Trump-nahe WLFI verklagt Milliardär Justin Sun wegen Verleumdung

Justin Sun bezeichnete es als „unbegründeten PR-Stunt“, während World Liberty Financial (WLFI) es als Klage ansieht.
WLFI gegen Sun: Ein öffentlicher Streit wird rechtlich
Das mit Trump verbundene Krypto-Projekt hat am Montag eine Verleumdungsklage gegen den Tron-Gründer eingereicht. Sun wird vorgeworfen, eine gezielte Kampagne zur Schädigung des Rufs von WLFI geführt und den Token-Preis absichtlich gedrückt zu haben.
Laut der Klageschrift begann Sun ab dem 12. April, falsche öffentliche Aussagen über Medienkanäle und soziale Plattformen zu verbreiten. Diese Aussagen seien laut WLFI darauf ausgelegt gewesen, die Stimmung zu manipulieren, anstatt berechtigte Bedenken zu äußern.
Die Klage kommt nicht aus dem Nichts. Eine mit Sun verbundene Entität hatte im November 2024 WLFI-Token im Wert von $30 Millionen erworben, und Sun trat zur gleichen Zeit als Berater bei WLFI ein. Die Beziehung schien stabil – bis sie es nicht mehr war.
Die Spannungen eskalierten, als Sun angeblich versuchte, seine Token zu Binance zu transferieren, was gegen die vereinbarten Bedingungen verstieß. WLFI reagierte, indem es die Vermögenswerte einfrierte und sich dabei auf ein vertragliches Recht berief. Laut dem Unternehmen diente das Einfrieren nicht als Strafe, sondern als Schutzmaßnahme.
Sun kontert mit eigener Klage
Sun akzeptierte das Einfrieren nicht stillschweigend. Ende April reichte er selbst eine Klage gegen WLFI ein und behauptete, das Unternehmen habe unrechtmäßig Token im Wert von einst $1 Milliarde eingefroren und ihm seine Stimmrechte entzogen. Seine Klage stellt WLFI als Aggressor dar, während die Verleumdungsklage von WLFI eine andere Geschichte erzählt.
Berichten zufolge behauptet WLFI, dass Sun nach dem Einfrieren irreführende Behauptungen über die Governance des Projekts öffentlich machte und andeutete, es gäbe ein geheimes Hintertürsystem.
Das Unternehmen wirft Sun vor, diese Behauptungen trotz bereits verfügbarer Offenlegungen in der Dokumentation aufgestellt zu haben. Zudem soll Sun Geld eingesetzt haben, um seine Botschaft weiter zu verbreiten, indem er angeblich mit Influencern und Bot-Accounts zusammenarbeitete, um seine Beiträge in sozialen Medien zu verstärken.
Sun bestätigte, dass er sich der Klage bewusst ist und steht zu seinen Handlungen. Er erwartet, vor Gericht zu gewinnen.
Token leidet unter dem Streit
Der WLFI-Token stieg kurzzeitig um 8%, nachdem die Nachricht von der Klage bekannt wurde. Dieser Anstieg steht jedoch im Kontrast zu einem schwierigeren Hintergrund – der Token war in der Vorwoche bereits um 15% gefallen und im vergangenen Monat um 35% gesunken.
Die Klage fordert das Gericht auf, Sun finanziell für die Schäden im Zusammenhang mit dem WLFI-Token zur Verantwortung zu ziehen. Wie hoch dieser Betrag sein könnte, wurde in den Berichten bisher nicht offengelegt.
Klar ist, dass zwei Parteien, die einst eine Geschäftsbeziehung teilten, nun öffentlich und vor Gericht gegeneinander kämpfen.

