Atomausstieg ja oder nein?

  • Ja

    Stimmen: 50 64,1%
  • Nein

    Stimmen: 28 35,9%

  • Umfrageteilnehmer
    78
  • Umfrage geschlossen .
Wer soll es denn sonst machen? Der "Mensch" weiß doch auch nicht, was für die "Menschen" gut ist. Er vertritt doch auch nur seine eigenen Interessen.

Ne vernünftige Begründung (bzw. ne Erläuterung) warum, wäre zumindest schon ein Anfang.
Bislang isses immer: Wir brauchen das, weil sonst Strom fehlt. Nur gibt es immer wieder Studien die zeigen, dass es mit einem KKW weniger auch gehen würde.

Zum Beispiel, dass ein rascher Atomausstieg möglich ist?
Unter anderem. Vorher war es ja angeblich gar nicht machbar (zumindest hats sich so angehört)

Wie zum Beispiel die "Menschen", die im oktober vergangenen Jahres mehrheitlich gegen Atomstrom bzw. den Ausstieg waren, eine kleine Minderheit aber nur Ökostrom bezog.

Eigentlich nicht, eher: Erst KKW Laufzeit verlängern, dann umschwenken und erzählen es sei doch gar nicht nötig.

Alle Informationen zu bekommen ist Dank Internet nicht schwer. Das komplizierte ist die Beurteilung und Einordnung. Hat halt alles seinen Preis. Du mußt dich größtenteils schon selbst kümmern, weil objektiv - was auch immer das sein mag - wird dir das niemand liefern können.

Ist aber eigentlich die Aufgabe der Politik. Wenn die davon überzeugt sind, dass etwas Top ist, sollten die es auch mit vernünftigen Argumenten untermauern können. Denn sonst muss ich davon ausgehe, dass die sich selbst beraten lassen haben und gar nicht wissen warum es so Prima ist. Denn genau so kommst mir im Moment vor. Die lesen ja nicht mal die Studien, die der Bund selbst in Auftrag gegeben hat. In denen unter anderem nämlich wieder steht, das ein Ausstieg doch möglich ist (so wie der ursprünglich geplant war)

Und jetzt mal im Ernst: Wer soll da denn überhaupt noch irgendwas glauben. Irgendwie siehts im Moment so aus, als wirds immer so dargestellt wie es gerade gebraucht wird. Ist nicht unbedingt vertrauenserweckend.

Das ist genau der Punkt: Erst isses sicher (Lagerstätten), dann wieder nicht.
Erst ist ein Ausstieg möglich, dann wieder nicht. Jetzt auf einmal wieder doch, oder doch nicht?!
 
Sicher, dass bei neueren Atomkraftwerken keine Versicherungen bestehen?
Schau mal in deine Versicherungsunterlagen z.B. der Autoversicherung. Da steht drin, dass Schäden durch Radioaktivität nicht versichert sind. Da ist es auch egal, ob das durch ein altes oder ein neues Atomkraftwerk geschieht.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden, ist zu gering, als das sich 1 cent Aufwand dafür lohnen würden.
Das ist deine persönliche Entscheidung. Bei nem AKW nicht.

Wie zum Beispiel die "Menschen", die im oktober vergangenen Jahres mehrheitlich gegen Atomstrom bzw. den Ausstieg waren, eine kleine Minderheit aber nur Ökostrom bezog.
Es können momentan ja auch nicht alle Ökostrom beziehen.
Aber davon abgesehen ist dies kein Argument: Die Leute fordern, dass die Regierung eine allgemein verbindliche Regelung aufstellt. Wie in vielen anderen Bereichen auch.
Leute, die Einzeln nach A handeln, können durchaus dafür sein, gemeinsam nach B zu handeln. Bsp: Eishockeyspieler. Der einzelne Spieler würde sich immer entscheiden ohne Helm zu spielen, da er einen großen Vorteil gegenüber Helmträgern im Spiel hat.
Gemeinschaftlich aber sind sie für Helme, da dies gleiche Bedingungen für alle schafft und alle gleich von der Sicherheit profitieren. Wenn es keine Atomkraftwerke gibt, bezieht niemand Atomstrom.
Auch hier ist die gemeinschaftliche Lösung die mit dem insgesamt geringsten Aufwand.


für einen Gau kosten müsste bei einem Risiko, dass sowas alle 25 Jahre passiert.
Alle 10.000 Jahre!
Mal Reaktor natürlich ;) Das ergibt momentan tatsächlich rund 25 Jahre.
 
