Schokolade im Prüfstand: Importierte Süßigkeit mit Mängeln behaftet
Verbraucher sollten bei importierter Schokolade aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien und der Türkei vorsichtig sein. Eine aktuelle Untersuchung des Landesamtes für Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass 96 Prozent der eingeführten Süßwaren aus diesen Ländern nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.
Im Vergleich dazu schnitten Schokoladenimporte aus Deutschland besser ab, wenngleich auch hier 38 Prozent der Proben beanstandet wurden. Insgesamt erfüllten nur 17 Prozent der Stichproben die erforderlichen Standards. Besonders bedenklich sind die in 13 Prozent der Importprodukte entdeckten Schimmelpilze, auch bekannt als Mykotoxine. Solche Verunreinigungen wurden in deutscher Ware nicht nachgewiesen.
Die Labore bemängelten zudem häufig falsche oder fehlende Kennzeichnungen, insbesondere bezüglich der Farbstoffe, die zur Grünfärbung von Pistazienfüllungen verwendet werden. Diese Zusatzstoffe müssen mit dem Hinweis auf mögliche Auswirkungen auf die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern gekennzeichnet sein, eine Information, die bei 10 von 21 positiv getesteten Proben unausreichend angegeben wurde.
Ebenso vernachlässigen manche Produzenten und Importeure wichtige Angaben zu Allergenen. In fünf der 15 überprüften Proben fanden sich Allergene ohne entsprechende Kennzeichnung. Dazu wurden in drei Proben Sesam und in zweien Erdnüsse nachgewiesen.
Auch bei den Inhaltsstoffen selbst gibt es Defizite, wie etwa das Fehlen von Milchfett in Milchschokolade und einen zu niedrigen Kakao-Gehalt, der unter den Minimalanforderungen für Schokolade liegt. Die Berichte über diese erheblichen Mängel wurden zuvor von der "Bild"-Zeitung veröffentlicht und die Ergebnisse werden den verantwortlichen Lebensmittelüberwachungsämtern vorgelegt.
Diese sind nun gefordert, bei Verstößen gegen gesetzliche Vorschriften gegen die Verantwortlichen, sei es Hersteller oder Importeure, vorzugehen.

