Trump erhöht Druck auf die Federal Reserve: Ein Besuch sorgt für Spekulationen
US-Präsident Donald Trump plant, die Federal Reserve in Washington an diesem Donnerstag persönlich zu besuchen. Diese Ankündigung wurde kurzfristig im öffentlichen Terminkalender des Präsidenten vermerkt, der auf der offiziellen Website des Weißen Hauses zu finden ist. Der Eintrag gibt lediglich an, dass Trump um 16 Uhr Ortszeit bei der Fed erwartet wird. Genauere Details zu der Begegnung sind bislang nicht bekannt.
Trumps Besuch wird als mögliche Taktik interpretiert, um den Druck auf Fed-Chef Jerome Powell zu verstärken. Powell, der in der Vergangenheit mehrfach von Trump scharf kritisiert wurde, steht aufgrund der aktuellen Umbauarbeiten im Gebäude der US-Notenbank zusätzlich unter Beschuss. Speziell bemängelte der Präsident die Budgetüberschreitungen bei diesen Bauvorhaben. Fachleute sehen solche Äußerungen als Strategie, den Einfluss auf den Fed-Vorsitzenden zu erhöhen.
Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) kommentiert, dass Trumps Besuch 'den Eindruck einer politischen Einflussnahme' hinterlässt. Außerdem trägt die Besorgnis über die Unabhängigkeit der Federal Reserve zur Volatilität des US-Dollars bei. Der Präsident setzt Powell regelmäßig unter Druck, die Leitzinsen zu reduzieren.
Laut einer Analyse der Helaba vergehen kaum Tage ohne Trumps Forderungen nach deutlichen Zinssenkungen. Seit Dezember letzten Jahres hält die Fed den Leitzins unverändert. Dieser Schritt ist vor allem auf anhaltende Inflationsgefahren zurückzuführen, die durch Trumps aggressive Handelspolitik mit hohen Zöllen auf Importe begünstigt werden und damit Waren für die US-Verbraucher verteuern.
Die Finanzmärkte gehen fest davon aus, dass die Federal Reserve in ihrer nächsten Zinssitzung Ende des Monats das Zinsniveau zwischen 4,25 und 4,50 Prozent beibehalten wird.

