Überraschende Zurückhaltung: Royal Mail veröffentlicht keine Jahreszahlen

In einer unerwarteten Wendung hat die britische Royal Mail entgegen ihren Ankündigungen keinerlei Jahreszahlen für das abgeschlossene Geschäftsjahr dargelegt. Die Nachricht wirkt besonders überraschend angesichts des verstärkten Interesses des tschechischen Investors Daniel Kretinsky, der vor nicht allzu langer Zeit sein Übernahmeangebot erhöht hatte. Bedenkenswert ist der gemeldete Verlust des Postdienstleisters für das erste Halbjahr: Dieser beläuft sich auf nicht weniger als 319 Millionen Britische Pfund, was einem Äquivalent von 374 Millionen Euro entspricht.

Das Mutterunternehmen International Distributions Services, zu dem Royal Mail gehört, war ursprünglich dazu angesetzt, am Donnerstagmorgen die Finanzergebnisse für das Fiskaljahr 2023/24 zu präsentieren. Dennoch kursierte ein Bericht der "City A.M.", in dem auf eine E-Mail der Royal-Mail-Pressestelle Bezug genommen wurde, die von einer Verzögerung sprach und eine zeitnahe Vorlage der Zahlen versprach. Bis zum späten Vormittag blieb eine offizielle Mitteilung der Unternehmung jedoch aus, und Anfragen blieben unbeantwortet.

Erst kürzlich verkündete IDS, den Aktionären nahezulegen, das Angebot der Kretinsky'schen EP Group anzunehmen. Der Firma EP wurde eine Frist bis zum Nachmittag des 29. Mai gesetzt, ein verbindliches Gebot zu präsentieren. Kretinsky, der mit seiner Holding in Deutschland bereits einen 20-prozentigen Anteil an der Stahlsparte von Thyssenkrupp anstrebt, ist bereits zu 27 Prozent an IDS beteiligt. Seine Aktivitäten in Großbritannien erstrecken sich zudem auf die Beteiligung am Premier-League-Club West Ham United sowie an der Supermarktkette Sainsbury's.

Finanzielle Schieflage beschreibt die Situation bei Royal Mail durchaus passend, angesichts des signifikanten Rückgangs des Briefvolumens in den letzten Jahren. So ist es kaum verwunderlich, dass Vorschläge wie die Einstellung der Zustellung an Samstagen von der britischen Regierung abgelehnt wurden. Royal Mail selbst hat vorgeschlagen, Standardbriefe des Normaltarifs nicht mehr täglich, sondern nur jeden zweiten Tag und nicht an Samstagen auszutragen - für Massensendungen soll eine Auslieferung innerhalb von drei statt zwei Werktagen erfolgen.

An der Spitze von IDS steht seit dem Sommer 2023 der Deutsche Martin Seidenberg, ein früherer Manager der Deutschen Post DHL und ehemaliger Vorsitzender des Logistikunternehmens GLS Germany, welches ebenfalls unter dem Dach von IDS anzutreffen ist. (eulerpool-AFX)

Finanzen / Business
[Eulerpool News] · 23.05.2024 · 14:07 Uhr
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