UNRWA-Chef hält Kritik an Mitarbeitern für politisch motiviert
Der ehemalige UNRWA-Chef Matthias Schmale äußerte sich kritisch zu den Berichten über Mitarbeiter des UN-Palästinenserhilfswerks. Er vermutet, dass der Zeitpunkt der Veröffentlichung politisch motiviert ist. Die Berichte kamen kurz nach dem Urteil des Internationalen Gerichtshofs und werfen zwölf Mitarbeitern des Hilfswerks im Gazastreifen eine Beteiligung am Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober vor. Schmale gibt zu bedenken, dass es möglich sei, dass einige Mitarbeiter tatsächlich involviert waren, jedoch überrascht ihn der Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Eine vom "Wall Street Journal" berichtete Behauptung, rund zehn Prozent der Mitarbeiter des Hilfswerks hätten Verbindungen zur Hamas oder zum Islamischen Dschihad, hält Schmale nicht für wahrscheinlich. Er betont, dass zwar unter den Mitarbeitern einige Sympathien für die Hamas hegen mögen, aber während seiner Amtszeit immer genau darauf geachtet wurde, wie sich die Mitarbeiter verhalten und ob sie sich an die Werte der Vereinten Nationen halten. In den fast vier Jahren seiner Amtszeit wurden demnach acht Mitarbeiter entlassen, nicht nur aufgrund von Verbindungen zur Hamas, sondern auch aufgrund anderer Verhaltensweisen, die nicht im Einklang mit den UN-Werten standen. Schmale bezeichnet die im "Wall Street Journal" veröffentlichten Informationen als stark übertrieben.
Die Informationen über die fraglichen Mitarbeiter wurden von Israel an das Hilfswerk übermittelt. Die Mitarbeiter wurden entlassen und Ermittlungen wurden eingeleitet. UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sein Entsetzen und drohte den betroffenen Mitarbeitern strafrechtliche Konsequenzen an.
Die Angriffe am 7. Oktober führten zu über 1200 Todesopfern auf israelischer Seite und lösten den Gaza-Krieg aus. (eulerpool-AFX)

