Zolldrohnungen von Trump belasten europäische Börsen - Bergbausektor triumphiert
Die Verunsicherung über mögliche Zolldrohungen durch den US-Präsidenten Donald Trump hat die führenden Börsen Europas in der Mitte der Woche in die Verluste getrieben. Der EuroStoxx 50 verzeichnete am Vormittag einen Rückgang von 0,6 Prozent und landete bei 5.858 Punkten. Auch außerhalb der Eurozone blieben die Verluste nicht aus: Der britische FTSE 100 gab um 0,1 Prozent auf 10.120 Punkte nach, während der Schweizer SMI um 0,5 Prozent auf 13.098 Punkte fiel. Im Fokus der Anleger steht nun Trumps Rede beim bevorstehenden Weltwirtschaftsforum in Davos, die weitere Spannungen im Handelsstreit mit der EU auslösen könnte.
Marktanalyst Christian Henke von IG bemerkte, dass die EU angesichts der Grönland-Frage diesmal bereit sein könnte, einen Handelskrieg in Kauf zu nehmen, nachdem ein solcher im Jahr 2025 noch abgewendet werden konnte. Aus Branchensicht gerieten Banken- und Finanzdienstleistungsaktien kräftig unter Druck, während Rohstofftitel an Beliebtheit gewannen. Die Bergbaugiganten Rio Tinto, Glencore und BHP Group verzeichneten deutliche Kursgewinne von 3,1 bis 4,6 Prozent dank starker Produktionsberichte für das vierte Quartal.
Bei den Einzelwerten erlebte Danone einen dramatischen Kurssturz um bis zu 12 Prozent auf 65 Euro, dem tiefsten Stand seit einem Jahr. Dies markierte den schwerwiegendsten Verlust seit 25 Jahren. Ein negatives Analystenrating der Bank of America, angeführt von Antoine Prevot, führte zu dieser Entwicklung, befeuert durch Sorgen über die sinkende Geburtenrate in China, die das Babynahrungs-Geschäft von Danone um bis zu 5 Prozent schrumpfen lassen könnte.
Der Luxusmodehersteller Burberry hingegen erfreute sich eines Kursanstiegs um 2,6 Prozent, angetrieben durch positive Quartalsumsatzzahlen. Analysten der Deutschen Bank sprachen von einer merklichen Erleichterung für die zuletzt angespannte Branche, die vom sich erholenden Geschäft im chinesischen Markt profitiert.

