Ukraine-Konflikt: Neue Verhandlungen zur Lösung der Donbass-Frage
Die Diplomatie erfährt einen neuen Anlauf im Ukraine-Konflikt. Bei dreiseitigen Gesprächen zwischen der Ukraine, Russland und den USA sollen in Abu Dhabi mögliche Lösungen erörtert werden, vor allem mit dem Fokus auf die territorial umstrittene Region Donbass. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hob besonders die Bedeutung der Donbass-Frage hervor, die im Zentrum der anstehenden Verhandlungen steht.
Diese Gespräche, die heute Abend beginnen und bis morgen andauern können, sind das Resultat monatelanger Bemühungen Washingtons, beide Kriegsparteien an den Verhandlungstisch zu bringen. Aus Moskau, ebenso besorgt um eine Friedenslösung, kam die klare Ansage, dass ohne eine Einigung über Territorien kein dauerhafter Frieden möglich sei. Russland beansprucht das Donezk-Gebiet vollständig, obwohl es derzeit nur knapp 80 Prozent davon kontrolliert. Die Ukraine hingegen verweigert bisher einen Rückzug.
Der Begriff Donbass umfasst sowohl die immer noch umkämpften Gebiete Donezk als auch Luhansk, welches fast gänzlich unter russischer Kontrolle steht. Juri Uschakow, außenpolitischer Berater des russischen Präsidenten, betonte, dass ohne eine territoriale Klärung die Kampfhandlungen fortgeführt würden. Der Begriff der „Formel von Anchorage“ fiel ebenfalls in diesen Verhandlungen, ohne dass genaue Details preisgegeben wurden. Diese Formel scheint auf ein Treffen zwischen Wladimir Putin und Donald Trump in Alaska im letzten August zurückzugehen.
Allerdings blieb es bisher bei inoffiziellen Spekulationen um den genauen Inhalt dieser Verhandlungsergebnisse. Offen bleibt, ob es bei den Gesprächen in Abu Dhabi zu greifbaren Fortschritten kommen wird. Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums sowie des Militärgeheimdienstes GRU sind dabei, um sicherheitspolitische Fragen zu erörtern, während wirtschaftliche Anliegen zwischen den USA und Russland von den Unterhändlern Steve Witkoff und Kirill Dmitrijew diskutiert werden sollen.