Ne vernünftige Begründung (bzw. ne Erläuterung) warum, wäre zumindest schon ein Anfang.
Bislang isses immer: Wir brauchen das, weil sonst Strom fehlt. Nur gibt es immer wieder Studien die zeigen, dass es mit einem KKW weniger auch gehen würde.
Und diese Studien haben (mehr) Recht? Es wurde ja auch immer wieder behauptet, wir müssen keinen Strom importieren. Jetzt sind die ersten Dinger abgeschalten und wir importieren verstärkt Strom aus unseren Nachbarländern. Manch einer findet es auch eine "vernünftige Begründung", dass mit einem raschen Ausstieg die CO2-Reduzierung nicht möglich ist.
Was eine vernünftige Begründung ist entscheidet jeder für sich selbst; und bei den meisten ändert sich der Standpunkt. Hätte die Regierung mit dem Ausstieg vom Ausstieg noch mehr in erneuerbare Energien investiert - und das auch besser verkauft - dann wäre das für die Mehrheit eine "vernünftige Begründung". Eine Mehrheit, die es nach Japan nicht mehr gäbe/gibt.

Eigentlich nicht, eher: Erst KKW Laufzeit verlängern, dann umschwenken und erzählen es sei doch gar nicht nötig.
Sie oben. Ansonsten: Hätte die Regierung der Konsequenz willen beim Ausstieg vom Ausstieg bleiben sollen? Oder sollen sie - wie es bei S21 gefordert wird - auf die Mehrheit hören und einen raschen Ausstieg vollziehen. Ist es dann wiederum gerecht, ihnen einen Zick-Zack-Kurs vor zu werfen?
Aber mir ging es um etwas anderes; um Eigenverantwortung. Man kann von der Politik fordern und über sie jammern, aber wenn man nicht mal selbst konsequent ist und ein Minimum umsetzt, dann ist man ein erbärmlicher Heuchler und sollte lieber die Fresse halten.

Ist aber eigentlich die Aufgabe der Politik. Wenn die davon überzeugt sind, dass etwas Top ist, sollten die es auch mit vernünftigen Argumenten untermauern können.
Ne, sehe ich gänzlich anders. Das ist die Aufgabe jedes einzelnen. Wie schon geschrieben, ist das natürlich aufwändig, aber so minimiert man die Gefahr, manipuliert zu werden. Es ist in einer Demokratie natürlich auch die Aufgabe der Medien, dabei hilfreich zu sein. Leider geht die dieser Aufgabe kaum noch nach. Beispiel "Mövenpick". Die Informationen, welche Spenden an FDP und CSU gingen waren vor der Wahl genauso begannt wie das Vorhaben dieser beiden Parteien, die Mwst. fürs Unterbringungsgewerbe (begründet mit der Wettbewerbssituation in den Grenzregionen) zu senken. Wurde der Wähler darüber von den Medien vor der Wahl aufgeklärt? Man hat erst danach eine "Top-Story" draus gemacht.

Denn sonst muss ich davon ausgehe, dass die sich selbst beraten lassen haben.
Natürlich mußt du davon ausgehen. Die erarbeiten das nicht alles selbst. Es gibt Mitarbeiter, Referenten, Experten und sogar externe Berater ((offiziell) eingeführt unter Rot-Grün). Birgt gewisse Gefahren (Lobbyismus), hat aber auch Vorteile (Praxisbezug).

Und jetzt mal im Ernst: Wer soll da denn überhaupt noch irgendwas glauben. Irgendwie siehts im Moment so aus, als wirds immer so dargestellt wie es gerade gebraucht wird. Ist nicht unbedingt vertrauenserweckend.
Ist auch mein Problem. Das wird man aber auch nicht lösen können. Man hat durch die heutigen Medien einen viel größeren Zugang zu Informationen. Das macht es schon schwierig, einen eindeutigen Standpunkt zu finden. Richtig schwierig wird es aber erst dadurch, dass man auch einen viel größeren Zugang zu möglichen Interpretationen dieser vielen informationen hat. Letztendlich kannst du zu jeder Info 360 Interpretationen finden. ;)
Aber vermutlich hängt das auch vom Typ ab, der man sit. Ein komerzhasi sieht die Welt in Schwarz-Weiß, was die Sache diesbezüglich einfacher macht. :p

in diesem Sinne:

