Spannungen in der Chemiebranche: IG BCE fordert Lohnerhöhung und Beschäftigungssicherung

Die Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie stehen vor der Tür. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) tritt ohne eine konkrete Zahlenforderung an, strebt jedoch eine Erhöhung der Einkommen an, die über die Inflationsrate von zuletzt 2,3 Prozent hinausgeht, um die Kaufkraft der Beschäftigten zu stärken. Zudem fordert die Gewerkschaft tarifliche Maßnahmen zur Sicherung der Arbeitsplätze.
Oliver Heinrich, Verhandlungsführer der IG BCE, wies die Arbeitgeberaufforderung zu einer Nullrunde entschieden zurück. Er betonte, dass solch ein Ansatz weder Arbeitsplätze in dieser kapitalintensiven Branche rettet, noch den wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen gerecht wird. Die Beschäftigten hätten den aktuellen Herausforderungen nicht zu verantworten, zudem seien bisherige Reallohnverluste aus Zeiten hoher Inflation nicht vollständig ausgeglichen. Heinrich sieht weiterhin erheblichen Nachholbedarf bei den Gehältern und verweist auf politische Hilfen, die der Industrie neuen Auftrieb geben sollen.
Auf der anderen Seite argumentiert der Bundesarbeitgeberverband Chemie gegen die Forderungen der Gewerkschaft. Laut deren Verhandlungsführer Matthias Bürk liege der Fokus auf der Rückgewinnung der Wettbewerbsfähigkeit durch erhöhte Produktivität, nicht durch steigende Kosten. Eine generelle Jobgarantie per Tarifvertrag lehnt der Verband ab, da dies die Flexibilität der Unternehmen einschränken könnte.
Die Tarifverhandlungen beginnen am 14. Januar 2026 auf regionaler Ebene und werden, sollte es zu keiner Einigung kommen, am 3. Februar bundesweit in Hannover fortgesetzt. Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende Februar aus, und die Augen der Branche sind auf den Verlauf der Verhandlungen gerichtet.

