Volkswagen meistert Chipkrise ohne Produktionsausfälle - vorerst
Der Wolfsburger Automobilgigant Volkswagen bleibt standhaft: Trotz der derzeit allgegenwärtigen Chipkrise sieht der Konzern auch in der kommenden Woche keine Veranlassung, den Produktionsbetrieb an den deutschen Standorten herunterzufahren. Die aktuelle Lage erlaubt eine gesicherte Fertigung, wie ein Konzernsprecher mitteilte. Dies gilt ebenso für die Tochtergesellschaften Audi, Porsche und VW Nutzfahrzeuge. Doch so stabil diese Nachricht für die nächste Woche auch ist, die langfristige Entwicklung bleibt ungewiss, angesichts der dynamischen Situation, die weiterhin Risiken bergen kann.
Bislang wurden die Befürchtungen über Produktionsstopps glücklicherweise nicht Realität. Das Hauptproblemkind, der niederländische Chip-Produzent Nexperia, hat trotz bislang vorhandener Lieferengpässe noch keinen negativen Einfluss auf die Fertigung der deutschen Volkswagen-Werke ausgeübt. Der Betrieb an den Standorten lief diese Woche planmäßig, von den traditionellen Feiertagspausen in Niedersachsen und Sachsen einmal abgesehen.
Noch vor wenigen Tagen klang die Prognose des Unternehmens weniger optimistisch, als Volkswagen vor möglichen Produktionsausfällen infolge der Nexperia-Lieferproblematik warnte. Diese Schwierigkeiten resultieren aus einem geopolitischen Spannungsfeld: Die niederländische Regierung hat Kontrolle über die ehemals chinesisch geführte Nexperia übernommen, was zu einem Exportstopp seitens Chinas führte und somit auch die Chip-Lieferungen an die Autoindustrie beeinträchtigt. Zwar ist Nexperia nicht direkt bei Volkswagen als Zulieferer gelistet, doch indirekt spiegeln sich diese Belastungen in der Lieferkette des Unternehmens wider, da Nexperia-Komponenten in von direkten Zulieferern bereitgestellten Fahrzeugteilen verarbeitet werden. Ähnliche Herausforderungen könnten auch auf andere Hersteller und Zulieferer zukommen, die ebenfalls von den Unruhen bei Nexperia betroffen sind.

