medien berichten nicht drüber (weil Atomkraft zur Staatsraison gehört), drum bekommt man das kaum mit.

Aber ich bin sicher: Eines Tages werden sie auf die Straße gehen und Leute wie die Chefin von Areva, Anne Lauvergeon ("Atomic Anne") zum Teufel jagen.

Der Politiker, der dann im richtigen Moment lauthals den Ausstieg fordert, hat gute Karten dann zum Präsidenten gewählt zu werden...

Berlusconi will die Nutzung der Kernenergie in Italien wieder einführen, auf Facebook werden entsprechend aufrufe an Exil-Italiener gepostet, sie mögen doch bitte bei der Volksabstimmung gegen die Atomkraft stimmen. Die derzeitige Entwicklung in Deutschland hilft den italienischen Anti-Atom-Kräften: sie verweisen auf uns und da wir dort im Ruf stehen, immer alles ganz gründlich und wohldurchdacht zu machen, macht das schon Eindruck. Ein Kollege vom Standort Gorgonzola (die Stadt gibt's wirklich, etwas östlich von Mailand gelegen) fragte neulich am Telefon, ob wir Deutschen denn tatsächlich aussteigen wollten. Er konnte das gar nicht recht glauben, weil die (Berlusconi-)Medien wohl auf ganz verzerrte Weise berichten.

Der Konzern, zu dem mein Arbeitgeber gehört, ist in sehr vielen Technologiebereichen engagiert (Luft-/Raumfahrt, Transportwesen, Schiffsbau, Defence, Security...), aber soweit ich weiß, gibt es kein Engagement in Kernenergie, sei es zivil oder militärisch.

Was ich in diesen Tage wieder lerne ist: Man bekommt einen anderen Blick auf die Welt, wenn man mit Leuten rund um den Globus zu tun hat. Von unseren Kollegen in USA beispielsweise habe ich noch nichts über den Ausstieg gehört. Vermutlich bekommen die nichts davon mit, diese Kirchturmpolitiker...
 
Was ich in diesen Tage wieder lerne ist: Man bekommt einen anderen Blick auf die Welt, wenn man mit Leuten rund um den Globus zu tun hat. Von unseren Kollegen in USA beispielsweise habe ich noch nichts über den Ausstieg gehört. Vermutlich bekommen die nichts davon mit, diese Kirchturmpolitiker...

Leider lernst du dabei das Wichtigste nicht. Einzelne Menschen representieren noch weniger ein Land als es Statistiken tun, welche ja bekannterweise Steuerbar sind...

Ich war vor 2 Wochen auf einem 1-Wöchigen Seminar. Dort war auch ein Italiener, welcher sogar in der Windenergiebranche arbeitet. So Aussagen, wie von dir habe ich dort aber nicht bei dem Thema gehört. Und nun? Was lernen wir nun daraus?

Deine Erfahrungen die du hier postest auf die Allgemeinheit zu übertragen und zu meinen, dass du nun weißt, wie die Welt wirklich tickt ist lächerlich.

Es gibt in jedem Land Befürworter von Atomkraft und ich denke eine Breite Mehrheit von Menschen, denen egal ist, woher ihr Strom kommt und dann die dritte Gruppe, welche dagegen ist. Aber die genaue Verteilung wirst du nicht durch Einzelgespräche erfahren. Das ist schon schwer genug, wenn man "echte" Fakten nimmt.

Aber wenn ich schon son polemischen Müll Lese, wie dass der Politiker, der gegen Atomkraft ist ja super Chancen hat President zu werden, dann wissen wir ja wenigstens, wie die Grünen so wachsen konnten, scheiß auf alle anderen politischen Aussagen hauptsache gegen Atomkraft und wenn dabei das Land zerbricht...
 
Aber wenn ich schon son polemischen Müll Lese, wie dass der Politiker, der gegen Atomkraft ist ja super Chancen hat President zu werden, dann wissen wir ja wenigstens, wie die Grünen so wachsen konnten, scheiß auf alle anderen politischen Aussagen hauptsache gegen Atomkraft und wenn dabei das Land zerbricht...

