Traton überrascht mit starkem Cashflow – Erholung im Aktienmarkt
Die Volkswagen-Tochter Traton hat im letzten Geschäftsjahr ein beeindruckendes Ergebnis beim freien Mittelzufluss verzeichnet. Der Netto-Cashflow im Fahrzeugsegment, ohne Berücksichtigung von Finanzdienstleistungen, belief sich laut vorläufigen Zahlen auf 1,64 Milliarden Euro. Damit übertrifft der Wert nicht nur die eigenen Prognosen, sondern auch die Erwartungen der Analysten. Besonders hervorzuheben ist die Performance der Marken MAN, Scania, des US-Herstellers International und des südamerikanischen Geschäftsbereichs VW Truck & Bus. Diese positiven Nachrichten führten zu einem deutlichen Kursanstieg der im MDax gelisteten Traton-Aktie, die um fast sieben Prozent auf 31,48 Euro zulegte. Damit wurde der Verlust der beiden vorangegangenen Tage nahezu ausgeglichen.
Im Vergleich zum Höchststand des Vorjahres, als die Aktie über 38 Euro notierte, sind die aktuellen Werte dennoch niedriger – ein Zeichen der Belastungen durch US-zentrierte Handelskonflikte. Auch Wettbewerber wie Daimler Truck profitierten vom Aufwind bei Traton, ihre Papiere legten ebenfalls über drei Prozent zu. JPMorgan-Analyst Akshat Kacker führt das bessere Abschneiden beim Netto-Cashflow auf eine effiziente Lagerbestandverwaltung und gezielte Vorrätelagerung zurück. Ein Grund könnte die Vorwegnahme von Preisanpassungen durch die Kunden sein. Traton selbst hebt die Optimierung des betriebsnotwendigen Kapitals sowie reduzierte Investitionen bei Scania und MAN hervor.
Trotz der erreichten Unternehmensziele bei Umsatz und bereinigter operativer Marge, die bei 6,3 Prozent liegt, kämpft Traton weiterhin mit Herausforderungen. Im Vorjahr erzielte das Unternehmen eine Marge von 9,2 Prozent. Die Branche spürt aktuell den Gegenwind durch US-Zölle und die wirtschaftliche Schwäche in Europa. Zuvor berichtete Traton von einem Absatzrückgang um 8,6 Prozent auf rund 305.500 Fahrzeuge und deutete einen Umsatzrückgang von bis zu 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an, in dem der Umsatz 47,5 Milliarden Euro betrug.

