Strategische Gasreserve: Ein Polster für Deutschlands Energieversorgung?
Die Diskussion um eine beständige Absicherung der Gasversorgung in Deutschland gewinnt an Fahrt. Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, regt an, eine strategische Gasreserve einzuführen. Auch wenn Händler und Gasversorger derzeit für eine angemessene Belieferung der Industrie und Haushalte sorgen, mahnt Müller zur Vorsicht und verweist auf mögliche externe Schocks. Er argumentiert, dass die bisherigen Füllstandsvorgaben den Markt verzehren und als eher schwerfälliges Instrument gelten.
Diese Überlegungen fanden Zuspruch aus der Chefetage von EWE, dem Oldenburger Energieversorger. Stefan Dohler, CEO von EWE, bekräftigte vor einigen Wochen die Notwendigkeit einer nationalen Gasreserve. Er betont, dass es nun an der Zeit sei, zukunftssichere Instrumente für Krisenfälle zu erwägen. 'Österreich, Frankreich und Polen haben bereits mit gutem Grund entsprechende Schritte unternommen', unterstreicht Dohler.
Zusätzlich stehen die laufenden gesetzlichen Regelungen unter Prüfung. Eine bis März 2027 gültige Verordnung verlangt, dass die Gasspeicher zu bestimmten Zeiten bestimmte Mindestfüllstände erreichen. Diese Vorgaben greift das Bundeswirtschaftsministerium auf und plant deren Weiterentwicklung. Im Koalitionsvertrag wird bereits festgehalten, dass man die Initiative ergreifen wird, um die Gasspeicher versorgungssicher und kostengünstig zu füllen.