Bist du schon öko(strom) oder strahlst du noch. :ugly:

Es können momentan ja auch nicht alle Ökostrom beziehen.
Warum nicht?
Aber davon abgesehen ist dies kein Argument: Die Leute fordern, dass die Regierung eine allgemein verbindliche Regelung aufstellt. Wie in vielen anderen Bereichen auch.
Zum Beispiel wie die Landesregierung in BW zu S21? Die hat allgemein verbindliche Regelung aufgestellt - die nicht mal verfassungsrechtlich umgestoßen werden kann.
Leute, die Einzeln nach A handeln, können durchaus dafür sein, gemeinsam nach B zu handeln.
Ist das nicht Opportunismus?

Bsp: Eishockeyspieler. Der einzelne Spieler würde sich immer entscheiden ohne Helm zu spielen, da er einen großen Vorteil gegenüber Helmträgern im Spiel hat. Gemeinschaftlich aber sind sie für Helme, da dies gleiche Bedingungen für alle schafft und alle gleich von der Sicherheit profitieren.
Das ist der Idealfall, fernab der Realität. Der Normalfall ist: Kaum jemand spielt mit Helm, da es ja einen persönlichen Nachteil bedeutet. Dann passiert ein Unglück. Der Aufschrei ist groß, die Politik solle doch endlich reagieren. Dann beschließt die Politik eine Helmpflicht. Jetzt ist der Aufschrei über eingeschränkte Freiheit und der damit verbundenen Kosten groß.

Wenn es keine Atomkraftwerke gibt, bezieht niemand Atomstrom. Auch hier ist die gemeinschaftliche Lösung die mit dem insgesamt geringsten Aufwand.
Wenn es keine Ökosteuer und keine "EEG-Abgaben" gibt, bezahlt niemand teure Energiekosten. Auch hier ist die gemeinschaftliche Lösung die mit dem insgesamt geringsten Aufwand. :roll:
 
Und diese Studien haben (mehr) Recht?
Das ist die Frage, die Studie ist vom Bund selbst :ugly:

Was eine vernünftige Begründung ist entscheidet jeder für sich selbst; und bei den meisten ändert sich der Standpunkt.

Naja, ich hätte zumindest erwartet das nach der Verlängerung über eine Abschaltung der Kohlekraftwerke gesprochen worden wäre. Da hätte ich das ganze zumindest nachvollziehen können. Aber so?

Hätte die Regierung der Konsequenz willen beim Ausstieg vom Ausstieg bleiben sollen?

Vorher hätten die es ja noch machen können, wenn die das jetzt versuchen werden die Stromkonzerne wohl vor Gericht gehen. Dürfte nicht ganz billig werden. Und wir wissen ja wers bezahlt.

Vielleicht spekulieren die auch darauf, sodass einige Menschen sich dann doch wieder für Kernenergie aussprechen. Keine Ahnung was denen im Kopf vorgeht...

Natürlich mußt du davon ausgehen. Die erarbeiten das nicht alles selbst. Es gibt Mitarbeiter, Referenten, Experten und sogar externe Berater ((offiziell) eingeführt unter Rot-Grün). Birgt gewisse Gefahren (Lobbyismus), hat aber auch Vorteile (Praxisbezug).

Hab ich ja auch nicht unbedingt was dagegen, man kann ja nicht alles wissen. Aber man sollte zumindest in der Lage sein, die Gutachten die diese Experten erstellt haben oder die Gutachten die man in Auftrag gegeben hat auch mal zu lesen.

Bist du schon öko(strom) oder strahlst du noch. :ugly:

Ich hab Ökostrom, seit 3 oder 4 Jahren. Ist ja der Grund warum ich versuche weniger Strom zu verbrauchen, damit ich die Mehrkosten dadurch einsparen kann. Als nächstes kommt nen neuer Kühlschrank, mit dem bin ich dann unter 1000 kWh pro Jahr, da ich dann meine Truhe rausschmeißen kann. Und das obwohl mein Rechner recht viel läuft.

Das gehört für mich im übrigen auch dazu um von der Kernenergie wegzukommen: Strom sparen.
Das funktioniert im übrigen auch ohne das man in einer Höhle wohnen muss :ugly:
 
Habt ihr das hier mitbekommen: https://www.handelsblatt.com/politi...eht-wirtschaftlichkeit-in-gefahr/4034390.html ?

