Ukrainischer Abgeordneter Parubij ermordet: Ermittlungen fokussieren auf russische Spur
Die Ermittlungen im Fall des ermordeten ukrainischen Abgeordneten Andrij Parubij nehmen an Fahrt auf. Der Chef der Kriminalpolizei, Andrij Njebytow, verkündete in Lwiw, dass eine vermeintliche Spur zur Russischen Föderation als Haupttheorie verfolgt wird. Die Polizei unterstreicht jedoch, dass auch alternative Theorien geprüft werden. Entscheidungssicherheit wird erst nach Abschluss der umfassenden Untersuchungen erwartet. Njebytow betonte die komplexe Planung des Verbrechens, das über einen Monat vorbereitet wurde, und unterstrich den erheblichen Arbeitsaufwand, der noch bevorsteht.
Der ukrainische Geheimdienst SBU unterstützt die Theorie eines Auftragsmordes mit russischer Beteiligung und verweist auf „operative Informationen“ über die Involvierung russischer Geheimdienste, so der SBU-Chef Wadym Onyschtschenko in Lwiw. Schon am Vortag wurde ein 52-jähriger Verdächtiger im Gebiet Chmelnyzkyj festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, Parubij in Lwiw auf öffentlicher Straße erschossen zu haben.
Parubij war eine wichtige politische Figur in der Ukraine, bekannt für seine Rolle während der prowestlichen Proteste 2013/2014, die den russlandfreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitschs stürzten. Er war entschiedener Gegner eines Kompromisses mit Russland und überlebte 2014 einen Granatenanschlag.

