Als Renter darf man sich in unbegrenzter Höhe Geld hinzu verdienen. Und das ganz legal.
Klar, dass andere Regelungen auch geändert werden müssten. Wer Rentner ist, dürfte dann natürlich nicht mehr arbeiten (abgesehen von 450 Euro Jobs), ansonsten entfällt natürlich die Rentenzahlung.

Noch dazu kommt, dass man mit einer zu geringen Rente zusätzlich die Grundsicherung beantragen könnte, allerdings ohne die ständige Pflicht, sich einen noch so knechtlichen Job suchen zu müssen.
Das ich diese "Knechtschaft" grundsätzlich abschaffen würde, habe ich ja häufiger durchblicken lassen... Und das ich trotzdem glaube, dass nur eine absolute MInderheit das tatsächlich machen würde, weil ja Hartz IV so toll ist.

Ich würde meine kleinen Rentenansprüche bis dato nehmen, auswandern und von der Rente dort mein Überleben sichern. Und dann kann ich mich vor Ort in aller Ruhe um einen Job oder ein Gewerbe kümmern. Oder auch nicht, denn Deutschland zahlt ja aus der Ferne mein Überleben.
Machen die Rentner doch heute auch. Und den Zusatzverdienst, siehe oben.

Aber der wohl wichtigste Punkt ist wohl, dass der Staat damit rechnet, dass man kaum älter als 77 wird. Ich denke, für jeden Bürger werden so im Schnitt 10 Jahre Rente veranschlagt. Manch einer stirbt mit 60, der hat halt umsonst eingezahlt.
Deshalb wäre ja die Rente auch entsprechend geringer. Heute ziehen die ja auch 0,3% pro Monat ab, den man vorzeitig in Rente geht... Das Verfahren degressiv ausgestaltet, dann sollte das gehen. Die besten Mathematiker arbeiten doch bei Lebensversciherern und der Rentenversicherung, die könnten das ausrechnen.

Marty
 
Nur, dass diese zwei Jahre Ausbildung im Ergabnis fast nichts zur Höhe der Rente beitragen. Hättest Du die zwei Jahre keine Beiträge bezahlt, würdest dafür die Jahre 66 und 67 noch arbeiten, wäre deine Rente höher, weil du auch deutlich mehr beiträge zahlst.

Mir steht ja nach aktueller Regelung offen, ob ich nach 45 Beitragsjahren in Rente gehe, oder ob ich bis zur gesetzlichen Grenze weiter arbeite.

Diese Wahlmöglichkeit hat nicht jeder.

Sicherlich könnte ich basierend auf meiner privaten Vorsorge abkürzen, aber dann unter Verlusten in der gesetzlichen Rente.

gruss kelle!
 
Mir steht ja nach aktueller Regelung offen, ob ich nach 45 Beitragsjahren in Rente gehe, oder ob ich bis zur gesetzlichen Grenze weiter arbeite.
Der Trugschluss ist dabei "abschlagsfrei". Man will dir damit sagen, dass von deiner Rente nach 45 Jahren nichts abgezogen wird. Niedriger ist sie aber trotzdem. Das wollte ich sagen.

Marty
 
[...] Machen die Rentner doch heute auch. Und den Zusatzverdienst, siehe oben.
Klar, aber in einem Alter von 65+ Jahren. Die meisten wollen wohl nur ihren Lebensabend genießen und eben nicht mehr arbeiten. Wohl sind die meisten auch körperlich gar nicht mehr in der Lage, den jungen Arbeitskräften vor Ort Konkurrenz zu machen. Genau deshalb durfte man als ostdeutscher Rentner auch nach West-Berlin und Westdeutschland reisen wann immer man wollte. Mein Staatsbürgerkundelehrer hat es einst sehr direkt und "schön" treffend formuliert: "Die alten haben keinen volkswirtschaftlichen Nutzen mehr. Selbst wenn sie drüben bleiben sollten, ist das kein Verlust".

Da ich selbst im Alter lieber in der Sonne leben möchte als bei Merkel, wäre ich natürlich dagegen, wenn meine erarbeitete und angesparte Rente nur in Deutschland zur Auszahlung käme. Ich will mir am Stand den Sonnenuntergang bei Pina Colada anschauen, während mir ein Pelikan auf die Rübe scheißt. Ich will mir höchstens noch Sorgen um den DAX machen, aber nicht mehr über den ganzen anderen Mist.