Wie war das mit der Polemik? Wolltest Du mal zeigen, wie man das richtig macht?

Marty
 
Ich weiß nicht, warum die Franzosen nicht auf die Straße gehen.
Weil sie in der Atomkraft im Gegensatz zu vielen Deutschen nicht ein Schicksalsthema sehen und sich nicht kurz vor einem Gau wähnen und möglicherweise andere Themen als wesentlich wichtiger ansehen?! Ist schon bemerkenswert, was in Deutschland die Menschen auf die Straßen treibt: Atomkraft und ein Bahnhof. Für mich reine Luxusprobleme.

Vielleicht tun sie das noch nicht, weil sie erst abwarten mögen, wie der Ausstieg bei uns gelingt.
Ja... Die Welt hat auf einen deutschen Atom-Ausstieg gewartet und wird sich dann nach uns richten... Deswegen investiert man jetzt noch ein paar Milliardchen in AKWs um dann von Deutschland zu "lernen"... Sehr realistisch.

Meine Kollegen berichten von Demos gegen AKW, aber die sind wohl meist nur lokal um die Dinger herum. Die Medien berichten nicht drüber (weil Atomkraft zur Staatsraison gehört), drum bekommt man das kaum mit.
Schon ein Skandal, wenn nicht national über 50- 100 Demonstranten berichtet wird... Es sollte schon so wie in Deutschland sein, wo sich die Medien nicht schämen über 100 japanische AKW-Demonstranten zu berichten und ganz geil darauf hoffen, dass die deutsche Weisheit auch andere Länder erhellt.
Aber ich bin sicher: Eines Tages werden sie auf die Straße gehen und Leute wie die Chefin von Areva, Anne Lauvergeon ("Atomic Anne") zum Teufel jagen.
Vielleicht ist sie ja der Teufel, die die selbstlosen Solargesellschaften daran hindert noch mehr Geld abzuzocken und an Reiche umzuverteilen.
Der Politiker, der dann im richtigen Moment lauthals den Ausstieg fordert, hat gute Karten dann zum Präsidenten gewählt zu werden...
Du kannst dir also gar nicht vorstellen, dass es wichtigere Themen gibt und dass das so wahlentscheidend ist?! Da muss es einem schon sehr gut gehen. Glückwunsch.
Berlusconi will die Nutzung der Kernenergie in Italien wieder einführen, auf Facebook werden entsprechend aufrufe an Exil-Italiener gepostet, sie mögen doch bitte bei der Volksabstimmung gegen die Atomkraft stimmen.
Facebook... ^^

In Hamburg nahmen 15 000 Menschen die Geburtstags-Einladung einer 16-jährigen an und 550 000 Menschen sagen, dass sie Guttenberg zurückwollen... ^^

Er konnte das gar nicht recht glauben, weil die (Berlusconi-)Medien wohl auf ganz verzerrte Weise berichten.
Ich habe den Eindruck, dass bei uns auch nicht gerade sehr sachlich berichtet werden... In einem Süddeutschen-Beitrag letzte Woche in der Zeitung wurden insgesamt 10 Experten zum Atomaustieg befragt. Alle! 10 waren dafür und stritten nur über das Wann... Sowas kann man nicht ernsthaft als ausgewogene Berichterstattung bezeichnen.
Ebenso gibt es bei den Parteien nur eine Einheitsparteien-Meinung, die sich nur in den Unterpunkten unterscheidet. Deutschland ist in dieser Frage fast zu einer Meinungsdiktatur geworden. Findet sich tatsächlich eine öffentliche Person, die pro Atomkraft argumentiert, sitzt er sofort in der bösen Ecke und ist ja sowieso nur ein RWE/Eon/etc-Lobbyist...
Der Konzern, zu dem mein Arbeitgeber gehört, ist in sehr vielen Technologiebereichen engagiert (Luft-/Raumfahrt, Transportwesen, Schiffsbau, Defence, Security...), aber soweit ich weiß, gibt es kein Engagement in Kernenergie, sei es zivil oder militärisch.
Ja, und? Was sagt denn eine Firma aus? Übrigens ist dieser Artikel (obwohl er von den Einheits-GEZ-Medien stammt) lesenswert:Wie aus dem Atomausstieg ein Atomumzug wird

