Vorsichtiger Balanceakt: US-Notenbank zwischen Inflation und Zinssenkungen
Cleveland Fed-Präsidentin Beth Hammack äußerte am Montag Bedenken über das mögliche Entfernen restriktiver geldpolitischer Maßnahmen der amerikanischen Zentralbank vor dem Hintergrund einer weiterhin über dem Ziel von 2% liegenden und hartnäckigen Inflation. Ihren Aussagen zufolge besteht die Gefahr, dass eine vorschnelle Lockerung der Geldpolitik zu einem erneuten Überhitzen der Wirtschaft führt.
In ihren Erklärungen, die die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Fed über künftige Zinssenkungen widerspiegeln, verwies Hammack auf die kürzlich erfolgte Zinssenkung der Federal Open Market Committee (FOMC) um einen Viertelprozentpunkt auf eine Bandbreite von 4,00% bis 4,25%. Obwohl sie in diesem Jahr kein stimmberechtigtes Mitglied in der Zinsentscheidung ist, betonte sie die Bedeutung der Inflationsbekämpfung. Hammack sieht den Arbeitsmarkt weiterhin nahe des „maximalen Beschäftigungs“-Ziels der Fed, auch wenn erste Anzeichen von Schwächen auftreten.
Mit einer Arbeitslosenquote von 4,3% bewegen sich die Zahlen gemäß Hammacks Worten um die maximale Beschäftigungsmarke, auch wenn leichte Steigerungen möglich sind. Auf der anderen Seite gestand sie jedoch ein deutliches Verfehlen des Inflationsziels um einen vollen Prozentpunkt ein, ein Zustand, der seit viereinhalb Jahren anhält und ihrer Einschätzung nach auch noch einige Jahre anhalten könnte.
Fed-Vertreter aktualisierten unlängst ihre wirtschaftlichen und politischen Projektionen und zeigten mittelmäßig-friskuses Interesse an weiteren Zinssenkungen. Das mittlere Szenario unter den 19 Fed-Offiziellen sieht eine Senkung um einen weiteren halben Prozentpunkt in diesem Jahr vor, jedoch ist die Meinung gespalten. Ein Großteil sieht das gegenwärtige Zinsniveau als ausreichend oder nur minimal verbesserungswürdig.
Ein wichtiger Teil der Zinspolitik umfasst die Abschätzung des neutralen Zinssatzes, der weder wirtschaftliche Anreize setzt noch bremst. Hammack zählt zu den Vertretern mit höheren Neutralzinsen-Einschätzungen und bezeichnete das gegenwärtige Niveau nur als mild restriktiv, hervorhebend, dass der Weg zur neutralen Rate kurz sei.

