Ukraine und Russland einigen sich auf erneute Waffenruhe für Stromreparaturen
In einer bemerkenswerten Einigung haben die Kriegsparteien Ukraine und Russland zum vierten Mal eine lokale Waffenruhe in der Nähe des russisch besetzten Atomkraftwerks Saporischschja beschlossen, um dringend notwendige Reparaturen an der beschädigten Strominfrastruktur durchzuführen. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) gab bekannt, dass Techniker des ukrainischen Stromnetzbetreibers in Kürze beginnen werden, die 330-Kilovolt-Leitung zu reparieren. Ein Team der IAEA wird die Arbeiten vor Ort beaufsichtigen. Der Schaden an der Leitung ereignete sich vor zwei Wochen infolge der militärischen Auseinandersetzungen.
Aufgrund der Beschädigungen war die Stromversorgung der stillgelegten Reaktorblöcke nur noch über die verbleibende 750-Kilovolt-Leitung sichergestellt. Nach der russischen Besetzung im Februar 2022 ist das AKW, Europas größtes mit einer Bruttoleistung von 6.000 Megawatt, unter Kontrolle russischer Truppen. Obwohl alle Reaktoren heruntergefahren wurden, bleibt eine fortwährende Stromversorgung für die notwendige Kühlung unerlässlich. Bei Unterbrechungen übernehmen Dieselgeneratoren die Stromerzeugung. Die in der Anlage präsenten IAEA-Experten berichten regelmäßig über Explosionen in der Umgebung, die die prekäre Lage verdeutlichen. Dennoch ist die vereinbarte Waffenruhe ein kleiner, aber bedeutsamer Schritt zur Stabilisierung der Energie- und Sicherheitslage in dieser angespannten Region.