Aber die Frage ist, wie es wohl wäre, wenn jemand mit 45 in Rente ginge. Mit gewissen Abschlägen natürlich, aber angenommen, es würde mir im Zielland dennoch reichen, zu überleben. Deutschland ist doch gar nicht in der Lage zu überwachen, was ich dort veranstalte. Und wenn sie es auf diplomatischem Wege schaffen würden, dass ich keine Arbeitserlaubnis erhalten würde, dann bliebe immer noch der Weg, ein Gewerbe meiner Wahl auf den Namen meiner Frau zu eröffnen, die selbst ja keine Rentenansprüche hat. Ich denke, das würden die meisten Renter dann auch mit ihrer 18-jährigen Liebschaft so machen. Klar wäre es auch möglich, wenn ich 65 oder 67 bin, aber dann bin ich auch konstitutionell vermutlich nicht mehr in der Lage, das zu leisten, was ich heute leisten kann.

Wenn man die Zusatzverdienstmöglichkeit außer Kraft setzen würde, gäbe es aber vermutlich noch viel mehr Stress. Vielen Rentern reicht die Rente einschließlich Grundsicherung eben nicht aus. Die arbeiten dann halt noch als Wachmann oder sonstwas. Einige auch ehrenamtlich, weil sie zu blöd sind, ihre neue Freizeit sinnvoll und/oder spaßbringend zu füllen. Also müsste man die Rente auch deutlich anheben oder gar nach schwedischem Vorbild reformieren (obgleich ich das gar nicht will, wenn man sich das mal genau anschaut). Aber Fakt bleibt vermutlich, dass für uns Deutsche noch eher die Rente ab 69 kommt, als dass das Eintrittsalter komplett variabel wird. Aber ich würde jederzeit Deinen Vorschlag unterstützen. Nur wird das nie passieren, weil man dann eingestehen müsste, dass die Rentenversicherung eigentlich keine Versicherung ist.
 
Deshalb wäre ja die Rente auch entsprechend geringer. Heute ziehen die ja auch 0,3% pro Monat ab, den man vorzeitig in Rente geht... Das Verfahren degressiv ausgestaltet, dann sollte das gehen. Die besten Mathematiker arbeiten doch bei Lebensversciherern und der Rentenversicherung, die könnten das ausrechnen.

Ich glaube, Photon wollte auf etwas anderes hinaus:
Gibt man das Mindestalter frei, hat man in der ersten Zeit einen nicht zu kalkulierenden Ansturm auf die Rentenkassen, mit nicht zu kalkulierenden Auszahlungssummen.

Nebenbei brechen Beiträge weg, da Spontanverrentungen in der Wirtschaft so schnell nicht nachbesetzt werden können.

Ich halte das zwar nicht für existenzgefährdend, aber ins rudern kommen da die Versicherer schon.

Der Trugschluss ist dabei "abschlagsfrei". Man will dir damit sagen, dass von deiner Rente nach 45 Jahren nichts abgezogen wird. Niedriger ist sie aber trotzdem. Das wollte ich sagen.

Soweit sollte das eigentlich jedem klar sein.
Nur müsste man da mal die besagten Mathematiker ranlassen, um die Differenz auszurechnen.
Ich werde wohl nach aktueller Lage mit ca. 40 Jahren mein maximales Gehaltsniveau erreicht haben, da dürften die zwei Jahre wenig ins Gewicht fallen.
Bei jemanden, der mit Mitte 40 noch mal richtig Gas geben kann, sieht das wahrscheinlich wieder ganz anders aus.

gruss kelle!
 
Aber die Frage ist, wie es wohl wäre, wenn jemand mit 45 in Rente ginge. Mit gewissen Abschlägen natürlich, aber angenommen, es würde mir im Zielland dennoch reichen, zu überleben. Deutschland ist doch gar nicht in der Lage zu überwachen, was ich dort veranstalte.
Vermutlich nicht. Aber solche Probleme gibt es doch heute auch schon. Deutschland kommt ja auch bei der Schwarzarbeit nicht hinterher. Und da geht es ja auch um hohe Mrd-Beträge.

Ich vermute, dass die Anzahl der Leute, die mit 45 in Rente gehen wollen, um dann rechtsiwridig Zusatzverdienste zu erzielen, nicht so hoch wäre. Das wären doch nur die, die heute Hart IV bekommen und schwarz arbeiten.

