Stille am Anleihemarkt: Deutsche Staatsanleihen stabil, während sich Blicke nach Westen richten
Die deutschen Staatsanleihen zeigten sich zu Wochenbeginn kaum bewegt. Der Euro-Bund-Future blieb unverändert bei 128,18 Punkten, während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe bei 2,84 Prozent verweilte.
Im eurozonalen Wirtschaftsraum war der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Januar leicht aufwärts gerichtet, nachdem er zuvor den niedrigsten Stand seit neun Monaten erreicht hatte. Diese Entwicklung beruhte jedoch auf einer lediglich geringfügig angepassten Schätzung.
Zunehmend verlagert sich das Marktinteresse in Richtung der Vereinigten Staaten, insbesondere nach der Nominierung von Kevin Warsh durch Präsident Donald Trump als neuen Chef der US-Notenbank. Diese Personalie sorgte an einigen Märkten für Umstrukturierungen, so auch im Edelmetallsektor, wo die Preise für Gold und Silber absackten. Experten der Dekabank vermuten, dass unter Warsh die Unabhängigkeit der Fed stärker gewahrt bleibt. Trotz dieser Entwicklungen blieben die Reaktionen am deutschen Anleihemarkt moderat.
Ein weiterer Fokuspunkt der Woche wird die anstehende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag sein. Zwar wird nicht mit einer Zinsänderung gerechnet, jedoch könnten Aussagen zur Entwicklung des Wechselkurses großes Interesse finden. Eine mögliche Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar birgt schließlich das Risiko, die Inflation zu drücken und das Wirtschaftswachstum zu bremsen.

