Warnstreiks in NRW: Verdi ruft zu Aktionen im Erziehungs- und Gesundheitssektor auf
Die landesweite Warnstreikwelle hat Nordrhein-Westfalens Kinderbetreuungs- und Bildungsstätten erreicht, gesteuert von der Gewerkschaft Verdi. Mit dem Ziel, eine Erhöhung der Gehälter im Tarifkonflikt der Arbeiterwohlfahrt (Awo) NRW durchzusetzen, hat die Gewerkschaft Beschäftigte in verschiedenen Regionen des Landes zu Arbeitsniederlegungen mobilisiert. In den Fokus geraten dabei Kindertagesstätten der Awo, wo es zu Schließungen und Notbetreuungen kommen könnte.
Verdi erhöht Druck nicht nur im Bereich der Awo, sondern auch im Öffentlichen Dienst der Länder. Arbeitnehmer an Universitätskliniken, Hochschulen und der Landesverwaltung wurden ebenfalls zu Streiks aufgerufen. In einigen Städten werden durch geplante Demonstrationen und Kundgebungen Verkehrsbeeinträchtigungen erwartet, während in Essen, dem Rhein-Erft-Kreis, Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis Kitas von Mittwoch bis Donnerstag betroffen sind. Dies könnte zu organisatorischen Herausforderungen führen.
Die Bediensteten der Awo ringen um eine Gehaltserhöhung von 500 Euro brutto monatlich, Auszubildende um 300 Euro. Die Arbeitgeberseite übt scharfe Kritik an diesen Forderungen und bezeichnet sie als überzogen, da sie einer durchschnittlichen Lohnsteigerung von etwa 13 Prozent entsprechen würden.
Parallel dazu haben auch Schulen und Hochschulen das Streikfieber erfasst. Für Mittwoch sind Arbeitsniederlegungen von Lehrkräften und Sozialarbeitern in den Regierungsbezirken Arnsberg und Düsseldorf geplant, am Donnerstag folgen Detmold und Münster. Die GEW betont mögliche Unterrichtsausfälle, während eine Notbetreuung dennoch sichergestellt werden soll.
Die Proteste erstrecken sich auf sechs Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster. Patienten müssen mit Einschränkungen im Betrieb, wie etwa dem Ausfall nicht-essentieller Operationen, rechnen. Notfälle sollen jedoch unverändert versorgt werden.
Offene Fragen betreffen die Forderungen im Öffentlichen Dienst, wo Verdi und GEW sieben Prozent mehr Lohn verlangen. Die Bundesländer haben die Forderungen als überzogen bezeichnet, und eine dritte Verhandlungsrunde ist für Februar angesetzt.