Wenn man die Zusatzverdienstmöglichkeit außer Kraft setzen würde, gäbe es aber vermutlich noch viel mehr Stress. Vielen Rentern reicht die Rente einschließlich Grundsicherung eben nicht aus.
Ab dem "normalen" Rentenalter doch auch kein Problem mehr.

Aber mal ehrlich. Die Rente eines Durchschnittsverdieners, der mit 45 in Rente geht nach 25 Jahren Arbeit, dürfte geschätzt heute bei nicht mal 300 Euro liegen (1260 Euro Eckrente - 0,3% pro Monat vorzeitig), das ist doch nur für die Leute ein Anreiz, die genug auf der hohen Kante haben.

Die Frage ist ja auch, was machst du, wenn du dann mal nicht mehr schwarz arbeiten kannst? Dann kommt ja nur noch die niedrige Rente rein.

Ich glaube, Photon wollte auf etwas anderes hinaus:
Gibt man das Mindestalter frei, hat man in der ersten Zeit einen nicht zu kalkulierenden Ansturm auf die Rentenkassen, mit nicht zu kalkulierenden Auszahlungssummen.
Das wäre wirklich ein Problem, zusätzlich zu dem fehlenden Ersatz für Hochqualifzierte.

Ich halte das zwar nicht für existenzgefährdend, aber ins rudern kommen da die Versicherer schon.
Die gesetzliche Rente hängt doch heute schon am Tropf des Steuerzahlers.

Ich werde wohl nach aktueller Lage mit ca. 40 Jahren mein maximales Gehaltsniveau erreicht haben, da dürften die zwei Jahre wenig ins Gewicht fallen.
Du hättest statt den vollen Einkommen mit 66+67 nur zwei Azubi Jahre von vor 40 Jahren in den Rentenpunkten...

Marty
 
Aber mal ehrlich. Die Rente eines Durchschnittsverdieners, der mit 45 in Rente geht nach 25 Jahren Arbeit, dürfte geschätzt heute bei nicht mal 300 Euro liegen (1260 Euro Eckrente - 0,3% pro Monat vorzeitig), das ist doch nur für die Leute ein Anreiz, die genug auf der hohen Kante haben.

Also so 300 Euro monatlich im richtigen Land in der Sonne dazu noch sagen wir vielleicht 5000 Euro jährliche Erträge aus Kapitalvermögen ...Ist doch ziemlich leicht erreichbar, könnte quasi fast jeder schaffen der bis 45 seine eigene Immobilie abgestottert hat und die dann verkauft

Darf man das? Wer sollte das nicht wollen? :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Also so 300 Euro monatlich im richtigen Land in der Sonne
Welches Land käme da infrage? Nur so interessehalber? Mir würde keines einfallen.

...Ist doch ziemlich leicht erreichbar, könnte quasi fast jeder schaffen der bis 45 seine eigene Immobilie abgestottert hat und die dann verkauft
Und wer hat das? Bei mir wird es bis 60 dauern... bei vielen länger.

Und selbst wenn: Wo wäre denn das Problem? Jemand, der dann diese 300 Euro Rente mit 45 bekäme, hat vorher auch 25 Jahre lang insgesamt knapp 150.000 Euro eingezahlt. Kein gutes Geschäft.

Marty
 
Ich glaube, Photon wollte auf etwas anderes hinaus:
Gibt man das Mindestalter frei, hat man in der ersten Zeit einen nicht zu kalkulierenden Ansturm auf die Rentenkassen, mit nicht zu kalkulierenden Auszahlungssummen.
Ganz genau. Das ist vor allem nicht kalkulierbar. Heute wissen wir ziemlich genau, wieviele Menschen 2014, 2015 und so weiter in Rente gehen werden. Auch wenn es nicht viel hilft, denn das Geld fehlt ja so oder so. Aber wir können trotzdem heute schon ausrechnen, wieviele Rentner wir jedes Jahr bis 2060 und darüber hinaus haben werden. Bei einem variablen Eintrittsalter ist das jedes Jahr eine Überraschungskiste. Und wie Du schon schreibst: Nicht nur, dass die Leute fortan nichts mehr einzahlen, sie wollen darüber hinaus auch noch Geld haben.

Was einen möglichen Fachkräftemangel anbelangt... Naja, ich möchte da mal nur zu gern ein wenig stänkern: Die importieren wir uns doch aus Rumänien, Bulgarien und Afrika, in jeweils benötigter "Stückzahl", oder? :D

Vermutlich nicht. Aber solche Probleme gibt es doch heute auch schon. Deutschland kommt ja auch bei der Schwarzarbeit nicht hinterher. Und da geht es ja auch um hohe Mrd-Beträge.
Ja, aber deshalb wird ja nichts besser. Die Probleme mögen ja bleiben, aber sie würden dadurch schlimmer.

