Selenskyj drängt auf direkte Gespräche mit Putin in der Türkei
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem ungewöhnlichen diplomatischen Schritt den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu direkten Gesprächen in der Türkei eingeladen. Selenskyj zeigte sich bereit, Putin persönlich zu treffen, um einen Weg zu einem dauerhaften Frieden zu finden. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den ukrainischen Staatschef dazu gedrängt, das Gesprächsangebot Putins anzunehmen. Trump äußerte jedoch Zweifel an Putins Bereitschaft zu einem Friedensabkommen, da dieser derzeit stark auf das Gedenken an den Zweiten Weltkrieg fokussiert sei.
Selenskyj betonte in einem Beitrag auf der Plattform X die Dringlichkeit einer "vollen und dauerhaften Feuerpause" ab Montag, um die Grundlage für diplomatische Verhandlungen zu schaffen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha lobte diesen Schritt als mutigen Akt eines wahren Anführers. Eine Antwort seitens Moskaus auf das Gesprächsangebot und die Forderung nach einer Feuerpause bleibt bislang aus. Die Türkei hat ihre Bereitschaft signalisiert, die Gespräche auszurichten, nachdem bereits 2022 ähnliche Verhandlungen in Istanbul scheiterten.
Unterdessen verstärkt sich auch der Druck aus Europa. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte in Kiew einen sofortigen Waffenstillstand als Grundlage für Friedensgespräche. Diesem Appell schlossen sich der britische Premier Keir Starmer, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Polens Ministerpräsident Donald Tusk an. Sollten keine Fortschritte erzielt werden, drohen Russland schärfere Sanktionen.
Die Ukraine-Konferenz der Weimar+-Gruppe in London könnte bereits die angedrohten Sanktionen beraten. Der britische Außenminister David Lammy hob die Bedeutung dieser Gespräche für die europäische Sicherheit hervor, während sich neue Kämpfe in der Ostukraine entfalteten. Nach einer dreitägigen Feuerpause meldete der ukrainische Generalstab neue Angriffe von russischer Seite, während Russland seinerseits von ukrainischen Angriffen berichtete.

