Unerwarteter Anstieg der US-Verbraucherpreise wirft Fragen zur Zinspolitik der Fed auf
Die US-Verbraucherpreise sind im August deutlicher gestiegen als prognostiziert, was den höchsten jährlichen Anstieg seit sieben Monaten markiert. Dennoch scheint dies die Federal Reserve nicht daran zu hindern, nächste Woche eine Zinssenkung einzuleiten, trotz eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes.
Laut dem Bureau of Labor Statistics des Arbeitsministeriums verzeichnete der Verbraucherpreisindex im vergangenen Monat einen Anstieg von 0,4% nach einem Zuwachs von 0,2% im Juli. Innerhalb der letzten zwölf Monate kletterte der Index um 2,9%, was den stärksten Zuwachs seit Januar darstellt, nach einem Anstieg von 2,7% im Vormonat.
Reaktionen am Markt:
An den Märkten führte die Veröffentlichung der Daten zu einem Anstieg der US-Aktienfutures. Die S&P 500 E-minis legten um 19 Punkte oder 0,3% zu. Die Renditen von US-Staatsanleihen sanken, wobei die zehnjährige Rendite zuletzt bei 4,022% lag. Der Dollarindex fiel um 0,2% auf 97,61 zurück.
Expertenmeinungen:
Ein unerwarteter Anstieg der Preise für Flugreisen und Hotels könnte, so einige Analysten, auf eine Erholung der Unternehmenskundenreiseaktivitäten sowie auf einen Aufschwung des Verbrauchervertrauens und einer entsprechenden Ausgabebereitschaft hinweisen.
Auf der anderen Seite bleibt der Einfluss der Zölle auf die Preisanstiege begrenzt, was möglicherweise auf die Vorbehalte der Unternehmen zurückzuführen ist, höhere Zölle an die Verbraucher weiterzugeben. Die Inflation scheint mittelfristig oberhalb des 2%-Ziels der Fed zu verbleiben, was einige Experten als Anzeichen ansehen, dass die Wirtschaft nicht in eine Rezession abgleitet.
Oliver Pursche von Wealthspire Advisors sieht in den Preisdaten eine Bestätigung für eine bevorstehende Zinssenkung durch die Fed. Der Anstieg der Arbeitslosenanträge lässt dabei Raum für Spekulationen über das Ausmaß der Senkung, wenn auch eine 50-Basispunkte-Senkung als unwahrscheinlich gilt.
Brian Jacobsen von Annex Wealth Management betont, dass die Preisentwicklung bei Unterkünften weiterhin die Inflation bei Dienstleistungen antreibt. Auch die Rückkehr der Inflation bei Waren sei zwar spürbar, aber nicht alarmierend.
Gary Schlossberg von Wells Fargo Investment zufolge könnte die Marktbereitschaft, moderate Inflation zu akzeptieren, eine Zinssenkung begünstigen, auch wenn größere Schritte vorerst ausgeschlossen scheinen.