Ich vermute, dass die Anzahl der Leute, die mit 45 in Rente gehen wollen, um dann rechtsiwridig Zusatzverdienste zu erzielen, nicht so hoch wäre. Das wären doch nur die, die heute Hart IV bekommen und schwarz arbeiten.
Na kommt ganz drauf an.

Ich will Dir mal 3 Fälle aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis nennen. Einer war lange selbstständig, hat nichts in die Rentenkasse eingezahlt. Jetzt ist er Arbeitnehmer, verdient durchschnittlich und erhält den Rentenbescheid: "Wenn sie so viel weiterhin einzahlen, wie in den letzten Jahren, werden sie beim Erreichen des Renteneintrittsalters 480 Euro Rente bekommen." (sinngemäß, habe den Text jetzt nicht vor mir). En anderer immerhin 790 Euro, war lange Zeit arbeitslos, auch schon bei Hartz angekommen. Und noch einer, der hat mal WErkzeugmacher gelernt, wurde nirgends mehr nachgefragt, seitdem arbeitet er als Elektrohelfer seit nunmehr knapp 20 Jahren. Der liegt auch so bei 800 Euro Rente ungefähr. Ich bewege mich derzeit bei etwa 650 Euro. Wäre Dein Vorschlag Realität, säße ich morgen schon bei der Rentenversicherung. Denn dann gehe ich lieber jetzt schon in Rente, erhalte dann vielleicht 300 Euro Rente, hole mir dazu meine Grundsicherung und lebe glücklich und zufrieden in Thailand. Oder Laos. Vielleicht kann man vor Ort von dem bißchen Geld, das ich mir erspart habe, noch was machen, ein Luftmatrazenverleih oder eine Bar, was weiß ich :) Aber ich würde nicht mehr etwa 40% meines Gehaltes an den Staat und die Sozialkassen abgeben wollen.
 
Welches Land käme da infrage? Nur so interessehalber? Mir würde keines einfallen.
In der Sonne würde ich sagen vielleicht Malaysia oder Myanmar

Und wer hat das? Bei mir wird es bis 60 dauern... bei vielen länger.
Keine Ahnung mit welchen Preisen ich rechnen soll um bis 60 zu brauchen :ugly:
Ich würde, auch mit Hinblick auf die späteren 5 K Kapitalerträge pro Jahr, mit 150 K Immobilienpreis rechnen, wären mit 15 Jahren Laufzeit und 20 K Eigenkapital ca. 900 Euro im Monat, aber dafür wohne ich ja auch drin.

Und selbst wenn: Wo wäre denn das Problem? Jemand, der dann diese 300 Euro Rente mit 45 bekäme, hat vorher auch 25 Jahre lang insgesamt knapp 150.000 Euro eingezahlt. Kein gutes Geschäft.
Wieso gutes Geschäft? Ist ja nicht so das ich anders wirklich eine Wahl hätte ob ich Rentenbeiträge zahle :ugly: So muss ich halt die 20 Jahre bis 65 keine mehr zahlen und habe ein Maximum an Freiheit und Freizeit was der eigentliche Gewinn ist :D

Ein Problem wäre es wahrscheinlich schon wenn alle Arbeitnehmer mit 45 abhauen und dann nur noch kosten:biggrin:
 
Zuletzt bearbeitet:
Und selbst wenn: Wo wäre denn das Problem? Jemand, der dann diese 300 Euro Rente mit 45 bekäme, hat vorher auch 25 Jahre lang insgesamt knapp 150.000 Euro eingezahlt. Kein gutes Geschäft.
Wo Du das gerade sagst, da fällt mir noch was ganz anderes ein: Was würde dagegen sprechen, würden alle schon mit 18 in Rente gehen :D Nicht weil sie faul wären oder sonstwas, aber es ist dieser Tage tatsächlich sicherer, jeden Monat ein wenig Geld auf die Seite zu schaffen und das sich über die nächsten 45 Jahre verzinsen zu lassen als es dem Staat in Form der Rentenbeitragszahlung "anzuvertrauen".

