Atomausstieg ja oder nein?

  • Ja

    Stimmen: 50 64,1%
  • Nein

    Stimmen: 28 35,9%

  • Umfrageteilnehmer
    78
  • Umfrage geschlossen .
Wenn man richtig grünes Licht gibt und der Druck zur Lösung da ist, was meinste, wie schnell das voran geht.
Eben da bin ich etwas skeptisch. Gerade wenn es um Infrastruktur, Entwicklung und Veränderung geht ist Deutschland ganz besonders träge.
Wir sind schon lange nicht mehr das Land, das die Ärmel hochkrempelt und das Ruder plötzlich rumreißt.
Ich halte es für sinnvoller, wenn die unliebsamen Energiemodelle in absehbarer Zeit abgeschafft werden, oder noch besser durch Steuern und Abgaben in naher Zukunft schrittweise unrentabel werden um einen gewissen Druck bei den Konzernen zu erzeugen, sodass der Markt aus Eigeninitiative die Entwicklung fördern und den Ausbau in angemessener Zeit vorwärts treiben kann. Kapital ist genug vorhanden.

Der alte "Atomkonsens" von 2002 war da schon in Ordnung. Als ärgerlich empfand ich dagegen die Laufzeitverlängerung, weil die Maschinerie bereits angelaufen war und der Prozess bereits ganz gute Fortschritte machte.

Auch wenn ich kein Freund der Kernkraft bin, halte ich jetzt einen Komplettausstieg übers Knie brechen zu wollen für bedenklich, weil einfach noch zu viele Fragen offen sind. Ich vermisse bei der ganzen Diskussion die sachlichen Leute, die sich professionell mit der Thematik befassen. Ich sehe nur noch Kernkraftgegner und Leute, die in der Kernkraft das Allheilmittel sehen. Rational erscheint mir momentan keine der beiden Parteien.
 
Auch wenn ich kein Freund der Kernkraft bin, halte ich jetzt einen Komplettausstieg übers Knie brechen zu wollen für bedenklich, weil einfach noch zu viele Fragen offen sind. Ich vermisse bei der ganzen Diskussion die sachlichen Leute, die sich professionell mit der Thematik befassen. Ich sehe nur noch Kernkraftgegner und Leute, die in der Kernkraft das Allheilmittel sehen. Rational erscheint mir momentan keine der beiden Parteien.

Da haste völlig Recht! Auch wenn ich persönlich Kernenergie für zu gefährlich und unberechenbar halte, so muss man sie nicht gleich komplett verteufeln. Sie hat ja auch ihren Beitrag in den Zeiten nach WK 2 geleistet, war ja nicht nur schlimm. Wäre die Form der Energiegewinnung in einem Rahmen kontrollierbar, wo selbst ein Komplettversagen begrenzte Auswirkungen hätte, wären die Variablen wirklich zählbar, wär ich sogar dafür, weil wir alle auch einen Preis für unseren Fortschritt zahlen. Aber jetzt gibt es einfach bessere Alternativen und so wie der Dampfkessel aus den Schiffen verschwand, weil es mit dem Dieselmotor einfach sicherer und leichter war, so muss jetzt eben die Kernenergie langsam aber sicher auch den Energien weichen, die besser und sicherer sind. Warum sich so viele Menschen an diese Energieform klammern, die sowieso genauso endlich ist, wie Öl und Gas, versteh ich nicht. Die Welt ist reif dafür, neue Wege zu gehen und die können doch auch sehr spannend und interessant sein und sie können uns einen Schritt weiter in eine moderne Gesellschaft bringen. Vielleicht sind dann eines Tages die klobigen Windräder und massigen Sonnenkollektoren genauso auf dem Abschuß und werden von Sonnensegeln im All oder Kernfusion abgelöst. Wir haben nun genug Warnschüsse bekommen, die Welt oft genug an den Rand des Irrsinns gleiten lassen und nun heisst es eben "auf zum Windrad", statt "auf zum Atom". Ich seh da nichts wirklich schreckliches drin.
 
@ beibaers

Ich seh das Problem nicht in der Partei (die anderen sträuben sich doch noch vehementer gegen einen Ausbau)

Doch ich schon, denn manchmal muss man einfach auch mal etwas entscheiden, sonst geht es nie vorwärts.
Es finden sich immer Gründe, die gegen irgend etwas sprechen und sei es nur hier im Kaff, ob nun die Strassenlampen um 11 oder halb 12 ausgehen, ohne Entscheidung würden sie heute noch diskutieren.

Beim neuen Wasserkraftwerk in Rheinfelden protestierten sie , weil sie das alte unter Denkmalschutz stellen wollen, wollten sogar Klage einreichen.

Klick hats denke ich mittlerweile bei allen Parteien gemacht, es geht nur noch über die Aushandlung der Modalitäten und auch wie Du erkannt hast, wer wo was wann verdient.
Da werden wir auch nicht dran vorbeikommen, egal welche Partei nun dran ist.

Nur die Grünen sind in meinen Augen nicht die Partei, die sowas durchsetzen kann.
 
