Trump-Zölle drücken Margen: Europäische Autohersteller verlieren Hoffnung auf weitere Zugeständnisse
Die deutschen Premiumhersteller Mercedes-Benz und Porsche haben ihre Gewinnerwartungen spürbar gesenkt, nachdem klar wurde, dass es keine weiteren Ausnahmen von den US-Strafzöllen geben wird. Trotz monatelanger Lobbyarbeit – insbesondere zur Anrechnung von Exporten aus US-Werken auf Importzölle – gilt das jüngste Handelsabkommen zwischen EU und USA als endgültig.
Mercedes-Chef Ola Källenius sprach am Mittwoch von einem „global deal“, der nicht weiter aufgeweicht werde. Auch Porsche- und Volkswagen-Vorstandschef Oliver Blume, der zuletzt noch auf bilaterale Sonderregelungen gehofft hatte, zeigte sich nach Gesprächen mit US-Handelsminister Howard Lutnick ernüchtert: „Die Welt hat sich dramatisch verändert.“
Die wirtschaftlichen Folgen der Zölle sind gravierend. Mercedes-Benz musste die Prognose für seine bereinigte Umsatzrendite im Pkw-Geschäft für 2025 von zuvor 6–8 % auf 4–6 % senken. Im zweiten Quartal halbierte sich das bereinigte operative Ergebnis auf 2 Mrd. €, während der Umsatz um knapp 10 % auf 33 Mrd. € fiel. Belastend wirkten neben rückläufigen Verkäufen in China auch 560 Mio. € an Restrukturierungskosten.
Porsche erwartet für das Gesamtjahr nun eine operative Marge von nur noch 5–7 % – nach zuvor 6,5–8,5 %. Der operative Gewinn brach im zweiten Quartal um 91 % ein, insbesondere infolge von Zöllen in Höhe von 400 Mio. €, Restrukturierungskosten und rückläufigen Absätzen in Europa und China.
Auch Aston Martin wurde hart getroffen. Der britische Luxushersteller rechnet nur noch mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis statt einem Gewinn. Der operative Verlust stieg von 47,4 auf 67,4 Mio. £. Zwar profitieren britische Hersteller von einem separaten Abkommen, das für 100.000 Fahrzeuge einen reduzierten Zollsatz von 10 % vorsieht, doch das „First come, first served“-Prinzip birgt neue Unsicherheiten. Aston-Martin-Chef Adrian Hallmark forderte daher Klärung: „Wie machen wir daraus ein faires System?“
Zwar haben sowohl Porsche als auch Aston Martin damit begonnen, in den USA die Preise zu erhöhen, doch die Branche insgesamt scheut eine vollständige Weitergabe der Zölle an die Kunden. Zu hoch ist das politische Risiko, zu groß die Sorge vor Einbruch der Nachfrage.