Die Zusatzverdienstmöglichkeit bei Rente wird man ja nicht abschaffen können, aber man kann - so wie Du schon geschrieben hast - sie erst ab 65 steuer- und abgabenfrei stellen. Ok, aber ich hätte schon ein schönes Sümmchen mehr Geld im Monat, würde ich mir die Rentenscheiße sparen, wobei mir ja mein Arbeitgeber auch noch seine Anteile mit auszahlen würde. Das Geld auf ein Extra-Konto und ich bin mir sicher, ich kann im Alter auch gut ohne staatliche Rente leben, obwohl es jetzt für mich schon eigentlich zu spät ist, mit sowas noch anzufangen.

Darüber hinaus kann man über sein eigenes Geld jederzeit frei verfügen. Denn wer weiß, wie's kommt - am Ende ist selbst der noch besser beraten, der in Edelmetallen investiert hat. Das warf zwar keine Zinsen ab, sondern kostete sogar noch Geld für das Bankschließfach, aber war auf einmal nicht null und nichtig...
 
Und wie Du schon schreibst: Nicht nur, dass die Leute fortan nichts mehr einzahlen, sie wollen darüber hinaus auch noch Geld haben.
Das ist das grösste Problem. Ob man das durch eine schrittweise Freigabe so abdämpfen kann, das man es kalkulieren kann, weiß ich auch nicht.

Was einen möglichen Fachkräftemangel anbelangt... Naja, ich möchte da mal nur zu gern ein wenig stänkern: Die importieren wir uns doch aus Rumänien, Bulgarien und Afrika, in jeweils benötigter "Stückzahl", oder?
Das Problem sehe ich nicht wirklich. Gerade Besserverdiener (Fachkräfte) würden solch eine Regelung wohl nicht in Anspruch nehmen. Denen ist ihr Einkommen wichtiger.

Ich bewege mich derzeit bei etwa 650 Euro. Wäre Dein Vorschlag Realität, säße ich morgen schon bei der Rentenversicherung. Denn dann gehe ich lieber jetzt schon in Rente, erhalte dann vielleicht 300 Euro Rente, hole mir dazu meine Grundsicherung und lebe glücklich und zufrieden in Thailand.
Bei deinem Alter dürften es, wenn du bisher 650 Euro Altersrente erwirtschaftet hast, nicht viel mehr als 150 Euro sein... Und Grundsicherung bekommst du schon derzeit nicht ins Ausland.

Aber ich würde nicht mehr etwa 40% meines Gehaltes an den Staat und die Sozialkassen abgeben wollen.
Das ist etwas, was ich nicht nachvollziehen kann. Du würdest für eine Zahlung in Höhe des Hartz IV Satzes nicht mehr arbeiten... Warum tust Du es dann heute, du könntest doch auch jetzt Hartz IV beziehen?

Wie gesagt, natürlich kann man das dramatisieren und sagen, dass dann alle ja sofort in Rente gehen würden, aber gerade die Besserverdiener werden das vermutlich nicht tun. Und nicht jeder möchte in Thailand oder Myanmar leben wie dort die Einheimischen. Und ich glaube (ich kenne es aber nur von Singapur), wenn man dort ansatzweise deutschen Lebensstandard haben will, dann wird das schnell teuer.

Aber anders herum: Wenn ich die (verständlichen) Argumente gegen meinen Voschlag summiere, dann wäre doch die Lösung für all unsere Probleme

a) die Abschaffung der Rentenversicherung
oder b) Rente erst mit 75 oder besser noch später

Marty
 
Ok, aber ich hätte schon ein schönes Sümmchen mehr Geld im Monat, würde ich mir die Rentenscheiße sparen, wobei mir ja mein Arbeitgeber auch noch seine Anteile mit auszahlen würde.

Negativ.
Ein Arbeitgeber ist generell verpflichtet, seinen Anteil an die RV abzuführen, um eine Bevorteilung von Rentnern für den Arbeitgeber zu verhindern.

gruss kelle!
 
Der Steuerzahler, der zahlt ja heute auch schon einen Grossteil. Beamte, Selbstständige... 80 Mrd.... jedes Jahr, damit die Rente sicher ist.

Marty
Aber wen davon kann man auf einmal dann soviel mehr wegnehmen? Am Ende bleiben doch wieder hauptsächlich nur die Angestellten die ja "zufällig" plötzlich zeitgleich netto soviel mehr übrieg haben :ugly:
 
Den grossen Unternehmen, den Großverdienern. Hat beim Soli doch auch geklappt. Man könnte ja den Arbeitgeberanteil trotzdem noch bestehen lassen. Und die Arbeitnehmer zahlen ja auch mehr Steuern, wenn kein RV-Beitrag mehr bezahlt wird.
 