Ist es drollig oder tragisch, das so ein Hampelmann Energiekommissar der EU ist? :think:

Entweder Europäische KKWs sind sicher, dann ist der Stresstest kein Thema. Nach Lesart der Befürworter billiger, sicherer Strom.

Oder die Anlagen sind NICHT sicher, müssen ggf. teuer nachgerüstet werden. Dann hat man die Bürger (wissentlich?) zwecks Gewinnmaximierung für betreiber und Hersteller über die Risiken im unklaren gelassen (bei der Aussage "Es wird mit Sicherheit zu notwendigen Nachrüstungen kommen" drängt sich der Schluss auf).

Ach ja, wenn nach den Nachrüstungen "dann die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben ist und die Atomkraft den Vergleich mit anderen Energieformen ziehen muss“, warum muss sie es denn jetzt nicht? :shifty:
 
Dieser "Hampelmann" wurde vom Posten des Ministerpräservativs in Baden-Württemberg nach Brüssel weg-gelobt, weil man glaubte mit ihm keine Wahl mehr gewinnen zu können. Leider hat man Mappus als seinen Nachfolger bestimmt. Mit dem war erst recht keine Wahl mehr zu gewinnen.

Oetti ist irgendwie grenzdebil...
 
Jetzt sind die ersten Dinger abgeschalten und wir importieren verstärkt Strom aus unseren Nachbarländern.
Klar, wenn man was abschaltet, muss der Strom von irgendwoher kommen. Und die Konzerne werden jetzt nicht ihre Kohlekraftwerke hochfahren - mich würde das Gegenteil überhaupt nicht überraschen - ist das doch eine prima Gelegenheit.

Strom wurde (fast) immer importiert. Und (fast) immer exportiert. Es kommt auf den Import/Export-Überschuss an. Und der entspricht nunmal im Jahresschnitt der knappen Hälfte der Atomkraftwerke.

Muss ich dir wirklich den Unterschied zwischen Produktion und Verbrauch erklären?

Wenn es keine Ökosteuer und keine "EEG-Abgaben" gibt, bezahlt niemand teure Energiekosten. Auch hier ist die gemeinschaftliche Lösung die mit dem insgesamt geringsten Aufwand.
Und ohne die würden wir in zehn Jahren mehr zahlen als ohne. Und wie schon sehr oft sage ich es nocheinmal: Der durchschnittliche Strompreis an der Börse war 2010 niedriger als 2009.
 
Strom wurde (fast) immer importiert. Und (fast) immer exportiert. Es kommt auf den Import/Export-Überschuss an. Und der entspricht nunmal im Jahresschnitt der knappen Hälfte der Atomkraftwerke.
AG Energiebilanzen

Stromaustauschsaldo 2010 -17 Mrd kWh
Bruttostromerzeugung Kernenergie 2010 +140,5 Mrd kWh

Das macht für mich einen Überschuss, der knapp 12% der Bruttostromerzeugung durch Kernenergie entspricht. Also nichtmal annähernd die Hälfte.
 
Kürzlich wurde berichtet, der Strom würde importiert, weil der importierte billiger ist, als der selbst produzierte. Das heißt - wenn die Meldung korrekt ist - daß wir unter den Möglichkeiten produzieren, sprich uns sehr wohl auch ohne die Scheißmeiler selbst mit Strom versorgen können.
 
Klar, wenn man was abschaltet, muss der Strom von irgendwoher kommen.
Ähm, wie jetzt. Was ist auf einmal klar!? Das wir auf (Atom)Stromimporte aus dem Ausland angewiesen sind, wenn wir unsere Meiler abschalten!?
Strom wurde (fast) immer importiert. Und (fast) immer exportiert. Es kommt auf den Import/Export-Überschuss an.
Ich hab mich nicht deutlich ausgedrückt. Wir haben laut Bundesnetzagentur seit Mitte März einen Import-Überschuss.

Muss ich dir wirklich den Unterschied zwischen Produktion und Verbrauch erklären?
Nein, du sollts mir "erklären", warum es zwar eine Mehrheit an Atomstrom-Gegner gibt, aber warum nur eine kleine Minderheit Ökostrom bezieht. Meines Erachtens fehlt es dem Großteil an konsequenten Handeln.

