Viel Geld gleich viel Glück?
06. Juli 2016, 11:24 Uhr · Quelle: klamm.de
Kann Geld glücklich machen? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Ganz ohne Geld geht es nun mal nicht. Doch wie viel Geld braucht man tatsächlich, um glücklich zu sein? In der Wirtschaftsforschung zumindest ist der Zusammenhang zwischen Geld und Zufriedenheit umstritten. Ein Annährungsversuch.
Viel Geld auf dem Konto, ein teures Auto vor der Tür und ein übervoller Kleiderschrank? Diese Dinge verlieren für immer mehr Menschen an Bedeutung. Sie üben sich in Verzicht und reduzieren ihren Konsum auf das Nötigste. Minimalisten wollen freier und unbeschwerter leben. Als Minimalismus wird ein Lebensstil bezeichnet, der sich als Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft versteht. Wer weniger konsumiert, spart Geld. Durch Verzicht lässt sich Geld für Herzenswüsche wie eine lange Reise ansparen oder man gönnt sich schlicht mehr Freizeit. Weniger Besitz bedeutet also mehr Glück? So einfach geht die Gleichung dann doch nicht auf. Im Märchen von Hans im Glück mag das so sein. Doch außerhalb der Märchenwelt ist der Zusammenhang zwischen Besitz und Glück nicht ganz so eindeutig.
Nach den Erkenntnissen des Nobelpreisträgers August Deaton führt ein hohes Einkommen zwar nicht zu einem stressfreien Leben mit täglichen Glückgefühlen. Doch insgesamt steigt die Lebenszufriedenheit mit wachsendem Kontostand an.
Dazu passt, dass Minimalismus eher ein Trend in der gutverdienenden Mittelschicht ist. Wer freiwillig verzichtet, fühlt sich befreiter. Wer kaum mehr als den Mindestlohn verdient, für den ist Verzicht kein Lifestyle, sondern eine Notwendigkeit. Reduzierte Wochenstunden und Zeit für Selbstverwirklichung sind für Geringverdiener ein Luxus, der nicht finanzierbar ist. Sie würden sich gerne einmal etwas leisten oder zumindest ohne finanzielle Existenzängste leben. Hier könnte das bedingungslose Grundeinkommen weiterhelfen. Die Pros und Contras dieser Idee wurden in den letzten Monaten in den Medien viel diskutiert. In Berlin wagt nun ein Start-up ein Experiment – es verlost Grundeinkommen. Die Gewinner erhalten ein Jahr lang monatlich 1000 Euro. Wie es sich damit lebt, erfährt man in diesem Artikel auf tipp24.com: Das zusätzliche Geld verschafft den Gewinnern ein gewisses Maß an Unabhängigkeit und nimmt ihnen zumindest eine Zeit lang die finanziellen Sorgen. Steht mehr Geld zur Verfügung, ist der Glückszuwachs umso höher, je geringer das Einkommen ist. Ein plötzlicher Geldsegen kann aber auch unglücklich machen. Berichte von unglücklichen Lottogewinnern gibt es viele – sie haben ihren Gewinn schnell verprasst oder den Forderungen von Bittstellern und falschen Freunden nachgegeben. Viel Geld kann also auch unglücklich machen, wenn man es falsch ausgibt.
Ob ein höheres Einkommen glücklich macht, ist also von vielen Faktoren abhängig. Am Ende bleibt wohl die Erkenntnis, dass die persönliche Einstellung darüber entscheidet, ob und wie viel Geld glücklich macht.

Bildrechte: Flickr Good Luck wilB CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
Minimalismus: Glücklich werden ohne Konsum
Viel Geld auf dem Konto, ein teures Auto vor der Tür und ein übervoller Kleiderschrank? Diese Dinge verlieren für immer mehr Menschen an Bedeutung. Sie üben sich in Verzicht und reduzieren ihren Konsum auf das Nötigste. Minimalisten wollen freier und unbeschwerter leben. Als Minimalismus wird ein Lebensstil bezeichnet, der sich als Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft versteht. Wer weniger konsumiert, spart Geld. Durch Verzicht lässt sich Geld für Herzenswüsche wie eine lange Reise ansparen oder man gönnt sich schlicht mehr Freizeit. Weniger Besitz bedeutet also mehr Glück? So einfach geht die Gleichung dann doch nicht auf. Im Märchen von Hans im Glück mag das so sein. Doch außerhalb der Märchenwelt ist der Zusammenhang zwischen Besitz und Glück nicht ganz so eindeutig.
Wohlstand ist Voraussetzung für Glück
Nach den Erkenntnissen des Nobelpreisträgers August Deaton führt ein hohes Einkommen zwar nicht zu einem stressfreien Leben mit täglichen Glückgefühlen. Doch insgesamt steigt die Lebenszufriedenheit mit wachsendem Kontostand an.
Dazu passt, dass Minimalismus eher ein Trend in der gutverdienenden Mittelschicht ist. Wer freiwillig verzichtet, fühlt sich befreiter. Wer kaum mehr als den Mindestlohn verdient, für den ist Verzicht kein Lifestyle, sondern eine Notwendigkeit. Reduzierte Wochenstunden und Zeit für Selbstverwirklichung sind für Geringverdiener ein Luxus, der nicht finanzierbar ist. Sie würden sich gerne einmal etwas leisten oder zumindest ohne finanzielle Existenzängste leben. Hier könnte das bedingungslose Grundeinkommen weiterhelfen. Die Pros und Contras dieser Idee wurden in den letzten Monaten in den Medien viel diskutiert. In Berlin wagt nun ein Start-up ein Experiment – es verlost Grundeinkommen. Die Gewinner erhalten ein Jahr lang monatlich 1000 Euro. Wie es sich damit lebt, erfährt man in diesem Artikel auf tipp24.com: Das zusätzliche Geld verschafft den Gewinnern ein gewisses Maß an Unabhängigkeit und nimmt ihnen zumindest eine Zeit lang die finanziellen Sorgen. Steht mehr Geld zur Verfügung, ist der Glückszuwachs umso höher, je geringer das Einkommen ist. Ein plötzlicher Geldsegen kann aber auch unglücklich machen. Berichte von unglücklichen Lottogewinnern gibt es viele – sie haben ihren Gewinn schnell verprasst oder den Forderungen von Bittstellern und falschen Freunden nachgegeben. Viel Geld kann also auch unglücklich machen, wenn man es falsch ausgibt.
Ob ein höheres Einkommen glücklich macht, ist also von vielen Faktoren abhängig. Am Ende bleibt wohl die Erkenntnis, dass die persönliche Einstellung darüber entscheidet, ob und wie viel Geld glücklich macht.

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