Wirtschaft im Wandel: Der Mittelstand fordert mehr Tatkraft von der Politik
Die Unzufriedenheit im Mittelstand wächst, da zahlreiche Herausforderungen ungelöst bleiben und der Ruf nach politischem Handeln lauter wird. Jörg Dittrich, Präsident des deutschen Handwerks, forderte im Vorfeld eines "Mittelstandsdialogs" in Berlin mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche eine entschlossenere Politik. Der Mittelstand stehe vor der Gefahr der Schwächung, sollten politische Versprechen keine greifbaren Verbesserungen im Alltag der Unternehmen bringen. Dittrich betonte die Dringlichkeit, dass die Demokratie konkrete Ergebnisse liefern müsse.
Ralf Stoffels, Vizepräsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, hob die internationalen Wettbewerbsnachteile Deutschlands hervor. Er kritisierte insbesondere die hohen Energiekosten und die ehrgeizige Umsetzung von EU-Auflagen.
Reiche plädierte für einen stärkeren Fokus auf den Mittelstand, den sie als essenziellen Bestandteil der deutschen Wirtschaft bezeichnete. Sie forderte, dass der Staat den Unternehmen mehr Handlungsspielräume gewähren müsse. Der Mittelstand habe in letzter Zeit, ihrer Meinung nach zu Unrecht, den Eindruck gewonnen, im politischen Geschehen vernachlässigt zu werden.
Ein Punkt der Kontroverse ist die Stromsteuer, deren versprochene Senkung auf Eis gelegt wurde. Dies enttäuschte viele Mittelständler, und Dittrich erneuerte seine Forderung nach einer steuerlichen Entlastung. Reiche äußerte, dass Bundesfinanzminister Lars Klingbeil mögliche Spielräume signalisiert habe und man nun auf seine Vorschläge warte. Dittrich machte klar, dass der Mittelstand dringend spürbare Entlastungen benötige und nicht nur symbolische Gesten. Weitere Prüfaufträge und Arbeitsgruppen, wie sie die Regierung zur Rentenreform eingerichtet habe, seien wenig hilfreich.