Und ohne die würden wir in zehn Jahren mehr zahlen als ohne. Und wie schon sehr oft sage ich es nocheinmal: Der durchschnittliche Strompreis an der Börse war 2010 niedriger als 2009.
Und warum sollte sich etwas daran ohne Ökosteuer und EEG-Agabe ändern? Ist denn mit einm Anstieg der Rohstoffpreise in 10 Jahren zu rechnen, der selbst die Ökoabgaben übertrifft?
Ich finde es übrigens erstaunlich, daß es angeblich eine Mehrheit geben soll, die es begrüßt, heute höhere Abgaben zu zahlen, um dann in 10 Jahren nicht noch mehr bezahlen zu müssen. :p
 
Habt ihr das hier mitbekommen: https://www.handelsblatt.com/politi...eht-wirtschaftlichkeit-in-gefahr/4034390.html ?

Ist es drollig oder tragisch, das so ein Hampelmann Energiekommissar der EU ist? :think::
"Wi aahr ool ßitting in wan booht" :mrgreen: sorry, aber anders als mit Galgenhumor erträgt man den doch nicht.
Nein, du sollts mir "erklären", warum es zwar eine Mehrheit an Atomstrom-Gegner gibt, aber warum nur eine kleine Minderheit Ökostrom bezieht. Meines Erachtens fehlt es dem Großteil an konsequenten Handeln.
Ohne Dir zu 100 % widersprechen zu wollen: Es bessert sich. Zumal man auch sagen muß, daß es Leute gibt, die in Verträgen mit Kündigungsfrist stecken, aus denen sie erst nach und nach rauskommen können.
 
Es ist aber auch eine Tatsache, dass viele Menschen in ihren Handlungen nicht ihre Überzeugungen widerspiegeln.

Dieses Argument kommt ziemlich häufig, wenn es um Atomkraftgegner, grüne Wähler etc. geht.

Ich bin ein Mensch, der für seine wenigen Überzeugungen steht und sie auch durchzieht.

Aber das Argument, oder den Kritikpunkt daran, habe ich noch nie verstanden.

Was ist falsch daran, für etwas zu sein, aber statt strikt (mit Mühe) danach zu leben, grundsätzliche Änderungen der Gesellschaft vorzuziehen?
 
Falsch ist nicht der richtige Begriff. Aber ich finde, es ist ein Zeichen von Inkonsequenz. Ich kann doch schlcht von anderen etwas fordern, was ich selbst nicht zu tun bereit bin. Und gerade bei "Strom ohne AKW" ist das für den Einzelnen nur mit einem sehr geringen Aufwand möglich. Und daher ist das Verhalten entgegen der Überzeugung entsprechend unverständlich.

Aber keine Sorge, das trifft auf viel mehr Bereiche zu. Das kann z.B. das Essverhalten, Verhalten im Verkehr,... genauso betreffen.
 
Ich verstehe Eure Forderung nicht.

Wenn ich bereit bin, im Falle eines Ausstiegs mehr für den Strom zu bezahlen, muss ich das doch nicht auch sein, während die Meiler fröhlich weiter produzieren?
 
AG Energiebilanzen

Stromaustauschsaldo 2010 -17 Mrd kWh
Bruttostromerzeugung Kernenergie 2010 +140,5 Mrd kWh

Das macht für mich einen Überschuss, der knapp 12% der Bruttostromerzeugung durch Kernenergie entspricht. Also nichtmal annähernd die Hälfte.
Für mich sind 12% Anteil der Gesamtproduktion immer noch rund die Hälfte von 22% der Gesamtproduktion.
Warum nur fällt so vielen Leuten das Rechnen/Denken so schwer, sobal hinter Zahlen ein % steht?
Also noch mal absolut: 12 ist ungefähr die Hälfte von 22.


Ähm, wie jetzt. Was ist auf einmal klar!? Das wir auf (Atom)Stromimporte aus dem Ausland angewiesen sind, wenn wir unsere Meiler abschalten!?
Es ging um die AUssage, dass nicht alle Menschen in Deutschland Ökostrom beziehen können.
Klar ist das, weil der Anteil an der Gesamtproduktion bei etwa 14% liegt. Also auch nur 14% Ökostrom bekommen können (Ohne Importe/Exporte und ohne Rechnung von Industriestrom (was ja eh dann bloß pro Kopf umgelegt werden müsste)).

