Silberpreis durchbricht historische 100-Dollar-Marke
Der Silbermarkt hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht, als der Preis des Edelmetalls zum ersten Mal in der Geschichte die 100-Dollar-Grenze pro Feinunze überschritt. An der prestigeträchtigen Metallbörse in London wurde Silber zu einem Preis von 100,56 US-Dollar gehandelt, nachdem es zu Beginn des Freitags noch unter der 96-Dollar-Marke gelegen hatte. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Edelmetall eine beeindruckende Preissteigerung von fast 40 Prozent, was von Analysten als ein historischer Moment gefeiert wird.
Der Aufwärtstrend von Silber übertrifft dabei sogar die Kursentwicklung von Gold. Besonders im Jahr 2025 kletterte der Silberpreis um nahezu 150 Prozent, womit er die Performance von Gold deutlich hinter sich ließ. Bereits 2026 sorgten weltpolitische Krisen für erhöhte Kursgewinne bei Edelmetallen. Experten führen die jüngsten Preisanstiege vor allem auf geopolitische Spannungen, Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Europa im Zusammenhang mit Grönland und konjunkturelle Maßnahmen der US-Notenbank zurück.
Edelmetalle wie Gold und Silber gelten in unsicheren Zeiten als wertstabile Anlagen. Silber spielt zudem eine Schlüsselrolle in der Industrie, insbesondere in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Robotik und erneuerbare Energien. Gelegentliche Engpässe in der Silberlieferung haben den Preisdruck in letzter Zeit zusätzlich unterstützt.
Alexander Zumpfe, ein erfahrener Edelmetallhändler bei Heraeus, unterstreicht die Bedeutung des neuen Preisniveaus: „Mit dem Überschreiten der 100-Dollar-Marke je Feinunze hat Silber seine zentrale Rolle in der aktuellen Edelmetallrally bestätigt.“ Er weist jedoch darauf hin, dass das Zusammenspiel aus wirtschaftlicher Unsicherheit, einem strukturellen Angebotsdefizit und hoher Preisflexibilität den langfristigen Aufwärtstrend unterstützen könnte. Zumpfe mahnt zur Vorsicht, denn Silber sei bekannt für schnelle Korrekturen, und kurzfristige Gewinnmitnahmen seien durchaus möglich.

