Thyssenkrupp zögert bei Verkauf von Stahlsparte an Jindal

24. April 2026, 17:56 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Stahlproduktion (Archiv)
via dts Nachrichtenagentur
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Thyssenkrupp-Chef López will die Stahlsparte nicht unter Wert verkaufen und sieht eine starke Zukunft durch Sanierung und politische Unterstützung.

Essen - Thyssenkrupp-Chef Miguel López will die Stahlsparte nicht um jeden Preis an den indischen Konzern Jindal Steel verkaufen. "Ich werde den Stahl nicht verramschen", sagte López dem "Spiegel". Das gelte "für alle, die daran interessiert sind".

Die Gespräche mit Jindal liefen allerdings weiter, Thyssenkrupp habe unverändert die Absicht, die Mehrheit an der Thyssenkrupp Steel abzugeben. Aber die Bewertung habe sich "erheblich verbessert", sagte López. "Ich sehe für unser Stahlgeschäft eine exzellente Zukunft." Grund dafür seien der mit den Arbeitnehmern vereinbarte Sanierungstarifvertrag, die vereinbarte Veräußerung der Beteiligung an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) an Salzgitter sowie die neuen Stahlschutzzölle der EU.

Thyssenkrupp verhandelt seit einigen Monaten mit Jindal, zuletzt waren die Gespräche nach Angaben aus dem Konzernumfeld ins Stocken geraten. Einen Zusammenschluss mit dem deutschen Konkurrenten Salzgitter, für den Fall eines Scheiterns der Gespräche mit Jindal, schloss López aus. "Auf keinen Fall", sagte er dem "Spiegel".

Thyssenkrupp sei angetreten, "eine niedrigere Menge Stahl zu produzieren, dafür aber modern, effizient, klimafreundlich und profitabel". Jetzt wisse man, dass dieses Ziel erreichbar sei. "Damit werden wir stärker sein als die kleineren deutschen Anbieter." Sich wieder mit zusätzlichen Kapazitäten zu belasten, wäre falsch, erklärte er.

Mit scharfer Kritik überzog López seine Vorgänger, ohne sie namentlich zu nennen. "Ich habe viel zerschlagenes Porzellan vorgefunden, als ich angefangen habe", sagte der Konzernchef. Vor 2023 habe man "Wert vernichtet in Dimensionen, die wirklich schlimm waren".

López forderte weitere Unterstützung durch die europäische Politik. Man brauche "Made in Europe" für ein resilientes Europa. Stahl werde auch in Zukunft gebraucht und könne sauber hergestellt werden. Die von der EU-Kommission geplanten "Buy European"-Regeln, nach denen Mindestanteile des Materials in Europa hergestellt sein müssen, wenn der Staat baut oder den Kauf von Elektroautos fördert, seien jedoch "unprofessionell aufgesetzt". Beim Stahl will die Kommission zwar grünen Stahl vorschreiben, aber nicht explizit europäischen. Das ergebe keinen Sinn, sagte López. Es drohe "eine massive Abhängigkeit" von Stahl aus Fernost.

Die von der Bundesregierung beschlossene Prämie von 1.000 Euro zum Ausgleich der hohen Energiepreise infolge des Irankriegs lehnt der Thyssenkrupp-Chef ab. "Ich finde das nicht hilfreich", sagte er. "Wir werden das intern diskutieren, aber an undurchdachten Maßnahmen beteiligen wir uns normalerweise nicht."

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24.04.2026 · 17:56 Uhr
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