Ungarns Energie-Offensive: Neue Konzessionen für Öl- und Gasexploration
Ungarn gibt Vollgas bei der Erschließung heimischer Energieressourcen. Dank neu erteilter Lizenzen für Öl- und Gasfelder erhöht das Land seine Eigenproduktion substanziell und kommt damit seinem Ziel, sich von Energieimporten unabhängiger zu machen, einen großen Schritt näher. In fünf neuen Konzessionsgebieten agieren sowohl große Mineralölkonzerne als auch kleinere Explorationsunternehmen.
Der kanadische Gasexplorer CanCambria Energy setzt auf den Standort Ungarn und gründet dafür eine Tochtergesellschaft zur Durchführung eines bedeutenden Tiefengas-Projekts in Kinskunhalas, Südungarn. Die Explorationsaktivitäten befinden sich in Startposition, nachdem das Unternehmen kürzlich den Konzessionsvertrag für das 945,9 km2 große Gebiet finalisiert hatte. Ein Bewertungsprogramm mit geplanten Bohrungen soll die Projektschätzungen, die einen geschätzten Nettogegenwartswert von knapp 1,6 Milliarden USD umfassen, untermauern.
Nicht nur CanCambria Energy zeigt verstärktes Interesse am ungarischen Energiemarkt. Der ungarische Mineralöl-Riese MOL Group und die staatliche Turkish Petroleum Corp. haben bereits Konzessionen für Erkundungsgebiete in Tamási und Buzsák unterzeichnet. MOL erhielt darüber hinaus Lizenzen für zusätzliche Gebiete wie Hatvan und Kiskrös. Ungarns ambitionierte Strategie trägt reiche Früchte: Die heimische Ölproduktion erreichte 2024 ein Rekordniveau, während die Erdgasproduktion stetig zunimmt.
Mit einer kostenbewussten Lizenzpolitik unterstützt die Regierung Explorationsunternehmen. So meldete CanCambria Energy, dass der Konzessionsvertrag zu äußerst günstigen Konditionen abgeschlossen werden konnte. Ferner hat das Unternehmen erfolgreich Kapital aufgenommen, um unter anderem das 3D-Seismik-Programm im Soltvadkert-Trog, einem unerschlossenen Tight-Gas-Gebiet, voranzutreiben.
Während CanCambria Energy mit einer Aktie, die derzeit zwischen 50 und 55 kanadischen Cents pendelt, spekulative Anlagemöglichkeiten für Investoren bietet, richtet sich der Blick des ungarischen Energiesektors bereits auf kommende Erfolge aus einer stetig wachsenden Projektpipeline.

