Verhaltenes Wirtschaftsklima in Deutschland - Hoffnung auf rasche Erholung schwindet

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist gedämpft und eine zügige konjunkturelle Erholung scheint derzeit nicht in Sicht. Dies geht aus einer aktuellen Konjunkturumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervor, deren Ergebnisse in Berlin präsentiert wurden. Der Tenor: Die Wirtschaft rutscht zwar nicht ab, aber ein kräftiger Aufschwung bleibt aus.

Einer aktuellen Erhebung nach bewerten lediglich 30 Prozent der Unternehmen ihre momentane Geschäftslage als positiv, während ein Viertel sie als negativ einstuft. Hohe Energie- und Personalkosten, ein Mangel an Fachkräften und eine übermäßige Bürokratie stellen fortdauernde Belastungen für die Wirtschaft dar; zudem wird die vergleichsweise hohe Steuerlast in Deutschland als strukturelles Problem benannt.

Allerdings ist ein leicht positiver Trend hinsichtlich der Geschäftserwartung erkennbar, wenngleich die negativen Prognosen überwiegen. Die Hoffnung, dass das Auslandsgeschäft oder eine anziehende Inlandsnachfrage als Konjunkturtreiber agieren könnten, hat sich bislang nicht erfüllt.

Investitionen stehen bei nur einem Viertel der Betriebe auf dem Plan, was laut DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben auf eine „schleichende Deindustrialisierung“ hindeute. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum sieht deshalb bestenfalls eine Stagnation vorher, was im Einklang mit den Erwartungen der Bundesregierung und wirtschaftlichen Instituten steht, die ebenfalls von einem minimalen Wachstum ausgehen.

In der Industrie verschlechterte sich die Lagebewertung weiter, mit anhaltend niedrigen Neuaufträgen und weiterhin hohen bis steigenden Kosten in verschiedenen Bereichen. Auch die Konsumentenzurückhaltung setzt insbesondere der Verbrauchsgüterproduktion zu, von der gedämpften Nachfrage ist ebenfalls der Handel betroffen. Im Baugewerbe jedoch hat sich die Lage etwas entspannt aufgrund sinkender Materialpreise.

Indessen gibt es Differenzen zwischen den Wirtschaftsverbänden und Bundeskanzler Olaf Scholz. Während Scholz auf positive Entwicklungen, wie die sinkende Inflation, verweist, betont Wansleben, dass schönzureden nicht helfe. Er fordert sichtbare Maßnahmen der Bundesregierung, insbesondere bei den Haushaltsverhandlungen für 2025.

Die DIHK appelliert für steuerliche Entlastungen und den kompletten Abbau des Solidaritätszuschlags, um Investitionen anzuregen - ein Ansinnen, das von der FDP geteilt wird, jedoch in der Koalition umstritten ist. Auch der FDP-Wirtschaftspolitiker Reinhard Houben macht sich stark für Bürokratieabbau und plädiert für Beschränkungen neuer Schulden.

Die Wirtschaft könnte zusätzlich durch eine Verschärfung des Handelsstreits mit China belastet werden, insbesondere nach der Verhängung von Sonderzöllen durch US-Präsident Joe Biden auf chinesische Elektroauto-Importe. Die EU prüft derweil Marktverzerrungen Chinas im E-Autos-Sektor und erwägt entsprechende Strafzölle. Wansleben warnt angesichts der Bedeutung der deutschen Exportwirtschaft vor Zöllen und den daraus resultierenden „brandgefährlichen“ politischen Konsequenzen. (eulerpool-AFX)

Finanzen / Economics
[Eulerpool News] · 23.05.2024 · 13:28 Uhr
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