Zuhause verzweifelt gesucht
Spätestens 2016 kommen Sie nach Deutschland und sie wollen bleiben / Wahrscheinlich werden sie von tausenden Menschen in Deutschland empfangen

21. Februar 2014, 13:48 Uhr · Quelle: Pressebox
(pressebox) Lauda-Königshofen, 21.02.2014 - Mit bunten Fahnen, Tanz, Musik, Pfeifen und Trommeln. Doch es ist keine Freude, welche die Menschen zum Empfang der Rückkehrer treibt. Aus Angst vor den bunten Menschenmassen werden hunderte Polizisten bereitstehen, mit Schutzausrüstung, Wasserwerfern, Hunden und Berittenen. Sie haben die Aufgabe die Rückkehrer zu schützen und sorgen dafür, dass diese schnellstmöglich ihr Ziel erreichen. Doch ihr Ziel ist ungewiss.

Im vergangenen Jahr wurde ihnen im Zuge des Endlagersuchgesetzes der Zugang zu ihrem abgelegenen Rückzugsort verschlossen. Uns so ist heut klar die 26 Castoren und ihr radioaktiver Inhalt kommen bis 2016 aus Frankreich und Großbritannien nach Deutschland zurück. Und - sie sind obdachlos. Um für alle eine schönes neues Zuhause zu finden hat die neue Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ein Treffen auf höchster Ebene einberufen. Mit den Ministerpräsidenten/innen der Länder hat sie vor bis Ostern, für alle Castoren ein neues zu Hause zu finden.

Unglaublich, dass es so schwer ist 26 Behälter mit dem wiederaufbereiteten Brennstoffen für Kraftwerke unter zu bringen. Kraftwerke die auch zukünftig fester Bestandteil der Energieversorgung in Europa sein sollen. Frisch wiederaufbereitet erstrahlt ihr Inhalt in neuem Glanz. Dennoch will sie keiner haben. Liegt es daran, dass Wiederaufbereitung eine Beschönigung ist und nicht bedeutet, dass aus den abgebrannten Brennelementen wieder wertvolle Rohstoffe geworden sind?

Bei der Wiederaufbereitung wird mittels chemischer Verfahren aus den abgebrannten Brennelementen Plutonium und Uran gelöst. Wieder nutzbar werden jedoch nur 1 % - 10 % des Brennstoffes. Trotz der geringen Ausbeute hat das Verfahren seinen Preis, es entsteht eine hochradioaktive Abfalllösung. Damit die paar Prozent Uran und Plutonium wiedergewonnen werden können, werden die Brennelemente in kleine Stücke zersägt und anschließend in siedender Saltpetersäure aufgelöst.

Und genau diese Abfälle kommen in den 26 Castoren zurück nach Deutschland. Denn hier sind sie vor einigen Jahren entstanden und wurden von hier aus zur Wiederaufbereitung in die Nachbarländer geschickt. Natürlich mit der festen Zusage sie wieder zurückzunehmen, denn unsere Nachbarn wollen sie auch nicht behalten. Doch heute, wo die Rückkehr in Kürze ansteht, haben wir keinen Platz mehr für sie. Auch die Politiker, die der Kernkraft wohlwollend gegenüberstehen, wollen sie nicht in ihrem Land oder gar in ihrer Stadt haben. Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen verweigern die Aufnahme von rückkehrenden Castoren. Die bayrische CSU hält sich bei dieser Frage ausnahmsweise vornehm zurück. Niedersachsens Ministerpräsident hält das Soll von Niedersachsen mit den 113 Castoren in Gorleben schlichtweg für erfüllt.

Die Baden-Württembergische CDU, zwar ohne Regierungsverantwortung aber dennoch kommunikativ, sieht leider keinen Platz für die Castoren im baden-württembergischen Zwischenlager Phillipsburg. Dort eine neue Halle zu bauen, würde viel Geld kosten. Der Alternativvorschlag der baden-württembergischen Opposition ist: Gorleben. Dumm nur, dass Gorleben nicht einmal in ihren Verantwortungsbereich fallen würde, wenn sie an der Regierung beteiligt wären. Und auch dumm, dass Gorleben mit der Zustimmung der CDU durch das Standortsuchgesetz in 2013 ausgeschlossen wurde. Aber mit derartigen Feinheiten hat sich die CDU in Baden-Württemberg nie auseinandergesetzt.

Einzig die Landesregierungen von Baden Württemberg, Schleswig Hollstein und nach dem Regierungswechsel auch noch Hessen haben erkannt, dass das Zeug ja irgendwo hin muss. Sie wären bereit den Atommüll innerhalb ihrer Landesgrenzen aufzunehmen. Doch die Länder haben keine eigenen Lager in die sie die Castoren einlagern könnten. Die Einlagerung müsste an den atomaren Zwischenlagern der Atomkraftwerke stattfinden. Diese befinden sich in der Verantwortung der Kernkraftwerksbetreiber. Diese haben jedoch auch kein Interesse an den heimkehrenden Castoren und an ihrem Inhalt. Deshalb hat bisher auch noch kein Kraftwerksbetreiber einen Antrag für die Einlagerung weiterer Castoren gestellt. Und auch die Gemeinden, in denen die Kernkraftwerke mit den Zwischenlagern stehen, haben kein Interesse an den Castoren. Die bisher ehr atomkraftfreundliche Bürgermeisterin von Biblis hat bereits ihren Protest bekundet.

Und so haben wir in den nächsten 2 Jahren 26 Castoren ohne feste Meldeadresse. Und jedes Jahr produzieren wir mit den verbleibenden 7 Kernreaktoren wieder Müll für viele Castoren. Schon heute haben wir Probleme die vorhandenen Castoren zwischenzulagern. Von einem Endlager träumen wir wahrscheinlich noch sehr, sehr lange. Trotzdem produzieren wir Jahr für Jahr weiteren Atommüll. Verantwortungsvolle Energiepolitik sieht anders aus. Der einzige Weg für eine nachhaltige Energieversorgung sind erneuerbare Energien. Sie verbrennen keine endlichen Ressourcen und hinterlassen weder Abgase noch Atommüll. Und sie ermöglichen eine breite Bürgerbeteiligung. Wenn Sie erfahren wollen, wie erneuerbare Energieversorgung und nachhaltige Geldanlage zusammengehört, könne Sie hier nachlesen und in unserem Blog finden Sie weitere interessante Informationen zum Thema.
Energie- / Umwelttechnik
[pressebox.de] · 21.02.2014 · 13:48 Uhr
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