SpaceX scheitert mit Übernahmeversuch von KI-Startup Cognition

SpaceX hat es nicht geschafft, das auf künstliche Intelligenz spezialisierte Startup Cognition AI Inc. zu übernehmen. Laut informierten Kreisen sind die Verhandlungen gescheitert. Stattdessen diskutieren die beiden Unternehmen nun über eine mögliche Partnerschaft, bei der Cognition die Rechenkapazitäten von SpaceX nutzen könnte.
Unabhängigkeit statt Übernahme
Cognition, gegründet im Jahr 2023, entwickelt Devin, einen KI-Agenten, der Programmieraufgaben für Softwareentwickler automatisiert. Das Unternehmen wurde in einer Finanzierungsrunde im Mai mit $26 Milliarden bewertet. Aktuell führt Cognition Gespräche über eine neue Finanzierungsrunde, die das Unternehmen auf mindestens $40 Milliarden bewerten könnte, was den Verkauf weniger attraktiv macht.
Der CEO von Cognition, Scott Wu, hat sowohl öffentlich als auch in Gesprächen mit Investoren betont, dass die Unabhängigkeit des Unternehmens von großer Bedeutung ist. In einem Interview mit Bloomberg im Mai sagte er:
„allows us to stay independent and continue as an independent business, which is really important for us.“
Ein anderer Ausgang als bei Cursor
Im Gegensatz zu den gescheiterten Verhandlungen mit Cognition konnte SpaceX die Übernahme von Cursor für $60 Milliarden erfolgreich abschließen. Diese Akquisition, die am 14. August abgeschlossen wurde, verschaffte SpaceX eine konkurrierende Plattform für KI-Programmierung. SpaceXAI, die KI-Sparte von SpaceX, hat bisher Schwierigkeiten gehabt, im Verkauf von KI-Tools an Unternehmen mit der Konkurrenz mitzuhalten und hat im Zuge der Umstrukturierung Stellen abgebaut.
Die bestehenden Partnerschaften von Cognition mit Mercedes-Benz Group AG und GE Aerospace verleihen dem Unternehmen zusätzliches Gewicht, das SpaceXAI auch ohne Übernahme gerne gehabt hätte. Der Börsengang von SpaceX in diesem Sommer hat dem Unternehmen Kapital verschafft, um solche Deals zu verfolgen. Ob ein neues Angebot unterbreitet wird, hängt möglicherweise davon ab, wie sich die nächste Finanzierungsrunde von Cognition auf den Unternehmenswert auswirkt.
SpaceX-Aktien schwanken vor Freigabe von Insider-Aktien
Seit dem Börsengang im Juni sind die Aktien von SpaceX volatil. Der Kurs fiel Anfang August auf $108,27, bevor er sich über den Ausgabepreis von $135 erholte. Die Aktien wurden zuletzt bei etwa $139 gehandelt, kurz vor der Freigabe von rund 319 Millionen bisher gesperrten Insider-Aktien. Die Erholung folgte auf ein stärker als erwartetes Umsatzwachstum im zweiten Quartal von $7,8 Milliarden. Zudem hat Nvidia einen Anteil von $21 Milliarden an SpaceX offengelegt, was das Interesse der Investoren weiter gesteigert hat.
Der Börsengang von SpaceX hat dem Unternehmen Kapital verschafft, um KI-Deals wie den mit Cognition zu verfolgen. Ob ein neues Angebot unterbreitet wird, hängt möglicherweise davon ab, wie sich die nächste Finanzierungsrunde von Cognition auf den Unternehmenswert auswirkt.

