Währungen, Zölle und Momentaufnahmen: Ein Blick auf den Euro-Kurs und den US-Arbeitsmarkt
Der Eurokurs befindet sich weiterhin unter der magischen Marke von 1,13 US-Dollar, nachdem er im New Yorker Handel kurzzeitig einen höheren Stand von bis zu 1,1381 Dollar erreichte, um schließlich bei 1,1293 Dollar zu verweilen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1343 Dollar fest, was eine leichte Abwertung im Vergleich zum Vortag darstellt. Zeitgleich widerspiegelte der Dollar mit einem Wert von 0,8816 Euro eine ähnliche Bewegung.
Ein besser als erwartet ausfallender US-Arbeitsmarktbericht konnte dem Dollar keinen dauerhaften Aufwind verschaffen. Trotz einer Unbeständigkeit in der Politik der US-Regierung konnten die Zölle bisher keine signifikanten Auswirkungen auf die amerikanische Joblandschaft verzeichnen. Außerhalb der Landwirtschaft wurden sogar mehr Stellen geschaffen als von Ökonomen prognostiziert. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, weist darauf hin, dass diese Zölle möglicherweise sogar einen positiven Einfluss auf die Beschäftigung im Transport- und Lagerwesen hatten. In Erwartung von Zöllen haben sich viele Unternehmen und Privatpersonen mit Waren eingedeckt, so Gitzel.
Doch nicht alles verlief nach Plan: Der Auftragseingang der US-Industrie im März enttäuschte leicht, indem er hinter den Erwartungen zurückblieb. Gleichzeitig zeigte sich jedoch die Inflation in der Eurozone als widerstandsfähiger, als von Fachleuten angenommen. Die Inflationsrate stagnierte im April bei unerwarteten 2,2 Prozent, angetrieben durch gestiegene Dienstleistungspreise. Die Europäische Zentralbank strebt langfristig eine Inflationsrate von rund zwei Prozent an und könnte angesichts der globalen Unsicherheiten und der US-Zollpolitik zu weiteren Zinssenkungen geneigt sein. Experten warnen jedoch, dass die EZB möglicherweise zögerlicher agieren könnte als angenommen.

