Weimer trennt sich von Verlagsanteilen – Politische Klarheit im Fokus
Inmitten einer öffentlichen Debatte um potenzielle Interessenkonflikte gibt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer seine Anteile an der Weimer Media Group ab. Die offizielle Bestätigung dieses Schrittes kam von der Sprecherin des Beauftragten für Kultur und Medien, wie es bei der Deutschen Presse-Agentur heißt. Bereits zuvor hatte die "Bild"-Zeitung diese Entwicklung publik gemacht.
Weimer, der noch 50 Prozent der Verlagsgruppe hält, die er zusammen mit seiner Frau 2012 gegründet hatte, möchte die Anteile nun einem Treuhänder übertragen. Mit dieser Maßnahme möchte er jeden Verdacht auf Interessenkonflikte vermeiden, auch wenn solche nach seiner Ansicht nie bestanden haben. Dies erläuterte er in einer Erklärung in Berlin. Hintergrund sind Berichte, wonach der von Weimer gegründete Verlag auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel zweifelhafte Praktiken verfolgt haben soll.
Trotz seines Eintritts in die Politik im Frühjahr hatte Weimer zunächst seine Anteile behalten. Obwohl er nicht mehr aktiv im Unternehmen tätig war, wurden aus der politischen Opposition Fragen zur klaren Trennung seiner politischen Aufgaben von seinen persönlichen Geschäftsinteressen laut. Weimer betonte in einer Pressemitteilung, dass er seit dem Frühjahr keine Management- oder Beratungsfunktionen mehr im Verlag bekleidet und die Änderungen korrekt im Handelsregister eingetragen wurden.
Er wies zudem darauf hin, dass die bisher stimmlosen Anteile nicht gewinnberechtigt waren und er auch für das laufende Geschäftsjahr auf Ausschüttungen verzichtet. Die Übertragung an einen Treuhänder soll bis Jahresende abgeschlossen sein.
Neben den strukturellen Änderungen verteidigte sich Weimer in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erneut gegen die Vorwürfe. Für Weimer ist es nicht nachvollziehbar, dass Unternehmer ihre Unternehmensanteile vollständig verkaufen müssten, um ein temporäres politisches Mandat auszuüben. Währenddessen sei es üblich, dass Verlagsgruppen – wie die seine ehemalige – Konferenzen mit Teilnahmegebühren veranstalten.
Der kommende Ludwig-Erhard-Gipfel kündigt prominente Teilnehmer wie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Forschungsministerin Dorothee Bär und Landwirtschaftsminister Alois Rainer an, allerdings ohne finanzielle Zuwendungen an die Redner.