Doch ich schon, denn manchmal muss man einfach auch mal etwas entscheiden, sonst geht es nie vorwärts.
Es finden sich immer Gründe, die gegen irgend etwas sprechen und sei es nur hier im Kaff, ob nun die Strassenlampen um 11 oder halb 12 ausgehen, ohne Entscheidung würden sie heute noch diskutieren.

Beim neuen Wasserkraftwerk in Rheinfelden protestierten sie , weil sie das alte unter Denkmalschutz stellen wollen, wollten sogar Klage einreichen.

Klick hats denke ich mittlerweile bei allen Parteien gemacht, es geht nur noch über die Aushandlung der Modalitäten und auch wie Du erkannt hast, wer wo was wann verdient.
Da werden wir auch nicht dran vorbeikommen, egal welche Partei nun dran ist.

Nur die Grünen sind in meinen Augen nicht die Partei, die sowas durchsetzen kann.

Sagen wir es mal so: Wenn die Grünen dran sind, wirds schwieriger, das alles zu rechtfertigen. Ansonsten muss man auch genau schauen, welche Gründe das jeweilige Verhalten hat. Siehst ja, wie wenig Verständnis die Menschen gerade dann haben, wenn sie sich dagegen sträuben. Außerdem werden die Grünen (wie wohl jede andere Partei) nie alleine regieren und man sieht ja schon bei Stuttgart 21, wie schnell das dann auch in einer Koalition auseinander gehen kann.

Man muss allen Parteien aber auch mal was zugute halten. Es ist für alle unglaublich schwer geworden, überhaupt noch Politik zu machen. Die Politik ist vollkommen durchsetzt von Lobbygruppen, jede Aussage wird von den Medien zerfetzt und jede Entscheidung oft bis in alle Instanzen durchklagt. Was auf der ersten Sicht ganz gut ist (dass sie nicht alles bestimmen können) ist auf der 2. Sicht fast schon ein Scheitern der Demokratie. Die Parteien (und Führungspersonen) werden mit Erwartungen überfrachtet, die niemand erfüllen kann. Die Grünen können gar keine Ökopartei sein und nicht umsonst gibt es auch da keine "Fundis" mehr, sondern nur noch "realos". Politik ist schon lange die Wahl des kleinsten Übels und in Umweltfragen sind sie das eben doch weniger als die anderen Parteien, wenn man aussschließlich nach dieser Prämisse geht. Hinzu kommt, das die Bürger sowieso die Schnauze voll haben von Volksparteien, die keine mehr sind. Und in ihrer Not und Angst vor einem GAU vor der Haustür (und anderen Umweltdilemmas) wählen sie eben die Alternative, die ihnen noch am ehesten annähernd sinnvoll erscheint. Alle andere Bewertung ist eh ne "Glaubensfrage" und sehr viele trauen berechtigterweise gar keiner Alternative mehr, weil sie die Ohnmacht des Wählers deutlich spüren.
 
Vielleicht müssen die betroffenen Bürger an den Erlösen beteiligt werden,
Das ist die einfachste und wahrscheinlich effektivste Variante. (An dieser Stelle sei nochmal die psychologische Studie erwähnt, nach der der Störungsgrad von Windkraftanalagen hauptsächlich davon abhängt, in wessen Taschen das Geld fließt).
War neulich ein Artikel: Weil ein Unternehmen, dem die Windräder gehören, so wenig Gewerbesteuern zahlt dieses (/letztes) Jahr, sanken die Einnahmen der Gemeinde rapide. Mit einer Pauschalabgabe von 5000€ hätte die Gemeinde mehr gehabt.

Und überhaupt sollen sich die BaWüler mal nicht so haben. Wenn man hier auf den Kirchturm steigen und sich einmal rundrum drehen würde, könnte man wahrscheinlich mehr als 100 Windräder sehen. Die sind keinen Deut hässlicher als z.B. im Winter brachliegende Felder (bringen da sogar Farbtupfer rein) oder Indutriegebäude z.B. des Zementwerkes (viel hässlicher, v.a. weil klotziger). Verschandelung ist das nur in seltenen AUsnahmefällen. (Außer, man findet kilometerweise Felder in der gleichen Farbe wahnsinnig toll.)
 
Und überhaupt sollen sich die BaWüler mal nicht so haben. Wenn man hier auf den Kirchturm steigen und sich einmal rundrum drehen würde, könnte man wahrscheinlich mehr als 100 Windräder sehen. Die sind keinen Deut hässlicher als z.B. im Winter brachliegende Felder (bringen da sogar Farbtupfer rein) oder Indutriegebäude z.B. des Zementwerkes (viel hässlicher, v.a. weil klotziger). Verschandelung ist das nur in seltenen AUsnahmefällen. (Außer, man findet kilometerweise Felder in der gleichen Farbe wahnsinnig toll.)

Die bisherigen Ablehnungen und Bürgerinitiativen, erfolgten nicht aus ästhethischen Gründen, sondern, weil die Teile in Vogelschutzgebiete etc. gebaut werden sollten.
Die BaWüler haben sich sicherlich nicht. Die Grünen und der BUND verhindern aber erfolgreich so jede zweite neue Anlage. 90 Prozent von Baden-Württemberg sind als Auschlussfläche ausgewiesen.