[...] Das ist etwas, was ich nicht nachvollziehen kann. Du würdest für eine Zahlung in Höhe des Hartz IV Satzes nicht mehr arbeiten... Warum tust Du es dann heute, du könntest doch auch jetzt Hartz IV beziehen?
Für eine Höhe des Hartz IV-Satzes lässt es sich in Thailand, Myanmar, Laos, Vietnam, Bolivien, Argentinien, Kuba, Chile und gewiss noch einigen anderen Ländern auf der Welt ganz bequem leben. Natürlich nicht im Luxus und sicher auch nicht in einem europäischen Standard. Aber besser als die anderen einheimischen Arbeitslosen. Für Hygiene, Essen, Unterkunft und Kleidung wäre von dem Geld in jedem Fall gesorgt.

Warum ich das nicht tue, ist eigentlich schnell gesagt: Erstens wird Hartz IV nicht ins Ausland bezahlt (schon vor Florida-Rolf nicht). Zweitens muss ich mich laufend beim Amt melden und im schlimmsten Fall laufende Meter einen 1-Euro-Job annehmen. Diese Gängelei ist ja noch lange nicht vom Tisch. Drittens verdiene ich im Moment so gut, dass ich mir noch ein paar Euro beiseite schaffen kann. So lange ich das kann, mache ich es auch. Denn egal wie gut man wo von welchem Geld leben kann - mit mehr Geld lebt es sich immer noch etwas besser :)

Du hast schon recht, vermutlich würde ich nicht gleich morgen bei der Rentenanstalt sitzen. Aber ich würde mein Leben sicherlich anders planen. In Falle einer Arbeitslosigkeit beispielsweise würde ich sicherlich immer die Rentenoption im Auge haben. Und auch wenn ich nur 150 Euro Rente bekäme, so müsste ich aber fortan nicht mehr in die Rentenkasse einzahlen, was mir nicht wenig Geld sparen würde.

Aber anders herum: Wenn ich die (verständlichen) Argumente gegen meinen Voschlag summiere, dann wäre doch die Lösung für all unsere Probleme

a) die Abschaffung der Rentenversicherung
oder b) Rente erst mit 75 oder besser noch später
Oder eben

c) alle zahlen von ihrem Einkommen einen wesentlich geringeren Prozentsatz an die Rentenkasse (etwa 6%), dann aber aus allen Einkünften (schweizer Modell). Also aus Einkommen genauso wie aus Aktiengewinnen, Kapitalerträgen und Mieteinnahmen. Mit dem 65. Lebensjahr bekommt jeder den gleichen festen Rentensatz ausgezahlt (derzeit gute 1000 Euro, in 30 Jahren vielleicht dann 1300 oder mehr). Das Modell funktioniert. Der Reiche zahlt dann zwar auch die Armen mit, hat aber neben seiner Zahlung in die Rentenkasse trotzdem reichlich Geld beiseite schaffen können, dass er notfalls auch auf die Rente ganz verzichten könnte. Alle anderen sind aber auch zufrieden, weil sie weniger in die einzige Rentenkasse einzahlen. Da gibt es nicht so einen Firlefanz wie eine Kasse für Anwälte, eine für Ingeneure, eine für Ärzte, eine für den Pöbel, ... da gibt es nur eine für alle. Und es funktioniert.

Sollte das nicht auf Beifall stoßen, bin ich für Deine Lösung a). Wobei wir uns dann noch über den Einwand von Kelle
Negativ.
Ein Arbeitgeber ist generell verpflichtet, seinen Anteil an die RV abzuführen, um eine Bevorteilung von Rentnern für den Arbeitgeber zu verhindern.
unterhalten müssten, denn ich sehe nicht ein, weswegen ich auf einen Teil meines Bruttos verzichten sollte, zumal ich mich ja jetzt um meine Rente selbst kümmern muss. Letztlich stellt mich der Arbeitgeber derzeit zu einem bestimmten Gehalt ein, in das er bereits seine Sozialbeiträge mit einkalkuliert hat. Die möchte ich natürlich dann ausbezahlt haben, wenn er sie nicht mehr abführen muss, damit ich sie selbst in meine Altersvorsorge investieren kann, wie ich auch immer will.