Stahlbranche im Wandel: Worthington Steel übernimmt Klöckner & Co mit Blick auf Kontinuität und Wachstum
Der US-amerikanische Stahlgigant Worthington Steel setzt trotz der geplanten Übernahme des deutschen Branchenkollegen Klöckner & Co auf Kontinuität. Wie Vorstandschef Geoff Gilmore im Gespräch mit dem Handelsblatt betonte, soll das bestehende Management beibehalten und maßgeblich in den Integrationsprozess einbezogen werden. Klöckner-Chef Guido Kerkhoff wird weiterhin eine zentrale Rolle spielen und den operativen Betrieb eng begleiten.
Mit der Übernahme, über die Klöckner kürzlich informierte, bietet Worthington elf Euro je Aktie, was das Gesamtvolumen der Transaktion auf beeindruckende 2,1 Milliarden Euro anhebt. Das erklärte Ziel von Worthington ist die vollständige Integration beider Unternehmen, wobei in Europa eine weitgehend eigenständige Führung bestehen bleiben soll. Gilmore versicherte, dass keine Standorte geschlossen oder Produktionsstätten in die USA verlagert würden. Die europäische Marktstrategie wird als solide und zukunftsfähig eingeschätzt, weshalb man dem Führungsteam vertraue und Freiraum zur Umsetzung gebe.
Ein Schwerpunkt der strategischen Neuausrichtung liegt auf Elektrostahl, der besonders für Transformatoren in Rechenzentren benötigt wird. Gilmore erwartet, dass die Integration der beiden Unternehmen rund drei Jahre in Anspruch nehmen wird, um Synergien zu nutzen und die organisationsinternen Abläufe zu optimieren. Dabei sei entscheidend, dass sowohl Mitarbeiter als auch Führungsebene das Anpassungstempo mittragen.
Im Hinblick auf die allgemeine Marktentwicklung prognostiziert Gilmore weitere Konsolidierungsbewegungen, insbesondere in Nordamerika. In Europa hält er sich jedoch bedeckt und bleibt abwartend. Hier müsse sich erst zeigen, inwiefern die Konsolidierungswelle Einzug halten wird.