Ist denn mit einm Anstieg der Rohstoffpreise in 10 Jahren zu rechnen, der selbst die Ökoabgaben übertrifft?
Kommt auf die Wirtschaftsentwicklung an und v.a. welchen Rohstoff du meinst. Sieh dir doch nur den Spritpreis an: 2 Jahre hats gedauert, bis die Delle durch die Krise weg war. In dem Zeitraum davor ist der Spritpreis aber in 6 Jahren um etwa 50% gestiegen.
Seltene Erden und Kupfer noch viel extremer. Aber die braucht man ja nicht (in wesentlichen Teilen) zur Energieproduktion, sondern nur zum verbrauchen oder verteilen.


Ich finde es übrigens erstaunlich, daß es angeblich eine Mehrheit geben soll, die es begrüßt, heute höhere Abgaben zu zahlen, um dann in 10 Jahren nicht noch mehr bezahlen zu müssen.
Ich habe nie behauptet, dass es eine solche Mehrheit gibt.


Aber ich finde, es ist ein Zeichen von Inkonsequenz.
Inkonsequenz ist - im Gegensatz zu dem, was uns Ökonomen gerne vorgaukeln, wenn sie nicht gerade Firmen über Werbemaßnahmen beraten - ein Zeichen des Menschseins ;)


Und gerade bei "Strom ohne AKW" ist das für den Einzelnen nur mit einem sehr geringen Aufwand möglich.
Nein, der Aufwand ist sogar ziemlich groß. Geld mal außen vor gelassen (und bis vor kurzem war Ökostrom definitiv teurer, was für rund 10 Mio Rentner, ALG-Bezieher etc. schlicht hieß: geht nicht): Du musst dich durch einen Tarifdschungel schlagen, diverse Dokumente lesen und verstehen, das ausfüllen und abschicken und dann sehr oft noch dreimal nachhaken, weil es nicht klappt (Ich habe auch mal zum 1.1 gewechselt. Umgesetzt war das dann zum 1.5.).

Allein schon die ersten beiden Punkte sind für viele enorme geistige (Leistung) und psychologische Hürden. Ich rede da aus Erfahrung... :(


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Nachtrag: Ich zitier einfach mal von fefe heute:

[l] Aus der beliebten Serie "Bei UNS ist Atomkraft sicher!1!!" heute: Biblis musste mit Dieselgeneratoren versorgt werden. Es gab einen Brand in einem Umspannwerk und die Umschaltung auf der Reservestromnetz hat nicht funktioniert.
- Jetzt hätte nur noch wer die Diesels kaputtmachen müssen...
[l] Aus der beliebten Serie "bei UNS ist Kernkraft SICHER!1!!": Bedienfehler in französischem KKW, deutsche Messtellen registrieren erhöhte Strahlungswerte.
- und wenn die Technik nicht versagt, dann der Mensch.

Und sowas passiert andauernd. Da ist es wirklich ein Wunder, dass erst jetzt wieder was großes geschehen ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich verstehe Eure Forderung nicht.

Wenn ich bereit bin, im Falle eines Ausstiegs mehr für den Strom zu bezahlen, muss ich das doch nicht auch sein, während die Meiler fröhlich weiter produzieren?

Wenn du mehr bezahlst für Ökostrom und dadurch die Nachfrage nach Ökostrom steigerst und der Gewinn durch den Ökostrom steigt, da mehr abgesetzt wird, dann wird schneller abgeschaltet, da es wirtschaftlicher wird. Also, wenn ich keine AKW's mehr haben wollen würde, dann würde ich durch mein Konsumverhalten versuchen das Ziel zu erreichen.
 
"Sei Du die Veränderung, die Du Dir für die Welt wünschst!" (Mahatma Gandhi)

Es geht mir ja nicht um das Erreichen des Ziels. Damit habt ihr auf jedenfall Recht:

Je mehr Konsequenz die Atomkraftgegner aufweisen, desto schneller werden sie das Ziel erreichen.



Aber darum geht es nicht. Sehr viele Atomkraftfreunde (schon mehrfach in diesem Thread) behandeln inkonsequente Atomkraftgegner so, als sei ihre Meinung weniger wert, bloß weil sie sie nicht konsequent umsetzen.

Also meine Frage: Wieso? Ist das die Flucht vor Argumentlosigkeit, oder hat es wirklich einen Grund?