Nur Windkraftanlagen, beheben aber nicht das Problem, dass keine Speichermöglichkeiten da sind.
Das ist es was ich eben bemängle, blinder Aktionismus.
 
Och, Speicher gibbet schon. Druckluft z.B. Und bei genügend Windrädern braucht man auch nicht so viele. Auf das ganze Land gerechnet ist ein ziemlich stabiles Minimum drin.
Nur braucht man auch da Leitungen. Und da wolen wieder einige nicht die Strommasten und die anderen nicht die Kosten der unterirdischen Verlegung. Wobei sich die Gesamtlänge nicht mal so wahnsinnig ändern dürfte. Alte Leitungen (von AKW) kommen weg, neue (zu den Windstandorten) kommen hin.


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Aber den besten Vorschlag hat die Schweizer SVP gemacht: Einwanderung stoppen, Kernkraftwerke sparen. :evil:
https://www.tagesanzeiger.ch/schwei...kt-sich-in-die-Atomdebatte-ein/story/22016088

Man muss schon ganz schön rechts ein, um auch nur auf diese Verbindung zu kommen.
Ich würd ja sagen: Alle Fernseher über 20 Zoll verbieten und keine Computer mehr mit mehr als 100W für die Grafikkarte. Hätte den gleichen Spareffekt :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber den besten Vorschlag hat die Schweizer SVP gemacht: Abwanderung stoppen, Kernkraftwerke sparen. :evil:

Super Idee, wenn zusätzlich noch 100.000 Menschen auswandern, können wir uns gleich noch ein Kernkraftwerk sparen. Ich hätte da schon nen paar auf meiner Wunschliste, die ich gerne nominieren möchte. :LOL:
 
Aber den besten Vorschlag hat die Schweizer SVP gemacht: Abwanderung stoppen, Kernkraftwerke sparen. :evil:
https://www.tagesanzeiger.ch/schwei...kt-sich-in-die-Atomdebatte-ein/story/22016088

Man muss schon ganz schön rechts ein, um auch nur auf diese Verbindung zu kommen.
Ich würd ja sagen: Alle Fernseher über 20 Zoll verbieten und keine Computer mehr mit mehr als 100W für die Grafikkarte. Hätte den gleichen Spareffekt :D

Na seht ihr, es gibt doch ganz einfache Lösungen zum Abschaffen der AKW :ugly:

Eigentlich fehlt jetzt noch die Rechnung, was man ohne Einwanderer an sozialen Kosten spart und wie viele Windräder dafür gebaut hätten werden können :ugly:

Vielleicht sollte man die NPD wählen, wenn man ein AKW freies D will? :ugly:

*sarkasmus aus *
 

Genau, nur weil eine Quelle sagt, dass die anderen alle Blödsinn sind, vertrauen wir blind der einen :dance:

Der Artikel geht leider nur auf direkte Strahlung aus Tschernobyl ein. Dass zum Beispiel durch sauren Regen eine krebserregende Dosis strahlender Partikel aufgenommen werden kann und sicherlich auch wurde ist ja völlig nebensächlich.

Außerdem ist es doch völlig egal, ob nun 100.000 direkt sterben oder 50.000 direkt und 50.000 an Spätfolgen.
 
Genau, nur weil eine Quelle sagt, dass die anderen alle Blödsinn sind, vertrauen wir blind der einen :dance:

Ich könnte nun Millionen Sachen ausführen gegen die Quellen der Befürworter. Aber es geht bei den genannten Quellen nicht darum, dass man diesen blind vertrauen soll. Man soll keinen Quellen blind vertrauen, sei es nun Quellen auf der Pro- oder Kontraseite. Es sind einfach nur interessante Artikel meines erachtens nach.

Aber mit den meisten hier diskutiere ich eh nicht mehr über das Thema. Es gibt einige wenige, die sind gegen Atomkraft und dabei sehr vernünftig. Es ist ja auch eigentlich gar nicht so schwer stichhaltige Argumente zu finden und vernünftig zu wirken, wenn man es denn möchte. Aber die meisten von euch sind doch einfach nur verblendete Spinner und lasst es immer wieder raushängen und man merkt bei jedem eure Artikel wie geil ihr euch selbst findet und darin sult, dass andere Fanatiker euch zustimmen...
 
Ist das eigentlich derselbe Spiegel, der noch 1990 das hier schrieb:

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13499932.html
Da ist noch vom "nuklearen Völkermord" die Rede, da werden Experten zitiert, die erzählen, was sie täglich gesehen haben...

Aber das ist 20 Jahre später ja völlig anders.

Wobei man 2006 noch ein Opfer zu Wort kommen liess, welches dort sogar die Missbildungen in der eigenen Familie bezeugt:

https://www.spiegel.de/panorama/zeitgeschichte/0,1518,409595,00.html

Aber so ist das eben: Manchmal ändert man ja mit den Jahren der Verklärung auch die Meinung.

Marty