Was ich in diesen Tage wieder lerne ist: Man bekommt einen anderen Blick auf die Welt, wenn man mit Leuten rund um den Globus zu tun hat.
Ich habe vor kurzem mit einem indischen Wissenschaftler geredet, der mir gesagt hat, dass Indien stolz darauf ist das größte Atomkraftwerk der Welt zu bauen (mind. 6x soviel Energie als das größte deutsche AKW)
Von unseren Kollegen in USA beispielsweise habe ich noch nichts über den Ausstieg gehört.
Seit wann interessieren sich Amerikaner besonders um innenpolitische Probleme anderer Länder? Wäre ja was ganz was neues.

Heute geht durch die Agenturen, dass dem Erdgas ein goldenes Zeitalter bevorstehen wird, da sie die Atomkraft substituieren soll... Ich sehe ein goldenes Zeitalter für den lupenreinen Demokraten in Moskau vorraus... Inklusive Gas-Stopps aus politischen Gründen und kleinen Preisschüben aufgrund einer Monopolstellung... ^^
 
Zuletzt bearbeitet:
Von unseren Kollegen in USA beispielsweise habe ich noch nichts über den Ausstieg gehört. Vermutlich bekommen die nichts davon mit, diese Kirchturmpolitiker...
Finde es allgemein schwierig aus Übersee Diskussionen über Europa/Deutschland zu finden. Der übliche US-Bürger scheint sich nicht besonders für solche Schlagzeilen zu interessieren. Bestenfalls findet man irgendwelche Randmeldungen, die alle unkommentiert sind.
Einzig bei der Huffingtonpost habe ich mal nen paar Meinungen dazu ergattern können. Bin damals auf den Artikel vom 14.3. gestoßen. Die 410 Kommentare fand ich jedenfalls sehr Aufschlussreich.
 
Einzig bei der Huffingtonpost habe ich mal nen paar Meinungen dazu ergattern können. Bin damals auf den Artikel vom 14.3. gestoßen. Die 410 Kommentare fand ich jedenfalls sehr Aufschlussreich.

Naja, die Huffington Post ist ja doch eher eine linksliberale Online-Zeitung... (Und es kommt mir so vor als würden auch viele Deutsche dort ihre Meinung verkünden) Auf CNN liest man andere (653) Meinungen: https://edition.cnn.com/2011/WORLD/europe/03/15/germany.nuclear.protests/
 
Naja, die Huffington Post ist ja doch eher eine linksliberale Online-Zeitung... (Und es kommt mir so vor als würden auch viele Deutsche dort ihre Meinung verkünden)

Die Einseitigkeit fällt einem natürlich sofort auf. Die Kommentare dort sind ja nahezu ein Kniefall vor Deutschland. Dementsprechend schwerer muss man denke ich die wenigen kritischen Meinungen dort gewichten. Zumindest scheinen dort einige mit deutschen Wurzeln oder in deutschland lebende Amerikaner unterwegs zu sein. Manche Meinung zur deutschen Haltung in Bezug auf Lybien, war allerdings auch vernichtend, wenn auch absolut nicht informativ. :LOL:
Für einen Einblick in die US-Mentalität und Sichtweise reicht es imho jedenfalls aus.
Weiß nicht genau wie dort die Herkunftsverteilung ist. Messe CNN eigentlich eher eine bunt gemischte "Leserschaft" zu. Bei den üblichen Quellen wie New York Times, CBS-News etc. ist bei internationalen Meldungen, wie gesagt, meistens nichts los.
 
Mal eine andere Frage: Warum pocht niemand darauf Chemiewerke sicher vor abstürzenden Flugzeugen zu machen?! Bei Bhopalsind auch (zehn)tausende getötet worden und ne halbe Million verletzt... Das Gebiet ist immer noch verseucht...